Nur mal so …

… denn stimmt, ich habe lange nichts mehr geschrieben, aber Romina und ihre Zwerge sorgen hoffentlich für genug Abwechslung. 😉

Zusammengefasst kurze Ausschnitte aus den letzten zwei Wochen: Erneut ein angefahrenes Kaninchen gefunden, das nur noch zittern konnte.

Liegen lassen und der Natur ihren Lauf lassen? Diesmal lag das Tier auf dem Bürgersteig und Krähen waren bereits dabei es anzupicken – die Augen sind jeweils begehrt. Das ist Natur und die Natur ist brutal, wie wir alle wissen. Ich hob das Kaninchen trotzdem auf und brachte es zu einem Tierarzt. Zwar vergingen in dieser Zeit vier Stunden und ich kam selbst ins Zweifeln, ob es richtig oder falsch war, aber wir verbringen unser ganzes Leben mit genau diesem Zweifel. Der Überlebenswille ist jeweils enorm stark, von diesem Willen hängt das Leben ab und sei es noch so „unwichtig“.

Ein Todeskampf der eventuell schneller hätte beendet werden können, wenn das Kaninchen vor Ort geblieben wäre…. Ich weiß es nicht und niemand weiß es.

Obwohl ich keinem Verein angehöre, erreichen mich Hilferufe, wie auch in dieser Woche. Ein alter Mann, der seit scheinbarer Ewigkeit fünf Futterstellen versorgte, ist nun krank und verwirrt. Seine Stellen sind seit Wochen bereits verwaist, kein Mensch kennt eine der Katzen oder weiß, wo er die Schlüssel hat um auf die jeweiligen Gelände zu gelangen. Frau N. ist die Einzige, aber auch sie hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu diesem Mann. Sie rief mich an – obwohl wir uns gerne aus dem Weg gehen – schließlich geht es um die Tiere.

Ja, wohl wahr, aber wer soll das alles zusätzlich meistern? Ich wurde wütend, denn das ist nicht mein Ding, das muss der zuständige TSV regeln, das alles kann nicht an zwei Personen kleben bleiben!

Trotzdem, weil es um die Tiere geht, trafen wir uns gestern Abend, damit ich zumindest weiß, worum es geht und um dem TSV eine Art Lageplan erklären zu können, wenn ich mich an ihn wende. Die Zeit drängt, da die Tiere seit Wochen nicht versorgt wurden.

Wir fuhren somit eine Stelle nach der anderen ab und ich sagte immer wieder: „Frau N., weder sie noch ich können diese Futterstellen zusätzlich übernehmen!“

„Schon klar“, antwortete sie, „aber wer will das sonst tun? Die Mitglieder des Tierschutzvereines machen nichts, rein gar nichts in der Beziehung!“

An  der dritten Futterstelle, einem Recyclinghof, standen wir ungefähr fünfzehn Minuten und sahen keine Katze.  Mittlerweile dämmerte es und Dunkelheit bringt oftmals Tatsachen zu Gesicht. „Eventuell sind hier gar keine mehr“, meinte Frau N. Doch dann sahen wir Schalen unter einem Klimagerät an der Hauswand stehen und hatten Gewissheit: Herr L. hatte bis zu seiner Verwirrtheit hier gefüttert. Wir gingen umher, standen vor einem  Tor, das logischerweise nicht zu öffnen war. Was tun?

Plötzlich lief eine schwarze Katze auf uns zu, regelrecht zielsicher. Sie schnupperte an unseren Autos und war definitiv ausgehungert. Wir füllten eine Schale und überlegten in Windeseile. Herr L. hatte nie Wert auf Gesundheit oder Kastrationen gelegt, man hatte ihn einfach so machen lassen – Hauptsache die Katzen werden versorgt. Wer mag sich auch darum kümmern? Ein Punkt, den ich hiermit an die Tierschutzvereine weitergebe, denn DAS IST KEIN TIERSCHUTZ!

Die Schale mit Futter stellten wir in den Heckbereich von Frau N`s Auto und  die Katze sprang hinein. Heckklappe zu, denn unvorbereitet und ohne Falle, ohne Transportbox war das Tier erst einmal „von der Straße“ und musste kastriert werden, da es zu 99% tiger Sicherheit noch jung war und unkastriert. Wir fuhren mitsamt schwarzer Katze, die sich während der Fahrt auf Frau N´s Schulter setzte obwohl sie anfangs durch die Scheiben springen wollte, zu ihr nach Hause, hinein in die gesicherte Garage. Transportbox mit weiterem Futter gefüllt , Locken und  Warten. Das schwarze Mädel ging irgendwann auch in die Box hinein, da es Hunger ohne Ende hatte. Klappe erneut zu und hinauf ins Dachzimmer, wo bereits viele Katzen, unter anderem Emmy, Maxi und Lisbeth ihrer Dinge harrten.

Heute wurde ein Tierarzt gefunden, der auch samstags im Sinne des Tierschutzes  ohne Termin kastriert. Danke an Dr. Görtz! Die Zeit drängte, da es sich auch um ein säugendes Muttertier hätte handeln können, was sofort wieder hätte frei gelassen werden müssen. Die schwarzweiße Miez ist tatsächlich weiblich, zwei bis drei Jahre alt,  halbzahm und keine momentane Mutterkatze .Es wird nicht die einzige dort sein – nur an einer von fünf Stellen. Frau N. hat ab Oktober ein paar Tage Urlaub und was soll man im Urlaub tun,wenn nicht Fallen aufstellen und versuchen das Katzenelend einzudämmen?

Genau, das war es für heute. Fotos werden geknipst und ich hoffe, dass Ihr alle mithelfen werdet um für die schwarze Katze mit weißem Brustfleck eine Pflegestelle oder ein Zuhause zu finden. Ja?

Futterstellen und ihre Lagen

Futterstellen und ihre Lagen, beziehungsweise die Lebensumstände vieler frei geborener Katzen.

An solch einer Stelle füttere ich in Vertretung, wenn Frau N. in Urlaub fährt oder wie in den momentanen Tagen, Freitag, Montag und  Dienstag, wo eine Großveranstaltung abends keinen Zugang zulässt. Nur morgens bis 11.00Uhr, wo nach einer Gesichtskontrolle per Ordnungsamt oder Polizei der Eintritt zu dieser Straße gewährt wird.

Die Katzen leben dennoch weiter und müssen versorgt werden. Man könnte das als Grund angeben, aber wer will das hören? Da ich unter der Woche um 7.00Uhr durch diese Straße fahre, ist es momentan wieder einmal meine Aufgabe zuzusehen, dass keines der  Tiere verhungert. Das Wochenende wird von der Katzennothilfe  geregelt, bei der sich Frau F. in die Nähe fahren lässt und den restlichen Weg zu Fuß schaffen wird.

Ich kann und möchte nicht viel von dieser Stelle erzählen, weil es das Tabuthema dieser speziellen Firma ist und dennoch muss ich meiner Wut Luft machen.

Eine Fabrik, von der jeder Außenstehende lediglich die Front sieht. Bis hierher und nicht weiter.

Vor fünf Jahren fand ich eine tote und noch junge Katze vor einem LKW liegend auf der Straße. Ich legte sie in eine Wiese und wunderte mich, wo dieses Tier herkommen konnte. Ein Industriegebiet ohne Umfeld, lediglich Fabriken und ein Fahrweg. Bis sich eines Tages eine neue Mitarbeiterin der Firma an den zuständigen Tierschutzverein wandte und sozusagen um Hilfe rief. In ihrer Arbeitsstelle liefen Unmengen von Katzen herum und auch viele Babykatzen, das könne nicht so weitergehen. Frau N. wurde somit offiziell zur Stelle gerufen, da diese Mitarbeiterin kein kleines Licht darstellte oder diese Maßnahme initiierte ohne zu wissen, was sie da anrichtete. Das alles weiß ich nicht genau. Ich weiß nur, dass sich kein Fremder auf dem Gelände aufhalten darf, viele Babykatzen untergebracht, fast alle Katzen kastriert werden konnten. Frau N. blickte seinerzeit in das Interne dieser Firma, wo sich außerhalb der Bürogebäude Schmutz, Käfer und Katzen aufhielten. Deshalb musste Frau N. eine „Futterstelle“ einrichten, da sie die Katzen nach der Sterilisation nun einmal kannte und niemand sonst sie versorgen durfte und immer noch nicht darf. Das steht angeblich auch in den Arbeitsverträgen und nur eine Handvoll Arbeiter kümmert sich hin und wieder um die Katzen und macht sich sozusagen strafbar.

Und genau das ist der Punkt über den ich nachdenke.

Strafbar machen für was?

In dieser Firma wurde jahrelang zugesehen wie sich Katzen vermehren, eventuell krank wurden, sich eventuell in Ecken verkrochen und krepierten. Auch das kann ich nicht beweisen, lediglich vermuten. Aber kann bei solchen, selbst gemachten Problemen ein Geschäftsführer oder ein Aufsichtrat – oder wer auch immer dafür zuständig ist – hergehen und solche  Regeln aufstellen? Das sind keine offiziellen Regeln, im Gegenteil. Es wurde  zugesehen wie sich Tiere vermehren, die laut Gesundheitsamt in einer Lebensmittel herstellenden Firma nicht leben dürfen. Die, die, von Giftködern lahm gewordenen, Ratten und durch Korn angelockten Tauben allerdings preiswert beseitigen sollen. Deshalb gab es vor einigen Monaten auch kein Theater, das wurde regelrecht unter den Teppich gekehrt. Ein Zertifizierer kam, kontrollierte und vergab Punkte. Bei dieser Begehung wurde ein Futternapf entdeckt und schon gab es Punkteabzug. Von da an wurde jeder Napf, den Frau N. wie jeden Abend, an bis dahin geheimer Stelle, deponierte, entsorgt. Ob noch gefüllt oder bereits geleert. Sie fragte mich, was man tun könne und ich fragte einen freundlichen Mitarbeiter aus dem Büro, den ich täglich aus einem anderen Grund treffe. Ich war erstaunt, denn er schüttelte sogleich mit dem Kopf und meinte: „Das ist das Tabuthema der Firma, da beiße ich auf Granit. Speziell unser Geschäftsführer lässt darüber nicht mit sich reden.“

Frau N. verlagerte die Futterstelle, hoffte, dass die Katzen diese finden werden und klar wie immer: Katzen sind nicht dumm. Wie viele es noch sind ist unklar. Drei Dosen Futter werden täglich verputzt.

Einzige Möglichkeit

Seitdem haben wir also eine andere Stelle und hin und wieder sehe selbst ich, die als Versorger den dortigen Tieren fremd ist, eine der existierenden Katzen. Sie laufen durch den Dreck, sind absolut scheu – und niemand kann mehr tun?  Man muss sich auf das Gelände schleichen wie ein Indianer oder doppelt so schnell sein. Bedeutet auf das Gelände fahren, gefüllte Futterschale bereithalten, aussteigen, hinlaufen, absetzen und weg. Gesehen wurde ich auch schon und sofort angebrüllt, weil  ich keinen Zugang habe. Da sich die hinweisende Mitarbeiterin zurückgezogen hat oder nicht mehr dort angestellt ist, wird man keine weiteren Auskünfte erhalten

Hat jemand Ideen, wie man gegen solch einen Schwachsinn angehen kann?

Danke für`s Futter!

Das gilt  wieder eimal Frau Kahlfuß, deren Name ich hier nun mit freundlicher Genehmigung nennen darf. Inklusive ihrer Norwegischen Waldkatzen „von der Puppenburg„.

Frau Kahlfuß sammelt fleißig Tatzenpfoten im Fressnapf Forum, und muss bei Erreichung gewisser Punktezahl einen eingetragenen Tierschutzverein nennen, an den der jeweilige Gutschein ausgehändigt werden soll. Frau Kahlfuß spendet die  Gutscheine unter anderem an die Tierhilfe Rhein Main, die ihrerseits zusieht,  die Gutscheine bestmöglichst weiter zu geben.

In diesem Fall war es ein witziger Zufall, der mich wieder einmal erkennen ließ, wie sehr die Tierhilfe Rhein Main mitdenkt und wie weit wir doch voneinander entfernt sind. Internet macht`s jedoch  möglich, die weite Welt zu einem Kern zusammenschrumpfen zu lassen, wenn mit aufmerksamen  Augen, verstehenden Ohren und internationaler Sprache  vor Ort geholfen wird.

Der „witzige“ Fall war`Drei, Zwei, Eins – Meins`, ein Angebot bei Ebay, wo ein 10 Kilo Sack Royal Canin Outdoor für 48Euro angeboten wurde und Gisela ohne lange nachzudenken zuschlug. Sie hatte auf der Katzenheimat gelesen, dass Royal Canin die beste Alternative darstellt.

Der Gutschein war noch nicht unterwegs, doch hier bei uns kam ein großes Paket an, voll mit dem besten Trockenfutter. Kein Haken, kein nichts. Halbarkeit bis Ende Dezember 2012. Ich werde es für den kommenden Winter aufsparen, was die Katzen während Frostperioden wochenlang  satt werden lässt. Ohne Gefahr von Schnecken, ohne Fliegen, ohne Ohrenkneifer – ohne Verlust.

Für eine Katze Ration für 166 Tage, für ca. 15 Katzen Ration für 5 Wochen.

Ganz herzlichen Dank Euch Beiden, im Namen der Katzen!

Futterstellen und jahreszeitliche Begegnungen

Als ich über die „schlimme Stelle“ berichtete, da ging es eigentlich nur um das Umfeld an sich. Seit Oktober letzten Jahres gibt es diese Futterstelle erst, und  ich hatte dort noch keinen Sommer erlebt. Einen Sommer mit der gewohnten und überall stattfindenden Fliegenplage, die sich an dieser Stelle   jedoch zum kleinsten Übel herab schrumpfte. Einen Sommer unter einem Holunderbaum und neben Brombeerbüschen, wo sie in Scharen Halt machen, die Marmeladeneinkocher und Schnäpschenbrenner – das ist etwas völlig Neues. Da wird bequem vor der „Haustür“ geparkt, sogar eine Leiter aus dem Wagen gehievt und gesammelt, was die Natur bietet. Es ist eine Phase, das ist klar, irgendwann wird keine Holunderdolde mehr am Baum hängen, die Stelle wird uninteressant werden, aber kommt man zur gewohnten Zeit und will die Futterstelle versorgen, dann stehen sie da und pflücken und reißen. Ich könnte hergehen und den jeweiligen Leiterkletterer bitten Obacht zu geben, weil sich genau unter seiner Begierde eine Futterstelle für Katzen befindet, aber das tue ich nicht, da jeder Wissende ein Katzenfeind sein könnte. Somit fahre ich weiter, zur nächsten Stelle und warte ab, bis ich unentdeckt bleiben kann.

Für jeden von Euch wird ein Bild vor Augen erscheinen, wenn er sich diese kleinen und großen dunkelroten Beeren vorstellt, die nach einer Pflückattacke  überall verstreut und zermatscht herum liegen. Inklusive der Äste und Blätter. Somit ist Saubermachen angesagt – man hat ja sonst nichts zu tun.

Ebenso eine Phase sind des Gärtners größte Feinde, die Nacktschnecken. Um die 30 Grad am Tag und während der Nacht Regen. Das ideale Klima, um Schnecken zu animieren in Partylaune zu verfallen. Es ist Natur, es sind Lebewesen, es sind Schnecken, es sind Tiere. Das muss ich mir ständig einhämmern, wenn ich bereits weiß, was mich erwartet. Eine absolut versaute Futterstelle, für die es keinen schlimmeren Vergleich gibt.

Das Trockenfutter ist unbrauchbar geworden, die Kiste muss ausgewaschen und getrocknet werden. Es hilft kein Wedeln mit der Hand, obwohl auch dieser verzweifelte Versuch eine Horde Fliegen nur für den Moment abschreckt. Schnecken bedeuten richtig Arbeit. Und keine dieser Schnecken kann ich töten, somit kommen sie mitsamt dem am Abend vorher noch trockenem Futter weit entfernt auf eine Sammelstelle, wo sie die Reste des verdorbenen Trockenfutters offiziell bearbeiten können.

Eine halbe Stunde später und eine halbe Küchentuchrolle weniger, sieht es für den Rest des Tages wieder angenehm aus.Mit nur wenig Trockenfuttter , denn tagsüber traut sich kaum eine Katze hier hin.

Aber es ist warm, die Fliegen werden Eier legen, für heute Abend ist Gewitter angesagt…

Wie war das noch mit  Sisyphos und seinem Felsbrocken?

Das folgende Foto machte ich am Freitagabend als es bereits dämmerte, keine Fliegen in Sicht waren und die Nacht versprach kühl und trocken zu werden. Somit gab es nach Tagen auch wieder Nassfutter. Als ich soeben das Foto verkleinerte, erst da sah ich das Katzenauge, das ich, ohne die (schwarze) Katze bewusst zu sehen, mitfotografiert hatte:

Katze Emmiken und die Gedankenübertragung

Weiß gar nicht wie ich das sagen soll, aber ich gehe davon aus, dass Gleichgesinnte verstehen werden.

Irgendein Donnerstag in  den vergangenen Wochen war es, als ich mit Herrn M. telefonierte. Er musste gezwungenermaßen und verbotenerweise eine Futterstelle auf „seinem“ Betriebsgelände einrichten, weil sich dort Samantha, Ronja und Ruby aufhalten.Bei unserem Gespräch erwähnte er, dass er vor ein paar Tagen eine tote Katze auf selbigem Gelände gefunden  hätte. Sie lag hinter einem Pallettenstapel und sei durch Verwesungsgeruch aufgefallen. Ich fragte, wie die Katze ausgesehen hätte, ob ich sie noch einmal sehen könne, beerdigen…

„Oh nein“, meinte Herr M. ,“das war bereits zu weit fortgeschritten. So etwas packt man nicht mehr ins Auto. Tüte, Container und gut ist das.“

„Aber welche war es?“, fragte ich aufgeregt, „das ist wichtig zu wissen!“

„Tja, ich kannte sie nicht“, meinte Herr M. „eine hellgetigerte, mehr kann ich nicht sagen.“

„Aber ich muss das wissen … hellgetigert, nicht, dass das die Mutter von Emmy und Maxi ist!“

„Vermissen sie sie?“

„Ja, seid vier Wochen, deshalb schauen sie bitte auf die Katzenheimat, sehen sie sich die einzigen  Fotos von Emmiken an und vergleichen sie, bitte!“

Herr M. sah nach und meinte, dass es Emmiken sein könne.

Man kennt sie, diese Faustschläge in die Magengrube. Noch nie wirklich erlebt, aber es fühlt sich jedesmal so an, wenn  solch eine Nachricht kommt.

Ich dachte nur: Bitte nicht Emmiken, bitte, bitte nicht! Es mag eine der bisher unbekannten Katzen sein, die nie in eine Falle gehen und lediglich nachts laufen. Eine, die tatsächlich an Altersschwäche gestorben ist. Es tut mir Leid, sehr Leid, aber bitte nicht Emmiken! Sie ist noch jung und lebenslustig, bitte nicht!

Herr M. und ich beendeten das Gespräch und ich fuhr weiter, zur Futterstelle von Minki, Emmiken und wer weiß welchen Katzen noch. Ich rufe die Katzen immer, wenn ich angelangt bin und meist kommt Minki aus einem Gebüsch hervor oder Emmiken wartet bereits. Wie gesagt, Emmiken hatte ich seit vier Wochen nicht gesehen und in diesen Momenten intensiv an sie gedacht. Mir ging es miserabel,  dachte an all die niederschmetternden Dinge, an all die Katzengegner, an all die gegnerischen LKW Fahrer. Der eine Fahrer schenkt einem Futter, findet Katzenversorgung in Ordnung und dann der andere, der fragt: „Was machen sie denn hier?“ , wie zu einem Marsmännchen das mitsamt UFO im hauseigenen Garten gelandet ist. Ich antworte: „Katzen versorgen“. Und er: „Wissen sie nicht wie dumm das ist, wie viele Ratten hier herum laufen?“ „Ja,“ und ich nicke, völlig gegen meine gundsätzliche Meinung, da dieser daher gefahrene Furz keine Ahnung haben kann  woher diese Katzen stammen, die seit acht Jahren versorgt werden und ihren Ursprung in einer abgerissenen Fabrik haben. Was soll ich solch einem Ignoranten sagen?

Ich kann in solchen Momenten keine Antwort mehr finden, denn erstens sind speziell diese Menschen gefährlich und zweitens habe ich keine Kraft mehr, um auf all diesen Schwachsinn zu antworten. Speziell solche Wichtigtuer scheinen eine komplette Firma zu vertreten, weil die nächste Frage war: „Wer hat ihnen die Erlaubnis erteilt?“  Ich sagte: “ Herr Sch..“,  und wichtiger Fahrer meinte, dass dieser Mann längst nicht mehr bei der Firma arbeite. Da müsse man sich etwas anderes einfallen lassen, so gehe das nicht!!

Okay,  somit werden die Karten neu gemischt werden müssen, aber  gut im Vorfeld zu wissen. Doch dich, du armselige wichtigtuerische Wurst, werde ich nicht unbeachtet lassen!

Und im nächsten Moment war das alles wieder vergessen, da ich an  Gedankenübertragung, an irgendetwas Höheres dachte, weil Emmiken wie zu meiner Beruhigung an gewohnter Stelle  saß und wartete. Als wenn sie sagen wollte: „Hey, mach dir doch nicht immer so viel Kopf! Also mir geht es gut, wie du sehen kannst.“

Allerliebstes Dankeschön, Emmiken! Auch wenn du anschließend erneut untertauchtest, so weiß ich nun wieder, es geht dir gut! Anschließend ging es mir wirklich wesentlich besser und der Auftrieb, den ein für bescheuert erklärter Katzenversorger braucht, der war durch diese, für andere völlig unwichtige, Begebenheit körperlich spürbar. Glück und Leid liegen nahe beieinander, aber dieser Moment bestand einfach nur aus Glück.