Glückliches Jahr 2012

Das wünscht die Katzenheimat allen Lesern!

Ich hatte eine Menge vor und bearbeitete seit Tagen Fotos, weil ich eine positive und leider auch traurige Bildergalerie darstellen wollte. Das schaffte ich bis gestern jedoch nicht und bekam selbst den Jahreswechsel nicht mit. Schlummerte um ungefähr 22.oo Uhr auf dem Sofa ein.

Aber was soll es? Auch wenn ich verschlief, so bleibt die Zeit nicht stehen und Zeit genug verbleibt, um immer noch unsere geretteten und gegangenen Freunde  zu verehwigen. Ohne jeglichen Zeitdruck, den wir uns nur selber machen. Trotzdem bin ich froh eine Überleitung gefunden zu haben, die mir eine liebe Bekannte zuschickte. Ich gebe zu, bisher nicht gewußt zu haben, dass Goethes Mutter, die ich umarmen mag aufgrund dieser wahren Worte, eine solch weise Frau war. Ich sehe diese von ihr beschriebenen Menschen vor mir, die einerseits so verbittert sind und die anderen, die eine Entspannung darstellen, weil sie die Fünfe gerade sein lassen können:

Man nehme 12 Monate, putze sie ganz sauber

von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst und

zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so dass

der Vorrat für ein ganzes Jahr reicht.

Nun wird jeder Tag einzeln angerichtet aus einem

Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und

Humor.

Danach füge man drei gehäufte Esslöffel

Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein

Körnchen Ironie und Takt.

Jetzt wird noch alles reichlich und mit viel Liebe

übergossen.

Das fertige Gericht empfiehlt sich jetzt noch mit

Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten zu

schmücken und serviere es dann täglich mit

Heiterkeit und mit einer guten erquickenden

Tasse Tee……

Catharina Elisabeth „Aja“ Goethe, die Mutter von Johannes Wolfgang v. Goethe


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zur Abwechslung – ein Gedicht von Mauritius Mense

Lilli

© Mauritius Mense

Lilli das ist meine Katze
spitze Ohren – langer Schwanz
Tigerfell auch Krallen hat se
sie besitzt mich voll und ganz.

Meistens schläft sie auf der Cheese
schnurrt – ja rekelt sich herum
träumt von Mäusen oder Käse
führt mich an der Nase rum.

Eine Leischen ist das Vieh
Nachbars Bolzen kratzt am Tor
alles dreht sich nur um sie
draußen jault ein Katerchor.

Lilli ist ein schönes Tier
und das weiß sie ganz genau
auf dem Sofa eine Zier
Lilli ist halt Katzenfrau.

Ach ich möcht sie nicht mehr missen
schmusen ist ihr Lebenszweck
gerade schiss sie auf mein Kissen
na, dann mach ichs eben weg…
mi jau Mau
rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
rrrrrr.

—–

Mauritius Mense hatte gerade seinen ersten Gedichtband im Noel-Verlag herausgebracht, heißt : Marke Mauritius, gibt es  bei amazon oder beim Buchhändler ihres Vertrauens

zur Abwechslung ein Gedicht – von Josef Guggenmos

Katzen kann man alles sagen

Auf der Treppe saß ein Mädchen,
ein graues Kätzchen auf dem Schoß.
»Dreimal drei ist zwölfundzwanzig«,
flüsterte es ihm ins Ohr.
»Aber ja nicht weitersagen! «
Ernst sah es das Kätzchen an.
Keine Sorge! dacht ich,
als ich’s im Vorübergeh‘n vernahm.
Katzen kann man alles sagen.
Was man auch zu ihnen spricht,
sie verraten kein Geheimnis.
Katzen machen so was nicht!

 

Josef Guggenmos

 

Zur Abwechslung: ein Gedicht von Lessing

Auf die Katze des Petrarch
( Gotthold Ephraim Lessing)

Warum der Dichter Hadrian
Die Katzen so besonders leiden kann?
Das lässt sich leicht ermessen!
Dass seine Verse nicht die Mäuse fressen.

zur Abwechslung – ein Gedicht von Heinrich Heine

Mimi

Heinrich Heine

„Bin kein sittsam Bürgerkätzchen,
Nicht im frommen Stübchen spinn ich.
Auf dem Dach in freier Luft,
Eine freie Katze bin ich.

Wenn ich sommernächtlich schwärme,
Auf dem Dache, in der Kühle
Schnurrt und knurrt in mir Musik,
Und ich singe, was ich fühle.“

Also spricht sie. Aus dem Busen
Wilde Brautgesänge quellen,
Und der Wohllaut lockt herbei
Alle Katerjunggesellen.

Alle Katerjunggesellen,
Schnurrend, knurrend, alle kommen,
Mit Mimi zu musizieren,
Liebelechzend, lustentglommen…

Brauchen keine Instrumente,
Sie sind selber Bratsch und Flöte;
Eine Pauke ist ihr Bauch,
Ihre Nasen sind Trompeten.

Sie erheben ihre Stimmen
Zum Konzert gemeinsam jetzo;
Das sind Fugen, wie von Bach
Oder Guido von Arezzo.

Das sind tolle Symphonien,
Wie Capricen von Beethoven
Oder Berlioz, der wird
Schnurrend, knurrend übertroffen.

Wunderbare Macht der Töne!
Zaubertöne sondergleichen!
Sie erschüttern selbst den Himmel,
Und die Sterne dort erbleichen…

Nur das Lästermaul, die alte
Primadonna Philomele,
Rümpft die Nase, schnupft und schmäht
Mimis Singen – kalte Seele!

Doch gleichviel! das musizieret,
Trotz dem Neide der Signora,
Bis am Horizont erscheint
Rosig lächelnd Fee Aurora.

zur Abwechslung – ein Gedicht von Gottlieb Pfeffel

Das Kätzchen

Ein unerfahrenes Kätzchen sah

Zum ersten Mal den Mond in vollem Lichte prangen

Und sprach entzückt zum Großpapa:

„Sieh an der Decke dort den schönen Käse hängen.

Oh, hätten wir ihn doch!“ – Ei, lerne, blöder Fant“,

Versetzt der Großpapa, „fürs erste Mäuse fangen,

Die sind uns näher bei der Hand.“

Gottlieb Konrad Pfeffel

(1736 – 1809)

zur Abwechslung – ein Gedicht von Swinburne

„An eine Katze“

Algernon Charles Swinburne

Mein edler Freund, ich bitte sehr:
Komm doch her,
Sitz neben mir und schau mich dann
Mit deinen lieben Augen an,
Mit Augen voller Glanz und Gold;
Dein Blick, er ist so treu und hold.
Dein wundervolles weiches Fell,
Schwarz und hell,
So seidig, üppig, voller Pracht,
Wie Wolkenhimmel in der Nacht
Belohnt die Hand, die dich liebkost,
Mit freundlicherem Glück und Trost.
Die Hunde freunden gern sich an
Mit jedermann.
Doch du, von lauterer Natur,
Liebst deine wahren Freunde nur,
Berührst mit deiner Pfote mich –
Ja, Lieber, ich verstehe dich.
Was geht wohl vor in deinem Geist –
Ach, wer weiß?
Wenig nur ist uns bekannt
Trotz unsrem Freundschaftsband.
Vielleicht ist’s dem Menschen nur vergönnt,
Daß er das Leben besser kennt.