Die drei Fauchis

sind nun in Lisbeths und Ginis  bewährtem Welpenlaufstall, beziehungsweise einer Maßnahme die seinerzeit Hündin Gini zur Hilfe kam, nachdem sie ihren Bandscheibenvorfall auskurieren musste, untergebracht. Fragt mich nicht wie das geklappt hat, denn es waren Christine und Manuela, die uns mitsamt  Gini heute besuchten und mit entsprechenden Nerven meinten: „Och, Sabinchen, komm wir helfen dir.“ Eigentlich waren sie wegen Lottchen hier, aber Elfielotta trat ihrer zukünftigen WG Partnerin eher misstrauisch gegenüber und versteckte sich.

Christine und Manuela  gingen mit Boxen und Handtüchern bewaffnet ins Badezimmer, wo die drei Fauchis grundsätzlich hinter der Waschmaschine hockten. Von der einen Seite drücken und von der anderen Seite in einer Box einfangen, ja, so ging das, aber man muss eben unbedarft an die Sache herangehen, quasi mit frischem Mut und frischem Elan – die mir ehrlich gesagt  nach dem gestrigen Tag fehlten. Gini wartete derweil und freundete sich als Katzenliebhaberin und gleichzeitig als Hund mit Romina und ihren Zwergen an. Romina sind Hunde nicht unbekannt, aber sie musste ihr Revier und ihre Kinderschar dennoch mit buschigem Schwanz verteidigen. Gini störte das kaum, sie weiß, dass die wichtigste Maßnahme bei Kontaktaufnahme mit einer fremden Katze bedeutet: Die eigenen Augen schützen.

Ich war glücklich wieder Hundefell streicheln zu können, die Zwerge und Romina haben sich schnell wieder beruhigt und die Fauchis können nun am Tagesablauf teilnehmen, denn der Welpenlaufstall bietet auch diese Möglichkeit. Reißverschlüsse trennen uns, aber Sichtwände lassen Nähe zu, ohne zu bedrängen. Die Katzen können gegenseitigen Kontakt aufnehmen, ohne dass es zu Beissereien kommen kann. Katzenklo und selbst Kratzbaum haben Platz in der Hütte.  Mehr kann man nicht tun, nun sind auf beiden Seiten Geduld und  Zeit angesagt. Zeit,Geduld und Bemühungen, so schwer es für beide Seiten auch fällt.

Danke Euch Dreien!

Leben mit wilden Katzen – Über Tierarztbesuche und Vertrauen

Schon seit einiger Zeit reden Sabine und ich darüber, dass wir gerne in der Katzenheimat eine eigene Info-Seite über das Leben mit wilden Katzen einrichten würden. Das darin auch das Thema „Tierarztbesuche“ vorkommen würde, war mir klar, wie extrem sich diese gestalten können hingegen nicht. Meine Erfahrung mit Lisbeth, die ich am Dienstag machen „durfte“ zeigt, wie tief die Angst im Einzelfall mit diesen Tieren verwurzelt sein kann.

Lisbeth ist schon seit einiger Zeit rollig. Tageweise krauchelt sie mit erhobenem Hinterteil in der Wohnung umher und schreit, dass einem jedes Mal das Herz stehen bleiben möchte. Da die Rolligkeit ihres Sinnes entbehrt, wenn kein Kater zur Hand ist und ich Lisbeth auch nicht die chemische Keule verpassen wollte, habe ich mich natürlich dafür entschieden, Lisbeth kastrieren zu lassen. Da die Kastration nicht während der extremen Tage erfolgen sollte, war es schwierig einen „normalen“ Tag abzupassen, an dem dann aufgrund der Wetterverhältnisse die Praxis auch angefahren werden konnte. Aufgrund des Tauwetters sollte das am Dienstag geschehen und so habe ich sie nach einem absolut problemlosen Einfangen (die einzige Schwierigkeit daran war, Gretchen aus der Box fernzuhalten, um Lisbeth reintun zu können) zur Praxis gefahren. Sobald alles über die Bühne gegangen sei, sollte ich einen Anruf bekommen und Lisbeth wieder abholen können. Der Anruf kam, ich sollte Lisbeth abholen, aber kastriert sei sie nicht.

Was war passiert? Es ist nicht gelungen Lisbeth in Narkose zu legen. Als zweiter Fall in der gesamten Karriere der Tierärztin hat Lisbeth „paradox“ auf das Narkosemittel reagiert. Die Dosis wurde gesteigert, bis es nicht weiter zu vertreten gewesen wäre, aber meine kleine wilde Katze, die Zuhause (wenn sie Lust hat) schon auf ein „Hopp Lisbeth“ hin neben mir auf die Couch springt, hat es geschafft mit einer mehrfachen Dosis des Narkosemittels in der Praxis noch den Tanz der Teufel zu veranstalten, hat geknurrt, gefaucht, das Mäulchen aufgerissen und gedroht. Nichts zu machen. Katze musste ohne die erforderlichen Modifikationen wieder mitgenommen werden.

Woran es tatsächlich lag, wer kann das schon so genau sagen. Es kann aber einfach sein, dass sie aus purer Angst einen dermaßenen Adrenalinspiegel produziert hat, der sie schlicht wach gehalten hat. Ich war beide Male dabei, als meine Hündin Gini für ihre Bandscheiben OPs in Narkose gelegt wurde. Zugang gelegt, Spritze gegeben, Arzt sagt „Nicht erschrecken, gleich ist sie weg“ und sie war immer schon weg, bevor Arzt ausreden konnte.

Aber als ich in die Praxis komme, sitzt Lisbeth in ihrem Körbchen und ist alles andere, nur nicht weg. Das einzig ungewöhnliche ist, dass ihre Zunge ein wenig hervorschaut. Die Tierärztin entlässt uns, denn Lisbeth kann nun inzwischen nicht mehr in Narkose fallen, wir dürfen also fahren. Im Bezug auf die Narkose sind wir uns aber gar nicht mehr so sicher, denn kaum ist hinter ihr die Autotür zugeschlagen und wir losgefahren, lässt Lisbeth sich nieder und schläft augenblicklich ein. Wenige Kilometer schläft sie so tief, dass wir anhalten und in der Praxis anrufen. Aber es ist alles ok. Sie ist müde und schläft. Und schläft. Und schläft. Manchmal so tief und fest, dass ich Angst habe, dass sie tot ist. Die Tierärztin hat gesagt, dunkel und warm halten. Ich mache ihr also ein Bettchen zurecht neben mir auf der Couch und knacke alle Stunde einen neuen Taschenwärmer und schiebe ihn ihr unter, so lange, bis der kleine Körper endlich wieder von alleine hochheizt und sie das erste Mal von der Couch springt und durch die Wohnung taumelt bis sie Gini gefunden hat und sich an ihr reiben kann. Dann setzt sie sich wieder hin und ich decke sie wieder zu und sie schläft weiter. Endlich nach einer weiteren Stunde ist sie zwar immer noch sehr sehr wacklig auf den Beinen, aber sie möchte gerne Futter haben und außerdem auf  ihren Kratzbaum rauf. Ich kann sie davon nicht abhalten, also stapele ich einfach Kissen drumherum, damit sie weich fällt, wenn die Schwerkraft ruft. Die ruft zwar, aber Lisbeth fällt nicht und kringelt sich ungelenk aber entspannt in ihrer Liegemulde zusammen.

Irgendwann nächste Woche bekommt unsere Tierärztin ein Gasnarkosegerät, das soll auch die stärksten Schlafverweigerer in den Schlaf zwingen. Da versuchen wir es noch einmal.

Ich habe diesen Bericht nicht geschrieben, um abzuschrecken, noch gehe ich davon aus, dass sich Operationsversuche bei einer Mehrzahl von wilden Katzen so abspielen. Vielleicht war Lisbeth besonders empfindlich, weil sie frisch aus dem Dachboden weggefangen in diese Praxis gebracht und geimpft wurde, was auch ein unaussprechliches Drama war. Vielleicht ist sie aber nur einfach ein Exemplar Katze, das von der körperlichen Beschaffenheit auf das Mittel paradox reagiert hat. Lisbeths Beispiel ist ein Extrem und worauf ich Euer Augenmerk letztendlich lenken möchte ist:

Diese kleine Wilde hat sich nach all dem Stress und der Angst bei uns geborgen gefühlt und es sich erlaubt einzuschlafen, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit neben mir zu liegen, sich streicheln zu lassen und Nähe so lange zuzulassen, bis sie am nächsten Tag wieder voll auf den Beinen war und rechtschaffen empört schauen konnte, wenn man Anstalten machte, sich ihr außerhalb der genehmigten Wohnungsbereiche zum Streicheln zu nähern. Sie ist sogar zu mir gekommen, damit ich sie zu ihrem Futter hebe. Was ihr sonst im Traum nicht einfallen würde und sie am nächsten Tag natürlich nicht mehr wahrhaben wollte.

Wie ihr seht; eigentlich macht dieser Bericht also Mut und gibt Zuversicht. Mit den kleinen Wilden dauert vielleicht einiges länger, aber am Ende steht das Ergebnis für sich.

Ich verabschiede mich mit einem Foto von Lischen und Gretchen beim „Weihnachtsfrühstück“. Sentimental wie ich bin hatte ich für alle Vierbeiner Schälchen mit purem weißen Thunfisch und Wachtelei besorgt. Sie waren so entgegenkommend das Ganze mit Genuss zu verspeisen. In solchen Situationen sind dann auch die Kätzinnen ein Herzchen und eine Seele.

Futterstellen, Gedanken zu Weihnachten oder – Lisbeths Schwester

Gedanken zu Weihnachten, die macht man sich immer wieder, auch wenn man nicht an die Biblische Geschichte der Geburt Jesu glaubt. Besinnliche Festtage werden nur noch selten gewünscht, das ist altbacken. Meist werden schnell hinterher gerufene frohe oder fröhliche  Weihnachten gewünscht, Wein – und Sektflaschen in Tüten gesteckt, Karten oft nur noch gedruckt  und auf den letzten Drücker massenhaft verschickt. Ist auch etwas wert und  besser als nichts. Die Menschen denken aneinander, und wenn es  nur einmal im Jahr ist.

Diese Flaschen, Tüten und Karten landen anschließend im Papierkorb und, wenn alles gut geht, in der Altpapierentsorgung oder im Glascontainer um zumindest den ökologischen Kreislauf am Laufen zu erhalten.

Meiner Meinung nach ist Frohe Weihnachten zu einem Spruch geworden, wie ein ultimatives schönes Wochenende. Unterscheidet sich lediglich durch: „Und lasse dich reich beschenken!“

Manch einer muss Kilometerweite Strecken, sei es mit Flugzeug, Auto oder Bahn zurücklegen, um an Weihnachten mit der Familie zusammentreffen zu können – oder zu wollen. Manch einer bleibt gezwungenermaßen alleine Zuhause oder Kinder, Eltern, Freunde leben in der Nähe und ein Treffen, mit eventuell verpflichtendem Gänsebraten, Nervosität und Rotkohl (und Geschenke) ist ohne Hektik machbar.

Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge sind vorbereitet und oft reicht ein dreißig Minütiges Gespräch, was nicht lang ist, aber wichtig, denn es hat endlich jemand zugehört. Einmal im Jahr wurde zugehört und mit Sicherheit entsprechend geantwortet. Ich hörte das gestern im Radio und war weder entsetzt noch erstaunt, lediglich traurig, über die Vielzahl der Anrufe die stetig steigt, speziell zur Weihnachtszeit.

Erinnerte mich an meine Mutter, die zwar nicht einsam aber oft alleine war. Sie brauchte die Telefonseelsorge nicht anzurufen, denn sie selber hatte bis zuletzt etwas zu geben. Ein außergewöhnliches Ritual und somit rief sie an Silvester die Feuerwehr und die Polizei an. Sie sagte: „Keine Sorge, es ist nichts passiert, ich wünsche ihnen, ihren Kollegen und Kolleginnen nur eine ruhige Bereitschaft und ein gesundes  neues Jahr.“ Nie wurde sie verlacht oder als verrückte Frau betitelt, sondern höflich und freudig behandelt.

Das alles ließ mich wiederholt über diese grauenvolle und selbst gemachte Stresszeit nachdenken, die ich persönlich bewusst abgeschafft habe. Von mir hat niemand ein gekauftes Geschenk zu erwarten. Ich renne nicht zur allgemein festgelegten Zeit, weil eines von Tausenden Kindern an diesem Tag geboren wurde, in Geschäften herum und besorge Parfüm, Laptops, Blumen, Gutscheine oder was weiß ich. Mir soll ebenso niemand etwas schenken. Das ganze Jahr hat man über 300 Tage lang  Zeit, sich zu besuchen, zu reden, zuzuhören oder etwas Sinnvolles zu schaffen. Warum muss sich das auf diese zwei bis drei Tage konzentrieren? Wer es mag und wer daran glaubt, der soll es tun.

Speziell in diesem Jahr sorgte ein selten da gewesenes Schneechaos für Verspätungen und zusätzliche  Hektik, denn wer bis Heiligabend noch keinen gefällten Tannenbaum im Wohnzimmer oder wo auch immer stehen hatte; wer die ahnende Gans noch meucheln lassen musste, den eingesperrten Karpfen fangen und die exklusiven, eingeflogenen Südfrüchte für den Nachtisch noch besorgen wollte:  Merry Christmas oder – I`m speechless.

In Russland, Polen, Finnland, Norwegen und so weiter lachen sie „uns“ aus, weil „unsere“ Wirtschaft aufgrund der zwanzig Zentimeter Schnee beinahe lahm gelegt worden wäre: Pünktlich zur Weihnachtsparty. Es wurde in dieser Woche auch viel gejammert, denn Mitarbeiter der Straßenmeistereien mussten nicht nur weißen Niederschlag, sondern auch sensationelle Überstunden schieben. Und trotzdem standen Autos, wie kunstvoll drapiert, auf und in Leitplanken, weil Schneepflüge aufgrund vergangener milder Winter  abgeschafft wurden. Diese betroffenen Autofahrer werden mit Sicherheit das Besinnliche wieder entdeckt haben, so schätze ich.

Wir alle kennen Lebewesen, die nicht meckern, keine Feiertage kennen und schon gar nicht in Hektik verfallen, es sei denn es geht um ihr Leben. Zum Beispiel Katzen, vor denen ich speziell heute, am heiligen Abend wieder einmal  große Hochachtung empfand – und Mitleid. Sie stapften durch hohen Schnee, eisiger Ostwind fegte die wässrigen Massen vor sich her und  der Himmel war dicht bedeckt von dunklen Wolken.  Nicht wirklich angenehm, wenn keine warme Stube und Decken warten. Nass wie sie sind, suchen sie sich einen Unterschlupf und selbst Thermoboxen oder umgebaute Katzentoiletten mit Stroh und Heu befüllt werden feucht, sobald nasses Fell hinein kriecht. Ich danke hiermit der Natur, die dafür sorgt, dass Tiere solche Einschnitte  gesund überleben! Das sind für mich die wahren Geschenke.

Lisbeth kennt nun jeder treue Leser und dieser schwarzweiße Glückskeks hat zwei  Geschwister. Auf gut Deutsch bedeutet das:  Einer von vielen Würfen, der in armseliger Wildnis und nicht wirklich Katzengerecht zur Welt kam, überlebt wenn er stark, verendet wenn er schwach ist oder glücklicherweise entdeckt wird und unterkommen kann. Das erste Katzenbaby konnte per Hand eingesammelt werden, kam vorübergehend auf den mittlerweile bekannten Dachboden – der zu der Zeit leer stand – und war sehr krank. Niemand konnte das Tier aufnehmen, in Quarantäne unterbringen, weil es an ansteckendem Katzenschnupfen litt. Tierheime sind eh immer voll und irgendwie geht es, denn siehe oben: Kämpfer.

Nachdem dieses schwarze Katzenbaby mehrmals Tierärztlich versorgt wurde ging es Bergauf. Es war und ist eine Schönheit, glückschwarz, Handzahm und ein lieber Zwerg, der schnell eine Interessentin finden konnte. Mit nochmaliger Behandlungen und reichlich Unkosten, die unter anderem die Tierhilfe Rhein-Main und die Katzennothilfe Kitty e.V. übernahmen, ist Lisbeths Schwester nun die Naomi. Es gibt dieses Fotomodell, die weltbekannte Naomi Campbell. Sie soll schwierig sein, eine so genannte Zicke, aber sie bewegt sich wie ein Raubtier. Michael Jackson konnte sie überreden (oder sie hat sich darum gerissen)  in einem seiner Videoclips für „in the closet“ mitzuwirken. Naomi eben, und Namensvetterin eines kleinen Raubtieres, das nie eines werden wollte. Das ist die Miez, die diesen Text begleitet hat und es ist ein weiterer Erfolg, da auch Naomi es geschafft hat und sich einfügt, in die hoffentlich immer größer werdende Gemeinde der glücklich vermittelten Katzenkämpfer, die wir hier verewigen können.

Ich wünsche Euch besinnliche Feiertage und danke fürs lesen!

Ihr schmeckt’s! Lisbeths Tagebuch (8)

Lang, viel zu lang ist es her, dass ich den letzten Artikel über unsere kleine Lisbeth-Schnake geschrieben habe. Beginnen wir mit einem Foto, welches so schnell nicht zu toppen sein wird:

Also, Lisbeth liegt da auf dem niegelnagelneuen Designkratzbaum, den unsere WG sich selbst zu Weihnachten geschenkt hat. Sie liegt da auf einer Liegefläche, die ein Loch hat … nun, was da so runterhängt, das ist Lisbeths neues Wohlfühlbäuchlein. Kein schmerzlich-straff gespannter Bauch wie anfänglich, nein, ein gemütlich-weiches Normalfigurbäuchlein, das sich dank des Lochs in der Liegefläche endlich Luft verschaffen konnte! Das nenn ich sich so richtig mal hängen lassen!

Hier sieht man einen Teil unserer Kratzbaumlandschaft und außerdem sieht man, wie schön groß unser Lieschen inzwischen schon geworden ist und was für ein schönes Fell sie sich angezogen hat.

So, jetzt neben all den Fotos aber auch ein wenig Informationen über unsere kleine Madame, die sich zu einem neugierig-anhänglichen Familienmitglied entwickelt. Lisbeths große Liebe ist immer noch unangefochten Gini, man kann kaum noch ein Bild von dem Hund machen, ohne das irgendein Teil Lisbeth mit dabei ist.

Unsere (fast) unzertrennlichen Turteltäubchen

Das Verhältnis zu Gretchen ist deutlich distanzierter, aber immerhin hat Gretchen aufgehört die Kleine alle naselang anzufauchen. Es wird nacheinander gehaxt, mittlerweile auch miteinander „gerauft“, aber das Ganze geht in Zeitlupentempo vor sich und ohne Kreisch und Fauch, so dass ich keinen Grund zur Besorgnis sehe. Ich beobachte das Verhältnis Gretchen-Lisbeth mit Argusaugen, weil ich nicht möchte, dass unsere doch erheblich ältere Dame irgendwelche Einschränkungen erfährt. Gini übrigens genauso: Sie geht gerne dazwischen, wenn die beiden Katzen allzu arg miteinander raufen und scheucht sie auseinander. Eigentlich hat Gretchen aber jetzt endlich jemanden, der mit der gleichen Begeisterung wie sie in Tüten und Kartons rumtobt. Da verträgt man sich dann kurzzeitig auch, als wäre man immer schon zusammen, genauso wenn der Wassernapf neu befüllt wird, da wird auch Öhrchen an Öhrchen gesoffen, was die Zunge hergibt.

Bisher habe ich nur drei Kratzer von Lisbeth abbekommen: Alle drei zur gleichen Zeit, da wollte sie nämlich zu mir auf die Couch springen und hat nicht gesehen, dass an der Stelle schon meine Hand lag. Vor Schreck ist sie gleich wieder weg, mit meinem Handrücken als Absprungschanze. Ich bin zufrieden, für ein wildes Kätzchen bin ich bisher sehr gut davon gekommen!

Lisbeth hört immer besser, wenn man ihren Namen ruft (wie alle Tiere: sie hört, wenn sie hören möchte … und nicht gerade etwas Besseres zu tun hat), gurrt und schnurrt wie wild und kommt, um sich knuddeln zu lassen. Man kann sie gut durchknuddeln, hochheben auf die Couch geht auch, lange aufhalten mag sie sich da aber nicht, ist für sie wohl immer noch sehr ungewohnt, die Perspektive, obwohl sie inzwischen auch schon alleine raufhüpft, Streicheleinheit oder Leckerchen abholt und wieder auf den Boden verschwindet.

Sie tritt jetzt auch in Sabines-Maxis Fußstapfen, was die Anhänglichkeit angeht. Ist sie ja lange Zeit eher vom Menschen geflohen, wenn dieser sich bewegt hat, so rennt sie uns immer mehr nach, egal was man tut, sie ist dabei und morgens hat man wirklich Mühe, sie irgendwie auf Abstand zu halten, damit man sich vernünftig fertig machen kann (es scheint für Katzen überlebenswichtig zu sein, morgens in aller Frühe unter dem Bett herumzukramen).

Lisbeth hat ja so einige Hobbies, neue Bekanntschaften schließen gehört in jedem Fall dazu:

Die Leopardgeckos sind im Übrigen genauso neugierig, mindestens ein Mal am Abend gackert und schnarrt Lisbeth am Terrarium herum und die Geckos kommen gucken, was dieses flauschige Ding da wieder zu suchen hat, bevor alle Parteien sich wieder Wichtigerem zuwenden.

Während ich mir die Bilder anschaue, wundere ich mich selbst, wie groß sie geworden ist, schaut mal dieses Bild z. B. zum Größenvergleich:

Das sieht ein bisschen rumpelig aus, soll ja nur dazu dienen, mal Lisbeth ein wenig langgestreckt zu präsentieren … zwar täuscht das ein wenig, weil Lisbeth weiter vorne und Gini recht weit hinten liegt, aber trotzdem sieht man deutliche Veränderungen.

Ich fühle mich ein wenig in Verlegenheit, ich kann eigentlich immer nur gutes berichten, wir haben keine Schwierigkeiten, Lisbeth ist für so eine junge Katze sehr unkompliziert, hat noch nichts Nennenswertes zerstört oder sonstwie für Unfrieden gesorgt, ich glaube, sie ist zufrieden mit uns und ihrem Zuhause. Natürlich, sie ist eine ehemalige „Wilde“, das heißt,  es passieren in ihrem Katzenleben immer noch oft genug neue Dinge, die ihre Welt durcheinander bringen, aber das geht immer schneller vorbei und sie möchte immer deutlicher Zuwendung.

Kastriert ist sie im Übrigen noch nicht, entweder war sie gerade in rolliger Höchstform, oder der Schnee hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil wir das Auto nicht aus der Garage bekommen haben, um zum Tierarzt zu fahren. Sie hatte bisher zwei „Schübe“ und ich hoffe, ich schaffe es sie kastrieren zu lassen, bevor der Nächste kommt.

Heute verabschiede ich mich mit einem kleinen Glücksbringer-Bild. Das Kätzchen habe ich mal von meiner Mutter geschenkt bekommen und seither steht es – ob Zuhause oder auf Reisen – immer irgendwo in der Nähe meines Bettes herum. Ich schau es mir gerne an, denn so friedlich sehe ich meine Pelzlinge wirklich selten.

Gute Nacht!

Telegramm – Lisbeths Tagebuch (7)

Ganz schnörkellos, schnell und ohne Bilder berichte ich das neueste von unserer Madame LiLi: Selbst noch so klein ist sie seit dem Wochenende rollig. Für mich ist das Glück im Unglück, denn für die in einigen Wochen dann anstehende Kastration wird sie ja in Narkose gelegt und so kann man sie eingehender untersuchen und vor allem auch Blut abnehmen. Aber man stelle sich vor, was ihre Rolligkeit bedeuten würde, wenn sie nicht gefangen worden wäre.
Und was ist mit ihrem Geschwisterchen, das immer noch an der Futterstelle lebt. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass es ein Katerchen ist und kein Mädchen, dass bald Kitten haben wird, obwohl es selbst noch eines ist.