Wochenbericht der zwei Minitiger oder – Emmy entdeckt die Zivilisation

Genau, das war gestern, also Freitagabends, wo ich nicht auf die Uhr sehen muss und ganz entspannt die Augen irgendwann zufallen lassen kann.

Die Minitiger hatten Ausgang, den bekommen sie nun immer, wenn sich ein Zweibeiner, also eine Aufsichtsperson, in der Wohnung aufhält. Man weiß ja nie so genau, was jungem, wild gewachsenem Gemüse so durch den Kopf – oder durch die Gedärme – schießt.
Mittlerweile sind die ersten Portionen Baycox und Panacur intus, und die Häufchen verfestigten sich erfolgreich. Nur gestern, gestern klauten sie Schneckchen die Reste aus dem Napf und da Schneckchen weniger als ein Spatz isst, war das anscheinend zu viel für die Minitiger. Schneckchens Napf musste sofort mit heißem Wasser gespült werden, denn das fehlt mir noch, dass sich Kokzidien auf die alte Dame übertragen.

Ich hab’s danach regelrecht verpennt, da mir auf dem Sofa Planmäßig die Augen zufielen und die Minitiger weiterhin ihren Ausgang (aus)nutzten. Jedenfalls war der Samstagvormittag ausgefüllt, mit Decken waschen und putzen. Sie hatten wieder einmal den Hundekorb genutzt, der eine Etage tiefer steht, oder sich wieder einmal verlaufen, die Orientierung verloren, die eigenen Toiletten nicht gefunden… was weiß ich. Inzwischen verfestigte Häufchen waren wieder einmal zu dünnen und kompliziert zu entfernenden, kleinen Fladen geworden.
Na ja, es kann nur besser werden. Positives Denken!

Heute gibt es aufgrund dessen nur Calm von Royal Canin, das Christine für die Minitiger spendete. Danke, Christine!

Abgesehen davon, fing Emmy gestern zum ersten Mal an öffentlich zu spielen. Ich sage deshalb öffentlich, weil ein Mensch anwesend war. Bisher war es so, dass Maxi sie aufforderte und beide wie wilde Hummeln im ehemaligen Büro herum rannten, ehemals wichtige Dinge von den Regalen warfen, sich gegenseitig auflauerten und spielerisch bekämpften.

Für das ebenfalls ehemalige wilde Schneckchen nutze ich eine Reitgerte, an die ich einen variablen Wollfaden knotete, an dem eine klappernde Spielmaus befestigt ist. Je nach Laune und Zustand liebt es selbst eine alte Katze, diese Maus zu jagen. Wenn sie sehen kann, wer ein Spielzeug lenkt, wird es sofort uninteressant.

Somit auch perfekt für die Gleichgesinnte Emmy.

Bisher bleibt Emmy bei ihrer ureigensten Überzeugung, dass Mensch nur wichtig ist, wenn er einen Teller in der Hand hält oder Katzenpudding an seinen Fingern  klebt.

Bisher mochte sie nicht einmal meinen Geruch. Tja, das stellte ich fest, weil Maxi und Emmy immer im Wäschekorb liegen. Dort liegt (zur Sicherheit gegen Unreinheit) die Badematte drin und logischerweise schmutzige Wäsche, denn der Alltag lässt sich nicht stoppen. Sie könnten auch in ihrer offenen Transportbox oder in der Höhle ihres Kratzbaumes schlafen – aber nein, das ist von Menschengehirnen erdacht worden und einfach nur doof.
Zuoberst lag seit Montag einer meiner Pullover im Korb, und Maxi mittendrin. Emmy hockte stur hinter der Waschmaschine.
Entweder wurde es ihr auf den Fliesen zu ungemütlich oder sie begann zu akzeptieren… oder hält seitdem die Luft an. Jedenfalls lag sie seit Mittwoch neben Maxi im Korb, auf meinem rosafarbenen Pullover.
Die Entwicklung schreitet voran und es ist abzusehen, wie Maxi und Emmy als Katzendamen einmal aussehen werden. Maxi hat bereits jetzt die Statur eines Geparden, lange Gliedmaßen und einen schmalen Körper. Emmy, der kleine Schatz, wird ein wenig gedrungen bleiben, sie ist eine Überlebenskämpferin mit flusigem Fell und wird sehr wahrscheinlich immer Hunger haben. Aber einen treuen Blick hat sie, obwohl sie sich so zurückhaltend gibt. Da beide, sobald sie sich der Treppe nähern, von Hündin Gipsy (falls anwesend) angebellt werden, ist ihr Bereich die obere Etage, denn Schneckchen, die diesen Bereich aufgrund des Bellens längst akzeptierte, nimmt man mit Links. Zumindest Maxi, die absolut keinen Respekt vor einer älteren Dame zeigt. Emmy akzeptiert Schneckchen seit dem vergangenen gegenseitigen Fauch – Austausch. Sie versucht zwar auch das Futter zu stehlen, aber nur wenn Schneckchen nicht hin sieht.

Maxi ist ein so genannter Sonnenschein und der Schalk blitzt förmlich aus ihren Augen. Man kann sie kurzzeitig auf den Arm nehmen, doch dann springt sie in Windeseile wieder herunter. Anschließend wirft sie sich auf den Boden und will weiter beachtet werden.

Zum Schluss der Baum, der nun völlig kahl dasteht und ankündigt: Es kommt der Winter, die harte Zeit.

Wie immer Danke für Eure Aufmerksamkeit und Grüße von den Minitigern, die um diese Zeit zum Leben erwachen.

 

5 Kommentare zu “Wochenbericht der zwei Minitiger oder – Emmy entdeckt die Zivilisation

  1. Hach, Du hast Dich doch meiner erbarmt und den Baum eingestellt, finde ich schön, ist doch eine gute alte Tradition.
    Wieder schöne Bilder von den Mäuschen, habe mich sehr – auch wenn sie nicht Hauptakteurin der Artikel ist – über das Foto vom spielenden Schneckchen gefreut.

    Die kleine Emmy … ähnlich wie beim Menschenkind ist es wohl auch bei Tierkindern so, dass die Sorgenkinder wohl eine besondere Spur in unseren Herzen hinterlassen.

    Ich hoffe so sehr, dass die Beiden bald ihre Kuren hinter sich haben und ein schönes Zuhause finden – zusammen natürlich. Ich kann mir Maxi und Emmy nicht einzeln vorstellen, gehören genauso zusammen wie Max und Moritz.

  2. Ich finde den Fortschritt echt total klasse! 🙂
    Wirst sehen, aus Emmy wird noch ein großer Schmusetiger werden 😉
    Gut, dass ihre Schwester so aufgeschlossen ist, sonst hättest du es noch viel schwerer!

    Die Photos sind klasse und zeigen, dass die Racker sich total wohl bei dir fühlen!

    Macht weiter so, ihr drei! 😉

    Liebe Grüße,
    Sylvia

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