Hundemassaker in Rumänien

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Hundemassaker in Rumänien:
Der Druck muss aufrechterhalten werden
Montag Demonstration in Berlin!

Vor knapp einer Woche wurde ein bislang beispielloses Hundemorden in Rumänien entfesselt. Ursache hierfür ist der Tod eines 4-jährigen, der laut Medienberichten 45 Minuten von der Großmutter unbeaufsichtigt, in einem zum einem Park angrenzenden Brachland, von Hunden getötet wurde. Mittlerweile haben bereits einige Medien wie Focus unter Berufung auf rumänische Quellen Zweifel an dieser Version angemeldet. Dennoch haben Politiker geschickt die aufgestaute Wut vieler Rumänen gegen die korrupte Politikerkaste und die schlechte wirtschaftliche Situation auf die Straßenhunde in Rumänien kanalisiert und somit frustrierten Menschen ein Ventil gegeben, ihren Zorn freien Lauf zu lassen. Am Montag hat das rumänische Parlament einem Gesetz zugestimmt, dass die Tötung der Hunde in Tierheimen nach 14 Tagen Aufenthalt erlaubt. Ein Freifahrtschein für Tierquäler und Profiteure aus dem Umfeld der so genannten Tierfänger-Mafia in Rumänien. TASSO erreichen jeden Tag erneute Horrormeldungen von unbeschreiblichen Gräueltaten an wehrlosen Tieren.

TASSO hat zwar bereits in nur 7 Tagen über 50.000 Unterschriften in einer Online-Petition gegen das grausame Hundemorden gesammelt, aber dennoch ist es wichtig gerade jetzt, den Druck aufrecht zu erhalten und jede Möglichkeit des Protests zu nutzen.

Als eine von vielen Maßnahmen hat unser Partner bmt (Bund gegen den Missbrauch der Tiere) am kommenden Montag den 16. September 2013 von 10:30 bis 13:00 eine Demo in Berlin organisiert. Interessierte Tierfreunde können sich am Veranstaltungsort, dem Reichstag (Platz der Republik 1, 11011 Berlin) treffen.

Mit dabei: Claudiu Dumitriu, Tierrechtler aus Rumänien, der für den bmt und TASSO Verstöße gegen das Tierschutzgesetz dokumentiert und zur Anzeige bringt. Claudiu Dumitriu spricht deutsch und steht den Medien für eine authentische Berichterstattung über die aktuellen Ereignisse in Bukarest zur Verfügung.

TASSO und der bmt fordern Rumänien auf, das Gesetz zu stoppen und erwarteten von der Europäischen Kommission Schritte gegen den Mitgliedsstaat Rumänien, der mit der geplanten Massentötung von Hunden gegen die ethischen Grundsätze der Europäischen Union verstößt.

Bitte beteiligen Sie sich auch weiterhin an unserer Petition gegen den Massenmord an Straßenhunden unter http://www.tasso.net/rumaenien. Wir müssen gemeinsam ein deutliches Signal bei den Verantwortlichen setzen.  Jede Stimme zählt!

© Copyright TASSO e.V.

Kitten und Co.

Immer wieder unfassbar, dass Mensch zu solch einer Handlung fähig ist.

Diese beiden Zwerge wurden krank und verschnupft in einen Karton gesetzt und ihrem Schicksal überlassen! Warum hat ein Mensch Angst vor Verantwortung??

Zum Glück wurden sie gefunden und Tierschützer kümmerten sich um sie, aber wie viele ausgesetzte Tiere haben kein Glück?

Mittlerweile sind das unsere „Pusemuckels“, die das beste Zuhause mehr als wert sind. Sensible, sanfte Katzen, die (noch) keinen Unfug anstellen und mittlerweile am normalen Familienwahnsinn teilnehmen. Zuerst war Quarantäne im Katzenzimmer angesagt, das Zimmer wurde desinfiziert und Decken gewaschen, nachdem uns  Engelchen verlassen musste. Aber irgendwann gab und gibt es keinen Halt mehr und die Zwerge spürten, dass es eine wirkliche Welt hinter dieser vermaledeiten Tür gibt! Eben den normalen Wahnsinn, an dem sie teilnehmen müssen, um für ein normales Leben gewappnet zu sein. Die Katzen regelten ab der Öffnung ihr Leben selbst, denn Romina teilt eine Menge Ohrfeigen aus, Charlie ist Spielpartner der inzwischen größeren Art, Hermine ist trotz oder gerade aufgrund ihrer wilden Herkunft eine sanfte Ratgeberin den Kleinen gegenüber.

Charlie und Zwerge

Hermine und Zwerge

Sie lässt sich eher auf dem sprichwörtlichen Kopf herumtanzen, da sie über Zuneigung erfreut ist und unter Unterdrückung, seitens Romina und Charlie, leidet. Man könnte ein Buch über all diese Verhaltensweisen schreiben, wenn die Zeit reichen würde. Jedenfalls sind momentan alle Vierbeiner gesund und mehr als munter.

Hermine bekommt nun eine viertel Tablette Prednisolon pro Tag und hatte bisher keinen Rückschlag zu verzeichnen. Am vergangenen Samstag kam sie bis in die Küche und da ich mittlerweile betriebsblind bin, was die getigerten anbelangt, erkannte ich sie nicht sofort als Hermine. Allerdings erkannte die Bande um Romina herum den vermeintlichen Eindringling, was Hermine veranlasste sich unter der Küchenzeile zu verkriechen. Ich konnte nichts ändern, da sich Hermine nicht einfach anfassen lässt und somit ließ ich sie gewähren. Am nächsten Morgen musste ich sie suchen und fand sie im Gästeklo. Die Badematte zeugte von einem langen Warten aus Befreiung und ich musste überlegen, wie ich sie ohne Körperkontakt auf ihr gewohntes Terrain locken konnte.

Romina und Charlie schickte ich ins Katzenzimmer, sperrte die Tür zu und ignorierte das entsetzte Gejammer. Hermine hielt ich eine Scheibe Schinken vor die Nase, und konnte sie somit erfolgreich die Treppe nach oben retten. Anschließend der Hinweis aufs Katzenklo, das im offenen Badezimmer steht. Dort fand Hermines  Blase nach Stunden Erlösung.

Warum schreibe ich das? Im Grunde zur eigenen Erleichterung, denn zuhören will niemand. Ich schreibe es allerdings auch nieder um Mut zu machen, was vermeintlich hoffnungslose Fälle anbelangt. Sei es kranke und ausgesetzte Tiere, sei es kranke, alte  und wilde Tiere. Oder sei es Rominas, die als relativ zahme, trächtige Katze gefunden wurde und unser Leben mit ihrer Stärke, ihrer Weisheit und Einzigartigkeit reicher machte. Es bedeutet immer ein Aufgeben des eigenen Lebens, was Aktivitäten anbelangt. Im Hintergrund aller Planungen stehen die Tiere. Aber ganz ehrlich, ein Haushalt mit solch einer gemixten Tierschar braucht keinen Fernseher und kein Kino. Urlaub funktioniert auch zuhause, denn nichts kann erholsamer sein, als eine Schar zufriedener Vierbeiner.

Romina, die Queen

Danke an alle, die bereits geholfen haben und Euch allen eine angenehme Woche!

In Erinnerung an jungen Kater und Tatsachen

Am Donnerstagvormittag rief Frau Q. von der Katzensuche an, ob ich jemanden kenne, der in der Nachbarstadt tote Katzen bergen würde. Nein, kenne ich nicht und begab mich auf den Weg, da Zeit und Nähe es erlaubten.

Eine junge Frau hätte am frühen Morgen eine kurz zuvor überfahrene Katze in einem Grünstreifen abgelegt, der Katzensuche die Angaben mitgeteilt und sei weiter gefahren. Besser funktioniert es oftmals nicht und ich ziehe meinen Hut vor dieser mutigen jungen Frau, die sich trotz eigenem Zeitdruck dennoch diese Mühe machte! Das Tier lebte noch und starb in ihren Armen – kein anderer Mensch von unendlich vielen Berufspendlern nahm Rücksicht!

Ich fuhr somit anhand dieser Angaben zum Fundort, doch konnte ich keine tote Katze entdecken. Es gab deshalb Telefonate zwischen der Katzensuche, der Finderin und mir, weshalb die junge Frau sogar noch einmal zurück kam und die Stelle zeigen wollte. Ich hatte derweil eine Verkäuferin eines Erdbeer /Spargelstandes gefragt, da der tödliche Unfall anhand der Angaben  in ihrer Nähe stattgefunden haben musste.  Sie hatte nichts gesehen und würde daran auch kaputt gehen, wenn sie so etwas sehen müsste.

Ich suchte weiter, bis ich irgendwann eine getigerte Schwanzspitze aus einem Haufen Baumblätter hervorragen sah. Die junge Frau hatte gute Arbeit geleistet, wohl wahr. Als ich das tote und immer noch ausblutende Tier fand, winkte ich zur Erdbeerverkäuferin und obwohl sie es nicht ertragen konnte, rollte sie eine halbe Rolle Küchentücher ab, kam langsam näher und reichte mir das Papier. Sie schaute kurz hin, erkannte das Tier und meinte: „Oh nein, das ist die Katze, die hier vorne immer in der Sonne saß.“

Ich legte das tote Tier in eine mitgenommene Postkiste und trug es zum Auto. Im linken Ohr konnte ich eine Kerbe entdecken, ebenso, dass es sich um einen jungen Kater handelte, was darauf schließen ließ, dass es sich um ein kastriertes „wildes“ Tier handelte. Derweil wurde die Tierschutzwelt wieder zu einer winzig kleinen Welt, da durch Zufall die Katzennothilfe mit der Katzensuche telefonierte. Frau F. kannte die Stelle und hatte dort bereits über zwanzig Katzen kastrieren lassen, da ein Gebrauchtwagenhändler mit bereits erteiltem Hausverbots – gegenüber Frau F.  – allem Anschein nach Kitten züchtet und verkauft… an wen auch immer, gibt es schließlich nicht beweisbare Nachfrage bei einem berühmten Zoohändler…

Definitiv machte er ihre aufgestellten Fallen mehr als einmal unbrauchbar, wobei Frau F. trotzdem reichlich  Kitten frühzeitig einfangen und in kontrollierte Hände vermitteln konnte.

Ich brachte Frau F. den toten Kater, wo sie ihn eindeutig als vor zwei Wochen gefangen und kastriert identifizierte. Das ehemals herbei gerufene Veterinäramt war bereits vor Ort, aber kann oder will nichts ändern!

Somit bleibt all dieser Scheiß an Einzelpersonen hängen, die mit Hausverboten, Hupkonzerten, verbalen und unverständlichen Attacken dennoch und immer wieder durch diesen miesen, gleichgültigen, geldgeilen Dschungel waten, solange sie es schaffen.

Komm` gut an, kleiner Kater, der Du bisher zwar ein entsprechendes Leben lebtest, was aber leider nicht verändert werden konnte. Wie Gisi und ich mittlerweile sagen: Du hast das brutale Leben überstanden. Mach es gut, liebes Tier …

Spuckis gingen und Rotzis kamen

Während die liebe Tierschutzkollegin die zwei verbliebenen, ehemaligen „Spuckis“ (ihnen geht es übrigens gut!) abholte und zur eigentlichen Familie zurückbrachte, wo Mutter, Geschwister und ordentliche Vermittlung bereits warteten, sagte ich, dass sie sich jederzeit bei Notfellen melden könne. Es dauerte nur zwei Tage und schon hatten wir zwei „Rotzis“ hier. Ausgesetzt und glücklicherweise gefunden. In einem Karton,  mitten im ach so tierliebenden Deutschland …

Sie mampfen bereits alleine, spucken das Fresschen auch nicht wieder aus, zeigen lediglich die typischen Anzeichen von Schwäche, Alleinsein, Erkältung und Enttäuschung. Ungefähr 5 – 6 Wochen jung, im Grunde so klein, wie vor einem Jahr Tiffys Babys waren, als sie mich fanden. Nur eben krank, aber das bekommt man in den Griff. Enttäuscht worden scheinen sie wirklich, denn heute, nachdem sie morgens zu uns kamen, wunderte es mich, dass ich zwei charakterstarke, fauchende kleine Miniwesen aus der Box holen musste. Sie bekommen Augentropfen 4x täglich, Antibiotikum 2x täglich. Medikamente aus Spanien, in Mengen gekauft, da Medizin dort mit denselben Inhaltsstoffen wesentlich preiswerter zu erhalten ist. Auch so ein unglaubliches Ding, denn: Wer verdient  hier an dieser Einnahmespanne? Aber egal, jetzt heißt es erst einmal päppeln.

Vorab musste der Käfig in irgendeiner Art desinfiziert werden, bisher war ich nicht einmal dazu gekommen das Unterteil mit heißem Wasser auszuspülen. Aber Beate brachte nach Absprache ihr Ozongerät mit. Für alle, die solch ein Teil (wie ich) noch nicht kennen. Eigentlich unglaublich, da man nichts hört, nichts sieht. Innerhalb eines Käfigs ist eine Abdeckung wichtig. Innerhalb eines Raumes die Zeit.

Im Endeffekt riecht es ein wenig nach Chlor, was den Eindruck wie in einem Schwimmbad erweckt. Man kann auch ein komplettes Zimmer damit desinfizieren, nur Staub saugt es (leider) nicht ein. In der Fahrzeugaufbereitung wird es mittlerweile oft genutzt, somit aufpassen, wenn ein angepriesener Neuwagen einen Tatsch nach Chlor riecht.

Anschließende Neueinrichtung:

Nun denn, mal wieder und wieder abwarten und Daumen drücken.

Momentan kursiert die Welpenschwemme, im Herbst war und ist es erneut soweit, dank all der blauäugigen und im Karton oder Mülleimer entsorgenden Halter. Der Sommer kommt  und die Ferien beginnen. Was das heißt, wisst Ihr Leser selbst. Meine innige Bitte: Wenn Ihr ein Zimmer, eine Ecke  frei habt, Ihr könnt ebenfalls viel bewegen und zum Beispiel solch kleine Kitten aufnehmen. Sie benötigen nicht viel Platz, es macht wirklich kaum Mühe. Aber Ihr helft Leben retten!

Fall Rumänien (2)

Damit Ihr an der Entwicklung eines der winzigen Schritte, der in diesem Fall Rumäniens Tierkatastrophe anbelangt, teilnehmen könnt, hier ein erster Bericht.  Er betrifft in diesem kleinen Fall  die Hündin Zara und logischerweise geht dieser Schritt nicht von Rumänien aus. Ute kaufte die Hunde frei und bewahrte sie somit vor einem verfrühten Tod. Über Sinn und Unsinn kann gerne jederzeit und unendlich gestritten werden und ja, man kann nicht die ganze Welt retten, aber für diese paar Hunde bedeutet es die ganze Welt.

Zara konnte inzwischen mit weiteren Hunden nach Bukarest gebracht werden, wo sie untersucht, behandelt und kastriert werden. Zumindest sind sie raus aus der Tötung und warten nun auf eine Möglichkeit der Ausreise.

Wann und wie, das steht immer noch in den Sternen, kommt es doch auf die finanziellen und hilfstechnischen Möglichkeiten an. Ob per Flugzeug oder per Transport, wo und wann eine Abholung erfolgen wird, all das muss nun organisiert werden. Heike hatte eine Pflegestelle für Zara gefunden, weshalb diese Hündin auch gleich frei gekauft wurde. Ohne Auftraggeber kein Freikauf. Leider stellte sich die Aussage des Aufnahmewilligens als Windei heraus, die Dame bekam wohl Angst vor der eigenen Courage. So etwas passiert oft und übrig bleiben die wenigen Menschen, die sich eh rund um die Uhr mit der Aufgabe Tierschutz beschäftigen, zusätzlich zu einer Arbeit. Wie auch Heike, die einmal A gesagt hatte und auch zu einem B steht, was bedeutet, dass Zara zu ihr kommen wird. Wohlgemerkt in eine Pflegestelle, in der es auch Surco und Musel schafften, zu einigermaßen Menschenbezogenen Hunden zu werden.

Auch Zara soll sehr ängstlich sein, was nicht verwundert, wenn man sich die Lage vor Ort ansieht. In der Tötung aufgewachsen, mit panischen Artgenossen eingepfercht, von gefühllosen Menschen missachtet und mit Füßen getreten. Sie wird eventuell nichts kennen, weder ein Hundeleben, noch Straßenverkehr oder eine Leine.

Heike nimmt diese Aufgabe gerne auf sich, aber anders kann man sich dieser weiteren Aufgabe auch gar nicht stellen. Caronte kam vor einiger Zeit genauso zu Heike und ihrem Mann  Sascha. Caronte wurde in einer spanischen Tötung von seinen Artgenossen beinahe zu Tode gebissen. Erst auf diese Weise wurde eine Tierschützerin vor seiner geplanten Hinrichtung auf ihn aufmerksam. Niemand kannte den Grund, doch „Jeder“ wollte diesem Riesen plötzlich helfen.

Heike war im Endeffekt die Einzige, nahm ihn zu sich und die Ursache der Beißattacke stellte sich nach einer Weile heraus. Caronte bekommt – ohne bisher diagnostisch klar erkennbaren  Grund – epileptische Anfälle. Meist während der Nacht. Nicht nur diese Momente sind für alle Beteiligten eine Belastung. Hinzu kommen Stunden der jeweiligen Nachwirkungen, die einen solchen Hund ruhe – und orientierungslos durch die Zimmer wanken lässt. Obacht ist wichtig, weil er vor Türen oder Schränke läuft, immer wieder und ohne Unterlass. Anschließend ist dieser Hund fix und fertig, aber auch Heike und Anhang sind anschließend fix und fertig, da sie alle mit Caronte leben und diesem tapferen Riesen während und nach seinen Krämpfen beistehen.

Caronte wird bleiben, denn wer mag sich diese „Arbeit“ zumuten?

Jetzt auch noch Zara, die ähnlich geschunden ankommen und genauso liebevoll aufgenommen werden wird. Ich wünsche viel Glück, werde  weiter berichten und Heike jederzeit unterstützen, soweit möglich.

 

 

Tierheime in Belgien

Heute Abend bei Tiere suchen ein Zuhause:

Tierschutz in Belgien

Die schwere Arbeit der belgischen Tierschützer

  • SendeterminHeute, 18.15 – 19.10 Uhr.

Herrenlose Hunde, oft in erbarmungswürdigem Zustand, die in miserablen Unterkünften darauf warten, abgeholt zu werden. Kommt niemand, werden sie getötet. Solche Zustände in Tierheimen sind vielen Tierfreunden eher aus süd- und osteuropäischen Ländern bekannt, nicht aber aus dem direkten Nachbarland Belgien.

Hund in einem Tierheimzwinger

Im Nachbarland Belgien herrschen in Tierheimen oft traurige Zustände.

Doch ein paar Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, kämpfen Tierschützer gegen genau solche Verhältnisse. Denn auch in belgischen Tierheimen werden Haustiere getötet, wenn sich innerhalb einer bestimmten Frist kein neuer Besitzer finden lässt. Tiere suchen ein Zuhause stellt die schwere und oft traurige Arbeit der deutsch-belgischen Tierschutzgruppe „Tierhilfe Belgien“ genauer vor.

Bis vor einigen Monaten wusste ich auch nichts von diesen Maßnahmen. Präsentiert sich Belgien doch als  Hauptsitz der Europäischen Union sowie dem Sitz der NATO, ferner dem des ständigen Sekretariats der Benelux-Länder und von EUROCONTROL  (Quelle Wikipedia).

Bis ich durch Bella darauf aufmerksam wurde, die vor einem ungerechten, viel zu frühen Tod von der Pfötchenhilfe Grenzenlos  bewahrt wurde. Nicht nur Bella konnte gerettet werden, aber wie gesagt, man glaubt es kaum und deshalb meine Empfehlung: Schaut es Euch an.

Update: Wer es verpasst haben sollte, hier der Link zur Mediathek

Bericht eines ehemaligen Schlachthof-Metzgers …

… von Wolodja

Ich wünsche mir, dass mehr und mehr Menschen aufwachen und unseren Mitgeschöpfen endlich mehr Respekt entgegen bringen. Anderenfalls wird sich die von uns Menschen vergewaltigte Natur eines Tages an dieser vermeintlichen “Krone der Schöpfung” rächen und wir Bestien in Menschengestalt werden ernten, was wir gesät haben. Dies ist und bleibt meine feste Überzeugung.

Auch wenn der nachfolgende Bericht eines ehemaligen Schlächters schon einige Jahre zurückliegt, so ist doch vieles von dem, was uns hier erzählt und berichtet wird, immer noch in vielen Schlachthäusern aktuell und alltägliche Praxis.

Hans F. arbeitete 8 1/2 Jahre als Kopfschlächter in einem süddeutschen Schlachthof. Seine Erfahrungen klingen unglaublich. Doch er beteuert, dass er es genauso erlebt hat.

Interview mit dem Ex-Schlächter Hans F.:

Frage: Wie lange warst du Kopfschlächter? Hans F.: Achteinhalb Jahre. Dann habe ich aufgehört. Ich konnte die Bilder nicht mehr sehen, wie die Tiere abgestochen, abgeschossen und bei lebendigem Leib aufgeschnitten wurden – dann hat es mir gelangt. Da habe ich keinen Bock mehr drauf gehabt.

Frage: Wie war es in diesem Schlachthof? Hans F.: Ich habe die Bilder alle noch im Kopf drinnen – das holt mich teilweise nachts aus dem Schlaf. Viele Kopfschlächter sind Alkoholiker, und die gehen mit den Tieren um, als wären sie der letzte Dreck. Wenn die Tiere in der Früh geliefert werden, werden sie reingetrieben, dann werden sie abgeschossen und aufgehängt, viele leben noch, und dann werden sie auch schon durchgeschnitten. Und dann läuft das Blut von den Bullen. Derweil wird von manchen Schlächtern das Blut gesoffen, manche hauen sich Salz, Pfeffer und ein Ei rein, andere saufen es pur – lauter so Dreckszeug. Und das ist nicht mehr meine Welle gewesen. Ich kann´s nicht mehr, ich will auch nicht mehr. Oder bei den Spanferkeln, die die Leute draußen fressen – die Quiekerei und die Schreie von den Kleinen – die ahnen das, die spüren, wenn sie geschlachtet werden sollen. Wenn´s einer nicht kann – die schießen dann verkehrt oder stechen verkehrt und diese Tiere leben dann ja noch, bei lebendigem Leib werden viele geschlachtet.

Frage: Wie geht der ganze Vorgang im Schlachthof vor sich? Die Tiere kommen also erst einmal vom Transporter… Hans F.: Ja, die kommen also erst mal rein, dann kommen sie in einen Kessel und dann werden sie enthaart…

Frage: Leben die Tiere da noch? Hans F.: Ja, viele leben noch, na logo! Etliche kommen lebend in den Kessel rein zur Enthaarung. Das ist siedend heiß, das Wasser. Die Borsten werden dann abgebrüht. Dann werden sie gehäutet und dann werden sie geschlachtet. Und dann saufen manche Schlächter das Bullenblut pur, warm, so wie es ist. Oder von den Schweinen die Leber, die wird pur gefressen, so warm wie die ist, lauter so Zeugs. Oder dann werden den Bullen die Hoden abgeschnitten, dann hacken sie die zusammen, dann kommt Salz und Pfeffer dazu und dann wird´s gefressen. Die denken, davon werden sie kräftig.

Frage: Wie essen die das, einfach so mit der Hand oder legen sie es auf einen Teller und essen mit Messer und Gabel? Hans F.: Die schneiden sich was ab, wenn sie ausbeinen – so nennt sich das – und fressen das gleich so, wie sie es rausnehmen. Pervers ist das, das sage ich dir ganz ehrlich!

Frage: Und dann hast du aufgehört… Hans F.: Ich kann so etwas nicht mehr mit ansehen, wie die Tiere leiden müssen. Schon wenn sie reingetrieben werden – das ist ein Wahnsinn. Das musst Du mal selber erleben! Ich kann dich mal mitnehmen, dort wo ich gearbeitet habe, die schlachten Montag, Mittwoch und Freitag. Nachts um eins geht es los bis mittags um elf oder zwölf rum. Die machen das auf Akkord. Das geht nach Stückzahl. Da kämpft jeder gegen jeden, wer die meiste Stückzahl hat. Die verdienen ein Schweinegeld, die Kopfschlächter. Aber ich kann´s nicht mehr. Und die Tiere, wenn Du die hörst – ich krieg jetzt schon wieder eine Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Ich hab´s gemacht, doch ich konnte es dann nervlich nicht mehr. Viele der Kopfschlächter sind Alkoholiker, die hauen schon nachts die Flasche Schnaps weg und alles. Das ist ja nicht normal! Ich kenne das auch von anderen Schlachthöfen, da ist das genauso. Das sind keine Menschen mehr für mich – die sind ja irre. Egal, auf welchen Schlachthof du gehst, viele sind Alkoholiker – wenn die mal Kontrollen machen würden, egal, ob es die Lebensmittelpolizei ist oder das Gewerbeaufsichtsamt, die würden das blaue Wunder erleben!

Frage: Das weiß ja in der Öffentlichkeit eigentlich niemand! Hans F.: Wer das nicht selber erlebt hat, der weiß das nicht. Wir haben normalerweise Schweigepflicht. Ich dürfte dir das gar nicht erzählen. Mein Name bleibt aus dem Spiel! Ich will da keinen Stress haben! Wenn von der Gesundheitsbehörde mal wirklich die Leute kontrolliert würden – ich möchte nicht wissen, wie viele da selber an Krankheiten leiden, bei dem, was die von den Tieren alles fressen. Ich kenne einen, wenn der die Därme sauber macht, der macht sich in sein Fleisch einen Teil Kot mit rein und frisst das. Solche Verrückte sind das. Wenn ich´s nicht selber erlebt hätte, könnte ich es dir nicht erzählen. Da vergeht dir das Essen.

Frage: Und werden die Schlächter davon nicht krank? Hans F.: Teilweise. Der eine geht in Frührente, der andere ist dann irgendwo in der Nervenklinik.  Na ja, weil die jeden Scheißdreck fressen. Und dann fangen die das Saufen an. Mit Schnaps fangen die schon früh um eins an, und um elf Uhr morgens sind manche dann stockbesoffen. Dann geht´s noch in die Kneipe rein, da wird ´ne Kesselsuppe gelöffelt…

Frage: Ist es den Schlächtern egal, wie es den Tieren geht? Hans F.: Ja, den meisten ist das scheißegal. Manche Tiere zappeln noch, nachdem sie geschossen wurden, die haben noch Lebensgefühl, denen werden bei lebendigem Leib die Augen ausgestochen und die Beine abgeschnitten – die zappeln noch, die sind noch warm, die Tiere merken das noch. Das ist ein riesiges Leiden – wie bei einem Menschen. Tiere leiden schlimmer als wir.

Frage: Isst du noch Fleisch? Hans F.: Nur ganz selten. Ich kann es nicht mehr. Gestern habe ich mir eine Reissuppe gemacht … Und mein Hund bekommt auch kein Dosenfleisch, weil ich weiß, was da drin ist, was da für ein Dreck verarbeitet wird.  Weißt du, was in Leberkäse oder Wurst alles drin ist?

Antwort: Nein… Hans F.: Das kann ich dir erzählen: In Kalbsleberwurst reicht ein Zusatz von 10% »Kalb« und 10% Schweineleber. Den Rest würden viele Leute wohl nicht freiwillig essen… In Wurst oder Leberkäse kommt alles rein, was nicht als Steak oder Kotelett über die Ladentheke geht: Innereien, Hälse mit Speiseröhren, Beine, Schwänze, Augen, alte Wurst – also nur Abfälle … Das wird dann mit Gewürz, Geschmacksverstärker, Farbstoff und Chemie zusammengemischt, dann wird das gebacken und dann geht es an die Leute.

Frage: Das ist ja kaum zu fassen! Hans F.: Und am meisten leiden ja die Tiere. Und was manche da abziehen mit den Tieren, das ist nicht mehr normal. Ich kann´ s nicht mehr ertragen. Das ist vorbei!

Aus der Zeitschrift »Freiheit für Tiere« 4/2003 / www.freiheit-fuer-tiere.de)