Kaninchen Lupinchen Teil 1

Es haben sich eine Masse Leute gemeldet, die allzu gerne bereit sind ein blindes und behindertes Wildkaninchen aufzunehmen. Tja, aber im Ernst, es war kein einziger Mensch. Warum auch, gell?
Ich hatte mich an die Kaninchenwiese.de gewendet, aber auch an Menschen, die 2000 qm Wiesengrundstück besitzen, doch Lupinchen ist kein edler Widder und kein Angora, es ist scheu wie eine wilde Katze, lebt vor sich hin und benötigt eventuell lediglich einen Partner und ein größeres Terrain. Von einer der zuständigen Damen der Kaninchenwiese bekam ich zumindest Tipps, wie das Füttern von Haselnussbaumzweigen. Somit drehen sich unsere Spazierwege mit Bella nun stets um Wiesen und Haselnussbäume.
Inzwischen dreht Lupinchen seine einsamen Runden im Außengehe, das es preiswert bei farmfux gab. Für 25,35 € und schneller Lieferung, dabei hätte das Teil im Fressnapf 59,99€ gekostet. Mit Heringen für das Ferienleben im Zelt verstärkt, hält es auch eventuell streunenden Hunden stand.
Hier ein Video vom wilden Lupinchen, dessen verbliebenes Auge inzwischen erblindete. Aber wer solch einen Unfall überlebte, kann nur noch mit Schäden leben.
Die Musik gab es gratis dazu … konnte irgendwie nicht abgeschaltet werden:

Guten Start in die kommende Woche

und mal etwas ganz anderes.

Nun ja, wie sich diese kleine und höchst talentierte Dame im Laufe ihrer Jahre entwickeln wird steht in den Sternen. Ich hoffe, dass sie nicht oberflächlich und zu sehr von sich überzeugt werden wird. Um den jungen Mann braucht man sich bestimmt keine Gedanken zu machen. 😉

Viel Spaß und eine gute Woche Euch allen!

Wer die Katzentatsachen sehen möchte

schaue sich bitte diese Sendung an:

Edit: Musste ich leider entfernen, da ich diese Sendung vom NDR verbotenerweise auf Youtube speicherte, um sie hier zeigen zu können. Wo kein Kläger, da kein Richter, aber vor einigen Tagen meldete sich der Autor dieses Berichtes. Ihn persönlich würde das Interesse freuen, eine nette Mail hatte er geschrieben, aber eine der Beteiligten im Film würde sich daran stören auf Youtube gezeigt zu werden. Ok, Fernsehen geht aber Youtube nicht. Jedem seine Ansicht, somit kann man diesen wertvollen Bericht hier nicht mehr sehen.

Wirklich interessant und eigentlich könnte ich die Katzenheimat löschen, denn in diesem Fernsehbericht wird alles gesagt und gezeigt.

Oft wird erst nach Zwölf gehandelt, sei es bei aktuellem Pferdefleischskandal, falsch deklarierten Bioeiern und  erbrechend viel mehr. Man ist umzingelt von Betrügern, die Geldgeil sind. Sie wissen nicht, dass sie ihr betrügerisch erworbenes Geld nicht mit ins Grab nehmen können, so weit denken sie nicht.

Aber die wild lebenden Katzen gibt es bereits seit vielen Jahren und wie endlos lange debattieren zuständige Mitarbeiter der Städte und Gemeinden noch heute und absolut aktuell über ein Kastrationsgesetz? Von Tierschützern vor Ort wird es gefordert und erbettelt, denn jeden Tag steht ein Dummer auf. Von den Zuständigen ebenfalls, aber der eine setzt es durch, der andere überlegt noch endlos lange. Warum und mit welchem Recht? Weil das logischerweise mit diversen Finanzzuschüssen zutun hat, warum sonst?

Das Kind ist längst in den Brunnen gefallen. Das ist wie im Mittelalter, denn auch ein Papst darf laut Ritual nicht einfach so abdanken! Was fällt dem  Benedikt ein? Seit 700  Jahren wagte kein Papst das zu tun! Lesben, Schwule möchten gemeinsam Kinder adoptieren, die aufgrund sozialer Missstände in einer Homo Ehe misshandelt wurden und liebevolle Eltern brauchen, aber das darf eigentlich nicht sein, da laut Ursprung nur Mann und Frau gemeinsam den Weg eines Kindes lenken können. Es gibt unendlich viel zu regeln und wird endlos lang diskutiert. Von  durchsetzungswürdigen Mindestlöhnen angefangen, denn sie sind leider ausgestorben, die klugen Firmenchefs mit tatsächlichem Charakter und sozialem Denken! Wer hat Deutschland nach dem 2. Weltkrieg wieder hoch bekommen? Das würde heutzutage kaum noch ein Firmeninhaber schaffen, denn  schließlich gibt es  nur noch  geldgeile Roboter ohne Herz, obwohl auch in einer Bank ein Mensch angestellt sein muss, der ein Herz besitzt. Abzocker mit unfassbaren Gehältern , die sich Vorstandsvorsitzende von Banken nennen  können, die bei einer selbst verschuldeten Pleite die Unkosten auf andere umlegen dürfen, auf die Anderen , die nebenbei eventuell  noch Tierschutz betreiben, die mittlerweile unabkömmliche Tafeln versorgen oder Kinder aus sozialschwachen Haushalten betreuen, oder aber sich kümmern möchten, wenn es ihnen erlaubt werden würde. Ich vergaß das „Fracking„, neumodisch für: „Mutter Erde kann noch eine Qual mehr vertragen, oder bereiten wir ihr aufgrund Eigennutz noch ein paar Schmerzen mehr zu und pumpen Gift in sie hinein, denn wir sind Mensch!“ Mutter Erde wird sich wehren , anders würde ich mir das auch nicht gefallen lassen.

Hafenkatzen

Wenn Tiere um Hilfe bitten

darf Mensch nicht feige sein. Schließlich nennt er sich klug, sämtlichen weiteren Lebewesen überlegen  und will oft gar nicht wissen, was Charles Darwin erforschte.

Es passiert täglich auf der ganzen Welt, egal in welcher Situation und auf welchem Erdteil auch immer. Tiere können sich gut gegenseitig helfen, wenn es sich nicht um Missstände oder Umfeld handeln würde, die Mensch verursachte:

Ich könnte dazu die in meinem Kopf herumschwirrenden Fälle noch beschreiben, aber das Wochenende ist leider vorbei. Die hiesige Meute ist versorgt, die wilden Katzen warten auf morgen und die entsprechende Tasche muss gepackt werden.  Bett und Wecker rufen. Ich wünsche Euch allen eine gute Woche!

Vielen, vielen Dank!

An alle Spender, die uns entweder mit 15 Euro, wie Brigitte R., überraschten oder an Gabi R. , Jana, Anja I. oder Marina G., die die Katzenheimat für die draußen lebenden Kater und Katzen zu dieser Jahreszeit mit wirklich gutem Trockenfutter versorgten! Auch an die Firma Hitzegrad geht noch einmal mein herzlicher Dank, da auch ein Körbchen dabei war, das Kater Filou in der ebenfalls gespendeten Hütte sichtlich nutzt. Ihn persönlich sehe ich darin nicht liegen , das wäre zu einfach. Nur anhand Liegekuhlen und weißer Haare, kann ich erkennen, dass er es sich darin gemütlich macht.

Für die 15 Euro von Brigitte kauften wir bei Ebay zwölf neue Taschenwärmer, da die alten irgendwie verschollen gingen oder tatsächlich nach häufiger Aufwärmung ihre Wirkung aufgaben. Der Winter ist in diesem Abschnitt extrem hartnäckig, trotz Klimawandel und Erwärmung. Ich mag nur sagen: Ich kann es kaum noch ertragen und leide mit den Tieren, die nur mit Taschenwärmern und Fußheizung eine halbwegs angenehme Mahlzeit zu sich nehmen können. Die Taschenwärmer bewährten sich für die zahmen Tiere, denn sofort das Futter gegessen, erhalten sie unter den Schalen die entsprechende Wärme. Ansonsten sind sie leider kaum sinnvoll, denn wer zu spät kommt, kann auch durch Taschenwärmer kein warmes Futter erwarten. Abends bleibt es jedoch inzwischen etwas länger hell, es geht aufwärts und man darf den Mut nicht verlieren. Somit entdeckte ich an Minkys, Emmikens und Fritzchens Stelle einen Neuzugang, ein sichtlich scheues Tier. Sei es Katze oder Kater, es hört nicht auf und nur eventuell habe ich Glück, dass es sich um die Mutter von Hanni und Nanni handelt. Wer weiß, die nächste Aufgabe ist somit vorgegeben.

Mein Geburtstagsgeschenk bestand übrigens aus einer Kamera. Eine Kamera für mich, der absoluten Technikdumpfbacke, aber die per Infrarot selbst bei  Dunkelheit lediglich auf Bewegungen reagiert, ansonsten eine lange Ausdauer zeigt. Immer wieder braucht man solch einen Technikkram, da man nicht Tag und Nacht anwesend sein kann. Die preiswerteste Möglichkeit bekam ich von Heike, wodurch  ich zumindest erkennen konnte, dass ich diese Futterstelle schweren Herzens dicht machen musste. Aber Ratten, auch wenn sie nett anzusehen sind, sind kein Spaß und Ärger ist vorprogrammiert. Hermine kam von dieser Stelle und ob Kater Max sich dort noch aufhält, weiß ich nicht. Ich kann nur hoffen, dass er noch lebt und sich ebenso wie Samatha zur neu angelegten Stelle verzogen hat. :

Ich danke Euch allen herzlich für Eure Unterstützung!

Eine Geschichte

Da heute Samstag ist, die Sonne zeitweilig ein ganz klein wenig Wärme gab, die Vögel aufgrunddessen Hoffnung schöpften, dachte ich, dass mein Wunschwald oder meine Wunschwelt auch mal an dieser Stelle an die Sonne sollte. Die Maus Willy gab es wirklich, vor ungefähr 40 Jahren. Relativ viel Lesestoff für Euch, aber es ist Wochenende und Zeit für Entspannung.

Geschichten aus Nemorosus

© Sabine Rohm

Es gehört zu den Gepflogenheiten unseres dickbäuchigen Chefs, morgens ins Büro gestampft zu kommen und eine Story zu fordern. Eine sensationelle Story! Eine Story die es noch nie gegeben hat, und die die Verkaufszahlen der Zeitung in die Höhe treiben wird.

So auch heute, doch diesmal fügt er hinzu: „Koste es, was es wolle!“

Nachdem er, wie gewohnt, die Tür hinter sich zu zugeknallt hat, schenke ich mir einen Kaffee ein und wärme meine Hände an der Tasse. Mein Kollege Jonny scheint die Nacht hier in der Redaktion verbracht zu haben, denn er ist unrasiert und trägt dasselbe Hemd wie gestern.

„Was ist los?“, frage ich ihn.

„Alida, ich habe eine Idee. Die Idee!  Du hast bestimmt schon einmal von diesem berüchtigten Wald Nemorosus gehört, wo die Tiere sich nichts sagen lassen, oder? Von meinem Informanten habe ich gestern Abend  erfahren, dass auserwählte Menschen dort sogar mit den Tieren sprechen können. Was hältst du davon? Sollen wir es versuchen? Vielleicht werden wir akzeptiert, bekommen Informationen, die noch nie jemand bekommen hat und schreiben anschließend die Story des Jahres?“

Jonny ist nicht mehr von seiner Idee abzubringen, das sehe ich an seinen rot angelaufenen Ohren. Die bekommt er immer, wenn er einen Erfolgsbericht wittert.

Ich überlege nur kurz, denke an das „Koste es, was es wolle“ und packe Kamera, Diktiergerät, ein paar Sachen zusammen und gemeinsam fahren wir los.

Wir müssen sehr weit fahren und als wir ankommen, steigen wir aus dem Auto und blicken uns um, denn wir befinden uns vor einem dichten Wald, irgendwo in Europa.
Der Sommer neigt sich dem Ende zu und es riecht nach Moos, Tannennadeln, Pilzen und Laub. So richtig erdig, wie es mittlerweile kaum noch auf der Welt riecht. Dieser einzigartige und unverwechselbare Duft, den wir fassen und in Dosen stecken möchten. Die Tage sind nun kürzer geworden und  selten zwängt die Sonne ihr inzwischen oft verdecktes Gesicht durch regenlastige Wolken. Sie wärmt nur noch für kurze Momente, die jeder umso intensiver genießt. baumsonneSchwalben, Stare, Feldlerchen, Kiebitze, haben den Sommer mit ihrem fröhlichen Gesang begleitet und machen sich zum Flug in den Süden bereit. Es heißt Abschied nehmen im Wald Nemorosus.
Mit viel Glück wird die Mehrzahl der gefiederten Freunde im nächsten Frühjahr zurückkommen. Jedes Jahr ist es eine beschwehrliche und weite Reise für sie. Die Natur bestimmt und legt den Zeitpunkt fest, doch der Mensch behindert, wie so oft. Einige der Vögel werden müde und abgekämpft in den Kabeln von Strommasten verenden, oder vielleicht vom Himmel herunter geschossen. Andere Zugvögel werden sich in Netzen verfangen, von Menschen exakt platziert. In Nemorosus sind sie in Sicherheit, doch anderswo gelten sie als Delikatesse…
Das Abschiednehmen fällt jedes Jahr aufs Neue schwer.

Nemorosus ist übrigens kein gewöhnlicher Wald.
Hier haben die Bewohner die Herrschaft und ihre eigenen Gesetze.

Menschliche Besucher werden nach ihrem Geruch beurteilt und erst nach einer genauen Kontrolle akzeptiert. Kaum ein Mensch bemerkt diese Überprüfung, nur diejenigen die nicht hinein dürfen, denn ihnen stellt sich Oberaufseher Feritas kampfbereit in den Weg.

Feritas, ein Wildschwein mit langen Stoßzähnen, das für diese Aufgabe mit einem nicht zu übertreffenden Instinkt ausgestattet ist. Alle betroffenen Personen, die diesem Keiler, seiner gewaltigen Statur und seinem durchdringenden Blick gegenüberstehen, suchen freiwillig schnell das Weite. Doch jeder Mensch, der einige Stunden in Nemorosus verbringen darf, ist verzaubert von der Atmosphäre dieses Waldes. Von dem fröhlichen Gesang der Vögel, der, einem perfekten Orchester gleich, das Trommelfell beinahe bersten lässt und verzaubert von der Gelassenheit der Rehe, Hirsche, Hasen und Füchse, die sich Dank der Auslese der Menschen nicht mehr verstecken.
Wir wagen uns hinein – stellen uns bewusst der Kontrolle. Beschnüffelt und für Gut befunden dürfen wir  eintreten und weil wir uns als Reporter ausweisen, lädt Feritas uns sogar in den waldeigenen Radiosender ein. Er gibt eine Meldung an „knorrige Eiche“ und erklärt uns den Weg. Wir sind sehr gespannt und gehen, die Düfte des Waldes einatmend, die beschriebene Route entlang. Seltene, um diese Jahreszeit noch blühende Pflanzen lassen uns verharren und bisher noch nie gesehene Schmetterlinge flattern lautlos vor uns her. Wir sind Stunden unterwegs die uns kurz, wie Minuten, erscheinen; wir genießen und trinken kristallklares Wasser aus einer Quelle. Das Wasser, bisher noch leise säuselnd, erkämpft sich unbeirrt seinen Weg. Vorerst ein schmales Rinnsal, von Pflanzen verborgen, wird es bald stärker und mächtig. Je weiter wir gehen, desto erhabener dehnt es sich zu einem breiten Bach, gesellt sich zu uns und Seite an Seite schreiten wir nebeneinander her.wasserfall3

Flache Steine, hin und wieder wie mit Absicht gestapelt  und platziert, unterbrechen den steten Strom. Sie verändern das sanfte Plätschern, veranlassen das Wasser in kleinen Wasserfällen herabzustürzen und sich in regelrechte Kaskaden zu verwandeln. Der Bach endet in einem veilchenblau schillernden See. Auch dort bleiben wir stehen und beobachten einen Fischreiher. Er lässt sich von uns nicht stören, denn wir sind willkommen und somit erleben wir, wie er in das Seewasser schreitet und unbeweglich ausharrt. Ganz nah sind wir bei ihm, verhalten uns ebenso bewegungslos wie er und sind gespannt. Wie ein Pfeil schießt sein Kopf plötzlich ins Wasser und als er Sekunden später zurück an die Oberfläche kommt, zappelt in seinem Schnabel ein großer Fisch. Vielleicht ist es die letzte Nahrung vor seinem weiten Flug. Ein Eisvogel sitzt in der Nähe, auf dem Ast eines Baumes und versucht ebenfalls sein Glück. Er kann sich Zeit lassen, denn er wird hier in Nemorosus überwintern.  Als er eines Fischs gewahr wird, schnellt er mit seinem ganzen Körper in den See und taucht unter. Hat er Glück? Ja, auch er bekommt sein Abendessen. Der Fisch ist sehr klein, der Größe des Eisvogels entsprechend.

Die Natur bestimmt und kein Mensch behindert.

Am Ziel angekommen dämmert es bereits und wir stehen einer uralten Eiche gegenüber, der von außen nicht anzusehen ist was sich in ihr verbirgt. Ein Eichhörnchen sitzt davor und knabbert an einem Tannenzapfen. Es sammelt Vorrat für den bevorstehenden Winter, blickt uns vertrauensvoll an, zwinkert uns zu und deutet mit dem Kopf vage nach rechts. Von diesem Hinweis sehr geehrt, wenden wir uns dem versteckten Eingang zu. Doch wir können keinen Eingang finden, suchen im dicht gewucherten Efeu nach einer Tür. Plötzlich streicht eine schwarze Katze um unsere  Beine, stupst mit ihrem Kopf in das Dickicht, so dass sich eine Öffnung zeigt. Wir können eine  schmale Wendeltreppe erkennen, die die Katze behände nach oben springt. Jonny und ich gehen ihr hinterher, stolpern im Hohlraum der riesigen Eiche beschwerlich nach oben, hinauf zum neunten Ast.

Mein Kollege öffnet eine Tür und wir betreten einen hellen, beheizten und gemütlich eingerichteten Raum. Die schwarze Katze schlängelt sich vor uns durch den Türspalt und lässt sich auf einem grünen Sofa nieder, von wo aus sie uns  nicht mehr aus den Augen lässt.  Es verschlägt uns beinahe den Atem, denn das bemerkenswerteste an diesem Raum ist Noctua. Ein Uhu, bekannt als größte Eule, füllt fast das ganze Studio aus. Er ist der Moderator des Senders und lässt uns hinter die Kulissen schauen. Dieser freundlich wirkende Vogel mit einem Kopfhörer, den er lässig auf dem Hals trägt, begrüßt uns lachend, holt mit Schwung aus, gibt uns den rechten Flügel und heißt uns aufs Herzlichste willkommen. Wir erholen uns überraschend schnell von diesem heftigen Flügelschlag, setzen uns in die dargebotenen Sessel, plaudern mit ihm über weltliche Missstände und waldinterne Neuerungen. Wir sind angenehm überrascht von seinen vernünftigen Ansichten und fühlen uns nach kurzer Zeit wie zu Hause. virginia-uhu-ohreulen_5413
Pünktlich um Mitternacht bekommt Noctua ein Signal durch seinen Kopfhörer. Die Sendung beginnt. Der Uhu gibt uns ein Zeichen mit dem Flügel, den er gespitzt auf seinen Schnabel legt.
Wir verstehen. Er muss sich konzentrieren und nun sind wir ganz still, da wir einfach nur zuhören werden.
„Guten Abend, liebe Nachtschwärmer, hier ist Radio Nemorosus. Willkommen zur blauen Stunde nach Mitternacht. Ihr hört Schmusemusik, unter anderem den brandneuen Hit unserer Nachtigallen, die mit diesem Song fast schon den Vogel abgeschossen haben, ha, ha, ha.“

Noctua hält sich den Bauch vor Lachen.
„Na ja, kleiner Scherz. Nichts für ungut, ihr Nachtigallen. Also, liebe Nachtschwärmer, ihr hört außerdem die aktuellen Verkehrsnachrichten der Landstraße 1888. Mein Name ist Noctua. Ich bin euer Begleiter durch die Nacht für die nächsten sechs Stunden. Wie jede Nacht haben wir auch heute einen Studiogast bei Radio Nemorosus. Heute ist es Willy, die Haselmaus. Willy hat einen etwas ungewöhnlichen Namen und wie er dazu kam, wird er gleich live bei uns erzählen.“
Noctua schaltet das Mikro ab. „Ha, ha, das mit dem Vogel Abschießen war wirklich gut.“
Er wischt sich mit dem linken Flügel die Lachtränen aus den Augenwinkeln, lehnt sich in seinem Sessel zurück, haut mit geballtem Flügel auf einen großen Knopf seines Sendepultes und lässt das Lied der Nachtigallen über den Sender ertönen.
Währenddessen sitzt Willy im siebten Ast der Eiche und wartet auf seinen Auftritt. Auch er ist ausgestattet mit einem Kopfhörer. Mit einem in der Größe „Kpunkt -Tpunkt“  für die kleinen Tiere. An den Wänden hängen unzählige Kopfhörer in allen erdenklichen Größen, selbst für einen Marienkäfer ist der passende dabei.

Willy ist nervös, springt immer wieder auf, wandert in seinem eher spartanisch eingerichteten Warteraum von einer Wand zur anderen und wiederholt wahrscheinlich zum hundertsten Mal die Sätze, die er in ein paar Minuten vielen Zuhörern preisgeben wird. Seine Geschichte. haselmausEr schwitzt vor Aufregung und würde sich am liebsten das Fell ausziehen.
Ein ohrenbetäubendes Klingelzeichen in seinem Kopfhörer unterbricht seine Wanderung.
Es ist Noctua, der eine aktuelle Verkehrsnachricht durchgibt.
„Hier eine Warnung an alle Bewohner des Waldes Nemorosus!
Vier Fahrzeuge sind mit überhöhter Geschwindigkeit auf der L 1888 in Richtung Norden unterwegs. Bitte überquert die Straße nicht und bleibt auf jeweils eurer Seite! Nach Aussage unserer Nachtspäher, der Fledermäuse, handelt es sich um menschliche Jugendliche, die sich mit ihren Autos ein Wettrennen auf der Landstraße leisten.
Ich wiederhole: Bleibt der L1888 fern, dort besteht Lebensgefahr! Sobald die Gefahr vorüber ist, werde ich es melden.“
Willy kauert sich in eine Ecke und hofft, dass sich seine Familie im Bau befindet. Sein Urgroßvater war vor langer Zeit bei solch einer Geschichte ums Leben gekommen. Einfach überfahren hatten ihn die Menschen. Aber damals gab es das Frühwarnsystem noch nicht.
Im Studio lehnt sich Noctua erneut im Sessel zurück, blickt uns mit seinen großen, orangefarbenen Augen nachdenklich an und sagt: „Wir haben lange daran gearbeitet. Mittlerweile funktioniert unser Warnsystem perfekt. Eure Kreuze und Blumensträuße am Straßenrand geben mir jedoch immer noch zu denken. Die Bäume, die kann ich leider nicht entfernen lassen.“
Wir blicken betroffen zur Seite. Ein perfektes System fehlt uns Menschen in vielen Bereichen.
Inzwischen läuft ein Lied der Blaumeisen, und Noctua ruft Willy durch ein separates Mikrofon zu uns ins Studio. Nach wenigen Minuten geht die Türe auf… Willy tritt zögernd ein… er zittert am ganzen Körper. Seine kleinen spitzen Nagerzähnchen schlagen vor lauter Angst aufeinander.
Noctua lächelt ihm aufmunternd entgegen: „Willy, nun mal nicht so nervös, deine ganze Familie sitzt gewiss am Radio und wartet auf dein Interview. Du willst sie doch nicht enttäuschen, oder? Du bist ja nicht mehr haselnussbraun, sondern kalkweiß. Nun setz dich mal zu mir! Ich werde dich schon nicht fressen.“
Noctua unterdrückt nur mit Mühe ein aufkeimendes Lachen, und klopft auffordernd mit dem linken Flügel auf den bequemsten Sessel, der neben ihm steht. Er kennt sich nach jahrelanger Erfahrung mit nervösen Studiogästen aus, nimmt selbst einer kleinen Haselmaus nach wenigen Minuten die Angst und hebt Willy fürsorglich in den Sessel.
Zur Überbrückung wird ein beruhigendes Lied der Dompfaffen gespielt, und Willy entspannt sich zusehends. Die Zeit im Warteraum war nicht vergebens. Willy ist bis ins kleinste Detail vorbereitet. Er wird es schaffen!
Das Lied ist beendet und Noctua widmet sich nun offiziell seinem Gast.
Er beugt sich zu seinem Mikrofon.
„Liebe Zuhörer, wir kommen jetzt zu unserem Studiogast.
Doch sorry, wir müssen noch einmal kurz auf die Straße. Ich bekomme gerade die aktuellen Verkehrsinformationen. Oh, oh, einer der Raser auf unserer Landstraße hat die Tanne 212 heftig gerammt. Menschliche Rettungskräfte sind nach Meldung der Fledermäuse bereits vor Ort. Unsere Bewohner sind nicht an diesem Unfall beteiligt – die Gefahr ist fast vorüber.
Liebe Freunde, wartet bitte, bis sich die Blaulichter der Rettungswagen entfernt haben, danach könnt ihr euch wieder frei bewegen!“
Noctua drückt auf einen seiner Knöpfe am Pult, atmet tief durch, blickt uns vor Aufregung dick aufgeplustert mit zusammengekniffenen Augen an und schimpft: „Tut mir Leid, wenn es gerade euch mit meiner Wut trifft, aber seht ihr nicht selbst, welch nutzlosen Aufwand die Menschen betreiben? Nicht nur, dass ihr Bäume abholzt um Skilifte zu bauen – für euch wahrscheinlich wahnsinnig wichtig – aber ihr zerstört unser Zuhause, ihr nehmt uns unsere Freiheit, unsere Ruhe und unsere Zeit. Was meint ihr wohl, wie viel Arbeit wir haben werden, nur um dieses kleine Unheil wieder zu beseitigen? Das ausgelaufene Motoröl! Ein ganzer Ameisenstaat muss neu aufgebaut werden. Zum Glück waren diese Ameisen heute wegen eines Betriebsausfluges unterwegs. Öltanker, die die Weltmeere verschmutzen.“ Noctua gerät für einen kurzen Moment ins Grübeln und murmelt: „Wir müssen ein neues Gesetz erlassen. Die Waldameisenhügel dürfen nicht mehr am Straßenrand gebaut werden.“ Er notiert diesen Einfall sofort in seinem Ideenheft.
Wieder können wir nur wünschen, in diesem allseits berühmten Loch verschwinden zu dürfen.
„Aber jetzt endlich zu unserem Gast!“
Noctua muss seine Sendezeit einhalten, räuspert sich, beugt sich zum bequemsten Sessel und gibt Willy ein Zeichen.
„Nun, mein kleiner Freund, entschuldige bitte die Verzögerung. Erzähle uns jetzt einfach mal deine Geschichte. ‚Willy‘, hört sich für einen Bewohner von Nemorosus sehr ungewöhnlich an und ich habe mir sagen lassen, dass es eine Prinzessin gewesen sein soll, die dir diesen Namen gegeben hat?“
Willy atmet tief ein und sammelt seine Gedanken. Wir können es förmlich spüren.
„Tja, Noctua, es war sogar eine menschliche Prinzessin“, antwortet Willy selbstsicher. „Mir hat einer dieser Menschen, die unsere Heimat und die gesamte Natur zerstören, einer dieser Menschen hat mir, einer Maus, sogar das Leben gerettet.“
Noctua hebt skeptisch die rechte Augenbraue, lässt Willy aber ohne Kommentar in Ruhe weitersprechen.
„Meine Eltern, meine sechs Geschwister und ich leben hier, in Nemorosus. Ich bin der älteste Sohn und muss, wenn mein Vater nicht da ist, für unser Futter sorgen. So auch an diesem besagten Tag.
Mein Vater war bei Sonnenaufgang aus unserem Bau gestiegen. Wie gewohnt hielt er seine Nase in den Wind, um unseren Feinden zuvor zu kommen. Fuchs oder Marder hätten die Futtersuche schnell beendet. Es wurde Mittag, es wurde Nachmittag, doch mein Vater kehrte nicht zurück. Meine Mutter machte sich inzwischen die größten Sorgen, und musste uns sieben Mäusekinder versorgen. Unsere Speisekammer sollte für den bevorstehenden Winter erst noch gefüllt werden, und mittlerweile knurrte jedem von uns der Magen.
‚Ältester Sohn‘, sagte sie zu mir und unterdrückte nur mühsam ihre Tränen. ‚Du musst dich auf den Weg machen und wenigstens für dich und deine Geschwister etwas Futter besorgen. Ich weiß nicht, wann euer Vater zurückkommen wird.‘
‚Kein Problem`, antwortete ich und lief sofort los.
Ich hatte nämlich schon eine Idee, wie ich ohne großen Aufwand an etwas Essbares herankommen würde. Oft hatte ich beobachtet, dass Menschen, die unseren Wald besuchen, eine Pause an bestimmten Plätzen einlegen und die tollsten Sachen aus ihren Taschen hervorzaubern. Brot, Wurst, Käse und Obst. Die Reste werfen sie in die dafür vorgesehenen Tonnen. Jedes Mal, wenn ich mir das einmal genauer ansehen wollte, warnte mein Vater, mich diesen verlockend duftenden Stellen zu nähern.
Heute jedoch war die Gelegenheit. Ich pirschte mich an die erste Tonne heran.
Na so was, dachte ich, im Boden sind ja kleine Schlitze. Da passe ich bequem durch. Alle Ermahnungen hinter mir lassend, kletterte ich hinein. Nichts – nur Papier, Dosen und leere Flaschen.
Auf zur nächsten, doch dort das gleiche Ergebnis. Um Zeit zu sparen, stellte ich es, wie ich dachte, etwas schlauer an. Ich hob mich auf die Hinterbeine, hielt meine Nase in den Wind und tatsächlich, von Westen kam ein herrlicher Duft nach Äpfeln und Apfelsinen. Ich rannte los, erreichte die Tonne, kletterte vorsichtig hinein und sah Apfelsinenstücke, Apfelschalen und Käsereste. Das feinste Paradies für eine kleine Maus. Nur schnell alles einsammeln und zurück nach Hause, war mein einziger Gedanke. Ich war von diesem Gedanken dermaßen besessen, dass ich nicht bemerkte, wie mich etwas festhielt. Ich konnte meine Hinterpfoten plötzlich nicht mehr bewegen!
Ich kam nicht von der Stelle, geschweige denn aus dieser Mülltonne heraus. Aber was hielt mich fest? Ich geriet in Panik, bewegte mich verzweifelt hin und her um mich von diesem Etwas zu befreien, ließ schließlich meine gesammelten Schätze fallen, damit ich  auf den Boden blicken konnte.“
Noctua und wir halten den Atem an.
„Es war ein Netz“, fährt Willy nach einem tiefen Seufzer fort.
„Ein Apfelsinennetz hielt mich gefangen. Die Menschen hatten es mitsamt der Obstreste in die Tonne geworfen.
Ich versuchte mich zu befreien, doch je mehr ich mich bewegte, umso enger zogen sich die feinen Fäden um meinen Körper. Inzwischen lag auch mein Kopf in einer Schlinge, die sich, je verzweifelter ich mich wehrte, immer enger um meinen Hals zog. In diesem Moment wurde mir klar, warum mich mein Vater immer wieder vor diesen Menschenmülltonnen gewarnt hatte.
Ich zappelte und zappelte, bekam kaum noch Luft und plötzlich wurde mir schwarz vor Augen.
Ich denke, ich fiel in Ohnmacht, denn ich hatte das Gefühl in den Himmel zu schweben. Ich sah die Sterne und den großen Mond. Ich träumte, immer höher zu schweben und als ich näher kam, lächelte der Mond mich an und sagte: ‚Kleine Maus, gib nicht auf! Kämpfe und du wirst es schaffen! Bewege dich weiter und dir wird geholfen!‘
Ich wachte auf und kämpfte, wie der Mond geraten hatte, hoffnungsvoll weiter. Mit meinen Zähnen versuchte ich die Kunststoffschnüre zu durchtrennen. Es half nicht. Das Papier raschelte, aber sonst tat sich nichts.
Plötzlich hörte ich Geräusche und stellte mit Schrecken fest, dass eine menschliche Hand in mein Gefängnis griff. Sie fasste mich und beförderte mich ans inzwischen dämmernde Tageslicht.
‚Nein, nein!‘ schrie ich. ‚Vati, bitte hilf mir, nie wieder werde ich deine Ratschläge missachten!‘
Ich zitterte, drückte meine Augen ganz fest zu.
Ich beruhigte mich etwas, als ich neugierig blinzelte. Die Hand, die mich hielt, gehörte einem kleinen, blonden Menschenmädchen. Mitleidig sah es mich an, hielt mich vorsichtig und versuchte mich von diesen Fesseln zu befreien.
Eine Frau, die in einiger Entfernung stand, wurde ungeduldig und rief dem kleinen Mädchen zu: ‚Nun komm schon! Wir müssen uns beeilen. Überlass die Maus doch ihrem Schicksal. Du kannst ihr sowieso nicht helfen.‘
‚Und ob ich ihr helfen werde!‘, rief das Mädchen zurück.
‚Ich lasse die Maus jetzt nicht allein. Irgendjemand muss ihr doch helfen!‘
Es zerrte und zog an dem Netz, mittlerweile auch mit den Zähnen. Mir wurde dabei ganz schwindelig, aber es klappte nicht.
Wie durch ein Wunder tauchten in diesem Moment zwei weitere Menschen auf. Das Mädchen lief mit mir auf die Leute zu: ‚Bitte, bitte, helfen Sie mir, die kleine Maus wird gleich ersticken!‘
Die junge Frau blickte mich etwas angewidert an, doch der Mann blieb ganz ruhig und sagte: ‚Mach dir mal keine Sorgen, junge Dame, das haben wir gleich.‘ Er zog etwas aus seiner Tasche.
Bitte! Keine Apfelsinen, schoss es mir durch den Kopf. Aber der Mann zauberte nur einen silbernen Gegenstand hervor.
Ein Messer – ein paar kleine Schnitte – ich war frei!
Ich atmete tief die klare Herbstluft ein, und sah zu dem kleinen Mädchen auf, das sich bei dem Mann bedankte. Ich schaute es mit meinen schwarzen Knopfaugen an und wusste: Das ist meine Prinzessin.
Es beugte sich herunter und setzte mich vorsichtig auf den weichen Waldboden. So schnell ich konnte, wollte ich davonlaufen. Doch hielt ich inne, stellte mich auf meine Hinterbeine und winkte meiner Prinzessin dankbar zu.
Sie lächelte, winkte zurück und sagte: ‚Mach es gut, Willy, und passe in Zukunft besser auf dich auf!‘
Wahnsinn! Ich hatte ein zweites Leben geschenkt bekommen und zusätzlich noch einen eigenen Namen.

Ich rannte nach Hause. Dort saß meine Familie bereits um einen reich gedeckten Tisch und wartete auf mich. Mein Vater war inzwischen mit reicher Beute zurückgekehrt.
Klar, hatte sich meine Familie Sorgen um mich gemacht und wollte den Grund meiner Verspätung erfahren. Ich erzählte von meinem Abenteuer und konnte meinem Vater dabei nur schwer in die Augen sehen. Wir waren aber dermaßen froh, wieder gemeinsam an unserem Küchentisch zu sitzen, dass alles andere völlig unwichtig erschien.
Wir ließen uns Beeren und Früchte schmecken und im Laufe des Abends sagte mein Vater zu mir: ‚Ich bin sehr stolz auf dich, Willy. Du hast dich für deine Familie eingesetzt, und heute mehr gelernt, als ich dir mit Verboten beibringen kann. Du hast das Beste daraus gemacht.‘
Das war meine Geschichte“, beendet Willy seine Erzählung.
Wir reiben uns die Augen und finden, gefangen von diesem spannenden Mäuseerlebnis, nur langsam in die Gegenwart zurück.
Willy sitzt in dem riesigen Sessel, wischt sich mit der linken Pfote über die Stirn und ist glücklich.
Die kleine Haselmaus hat in diesen Minuten nicht nur ihre Unsicherheit überwunden. Sie hat auch klar gemacht, dass wir immer beide Seiten sehen sollten.
Noctua beugt sich zu seinem Studiogast: „Das war eine tolle Geschichte, mein Freund.“
Er streicht sich nachdenklich mit dem Flügel über den Schnabel und blickt an die Studiodecke.
„Wir sollten uns über ein Mülltrennungsgesetz Gedanken machen. Hm, das werde ich nach Feierabend in Angriff nehmen.“
Er fächelt mit dem linken Flügel durch die Luft.
„Ich danke dir jedenfalls herzlich für deinen Besuch, Willy. Ich denke, wir haben alle etwas dazugelernt. Du wirst es noch sehen.“
Noctua schüttelt seine Federn, neigt sich zu seinem Mikrofon.
„In der morgigen Sendung, liebe Nachtschwärmer, werden wir Meles die Dachsdame bei uns zu Gast haben. Auch sie wird uns sicher etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich lege jetzt eine Scheibe der Wildgänse auf, die uns in den nächsten Tagen, wie jedes Jahr, zum Überwintern beehren werden. Ha, ha, du heiliger Specht, dann ist hier wieder der Teufel los. Ja, ja, die einen gehen, die anderen kommen. So ist das hier in Nemorosus.“
Kurz nach Sendeschluss verabschieden wir uns von Noctua und machen uns auf den Heimweg. Die schwarze Katze Feles begleitet uns bis zum Ausgang des Waldes. Wir danken Feles sehr, da wir Menschen uns garantiert verlaufen hätten. Der Wind fegt uns um die Ohren und wir gehen, tief in Gedanken versunken, schweigsam durch feuchtes Laub zu unserem Auto. Es dämmert, die Sonne wird bald aufgehen und neuen Mut geben.  Auch wir haben in dieser Nacht viel gelernt.

Dazu passend, wie ich finde, Michael Jackson, der mehr Möglichkeiten der Darlegung hatte als ich. An unsere Mutter Erde denken, mitsamt ihrer Gäste, und sie versuchen zu heilen.