Caronte – Zwischenstand

Zuerst einmal möchten wir uns herzlich bei Euch bedanken, die Ihr Carontes Schicksal weitergeleitet und/oder gespendet habt!
Am vergangenen Dienstag wurde Caronte Dr. Sandmann, einem Tierarzt mit Schwerpunkt Chirurgie vorgestellt.
Caronte beim TA
Er sagte, dass Carontes Auge nicht gut aussehen würde und ein Tumor nicht auszuschließen sei. Normalerweise könne man bis unter die dritte Nickhaut schauen, ein Auge sozusagen umstülpen, was bei Caronte jedoch nicht mehr machbar ist, da die Verdickung bereits zu weit fortgeschritten sei – und das müsse ein Augenspezialist operieren.
Auf alle Fälle war zu lange gewartet worden und eine Salbengabe, wie seinerzeit durch die Tierklinik verschrieben, nicht wirklich heilsam gewesen.
Somit muss Caronte nun in einer dritten Praxis, beziehungsweise Klinik erneut untersucht und behandelt werden, aber es wird die letzte und hoffentlich kompetenteste Fachklinik sein, die sich an Carontes Auge heranwagt und ihm helfen wird. Denn auch wenn es nicht den Anschein macht, das Auge wird schmerzen, da es aufgrund gut – oder bösartiger Geschwulst unter permanentem Druck steht. Diese Untersuchung hätte man sich zwar ersparen können, aber aufgrund Dr. Sandmanns Empfehlung wird es keine weiteren Versuche geben, sondern eine klare Entscheidung:
Überweisung
Ein Termin musste schnell entschieden werden, da Caronte kurz vor seinen nächsten epileptischen Anfällen steht. Ungefähr Ende der kommenden Woche wird es soweit sein. Heike kann die Uhr danach stellen und erkennt zusätzlich, dass Caronte einige Tage vor seinen Anfällen extrem ruhig wird, was seit heute der Fall ist. Zwei Tage Ruhe, zwei Tage Ruhelosigkeit, und dann geht es los, was immer wieder eine schlimme Erfahrung bedeutet. Er würde sich in solchen Momenten den Kopf einschlagen, wenn Heike nicht sofort zur Stelle wäre. Diese Anfälle können Stunden dauern und es wäre fatal, wenn sie während einer OP stattfinden würden.
All das wurde der Tierklinik Kaiserberg mitgeteilt und der zuständige, verständnisvolle Augenspezialist wird Caronte am kommenden Mittwoch ab 8.45 Uhr „dazwischen schieben“, sich dennoch genügend Zeit für ihn nehmen können.
Wie auch immer das Ergebnis aussehen wird, so wird Caronte nicht leiden sollen. Eine Entscheidung, wenn entschieden werden kann, wird bei Heike liegen, aber sie wird im Sinne Carontes entscheiden. Caronte, der große liebe Kerl, der in seinem Leben bereits Unfassbares erleben musste und trotz allem das beste Zuhause finden konnte, wo man sich kümmert und wo auf eigenen Luxus verzichtet wird.
Caronte im Schnee
Somit vielen Dank an Euch, die Caronte bisher insgesamt 520 Euro zukommen ließen!!

1. Judith L.: 150 €
2. Anke I.: 20 €
3. Evelin N.: 100 €
4. Sabine u. Jürgen: 100 €
5. Gilla: 100 €
6. Silvia G.: 10 €
7. Brigitte R. und N.: 50 € und wünschen außerdem viel Glück für die OP!

Die jetzige Tierklinik kann zwar noch keine Endpreise nennen, aber zumindest ist der wichtigste Schritt, überhaupt angenommen zu werden, dadurch geschafft. Auch die fachkundige Erstdiagnose bei Dr. Sandmann konnte dadurch bezahlt werden.
Somit Tausend Dank, im Namen Caronte, an ALLE!!

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Täuberich und Co.

Ich hatte mir aus diversen Gründen eine kleine Blogpause erlaubt. Ursprung war ein Wasserschaden in der Küche, die OP von Hündin Bella und deren Nachwirkungen, was das Interesse – negativ oder positiv helfen wollend – anbelangt. Man lernt eben nie aus. Eventuell steht  in diesem Jahr noch ein Umzug an, der für alle Beteiligten allerdings nur von Vorteil sein kann. Das Katzennetz  ist immer noch ein Stein des Anstoßes und irgendwie habe ich kaum noch Lust, mich zu wehren oder behaupten zu müssen. Ab Fünfzig denkt man irgendwie an Ruhe und bereitet sich automatisch auf eine Endlichkeit vor. Eine eigene Sichtweise sei jedem gegönnt, denn auch ich mag keine Gartenzwerge, akzeptiere sie jedoch. Dem Strom hinterherschwimmen war nie mein Ding. Hinzu kommt jahrelanger Tierschutz, der das eigene Leben nicht leichter macht.

Umso schöner sind die letzten und nächsten Schritte, die die Katzenheimat in Punkto Tierschutz erlebte und vor sich hat.

Bellas Blut -, beziehungsweise ihre Leberwerte liegen fast wieder im normalen Bereich. Ursache der geplatzen Gallenblase war ein entzündlicher Prozess, den allerdings auch der beste Tierarzt nicht nachvollziehen kann. Es war, wie es war und sie hätte daran sterben können.

Hanni und Nanni wurden vor zwei Woche kastriert, nicht zu früh und nicht zu spät und werden kommenden Samstag nach „Katzenhausen“ umziehen, wo Emmy und Maxi nicht wirklich auf sie warten, aber wo Hanni und Nanni IHR Leben tatsächlich leben dürfen. Aufgrund ihrer von der Muttermilch eingepflanzten Scheu, ihr bleibendes Misstrauen, die auch nach all den Monaten hier bei uns nicht  vorübergingen, ließ ich sie wie typische Wilde operieren, was selbstauflösende Fäden bedeutet. Ein erneutes Einfangen und Transport zum Tierarzt ist somit nicht nötig. Die OP`s überstanden sie sehr gut und die Tierhilfe Rhein-Main-Ruhr übernahm die Kosten. Vielen, lieben Dank!

Impfen und chipen lassen wird sie Birgit, ihrer Adoptantin, die sich mitsamt ihrer tierverständlichen Kinder auf weitere, unnahbare Katzen freut. Aber wir sind uns einig, dass speziell wilde Katzen auf ihr Recht pochen und sie lehren uns eine Menge, was Durchsetzungsvermögen und tatsächliche Meinungsfreiheit anbelangt, man muss sie nur anhören. Und wenn sie ihr Recht bekommen haben, werden sie mit 99% tiger Sicherheit den Hebel schwenken, von ganz alleine zugänglicher werden. Und wenn nicht, dann eben nicht. Impfungen … darüber gibt es unendlich viele negative Berichte, ganze Bücher voll und keine einzige, wirklich wilde Katze wird jemals geimpft. Und trotzdem werden sie oft älter, als so manche Katze, die ihr Leben auf einem Sofa verbringt. Momentan hat uns die Pechsträhne im Griff, deshalb möchte ich auf eventuelle Impfschäden im Vorfeld verzichten. Leben und leben lassen, das ist mein Motto, genau wie: „Sag`nicht stets „Das kann ich nicht“, alles kannst du, will`s die Pflicht“. Sich kümmern, wenn Hilfe benötigt wird, die Augen offen halten und Mühe nicht scheuen.

Kater Mikesch vom Hafen fühlt sich augenscheinlich wohl, und kann bald ebenfalls vermittelt werden, in ein für ihn perfektes Zuhause:Mikesch

Die weitere gute Nachricht ist, dass angeschlagener Täuberich bald ausgewildert werden kann. Aber dazu lasse ich Anne sprechen, von der ich diese freudige und wohltuende Info bekam:

Euer Täuber ist letzte Woche mit sechs weiteren Tauben nach Moers umgezogen – dort bleiben sie nun noch vier Wochen im Schlag eingesperrt und dann sind sie wieder frei und haben ein gutes Zuhause. Er fing sogar an sich für ein junges graues Mädchen mit weissen Sommersprossen um die Nase zu interessieren – sieht nach einem Happy End für ihn aus. Wohl leider nicht für seine Familie – aber man kann halt leider nicht allen helfen…
Täuberichs Partnerin sammelte ich eventuell am Freitag von der Straße. Diese Taube lag da, einfach verendet. Obwohl eine Bushaltestelle gleich nebenan ist, die Taube lag Tage dort. Selbstverständlich kann man all das Aas liegenlassen, die Seele ist eh woanders …
Habt eine gute Woche!
Sabine

Toffee braucht Hilfe!

Toffee ist ein  Frettchenweibchen und leidet an einem T-Zell-Lymphom, was eine Aussicht auf Heilung so ziemlich zunichte macht.

Gesucht werden Fachleute, wie zum Beispiel Apotheker, die fähig sind ein bestimmtes Medikament herzustellen:

Katja: Das größte Problem stellt derzeit das Finden einer Apotheke dar, die Zytostatika in Tabletten pressen kann, da die fertigen Dosierungen zu hoch sind. Eine oral zu verabreichende Suspension wäre ebenfalls eine Lösung, ist aber derzeit auch nicht zu finden.
Ich werde nächste Woche, wenn alle gut ins neue Jahr gerutscht sind, über einen Anbieter in Österreich versuchen solche Dosierungen zu bekommen. Falls das dort ebenfalls nicht möglich ist, werde ich anfangen die Hersteller der Medikamente direkt anzusprechen.

Wenn irgendjemand, der hier mitliest, eine Idee bezüglich der Beschaffung der korrekt dosierten Zytostatika hat, bitte gib mir Bescheid. Je mehr Zeit verstreicht desto schlechter stehen Toffees Chancen!

Bitte lest Katjas Bericht ! Danke im Namen von Katja und Toffee!

Toffee

Hanni und Nanni, Dies und Das

Die beiden Wildmiezen machen sich nur langsam, was ihre Zutraulichkeit anbelangt, aber wir haben Zeit. Zeit bedeutet, dass wir noch mindestens zwei Monate warten, bis sie kastriert und anschließend zu 98  Prozent zu  Emmy und Maxi vermittelt werden können. Zur Winterzeit ist dieser Wechsel optimal, da Emmy und Maxi eingeschlossen werden müssen, damit sich die zwei Neulinge  an die Umgebung gewöhnen können.

Hanni ist die getigerte, die sehr neugierig und im Grunde ständig mit ihrer Nase dabei ist. Aber bis hierher und nicht weiter.  „Du stinkst, du bist mein Feind … obwohl…“.  Häufig läuft sie mit erhobenem Schweif spaßeshalber an mir vorbei, von wegen: „Krieg` mich doch, ätsch, krieg` mich doch!“ Schnurren kann sie wie eine Große, von daher ist es bei ihr nur noch eine Frage von  Wochen, bis sie sich anfassen lassen mag.
Die schwarze Nanni dagegen ist wesentlich scheuer, obwohl die Zeiten inzwischen vorbei sind, an denen ich sie gar nicht zu Gesicht bekam und in denen sie sich unten im Küchenschrank verkroch. Mittlerweile hüpft sie ebenfalls (verbotenerweise) auf die Küchenarbeitsplatte und mag am allerliebsten Fresschen. Aber: „Bis hierher und auf gar keinen Fall weiter! Also nee, da verstehe ich keinen Spaß. Ich bin ein ernstes Katzenmädchen und du kannst mich mal!“

Es war und ist nicht einfach für die Beiden. Vom Hafen kommend in einer Falle zur Inga gebracht. Dort von vielen Augen begutachtet, einen Tierarztcheck inklusive Wurm und Flohkur über sich ergehen lassen müssend. Von dort aus zu einer Pflegestelle der Katzennothilfe, nach einer Woche  zu Christine und Manuela, nach zwei weiteren Wochen  zu uns. Auch wenn sie sich bei Christine und Manuela schon recht zugänglich gaben, so muss man auch verstehen, dass diese Wechselei nicht in meinem Sinne ist, ich solch einen  Aufwand  vermeiden wollte und weiterhin jederzeit vermeiden will. Aber wie das Leben  so spielt, so konnten weder Hanni und Nanni, noch der Rest der Beteiligten das alles wissen oder vorab entscheiden. Ich und Niemand hat eine Ahnung, ob junge Katzen vergessen können, vergessen wollen oder ob sie jemals das gebotene  Spielzeug als eine Alternative zum echten Fang ansehen mögen.

Auch wenn ich dachte, dass speziell die getigerte Hanni unkaputtbar ist, so sollte es  am Donnerstag vor zwei Wochen anders aussehen. Sie erbrach abends ihr Futter und am nächsten Tag erbrach sie Galle, aber eine Katze erbricht nun einmal ab und zu und man kann nicht jedes Mal einen Notarzt rufen, oder? Am Samstag wurde der Balkon mitsamt Netz fertig und der Herr des Hauses und ich ließen uns hinreißen, ein kleines Richtfest zu feiern. Wir hatten wirklich nicht vor, an diesem Abend  noch  eine Tierklinik aufzusuchen oder sonst wohin zu fahren. Auch in eine Menschenklinik wollten wir nicht, ach, all das war Vergangenheit und es lebe die Gegenwart!

„Hallo! Seht ihr denn nicht, wie miserabel es mir geht?“

In der Tat, Hanni schien nicht nur eine Magenverstimmung zu plagen.

Ich rief die Tierärztin an, doch sie konnte leider nur mit Ratschlägen helfen, da sie an diesem Wochenende nicht vor Ort war. Ich solle versuchen Hanni Flüssigkeit einzuflößen, wenn sie nicht selbstständig essen oder trinken wolle. Naja, Wasser trank Hanni, aber Futter mochte sie nicht. Verdünntes Futter in eine Spritze und alle paar Stunden einflößen. Sollte es nicht besser werden, sei eine Tierklinik ratsam.

Leicht gesagt und bei einer zahmen Katze einfach zu händeln. Festhalten, Gekratze und Gebeisse ertragen geht ja noch, aber das bedeutet weiteren Stress für das scheue Tier. Ich wartete ab und wir verdünnten Futter, gaben es auf einen ihr vertrauten Teller, aber Hanni saß nur teilnahmslos davor. Bis Montag würde  Hanni durchhalten, oder? Sie stand nicht kurz vor dem Austrocknen, außerdem hatte sie als Pummelchen Reserven. Aber wie das so ist, man hat keine Ruhe, wenn es einem Tier schlecht geht. Christine und Manuela boten sich sofort an, mit mir in die Tierklinik zu fahren. Mittlerweile war es nach 23.00Uhr geworden und ich ärgerte mich über das Richtfest, aber ärgern brachte jetzt auch nichts, denn es war, wie es war. Hanni ließ sich leicht von Oben in die Transportbox befördern, der Überraschungseffekt war gelungen, ihre Gleichgültigkeit bewirkte das Weitere und wir machten uns auf den Weg. Wir mussten weit über eine Stunde warten, denn es gab einiges in der Tierklinik zu tun. Traurige Wartende teilten sich mit uns das Wartezimmer, jeder mit Gedanken an sein Tier beschäftigt. Hanni guckte uns aufmerksam an und ich fragte mich, ob dieser Aufwand wirklich nötig war, aber nun musste sie auch diese Situation durchstehen. Nach 0.00Uhr kamen wir an die Reihe und aufgrund ihres Zustandes und der Angsteinflößenden Situation, tat Hanni wie eine zahme Katze.

Naja, nicht ganz so zahm, aber zumindest ließ sie sich ohne Murren untersuchen. Sie hatte eindeutig Fieber, 40 Grad wurden gemessen. Sie bekam ein entzündungs- und fiebersenkendes Mittel inklusive Antibiotikum gespritzt. Synulox und Tolfedine bekamen wir in Tablettenform mit und der Verdacht auf Katzenschnupfen wurde geäußert.

Am nächsten Morgen ging es Hanni bereits besser. Obwohl sie immer noch keinen Appetit zeigte, so fand sie Gefallen an ihrem neuen Balkon. Dort legte sie sich Stunden in die wärmende Sonne und beobachtete sorgfältig.

Am Montag war eine weitere Untersuchung bei unserer Tierärztin geplant. Das Einfangen in die Box funktionierte nun schon etwas problematischer, was aber zeigte, dass Hanni sich auf dem Wege der Besserung befand. In der Tierarztpraxis wurde sogleich die Box geöffnet, aber ich sagte: Oh, oh, Moment, das ist eigentlich eine Wilde und wir sollten das Fenster schließen.“ Sofort wurden Türen und Fenster verriegelt, doch Hanni hatte Respekt und ließ die erneute Untersuchung brummend und murrend über sich ergehen. Das Fieber war gesunken und ihre Temperatur betrug knapp über 38 Grad. Die Tierärztin schaute Hanni ins Mäulchen und dort ließ sich erkennen, weshalb sie nichts essen wollte. Ihre Zunge war rotumrändert, akut entzündet und bereitete Schmerzen. Eine Ursache des Katzenschnupfens. Woher sie den bekam, kann lediglich spekuliert werden. Hanni bekam erneut Spritzen und ich bekam CaloPet mit, falls sie immer noch nichts zu sich nehmen würde.

Tabletten und flüssig zu verabreichendes Synulox waren unmöglich einzugeben. Zwei Versuche scheiterten mit zerkratzten Händen. Ich hielt Hanni die Paste vor die Nase, aber sie drehte sich angewidert zur Seite und  verschwandt unauffindbar. Somit nutzte ich die Gunst der Stunde, wenn sie auf einem Stuhl unter dem Esstisch lag. Dann träufelte ich ihr vorsichtig die CaloPet Paste auf ihre Vorderpfoten. Eine ordentliche Katze will saubere Pfötchen haben, somit leckte auch Hanni die Paste ab.

Am darauffolgenden Donnerstag war ein erneuter Kontrolltermin angesagt. Aber wenn man schon einmal zum Tierarzt muss … somit kamen auch Perlchen, Bübchen und Wally mit. Hanni ging es nun schon wesentlich besser, seit Mittwoch hatte sie großen Gefallen an Trockenfutter gefunden. Nicht wirklich das Gelbe vom Ei, aber zumindest nahm sie Nahrung zu sich. Die kleine Zicke schnurrte bei diesem Termin sogar, als wenn sie Gefallen an einem Behandlungstisch gefunden hätte. Heute gibt sie sich, als wenn nie etwas geschehen wäre. Sie isst, spielt und tobt wieder. Am vergangenen Samstag gab es gekochte Hühnchenherzen und Hanni wusste gar nicht wohin, vor lauter Hunger. Sie fand eine Lösung, wo sie (fast) ungesehen ihre Herzen verspeisen konnte:

Von Perlchens Auge wurde ein Abstrich genommen und eingeschickt, auch wenn die Diagnose „eingerolltes Augenlid“ feststeht. Aber das Auge tränt oftmals sehr stark und mit Salbe vermischt ist es stets braun umrandet. Es wurde nachgeschaut, ob sie nun endlich geimpft werden könne, aber sie stecke mitten im Zahnwechsel, das Immunsystem sei momentan geschwächt und die Tierärztin riet weiterhin von einer Impfung ab. Perlchen muss ausgewachsen sein, erst dann kann und muss ihr rechtes Auge operativ behandelt werden. Somit entschlossen wir uns in diesem Moment 100%tig, Perlchen bei uns zu lassen und sie offiziell zu adoptieren. Der Herr des Hauses war zwar überrascht, aber Nein sagen wollte er auch nicht. 😉

Bübchen hingegen konnte aufgrund der letzten Gaben von Baytril seine, bis dahin immer wieder aufkeimenden, Katzenschnupfensymptome in Form extremer Niesattacken verabschieden, erhielt seine zweite Impfung und wurde gechippt.

Und bald muss er auch kastriert werden, wenn sich kein besseres Zuhause findet.

Ebenso Geierwally, die inzwischen liebevoller „Lucy“ genannt wird.

Sie ist unter „Weibern“ und hat erst einmal Zeit.

An der schwarzen Nanni gingen all diese Krankheitsgeschichten ebenfalls nicht vorbei, wobei nicht feststeht, dass sich Hanni oder Nanni hier infizierten. Nanni hatte nach ihrer Woche in der ersten Pflegestelle bereits ein tränendes Auge. Ob der Schnupfen schlummerte und auch in Freiheit ausgebrochen wäre, oder ob in der freien Wildbahn das Immunsystem einen Ausbruch erst gar nicht zugelassen hätte?  Erst hier wurde der klare Ausfluss zu einem eitrigen. Sie isst, was einen großen Vorteil darstellt, da sie nun ebenfalls mit Synulox behandelt wird.

Am allerliebsten mag ich in Erde Pipi machen

Alles in allem mag es klingen, als wenn wir hier eine Seuchenstation wären. Zwar kann man sich von noch vorhandenen Bazillen und Viren nicht frei sprechen, aber Seuchengefahr besteht definnitiv nicht und  ich bräuchte all das nicht zu erwähnen. Jedes Beispiel, ob von Draußen oder Drinnen, soll zeigen, wie schwierig Katzen sein können, wieviel Zeit sie unter Umständen benötigen, welche Krankheiten sie  bedrohen und wie man damit umgehen kann, ohne gleich den Mut zu verlieren. Es gab und gibt immer wieder Interessenten, die sich für die „Kuhkatzen“ melden. Aber es soll speziell Kuhkatzkater Bübchen besser gehen, als er es hier hat. Eine 45 qm Wohnung ist definitiv zu klein, für einen erwachsen werdenden Kater voller Tatendrang und Unfug im Kopf.

Die Impfungen und das jeweilige Chippen wird die  Pfötchenhilfe Grenzenlos e.V. übernehmen, da es sich um ihre Vermittlungskatzen handelt.
Bei den  fast auf 200 Euro angewachsenen Kosten für die wilde Hanni, wird die Tierhilfe Rhein – Main- Ruhr behilflich sein. Herzlichen Dank allen Beteiligten, auch an Christine und Manuela für jede Hilfe!

In Erinnerung an unseren Freund Gador

Leider mussten Gisela und Ralf unseren Freund Gador am Dienstag den 09.08. über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Die Leishmanioseerkrankung, die Gadors Körper zu sehr angegriffen hatte, war stärker. Sie war stärker als unser tapferer Kämpfer und sie war stärker als jede Medizin.

Es war in den letzten Monaten ein Auf und Ab und die Hoffnung ein ständiger Begleiter. Nachdem sich Gador soweit hatte erholen können, dass er wieder selbstständig laufen und sogar Stufen steigen konnte, war es für ihn das Größte, mit seinen Menschen  und all seinen Hundefreunden zusammen im Haus sein zu können.

Gador blühte auf, nachdem ihm sein kleiner Freund Basti, der ausgesetzt an einer Mülltonne gefunden worden war, immer und immer wieder Mut zugewinselt hatte.

Mehrere Ärzte der Tierklinik San Anton steckten ihr Wissen in seine Behandlung, die unter anderem eine Spritzenkur, die zweimal täglich verabreicht werden musste, erforderte. Selbst diese schmerzhafte Prozedur ließ Gador ohne zu murren über sich ergehen.

Als Gador erkannte, dass ihm Liebe entgegengebracht wurde, gab er sie tausendfach zurück, er genoss es, nun ganz nah bei Gisela und Ralf sein zu können und er genoss sein Leben in vollen Zügen. Er vertraute, war dankbar und einer der unverwechselbaren Freunde, speziell für Gisela.

Gador wurde Anfang Mai bewegungsunfähig und ausgehungert gefunden. Was ihm in seinem jungen Leben widerfahren sein muss, erzählten sein Blick, seine unbehandelte Krankheit, seine Wunden am Hals und seine in Verzweiflung abgekauten Zähne. Dennoch war Gador bereits zu Lebzeiten ein Engel, der uns Menschen zeigte, was das Wort Liebe bedeutet.

Trotz aller Mühe bekam Gador am Samstag einen Rückschlag. Er mochte nun nicht mehr essen und nicht mehr trinken, die Kraft zu kämpfen verließ ihn. Es wurde eine weitere Behandlung in Erwägung gezogen, doch am Dienstag lief Blut aus seiner Nase und er konnte erneut nicht mehr aufstehen.

Es war für Gisela und Ralf wieder einmal ein enorm schwerer Schritt, aber Gador zeigte, dass er bereit war und Gisela erfüllte ihm diesen letzten Wunsch. Wie immer blieb sie auch bei Gador, legte sich zusammen mit ihm auf den Boden und sprach ihm Mut zu, begleitete ihn bis zum letzten Moment, damit er den Weg über die Regenbogenbrücke gehen konnte.

Mach es gut, lieber Gador! Oskar, Simon, Rübe, Otto, Mimo, Pepita, Sorry und viele weitere Freunde werden Dich beschützen. Wir werden Dich niemals vergessen, Du tapferer Schatz.

Tina hat eine virtuelle Gedenkstätte errichtet. Wer möchte, kann dort eine Kerze für Gador anzünden: Für Gador

Unglaubliche Fortschritte

Da wir gerade beim Thema Hunde und Maßnahmen bei  fast schon aufgegebenen Krankheitsvorfällen sind, so darf auch Gador nicht fehlen. Ihr erinnert Euch?

Gador, der trotz seines bisherigen Lebens, in dem er keine gute Erfahrung mit Menschen  gemacht haben kann, stets ein zugänglicher, liebenswerter Vierbeiner geblieben ist. Gador, der aufgrund Kettenhaltung, Liegeschwielen, Ehrlichiose – und Leishmanioseerkrankung, Anämie und was nicht alles, nicht mehr laufen konnte. Gador, der auf der Finca Lucendum aufwändig separat gehalten werden musste und immer wieder Besuch von Freunden bekam, die ihn aufmuntern wollten.

Ja, und Gador, der  täglich zur Klinik San Anton gefahren werden muss, damit eine kosten – und schmerzintensive Spritzenkur ihn zusätzlich unterstützt und eventuell heilt. All das ist ein Versuch, niemand kann in die Zukunft schauen.

An vielen Tagen der Wochen gab es immer wieder Rückschläge, in denen es Gador schlechter ging.  Zeiten, in denen er starke Schmerzen hatte und sich nicht mehr von seiner Decke rührte. Es wurde festgestellt, dass seine Zähne abgekaut sind, durch den eventuellen Versuch (s)eine Kette durchzubeißen. Nur durch seinen unerschütterlichen Willen und auch durch den Willen von Gisela und Ralf, konnte diese bisherige Verbesserung erreicht werden:

Danke, Gisela und Ralf und Danke Gador.

Sind Tiere härter im Nehmen als Menschen? Oder: Gini und die Dackellähme

Wenn ich mir diese Frage im Bezug auf meine Dackeldame Gini stelle, dann muss ich antworten: „Gini ist definitiv härter im nehmen als ich!“ Rafft mich bisweilen schon einmal ein grippaler Infekt auf desaströse Weise aus den alltäglichen Trott, so hat Gini 2008 zwei Bandscheibenvorfälle gehabt, die sie beide jeweils komplett gelähmt haben, von denen sie sich hat aber nicht weiter beeindrucken lassen. Über diese Zeit und meine Gedanken dazu möchte ich euch ein wenig erzählen. Zwischendurch zeige ich einige Bilder von einer von Ginis Physiotherapiestunden.

Ginevra Leonie K., geboren am 02.10.2001

Im März 2008 zeigte Gini deutliche Schmerzen im Rücken. Der damalige Haustierarzt piekte sie in die Seite und diagnostizierte einen verspannten Rücken. Nach einer Schmerzspritze ging es ihr die nächsten Stunden deutlich besser. Leider nutzte sie die Schmerzfreiheit auch für herumspringen und weitere Aktivitäten, die nicht unbedingt gut für ihren Rücken waren, bis sie dann am nächsten Tag auf einmal immer schlechter bis gar nicht mehr laufen konnte. Der bisherige Haus-TA sah uns am nächsten Tag zum letzten Mal, nachdem er uns über eine Stunde im Wartezimmer ausharren ließ, um einen kurzen Blick auf Gini zu werfen und zu sagen, dass sie in diesem Zustand in die Tierklinik müsse. Soviel zum Thema verspannter Rücken. Es war also in Wahrheit ein Bandscheibenvorfall. Als wir in der Tierklinik Erkrath-Trills ankamen, konnte Gini bereits nicht mehr laufen. Dort reagierte man sofort, es folgten diverse Untersuchungen, immer Rücksprache mit uns, den heulenden Menschen im Wartezimmer, die sich die schlimmsten Vorwürfe machten, nicht früher reagiert zu haben.

Die Physiotherapie wird bei uns "Füßchentherapie" genannt und beginnt mit einer Massage.

Gini wurde geröngt, bekam eine CT und nachdem alle Untersuchungen abgeschlossen waren, wurden die Behandlungsmöglichkeiten auf den Tisch gelegt. Alternative Behandlung mit Medikation, Physiotherapie und viel Glück, oder eine erfolgsversprechendere Operation mit anschließender Physiotherapie. Was ich an der Tierklinik bis heute sehr schätze ist, dass man niemals das Gefühl hat, etwas vorgemacht zu bekommen. Es wurde nie unmögliches versprochen, bei jeder Behandlungsmethode auf die Vor- und Nachteile hingewiesen, auf die Kosten und Folgekosten aufmerksam gemacht. Ich fühlte einfach, dass egal, was geschehen würde, Gini in guten und professionellen Händen war.

Neben Magnetfeld und Lasertherapie wird auch die "heiße Rolle" zum Einsatz gebracht. Hierzu wird ein Handtuch auch bestimmte Art aufgerollt und innen mit heißem Wasser aufgegossen. Hiermit kann der Patient einige Zeit massiert werden. Animiert meist zum Einschlafen.

Ich entschied mich für die Operation. Ich konnte mich dafür entscheiden. Zwar hatte ich das Geld nicht „auf der hohen Kante“, aber ich hatte die Möglichkeit es zu beschaffen, zudem bot die Klinik eine teilweise flexible Zahlung an. Als ich Gini 2002 von einer Welpenfarm in Wuppertal bekam, hielt ich sie einige Zeit heulend in den Armen, weil mich das Bewusstsein um die Verantwortung, die ich mit ihrer Aufnahme übernommen hatte, einfach umwarf. Ich dachte sogar darüber nach, sie wieder abzugeben. Aber ich entschied mich letztendlich ganz klar dafür, sie zu behalten. Damit war für mich ebenso klar, dass ich ihr jede Pflege, Hege und sonstige Behandlung würde zukommen lassen, die im Rahmen meiner Möglichkeiten lag, egal wie viele Einbußen das an anderer Stelle bedeuten könnte. Wenn Menschen das nicht können oder wollen, ihnen das aber erst klar wird, wenn das Haustier schon auf dem Behandlungstisch liegt, ist das für die Einen hart, für die Anderen höchstens umständlich. Ich hoffe, dass die, die ihr Tier nicht behandeln lassen können oder wollen, dann wenigstens die Weitsicht aufbringen, sich kein neues Tier mehr anzuschaffen. Leider zeigt die Erfahrung, dass viele Menschen dazu neigen, eingesparte Behandlungskosten direkt wieder in Neuanschaffungen zu investieren.

Nach der Massage geht es auf's Wasserlaufband. Größere Hunde können die Rampe an der Seite nutzen. Zwerge wie Gini werden einfach auf das Band gehoben. Hier noch im Trockenen.

Die Operation verlief gut. Gini musste natürlich zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Sie war damals zwar schon sechs Jahre bei mir, aber wir hatten noch keine Nacht voneinander getrennt verbracht. Mein Verantwortungsgelübte sag es nun einmal vor, dass ich sie in jeden Urlaub mitnahm, auch wenn es bedeutet, dass ich für ihr Flugticket aus Prinzip mehr bezahle als für meines, weil ich sie immer im Passagierraum mitnehme und nicht im Gepäckraum fliegen lasse. Ich konnte natürlich nicht schlafen. Mein Geburtstag stand an und ich wünschte mir meinen Hund halbwegs gesund zurück. Den Rest würden wir gemeinsam hinkriegen. Gini konnte wohl auch nicht schlafen, traute sich laut Aussage der Tierpfleger aber nicht sich zu beschweren. Beinahe hätte sich mein Geburtstagswunsch nicht erfüllt, denn Gini weigerte sich selbstständig zu urinieren. Man wollte sie weiter beobachten, da man sich nicht sicher war, ob sie durch den Vorfall und die Op nicht dauerhafte Schäden bzw. Lähmungen an Blase und Darm davongetragen hätte.

Hier wird das Band in's Wasser gelassen. Ein Moment, der Gini der unangenehmste ist. Meistens hebt sie nur ein Pfötchen hoch um es in's Trockene zu bringen, hier hat sie gleich beide Vorderpfoten retten wollen.

Als ich das hörte, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Ich wusste, dass Gini mit den Pflegern niemals Pippi machen würde. Das hat sie seit ihrer Welpenzeit niemals abgelegt: in fremder Umgebung mit fremden Menschen kann sie sich ihre Notdurft tagelang verkneifen und tut das auch! Das versuchte ich in der Klinik zu erklären. Zunächst ließ man mich zappeln, dann flehte ich sie an, mir Gini mit nach Hause zu geben und wenn sie nicht machen würde, würde ich sie am Abend wieder zurückbringen, weil ihr ja dann die Blase ausgestrichen werden müsste. Also durfte ich sie nach Hause holen. Müde sah sie aus und verschreckt, verstrubbelt und ein wenig schmutzig. Und sie konnte nicht laufen, trotzdem war ich einfach glücklich, sie war noch da und freute sich, uns zu sehen. An dem Tag hat es furchtbar geregnet. Gini konnte nach wie vor die Hinterläufe nicht bewegen, also zog ich ein Handtuch unter ihrem Bauch hindurch und so bewegte sie sich mit den Vorderpfötchen vorwärts, während die Hinterbeine von uns in der Luft gehalten wurden. So gingen wir in den strömenden Regen und Gini zog Dampfwalzenartig mittels Vorderantrieb ab in den Garten, zu ihrem Lieblingsrosenbusch, wo sie sich bemerkbar machte. Wir ließen den Hintern runter und da plätscherte es nur so aus ihr heraus. Die Schilderung des Ganzen sorgte in der Klinik für Erheiterung und die Entlassung der Patientin nach Hause!

Hier wird Mitleid geheischt und auf (gute!) Leckerchen spekuliert. Das Band ist jetzt in der richtigen Position und wird zum Laufen gebracht.

Es folgten ein paar Tage, in denen ich ernsthaft besorgt um sie war. Ich habe gezweifelt, ob ich das Richtige gemacht hatte. Man las ja schließlich im Internet von Tierfreunden, die ihrem Liebling „all das Leid ersparen wollten“ und einschläferten. Gini schien kraftlos und müde. Aber das war ich auch, befand ich. Das erste Mal so lange von Zuhause weg, die sicherste und mutigste aller Hündinnen war sie nun nicht gerade. Also krempelten wir Ärmel und Fell hoch und liefen loss. Übten mit dem Handtuch um den Bauch Schrittchen um Schrittchen, fuhren zur Füßchentherapie und wir hatten Erfolg, Schrittchen für Schrittchen zwar, aber er kam! Gini bekam Gefühl in den Pfoten, wieder einen Stellreflex, fing an in der Luft zu paddeln, konnte bald wieder stehen, bald wieder ein wenig laufen und und und, so ging das weiter. Aber selbst wenn sie das Laufen nicht wieder gelernt hätte, weiß ich, dass wir selbst in diesem Fall klar gekommen wären. Denn bisweilen musste man sie richtig dazu animieren auch wieder Pfötchen 3 und 4 zu benutzen, weil sie gelernt hatte, ausschließlich mit 1 und 2 auszukommen und nutzte das schonungslos aus. In der Zeit hat sie gelernt, sich auf den Hintern fallen zu lassen, wenn sie an irgendwas intensiver schnuppern will und Mensch keine Anstalten macht stehen zu bleiben. Das macht sie sogar heute noch manchmal so.

Ist vielleicht Fleischwurst vorhanden? Immerhin bewegt sich hier das Band und ich laufe dagegen an!

Trotz aller Vorsicht (Gini wurde jede noch so kleine Stufe getragen, durfte nicht mehr auf Bett oder Couch) und aller Therapie merkte ich einige Monate später, dass etwas mit ihr wieder nicht stimmte. Ihr Gang war mühsamer, und wenn ich sie hochnahm, spürte ich ein Zittern durch ihren Körper gehen, begleitet von einem leisen Stöhnen. Es ging sofort zur Tierklinik und ja, es war ein zweiter Bandscheibenvorfall. Wieder wurden viele Tränen vergossen und über allem stand die Frage im Raum: Was haben wir falsch gemacht, wo hätten wir besser aufpassen müssen. Der behandelnde Arzt Herr Dr. Engelhardt, hat mit wenigen Worten all das von mir genommen. Man müsse auch loslassen können und einsehen, dass man einen Hund einen Hund bleiben lassen muss. Mehr als Vorsicht walten lassen könne man nicht, das Tier einsperren und einengen hätte aber nichts mit Schutz oder Tierliebe zu tun. Es war nicht unsere Schuld. So etwas passiert. Ich ließ los und Gini wurde ein zweites Mal operiert. Diesmal blieb sie nach der Op nicht still in ihrer Box in der Klinik. Sie beschwerte sich, wollte nicht essen und verkniff sich erneut das Pippi machen. Obwohl der Vorfall schwerer als der erste war, schien sie ihn gar nicht zur Kenntnis zu nehmen.

Unterwasserbetrachtungen

Sie zog sich mit ihren Vorderpfoten voran, als hätte sie nie Hinterpfoten gehabt, strullerte demonstrativ auf ihre Rose, wurde entlassen, war nicht müde und kraftlos und viel schneller als nach dem ersten Vorfall warf sie bald in ihrem Bauchhandtuch ihre Hinterpfötchen wieder in die Luft wie ein Funkenmariechen. Heißen die so? Diese lustigen Mädchen beim Karneval, so stolzierte sie in ihrem Handtuch spazieren. Heute ist sie fast zehn Jahre alt, hat vor kurzem vier lockere Vorderzähne gezogen bekommen, eine Backenzahnentzündung hinter sich gebracht und könnte glücklicher nicht sein, weil sie in der Heilungsphase ihr Trockenfutter aufgeweicht bekam. Das hat sie so entzückt, dass ich es nicht übers Herz bringe, das wieder zu ändern. So ist neuerdings jedes Abendessen ein fest aus bestem Trockenfutter mit Möhrenpellets aufgeweicht, mit Nachtkerzenöl und Gelenktabletten angereichert. Da wird man schonmal angemault, wenn das nicht schnell genug auf dem Boden steht.

Darf ich jetzt wieder raus?

Sie plagt sich manchmal aufgesetzt mit Kätzchen Lisbeth herum, deren stürmische Zuneigung sie nicht immer so ganz erwidern kann (dennnoch lässt sie sie in ihrem Körbchen schlafen), aber spielt doch gerne und häufig mit und jagt dabei mit großer Freude beide Katzen durch die Wohnung. Nachts plündert sie vorzugsweise Müll (da immer in völliger Einigkeit mit Lissie) oder räumt ein bestimmtes Schlafkissen im Wohnzimmer herum.

Benimmt sich so eine ältere Dackeldame mit zwei schweren Bandscheibenvorfällen? Ja! Meine Gott sei Dank schon!

Endlich geht es wieder aufwärts. Ab in's Handtuch und nach Hause! Bis zum nächsten Mal.

Ich ende an dieser Stelle und freue mich, wenn mein Bericht einigermaßen interessant oder aufschlussreich ist. Vielleicht sogar den Weg zu Betroffenen findet und Mut macht. Das wäre wirklich schön. Ich verabschiede mich mit einem Bild von Gini und ihrer Meute, neulich an einem Sonntagnachmittag geschossen.

Was an jenem Sonntag wirklich geschah, erfahrt ihr in einem der nächsten Beiträge :o)