Der Winter ist da

Das hat wohl jeder bereits bemerkt und im Grunde ist es nicht schlimm, da Winter, Schnee und Frost zur momentanen Jahreszeit dazu gehören. Aber wie jedes Jahr hofft man, dass er möglichst milde vorübergehen wird und Wasser, Futter und selbst Körner für Vögel und Nahrung selbst für Mäuse auffindbar bleiben.
Apropos Mäuse – Katzenhalter mit Katzen, die eine Neigung zum Freigang hegen, werden es kennen. Doppelte Arbeit, da man nicht nur Katzen versorgen muss, sondern sich auch noch um die angeschleppte Vielzahl an Opfern kümmern muss. Gottlob, wenn sie noch leben:
Maus
Diese Maus konnte hinter der Waschmaschine gerettet werden und ist im Wald wieder freigelassen worden. Aber eine weitere verschleppte Maus lebt mittlerweile auf dem Balkon, wo sie von Charlie hochgestemmt und sich (wild wehrend) fallen gelassen worden war, so tippe ich, und versteckt sich nun im Kaminholz. Da ich sie nicht fangen kann, bekommt sie Hamsterfutter zwischen das Holz gesteckt und scheint sich des Lebens zu freuen…
Tara verlässt ihr Gartenzimmer zurzeit scheinbar zu keiner Zeit. Sie bekommt abends ihr Futter in angewärmten Babytellern gereicht und scheint sich in einen Winterschlaf zurückgezogen zu haben. Viel mehr Wärme kann ich dem alten Mädchen leider nicht bieten, aber sie hat Styroporboxen, Decken und Stroh zur freien Auswahl. Hier ist es relativ einfach für warmes Futter zu sorgen, während für die Futterstellen am Hafen und Draußen im Allgemeinen, immer noch eine gut funktionierende Fußheizung reichen muss.
Meili
Mikesch
Inzwischen konnten/mußten wieder Katzen gefangen und kastriert werden. Leider zu einer falschen Jahreszeit. Die Katzen und Kater richten sich nicht mehr an Zeiten, weder an den Mai noch an den Oktober. Herbstkätzchen – das war einmal. Inzwischen werden aufgrund der Klimaerwärmung auch mitten im Dezember Kitten geboren, denen jedoch kaum Überlebungschanchen geboten werden kann, erst recht nicht, wenn es nirgendwo Futter gibt.
Sofia ist eine neulich gefangene Mutterkatze:
Sofia
Drei Junge hat sie, die gesichtet worden waren als sie auf der Suche nach Nahrung über eine Hauptstraße liefen. Alle Drei sind in einem befreundeten Verein untergekommen und werden hoffentlich ein gutes Zuhause finden. Danke an dieser Stelle dafür!

Sofia ist weder wild noch zahm, aber sie wieder herauszulassen, wie den inzwischen kastrierten und tatsächlich wilden Vaterkater, das kann ich nicht. Sofia hat die Chance verdient und sucht ein geduldiges Zuhause. Sofia ist keine zwei Jahre alt, kastriert, entwurmt und entfloht.
Der Vaterkater „Dino“ treibt sich somit wieder an seiner bekannten Lebensstelle herum, und hat zusätzlich seine Futterstelle eingerichtet bekommen.
Dino
Tagtäglich wird sie mit angewärmten Futter bestückt. Tja, eine Futterstelle mehr, eine Fahrstrecke mehr und mehr Zeitaufwand. Damit sind Fragen, wo und wie ich an Futterstellen komme, schnell erledigt. Eben wie Jungfrau Maria – und so weiter.
Kater Micky kommt ja auch von einer meiner Futterstellen am Hafen. Seitdem es kalt geworden ist und seitdem er sich hat durchsetzen können, mag er keinen Schritt nach draußen tun. „Bäähh“, sagt er und legt sich ins Warme.
Micky 1

Euch allen eine gute Woche!

Advertisements

Katze Meili Teil 3

Nachdem Meilis erste Interessentin absagte, entwickelt sich das Katzenmädchen eben hier weiter. Was soll es? Erfahrenere Lehrherren wird sie anderswo kaum finden und selbst Romina, die anfangs – nicht nur – die Augen verdrehte, weil ich es gewagt hatte ihr schon wieder solch ein unerzogenes Straßenkitten vor die herrschaftliche Nase zu setzen, selbst sie nimmt sich Meilis Wohlergehen an.
Nachdem die scheue Meili fast drei Wochen in Quarantäne verbringen musste, ihr Durchfall samt Wurmbefall Geschichte wurden und kein Zuhause in Sicht schien, durfte sie selbstverständlich ihren Käfig verlassen und auf Entdeckungstour gehen. Es war ein Fortschritt zu erkennen, denn Meili hatte keine Lust mehr sich unter Schränken zu verkriechen. Nein, Meili war eine selbstbewusste kleine Katzendame geworden, die es unter ihrer Würde empfand sich minderwertig in Spalten zu quetschen. Von Menschen will sie weiterhin nichts wissen, aber es dauerte nicht lange und keine Katze konnte ihr widerstehen. Selbst Meilis großes Vorbild, Kater Mikesch, nicht, der ihr sogar seinen Platz auf der Heizung räumte.
Mikesch und Meili

An Spielzeug hapert es hier nicht, aber viele Dnge waren noch nicht aus Tüten und Kartons ausgeräumt. Eines Abends fielen mir die Spielschienen ein, die irgendwo auseinandergenommen schlummerten. Hatten wir doch bei Ankunft von Rominas Babys von Christine und Manuela die Catit Design Senses Super-Roller-Spielschiene geschenkt bekommen, weil ihre Katzen kein Interesse mehr daran zeigten. Nach Hanni, Nanni und Oskar hatte hier auch niemand mehr damit gespielt, aber jetzt musste dieses Teil schnell wieder her. Ich suchte, suchte und fand, selbst die Leuchtekugel war nicht abhanden gekommen.
Aber was soll eine „einsame“ kleine Katze mit einer eingesperrten Kugel?
Meili 13
Perlchen zeigte es Meili und seitdem rollen die Kugeln Tag und Nacht.
Meili 14
Kurze Zwischenstopps gibt es nur während der Essensphasen,
Meili 8
der Ruhepausen
Meili 19
oder wenn Meili wirklich erschöpft ist, von all ihren Eindrücken:
Meili 20
Aber lange dauern solche Phasen logischerweise nicht, so dass sich, wie erwähnt, sogar Romina bereit erklärt und Klein – Meili beschäftigt:
Meili 21
Manchmal ist es wirklich spannend, wenn Kater Charlie hinter einer dubiosen, durchsichtigen Wand sitzt:
Meili 16
Aber all das sind Eindrücke, die Meili, die ehemalige Straßenkatze nicht erschüttern können.Meili 15Meili 11

Katze Meili taut auf

Nachdem Katja zu Besuch war und wir Meilis Hinterteil samt Schwanz gemeinsam und sehr sachte mit lauwarmen Wasser von inzwischen verhärteten Hinterlassenschaften ihres Durchfalles gesäubert hatten, konnte Meili nicht anders und musste sich dem Geruch der Menschen hingeben. Noch mag sie keine Menschen. Sie mag sie nicht und hat Angst, versteift sich sobald man sie streichelt. Leider müssen diese Versuche sein, damit sie Menschen als etwas Gutes kennen lernt, zu sehr bedrängen darf man sie allerdings auch nicht. Ihren sauberen Popo jedenfalls fand Meili Klasse. Anschließend und sozusagen als Belohnung dafür, dass sie meine Hände nicht allzusehr zerkratzte, bekam sie ihr Essen. Sie mag Essen sehr gerne, aber das ist auch kein Wunder, denn hier gibt es immer angewärmtes und schmackhaftes Futter. Meili bekommt gekochtes Hühnerfleisch, Real Nature oder Royal Canin Kittenfutter, womit sich ihr Durchfall sehr schnell erledigte. Und trotzdem waren Spuren zu beseitigen, die Meili ebenfalls gestört hatten.
Noch immer lebt Meili im großen Käfig, was aber nicht schlimm ist, da sie diesen Bereich als ihren Bereich ansieht und langsam aber sicher aus sich herauskommt. Sie spielt, sie tobt, nur leider alleine, da eine Quarantänezeit immer ein Alleinsein bedeutet.
Allerdings kann es sein, dass Meili ein riesen Glück hat, denn heute kam ihre erste Interessentin. Sie wird noch öfter vorbeikommen und sich mit Meili beschäftigen. Zeitdruck gibt es nicht, denn jeder bekommt die Zeit, die er benötigt. Meili wird, wenn, auch nicht alleine aufwachsen, da eine Zweitkatze hinzukommt. Eben noch alles in der Aufbauphase, aber wie das Leben uns im Laufe der Jahre lehrt: Zeit, Geduld und Ruhe sind die besten Maßnahmen.
Meili 4
Meili 5
Meili 6

Die Neujahrsansprache unserer Bundeskanzlerin beinhaltete scheinbar lieb gemeinte Forderungen. Dass Engagement sehr wichtig sei, damit unser Land weiterhin erfolgreich bleiben könne. Oder so ähnlich. Aber das Engagement, das blieb in meinem Kopf hängen, fast schon kleben. Tja, das Engagement. Das selbstverständlich voll und ganz respektiert wrd, wo man Unterstützung von allen Seiten bekommt, wo man ein Bürger bleiben kann, ohne sich verstecken zu müssen, denn du hilfst deinem Land, damit es nicht so weit kommt, wie zum Beispiel in Griechenland ..
Werde demnächst Frau Doktor Merkel eine SMS schreiben wollen, wenn ich mal wieder Probleme habe, wegen des Engagements, denn Dr. Merkel bezog das Engagement gewiss nicht auf den Tierschutz.

Ich wünsche Euch allen ein gesundes und glückliches Jahr 2014!
Sabine

Katze Meili

Zuerst möchte ich Euch, die Ihr beim vorletzten Artikel einen aufbauenden Kommentar hinterlassen habt, ganz herzlich danken! Das tut sehr gut, denn manchmal fällt es schwer, den Kopf oben zu halten. Die Facebookkrake ist mir unwichtig, was Christina sagte passt jedoch, denn auch auf Nachfrage und Bemühungen wird nicht reagiert. Leider kann ich mich dadurch auch nicht abmelden, aber egal.

Kommen wir zum tatsächlichen Leben, das Würmer hinterlässt und ängstlich ist, weil es, nun völlig alleine gestellt, Panik hat.
Meili 2

Vergangenen Donnerstag wusste noch niemand, dass es eine winzig kleine Katze gibt, die am Abend in eine Falle ging. Obwohl sie von Ulrike zuerst als Ratte eingeschätzt und bereits vor ein paar Tagen gesehen wurde, ist sie nun hier, die Meili. Denn wohin mit ihr?
Herauslassen kann man sie nicht mehr, da sie erst geschätzte zwölf Wochen jung ist. Sie würde erwachsen werden, sich in einigen Monaten von einem unkastrierten Freigänger decken lassen, Kitten zur Welt bringen und selber verwildern. Ein ewiger Kreislauf. Und entweder beschweren sich Nachbarn oder es ist kein Platz vorhanden und niemand reißt sich um einen kleinen, halbwilden und Durchfall fabrizierenden Katzenwelpen. Die stinken und nachdem sie vom Tierarzt eine Portion Stronghold verabreicht bekamen, kann es passieren, dass Spulwürmer herausgeschwemmt werden, wie es bei Meili der Fall ist. Das Streu der Klos, die Meili benutzte, musste komplett entsorgt, die Toiletten desinfiziert werden.
Katzenwelpen ins Tierheim geben? Wo ebenfalls niemand Zeit hat und sich ständig über Geldmangel beschwert wird? Wo die Gefahr einer Frühkastration und eines Aussetzens besteht, wenn ein Katzenwelpe nicht zahm wird und sich als unvermittelbar herausstellt! Manchmal geht es gut und ich möchte keiner Tierheimleitung zu nahe treten, aber oftmals kotzen mich diese Aussagen an. Man muss ja schon DANKBAR sein, dass wir hier keine offiziellen Tötungen vorfinden. Wir freiwilligen Tierschützer arbeiten hauptberuflich ganz woanders, das hier ist ein unbezahlter Nebenjob, der das hauptberuflich verdiente Geld für diese Nebentätigkeit verschlingt.

Zuerst wurde unser drittes Zimmer umgeräumt um Platz zu schaffen, für den großen Käfig, der eigentlich als Ausheilkäfig für künftige kastrierte und wilde Katzen angeschafft wurde. Er stand mit seinen Maßen 116 x 86 x 77 cm noch eingepackt im Gartenzimmer herum und wie sich aufgebaut herausstellte, ist er ungeeignet für kleine Katzen. Ein großer Spalt zwischen all den Streben lässt Platz, um die Auffangschale heraus – und hinein schieben zu können. Gute Lösung, aber kein Thema für Winzlinge.
Meili musste somit erst einmal in den bewährten Hasenstall ziehen, und der Herr des Hauses musste am Samstag ins Bauhaus. Er kaufte Holz, sägte und baute, damit die unteren Spalten Kleinkatzenausbruchsicher gemacht werden konnten. Währenddessen war mir Meili aus den Händen geflüchtet, und, wie dieser Zahm – oder Wildheitstest zeigte, benötigt sie Zeit. Eine Nacht lang ließen wir sie in Ruhe, sich verstecken in den kleinsten Ecken, schloßen die Tür und schliefen bei geschlossenem Fenster. Meili musste ständig aufs Klo, hinterließ Spuren drinnen und daneben und hatte plötzlich gar keinen Hunger mehr, obwohl sie die Zeit vorher fast 400g schaffte. Das kleine Katzenmädchen ist ängstlich, ihre Angst, aufgrund ihres Alleinseins von Mutter und eventuellen Geschwistern getrennt, kann ihr kein neues Umfeld ersetzen.
Am Sonntag nahm ich sie mit einem Handtuch bewaffnet aus einem winzigen Spalt aus der hintersten Ecke, denn selbst Futter konnte sie nicht in ihren großen Käfig locken. Wir säuberten ihren kotverschmierten Popo indem wir ein Handtuch um sie wickelten, reinigten mit warmen Wasser und trockenem Tuch das Hinterteil samt Hinterbeinchen. Anschließend lag sie ganz weit, im hintersten Eck der Kratzbaumhöhle und erholte sich vom erlebten Stress.
Meili 1
Mittlerweile ist Weihnachten fast herum und Meili wird neugierig. Zumindest konnte sie sich mit ihrem eingeschränkten Umfeld arrangieren, nutzt das Katzenklo und meldet sich, wenn sie hungrig ist.
Meili 3
Da sie hin und wieder immer noch Durchfall hat, werden ihre Mahlzeiten reduziert und auf mehrere Mahlzeiten verteilt. An den Feiertagen klappte das recht gut, aber auch hier hapert es oftmals an Zeit, wegen der hauptberuflichen und nebenberuflichen Arbeiten. Aber die anderen Katzen werden zu einer Hilfe, da Meili sie beobachten kann ohne angegriffen zu werden, was unserer Hausmannschaft allerdings nicht im Traum einfällt. Meili ist jetzt da und somit schauen wir weiter.
Ein junger Kater konnte von der Katzennothilfe ebenfalls gefangen und kastriert werden. Er tat Ulrike sehr leid, da sie ihn nach seiner Ausheilphase an selbiger Stelle herauslassen musste, obwohl er nicht allzu wild wirkte.
Aber auch bei ihm: Wohin? Wäre er nicht gefangen worden, hätte er irgendwann Katze Meili decken können, denn beide stammen von derselben Stelle.
Wilder Kater

Mittendrin kam eine weitere junge Katze hinzu, die bereits am Anfang einer Trächtigkeit stand. Eigentlich fängt man in dieser Jahreszeit keine Katzen wegen ihres anschließend geschorenen Bauchfelles, aber die momentane Witterung lässt es haarscharf zu. Diese ungefähr ein Jahr junge Katze musste kastriert werden, kam ein paar Tage in Frau N´s. Dachzimmer unter, aber dieses Tier wollte wieder heraus, an ihren angestammten Platz.
Wilde

All diese Katzen werden von uns unter meist schwierigen Umständen versorgt, sehr oft wie in einem Wild West Film, wo man sich auf ein Gelände schleichen muss. Die Dunkelheit ist ein wahrer Freund. Auch wenn ständige Gegner argumentieren, dass es sich um Wildtiere handelt und sie alleine klar kommen. So kann das nicht stimmen, da echte Wildtiere von der Natur gegebene Weisheiten mitbekommen, da sie niemals Nachwuchs zeugen, wenn sie wissen, dass die Umstände keine Nahrung zulässt. Bei Katzen ist es leider anders und selbst wenn sie nicht versorgt werden, sie kennen diese Weisheit nicht, da jede hiesige „Wildkatze“ von einer ehemaligen Hauskatze abstammt.
Ein extrem scheuer Kater konnte inzwischen auch wieder am Hafen gefangen und kastriert werden …. aber wie man sieht, er will es nicht anders, nur seine Freiheit.
wilder kater 1

All diese Tiere hinterlassen eine Kerbe im Leben, und es ist immer wieder schön, wenn man sie nach solch einer Aktion gesund wiedersieht. Wenn nicht, muss man handeln, aber auch aus diesem Grund gibt es diese, für viele Menschen verhasste Futterstellen – und unsere ständige Aufopferung.

Habt eine gute Zeit bis zum Jahreswechsel mit lieben Grüßen

Sabine

Frohe Weihnachten

wünscht Euch die Katzenheimat und Findelkatzenkind Meili, obwohl sie damit nichts am Hut hat.Meili

Ach ja, und Perlchen, die auf gebratene Ringeltaube hofft:
Perlchen will Taube

Kater Freddy

Der neue Sorgenfall wurde Freddy getauft und ich kann Euch beruhigen, denn Kater Freddy ist erst einmal in Sicherheit.
Freddy 1

Wie im Beitrag Futterstellen erwähnt, hilft man sich gegenseitig, wenn Not am Mann ist. Ich versorgte die unzugängliche Futterstelle von Frau N. und sie kümmerte sich an den vergangenen Wochenenden um den Kater, der die abendlichen Zeiten nun einmal kannte und nicht enttäuscht werden durfte, da die Gefahr bestand, dass er auf der Suche nach Futter wieder weiter wanderte. In seinem Zustand wäre das übel gewesen, denn auch ein Schutzengel kann irgendwann abgelenkt sein. Für mich bedeuten Fahrten von Zuhause zum Hafen 27 Km pro Strecke und Frau N. wohnt etwas näher dran, so dass Katerchen nicht enttäuscht werden musste.

Am Freitag vergangener Woche wirkte er noch recht munter und ich wusste eh keine Lösung, wohin ich ihn hätte nehmen/geben können. Zudem musste er in Quarantäne, da er ohne Untersuchung zu keiner anderen Katze gelassen werden
kann. Vielleicht war er voller Flöhe und überhaupt sah er nicht gut aus. Mehr als auf ihn achten und mit gutem Futter versorgen, war nicht machbar. Er war definitiv taub, was sein Leben umso mehr gefährdete; auch eine Situation von vor Wochen ließ graue Haare wachsen, als Gras auf dem Gelände gemäht wurde, auf das er sich oft zurückzog. Männer rückten mit Rasenmähern und diesen Handmähern an, die ich „Igelkiller“ nenne. Obwohl Betreten des Geländes strengstens untersagt ist, weil es ein RWE Gelände voller Strommasten ist,rannte ich zu einem der Männer und bat ihn vorsichtig zu sein, da eventuell eine gehörlose Katze irgendwo liege. Zum Glück verstand der Mann, obwohl er mich zweifelnd anblickte. Aber diese Reaktionen sind mir schließlich bekannt, da man eh für verrückt gehalten wird. In gewisser Weise stimmt das sogar – was kümmert einen eine fremde, wilde Katze? 😉

Freddy 3

Sonntagabend rief Frau N. an und war der Meinung, dass es dem Kater sehr schlecht gehe. Er hocke auf den stillgelegten Eisenbahnschienen, sei apathisch und würde selbst auf Futter nicht mehr reagieren. Zum Glück hatte sie eine Lösung parat und bot sich an, ihn erst einmal in ihrem Dachzimmer unterzubringen. Sie würde nach Hause fahren, eine Transportbox holen und ihn versuchen damit zu fangen, denn in eine Falle ging er sowieso nicht, wie mehrmals ausprobiert. Ich gebe zu erleichtert gewesen zu sein, auch wenn manch einer der Meinung ist, dass eine wilde Katze nicht eingesperrt werden darf, aber man hatte dieses Tier nun lange genug beobachtet, um zu erahnen, dass der kommende Frost sein letzter werden würde. Er ging weder in die bereit gestellte Schlafbox, noch suchte er anderweitigen Schutz, sondern blieb dort liegen, wo ihn seine Pfoten hingetragen hatten. Einige unter Euch werden das Dachzimmer noch kennen – lang, lang ist`s her …

Somit sagte ich zu und verbrachte erneut ein paar unruhige Minuten, denn wenn der Kater nach Zurückkommen Frau N.`s zwischenzeitlich auf das unzugängliche Gelände gegangen wäre, hätte man wieder von Vorne anfangen müssen. Aber Hätte, Wenn und Aber: Er hockte immer noch an selbiger Stelle, Frau N. schlich von hinten an ihn heran, stülpte ihm das Oberteil der Box über seinen Körper und bekam irgendwie auch den Boden unter seine Beine. Laut ihrer Erzählung ließ er sich diese Aktion wehrlos gefallen, was ihre Entscheidung bestätigte.
Sie nahm Katerchen also mit, ließ ihn in ihrem Dachzimmer frei und im Normalfall springen wilde Katzen gleich ans Fenster, wollen raus. Nicht so Freddy, der das Zimmer inspizierte, um sich anschließend in die Fangbox zu legen.

Nun befindet sich Freddy seit einer Woche in „Gefangenschaft“, in der er die ersten Tage über laut miaute, schließlich wusste er mit seiner Situation nichts anzufangen. Er hat wirklich eine sehr laute Stimme, was daran liegen kann, dass er nichts hört. Zum Glück beschwerte sich kein Nachbar …
Auch gut Fauchen konnte er, aber Akut krank ist er nicht, einfach nur fix und fertig.
Ein Katzenklo schien er nicht zu kennen, sondern machte sein Geschäft neben das Klo und Pipi in eine andere Ecke. Somit trafen Frau N. und ich uns am Dienstag, putzten und saugten, stellten ein zweites Katzenklo auf und Katerchen ließ sich nicht stören. Er mampfte seine gekochte Hühnerbrust auf seinem erwählten Aussichtspunkt und babbelte anschließend wie ein Baby. Es klingt wie: „Mjam,mjam, mjam.“

Freddy
Da keine allseits gepriesene Federangel zur Hand war, ging Frau N. mit einer Küchenrolle auf ihn zu und streichelte mit dieser weichen Rolle über seinen Rücken, über seinen Kopf. Was wir beide nicht vermutet hätten: Freddy gab Köpfchen und schien sichtlich begeistert von diesen Berührungen. Der nächste Schritt war eine Hand, die die Streichelbewegungen der Rolle ablöste, und ab diesem Zeitpunkt kann Kater Freddy gar nicht genug davon bekommen. Man spürt dabei aber auch, wie stumpf sein Fell und wie dürr sein Körper ist. Auch seine zerfetzten Ohren und eine alte Wunde am rechten Bein sprechen Bände. Als ich mit meinem Kopf sehr nahe an ihn heranging, lehnte er sein Köpfchen an meine Stirn …
Das alles erleichterte aber auch den zweiten und wichtigen Schritt, nämlich eine Erstbehandlung mit Floh – und Wurmkur, die ich somit in Form einer Pipette besorgte. Am nächsten Tag bekam er sein Fresschen hingestellt, und eine Erste – Hilfe – Kur in den Nacken geträufelt, was er sich ohne zu Zucken gefallen ließ.

Beide Katzenklos werden nun auch regelmäßig und ordentlich benutzt: Eins für Pipi, eins für Häufchen.
Auf eine Generaluntersuchung ist meine Tierärztin bereits vorbereitet, aber vielleicht wird die gar nicht so dramatisch, wie zuerst angenommen. Wie es weitergeht steht immer noch in den Sternen, aber Schritt für Schritt. Freddy wäre gewiss ein dankbarer Kater bei älteren Menschen, die ihm Zeit und einen Balkon geben. Allerdings wird das ein Traum bleiben, da sich selbst Babykatzen schwerlich vermitteln lassen, und wer reißt sich um ein altes, geschundenes Tier, das nicht einmal hübsch anzusehen ist? Wir werden sehen und wenn wir endlich wieder etwas mehr Ruhe haben … wer weiß?

Neuer Sorgenfall

ist ein eventueller Kater, den ich bereits an verschiedenen Standorten sah und den ich hier schon einmal erwähnte. Er lief extrem weit durch die Gegend und scheint kaum noch etwas hören zu können, denn sein Verhalten gleicht einem alten Tier, das  kaum noch Scheu und zuwenig überlebenswichtige Aufmerksamkeit zeigt. Am vergangenen Dienstag stellte ich gemeinsam mit Ulrike meine Falle auf, doch meine Falle klemmte oder schloß erst gar nicht. Zweimal wäre das Katerchen drin gewesen, aber es sollte nicht so sein. Stattdessen lief er über die Straße und ich machte mir Vorwürfe.

Katerchen kam allerdings zurück und mittlerweile kennt er unser Ritual und er wartet abends auf Futter. Er liebt Katzenmilch, wie ich vor einigen Tagen feststellte. Heute bat ich Ulrike bei ihm vorbeizufahren, um ihn nicht zu enttäuschen, da an Wochenenden Herr L. nur morgens füttert und ich mir den weiten Weg nicht antun möchte, nicht antun muss, da die Futterstellen die ganze Woche über gut versorgt werden.

Aber Katerchen wartet zu seinen nun eingeübten Zeiten und deshalb Danke an Ulrike, für ihre heutige Fahrt und Versorgung des alten Herrn. Wir planen für die kommende Woche einen erneuten Versuch mit anderer Falle, ich bin nur im Zweifel, was mit Katerchen geschehen soll. Ob er eingesperrt leben kann und will? Er schläft viel und legt sich auch ohne Versteck in die Sonne. Ein Verhalten, wie es nur alte Katzen an den Tag legen. Er lebt gefährlich, hat einen siebten Sinn, aber sein Gehörsinn reicht ihm Geräusche weiter, die längst an ihm vorbeigerauscht sind. Futter riecht er und nur mit dem Duft einer gefüllten Schale kann man ihn  wecken. Auf Zurufe reagiert er nicht.

test-kater

Habt alle eine gute Woche!

Liebe Grüße

Sabine