Notfallkater Fecò – Paten und Zuhause gesucht!

Auch dieser Notfall kommt von Nadine, bzw. von der Katzenhilfe Katzenherzen e.V. Auch so ein schlimmer Fall, bei dem man erneut verzweifeln möchte, denn nicht nur dieses Tier wurde angefahren und einfach liegen gelassen!

„Oh, verdammt, da ist mir was zwischen die Räder geraten. Ach, macht nix,   mich hat niemand gesehen!“ Ist solch eine Szene bekannt? Kommt sogar in vielen Filmen vor und soll angeblich witzig sein. Und da haben wir es doch schon: Witzig – und wer kneift ist ein armseliger Loser.

Ich weiß nicht, vielleicht lesen hier nur die „richtigen“ Menschen mit, aber wo bleibt die Zivilcourage? Ein blödes Wort in dem Moment, da man begriffsmäß nicht so weit ausholen muss. Ein für jeden verständliches Wort, das einfach nur wiederspiegelt, was unsere Vorfahren jeden  gelehrt haben. Achtung, Respekt, Nächstenliebe oder einfach nur: Wer Scheiße baut, muss  dafür gerade stehen!

Aber was rede ich? Scherbenhaufen ohne Ende. Zumindest eine kleine Spende würde diesem lebenswilligen Kater nun helfen, obwohl er das niemals wollte. Vielen Dank, im Namen Fecò!

Heute möchte ich ein Notfellchen aus Ungarn vorstellen, welches mir zur Zeit besonders am Herzen liegt:

Den armen Feco haben ein paar Mädels irgendwo in der Prärie an einer Straße in Ungarn gefunden. Er wurde überfahren und einfach liegen gelassen. Feco ist ca. 3 Jahre jung.

Infolge des Unfalls kann Feco seine Hinterläufe momentan nur hinter sich herziehen, deshalb auch die Wunden an den Hinterpfoten. Es wird vermutet, dass ein Blutgerinsel auf den Nerv drückt. In Ungarn sehen wir keine erfolgreiche Behandlungsmöglichkeit, weshalb wir Feco nach Deutschland geholt haben; er befindet sich jetzt auf einer Pflegestelle in Wiesbaden.

Laut ungarischem Tierarzt bestehen gute Chancen, dass er sich wieder normal bewegen kann, wenn das Blutgerinsel aufgelöst ist; definitive Ergebnisse stehen noch aus, da Feco nun erst einmal einem Spezialisten vorgestellt wird.

Bericht der Pflegestelle vom 17.04.2011:
„Jolly (Feco) hat definitiv Gefühl in den Füßchen, habe ihn gekitzelt, er reagierte darauf sofort. Ich habe ihm kleine Schutzschuhe übergestreift, damit sich die Wunden an den Hinterpfoten zurückbilden können. Er geht ganz wunderbar auf die Toilette, das macht er alles selbstständig. Inkontinent ist er nicht.
Das Katerchen ist so voller Lebensfreude, deswegen nenne ich ihn auch Jolly. Ich habe keine Ahnung, was -Feco- bedeutet, aber ich fand, dass jemand, der so tapfer und frohen Mutes dieses traurige Schicksal erträgt, einen Namen verdient, der das auch ausstrahlt. Irgendwie flutschte mir sofort, ohne darüber nachzudenken, Jolly Jumper aus dem Mund, als ich ihn zum ersten Mal „herumlaufen“ sah.
Als ich meine Katzen mal kurz rein ließ, um Hallo zu sagen, robbte er schreiend auf sie zu und wollte Näschen geben, er ist ihnen sogar noch hinterher gerobbt, als sie sich umdrehten und gingen (er kann sich ja nur auf dem Boden schleifend fortbewegen) – da musste ich doch arg mit den Tränen kämpfen. Jolly genießt es gekrault zu werden (er kann sich ja an gar keinem Öhrchen kratzen), Bäuchlein findet er auch ganz toll, und er gibt vorbildlich Köpfchen. Er ist einfach nur ein süßer süßer süßer Knopf.“

Um Euch einen besseren Eindruck von dem süßen Schatz zu machen, schaut Euch bitte das nachfolgende Video an:

Seht Ihr, welchen Lebensmut Fecó hat? Ich selbst konnte bei dem Anblick meine Tränen nicht zurückhalten, weil ich mir immer wieder vorstellte, wie er nach dem Unfall einfach so liegengelassen wurde…

Wir suchen für das liebe, soziale und sanftmütige Pantherchen ein feines, verständnisvolles Heim, das ihm genauso viel Liebe zurückschenkt, wie er gibt.

Fecó ist kastriert, vollständig geimpft, gechippt, auf FIV/ FelV negativ getestet, parasitenbehandelt und besitzt einen EU-Heimtierausweis. Er wird gegen Schutzgebühr von 150 EUR und Schutzvertrag in verantwortungsvolle und erfahrene Hände vermittelt.

Kontakt:
Katzenhilfe Katzenherzen e.V.
Interessenten melden sich bitte bei unserem Katzenherz Petra unter petra.bohrmann@katzenherzen.de

*** Paten für Fecó gesucht ***
Desweiteren könnt Ihr für Fecó eine Patenschaft übernehmen. Eine Patenschaft hilft den Tierschutzvereinen Tierarztkosten, die durch Impfungen, Operationen, Kastrationen etc. entstehen, zu finanzieren. Ihr könnt jedoch auch eine Patenschaft in Form von Sachgeschenken übernehmen, d.h. Ihr übersendet Eurem Patentier Grundausstattung, wie Spielzeuge, Futter etc. oder finanziert diese Sachen. Ob Ihr Euch für eine monatliche Zahlung, eine Einmalzahlung oder eine Sachspende entscheidet, ist Euch überlassen – Fecó hilft jede Zuwendung. Den allgemeinen Ablauf der Patenschaft könnt Ihr dann direkt mit der Katzenhilfe Katzenherzen e.V. klären.

Helfen könnt Ihr außerdem, in dem Ihr diesen Aufruf bei Euch im Blog oder auf der Webseite veröffentlicht.

Vielen herzlichen Dank!!!

Neues von Tommy, der jetzt (King) Louis heißt

Na ja, King Louis heißt er nicht, eigentlich nur Louis, aber als es neulich in einem Gespräch um ihn ging kam man überein, dass er sich mittlerweile so aufführt wie King Louis aus dem Jungelbuch.
Louis hat kaum zwei Tage in der für ihn eigens aufgebauten Box zugebracht. Seine neue Familie war sich einig, dass der Kleine dafür zu neugierig und entspannt war und ließ kurzerhand den Zugang offen. Louis bewegt sich also schon fast die ganze Woche frei in der Wohnung. Er ist nicht übermäßig scheu, scheint sich also in der Nähe von Menschen und Katzen nicht unwohl zu fühlen und hält sich auch dort auf. Das Verhältnis zum Menschen ändert sich sofort, sobald dieser einen Futterbeutel mit sich trägt, dann ist man sein bester Freund und darf auch ruhig in seine Nähe. Mit den Katzen des Hauses gibt es keine Probleme, man toleriert sich und ich habe mir sagen lassen, dass Louis sehr sehr gerne mit allem möglichen Spielzeug spielt und in diesem Zuge die beiden anderen Katzen, Antonio und Sina, auch zum Spielen animiert. Vor allem Sina hat gerade erst durch ihren neuen Mitbewohner den Zauber eines Laserspielzeugs für sich entdeckt.
Louis scheint sich also wohlzufühlen, ist klug und aufgeweckt sowie natürlich außerordentlich verfressen, es herrscht seit seinem Einzug ein wildes Gemampfe im Haus, in dessen Zuge – wie soll es auch anders sein – eigentlich Jeder das Futter frisst, dass eigentlich für den Anderen gedacht war und das mit allergrößter Begeisterung.
Louis hat seine gesammelte neue Familie mühelos für sich eingenommen. Vielen Dank nochmal an Heike, die Louis aufgenommen und schon mit ihm „gearbeitet“ und damit einen Grundstein für sein Leben in der neuen Familie gelegt hat.
Wir halten euch weiter auf dem Laufenden!

Lisbeths Brief an Tanja und Adi

Liebe Tanja, lieber Adi,

heute habe ich erfahren, dass ich nicht bei Euch einziehen kann, obwohl Ihr es Euch so sehr gewünscht  und mir das Gefühl gegeben habt, dass nicht nur Ihr, sondern Eure Familie und Freunde sich auch auf mich freuen, vielleicht hätte sogar die halbe Stadt gejubelt, wenn ich wie ein kleiner Star in Eure vier Wände eingezogen wäre. So jedenfalls hat sich die Freude angefühlt, die Ihr ausgestrahlt habt. Ich weiß, dass Ihr Euch vom Moment meines Einzuges an zu mir auf den Boden begeben hättet, um mit mir auf einer Augenhöhe zu sein und mir jeden Wunsch vom Schnäuzchen ablesen zu können. Aber nun hat uns so etwas wie Schicksal ein Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem möchte ich Euch danken, dafür, dass Ihr Euch in mich verliebt habt, als ich noch staubig und stumpf, wild und voller Angst frisch von einem Dachboden in meine Pflegestelle eingezogen bin. Ohne zu zögern habt ihr Euer Herz und Euer Leben für mich geöffnet, als ich mich noch nicht einmal aus meiner Schlafhöhle hervor getraut habe und habt daran geglaubt, dass ich zu einem liebenswerten Kätzchen werden würde. Ihr habt mich besucht und mir Geschenke gebracht und wart klug und mitfühlend genug, mich nicht Hals über Kopf zu Euch zu holen, immer mit der Gefahr im Nacken, dass Ihr mich wieder abgeben müsst, wenn sich heraus stellt, dass grundlegende Dinge es nicht zulassen, dass ich für immer bei Euch bleibe. Noch  bevor ich bei Euch eingezogen bin, habt Ihr bei allem, was Ihr geplant hat, zuallererst an mich und mein Wohl gedacht. Ich bin ein glückliches Kätzchen, dass derart tolle Menschen so fest an mich geglaubt haben und mit mir zusammen  leben wollten. Wenn mein zukünftiges Frauchen auch nur halb so gut zu mir ist, wie Ihr es gewesen wärt, dann werde ich ein vollkommenes Prinzessinenleben haben.

DANKE FÜR ALLES, BITTE KOMMT MICH WEITERHIN BESUCHEN UND MIT MIR SPIELEN!

EURE LISBETH

Kater Tommy sucht ein Zuhause

Ja, der Kater Tommy, der auch vom Himmel fiel und plötzlich in einer Falle saß.

Er ist ungefähr sechs Monate alt und lebte mit zwei gleichaltrigen schwarzweißen Katzendamen  und der getigerten, noch säugenden Mutterkatze  zusammen auf einem Firmengelände. Auf diesem Gelände wird weder gefüttert noch sich gekümmert, lediglich aufgepasst und zugegeben, auch das ist viel wert.

Jungkatzen wurden gesichtet, die vorher nicht da waren. Die Mitarbeiter machten es richtig und sprachen mich darauf an. Den Umweg über komplizierte Telefonate mit einem gesuchten Tierschutzverein oder Tierheim nimmt  „Ottonormal“ ungern in Kauf, doch in diesem Fall fahre ich täglich berufsbedingt zu dieser Firma und es hat sich herum gesprochen, dass ich mich kümmere…

Tommy wurde kastriert und bekam eine Wurmkur verpasst. Aber er gab sich definitiv anders, als viele andere und ließ sich streicheln, brach nicht in Hektik aus, sondern nahm die Gegebenheiten locker hin. Somit kam man ins berühmte Zweifeln. Wohin mit ihm? Will er wieder raus, an seine angestammte Stelle? Ja oder Nein? Anscheinend nicht wirklich.

Im ersten Moment wurde er zur Ausheilung in der Dachkammer untergebracht. Als seine schwarzweißen und im Zimmer wild umher hetzenden  Katzenfreundinnen wieder heraus  gelassen worden waren, überlegten wir  weiter. Tommy alleine im Dachzimmer lassen und ewig auf ein Zuhause warten… wir sind Tierschützer.

Unsere Heike nahm ihn auf, da Pepitos Bruder inzwischen vermittelt werden konnte und somit ein Platz bei ihr frei war.  Somit sind beide nicht alleine und sie verstehen sich. Tommy ist zu vergleichen mit Lisbeth, Maxi und Emmy. Die Zeit muss reifen und Geduld ist gefragt. Tommy ist somit noch keine Knutschkugel, die macht, was Mensch gerne hätte.

Heike gibt sich wie immer viel Mühe und Dank ihr ist auch dieses Video zustande gekommen, wo der noch zurückhaltende  Tommy und der selbstbewusste Pepito in Aktion angesehen werden können.

Weitere  Berichte werden folgen.

Wochenbericht der zwei Minitiger oder – Emmy entdeckt die Zivilisation

Genau, das war gestern, also Freitagabends, wo ich nicht auf die Uhr sehen muss und ganz entspannt die Augen irgendwann zufallen lassen kann.

Die Minitiger hatten Ausgang, den bekommen sie nun immer, wenn sich ein Zweibeiner, also eine Aufsichtsperson, in der Wohnung aufhält. Man weiß ja nie so genau, was jungem, wild gewachsenem Gemüse so durch den Kopf – oder durch die Gedärme – schießt.
Mittlerweile sind die ersten Portionen Baycox und Panacur intus, und die Häufchen verfestigten sich erfolgreich. Nur gestern, gestern klauten sie Schneckchen die Reste aus dem Napf und da Schneckchen weniger als ein Spatz isst, war das anscheinend zu viel für die Minitiger. Schneckchens Napf musste sofort mit heißem Wasser gespült werden, denn das fehlt mir noch, dass sich Kokzidien auf die alte Dame übertragen.

Ich hab’s danach regelrecht verpennt, da mir auf dem Sofa Planmäßig die Augen zufielen und die Minitiger weiterhin ihren Ausgang (aus)nutzten. Jedenfalls war der Samstagvormittag ausgefüllt, mit Decken waschen und putzen. Sie hatten wieder einmal den Hundekorb genutzt, der eine Etage tiefer steht, oder sich wieder einmal verlaufen, die Orientierung verloren, die eigenen Toiletten nicht gefunden… was weiß ich. Inzwischen verfestigte Häufchen waren wieder einmal zu dünnen und kompliziert zu entfernenden, kleinen Fladen geworden.
Na ja, es kann nur besser werden. Positives Denken!

Heute gibt es aufgrund dessen nur Calm von Royal Canin, das Christine für die Minitiger spendete. Danke, Christine!

Abgesehen davon, fing Emmy gestern zum ersten Mal an öffentlich zu spielen. Ich sage deshalb öffentlich, weil ein Mensch anwesend war. Bisher war es so, dass Maxi sie aufforderte und beide wie wilde Hummeln im ehemaligen Büro herum rannten, ehemals wichtige Dinge von den Regalen warfen, sich gegenseitig auflauerten und spielerisch bekämpften.

Für das ebenfalls ehemalige wilde Schneckchen nutze ich eine Reitgerte, an die ich einen variablen Wollfaden knotete, an dem eine klappernde Spielmaus befestigt ist. Je nach Laune und Zustand liebt es selbst eine alte Katze, diese Maus zu jagen. Wenn sie sehen kann, wer ein Spielzeug lenkt, wird es sofort uninteressant.

Somit auch perfekt für die Gleichgesinnte Emmy.

Bisher bleibt Emmy bei ihrer ureigensten Überzeugung, dass Mensch nur wichtig ist, wenn er einen Teller in der Hand hält oder Katzenpudding an seinen Fingern  klebt.

Bisher mochte sie nicht einmal meinen Geruch. Tja, das stellte ich fest, weil Maxi und Emmy immer im Wäschekorb liegen. Dort liegt (zur Sicherheit gegen Unreinheit) die Badematte drin und logischerweise schmutzige Wäsche, denn der Alltag lässt sich nicht stoppen. Sie könnten auch in ihrer offenen Transportbox oder in der Höhle ihres Kratzbaumes schlafen – aber nein, das ist von Menschengehirnen erdacht worden und einfach nur doof.
Zuoberst lag seit Montag einer meiner Pullover im Korb, und Maxi mittendrin. Emmy hockte stur hinter der Waschmaschine.
Entweder wurde es ihr auf den Fliesen zu ungemütlich oder sie begann zu akzeptieren… oder hält seitdem die Luft an. Jedenfalls lag sie seit Mittwoch neben Maxi im Korb, auf meinem rosafarbenen Pullover.
Die Entwicklung schreitet voran und es ist abzusehen, wie Maxi und Emmy als Katzendamen einmal aussehen werden. Maxi hat bereits jetzt die Statur eines Geparden, lange Gliedmaßen und einen schmalen Körper. Emmy, der kleine Schatz, wird ein wenig gedrungen bleiben, sie ist eine Überlebenskämpferin mit flusigem Fell und wird sehr wahrscheinlich immer Hunger haben. Aber einen treuen Blick hat sie, obwohl sie sich so zurückhaltend gibt. Da beide, sobald sie sich der Treppe nähern, von Hündin Gipsy (falls anwesend) angebellt werden, ist ihr Bereich die obere Etage, denn Schneckchen, die diesen Bereich aufgrund des Bellens längst akzeptierte, nimmt man mit Links. Zumindest Maxi, die absolut keinen Respekt vor einer älteren Dame zeigt. Emmy akzeptiert Schneckchen seit dem vergangenen gegenseitigen Fauch – Austausch. Sie versucht zwar auch das Futter zu stehlen, aber nur wenn Schneckchen nicht hin sieht.

Maxi ist ein so genannter Sonnenschein und der Schalk blitzt förmlich aus ihren Augen. Man kann sie kurzzeitig auf den Arm nehmen, doch dann springt sie in Windeseile wieder herunter. Anschließend wirft sie sich auf den Boden und will weiter beachtet werden.

Zum Schluss der Baum, der nun völlig kahl dasteht und ankündigt: Es kommt der Winter, die harte Zeit.

Wie immer Danke für Eure Aufmerksamkeit und Grüße von den Minitigern, die um diese Zeit zum Leben erwachen.

 

Kittenbloggie – Lisbeth äußert sich!

Guten Tag. Die Frau, die auch wohnt, wo ich wohne, liegt schnarchend und röchelnd auf dem Ding mit den vielen Kissen drauf, bedeckt von lauter zerknüllten Etwassen, die Taschentücher heißen müssen, denn immer, wenn sie in dieses mobile Sprechdings reinredet sagt sie „Taschentücher, ich brauche mehr Taschentücher“. Und wenn sie die dann mitgebracht bekommt, nimmt sie sie aus der Packung, tut sie an ihre Nase und macht seltsame Geräusche. Und dann liegt sie wie ein Häufchen Elend da und behauptet, dass sie keine Kraft habe, um mir mir zu spielen. Hauptsache ich soll ständig angerannt kommen, sobald sie mir ihre Hand entgegen streckt. Die Frau kann wirklich froh sein, dass sie von Anfang an ein Dach über dem Kopf gehabt hat, wenn sie auf der Straße hätte leben müssen wie ich, wäre die schon längst eingegangen!! Nun ja, jetzt schnarcht sie jedenfalls so vor sich hin und ich übe ein bisschen Tatzenmotorik auf diesem Dings hier, das ist leichter, als einen Stift zu halten, weil der dann immer so schön wackelt und dann spiele ich lieber damit, als was zu schreiben.

Jedenfalls wollte ich Euch nur mitteilen, dass ich sehr wohl die Manieren habe, angerannt zu kommen, wenn mir eine Hand entgegen gestreckt wird, das finde ich sehr höflich von mir. Denn noch keine von denen ist angerannt gekommen, wenn ich meine Pfote in die Luft gehalten habe, also was soll das. Na ja, ich muss auch zugeben, was die dann mit ihren Fingern machen ist auch schön, so gekrault zu werden. Neulich sogar habe ich mich so hinreißen lassen, dass ich glatt vor Wonne umgefallen bin und einfach nur weiter gestreichelt werden wollte.Das passiert mir sonst nur, wenn ich mit Gini kuschle, die ist mir nämlich das Allerliebste auf der Welt.

Und schnell lernen, das tue ich auch weiterhin; allein heute!! Ich habe gelernt, dass was Gutes dabei abfallen kann, wenn Menschen in die Küche gehen, und das man mit einem Stück Korkrinde super durch die Wohnung hechten kann, da hat sogar meine liebe Gini mitgemacht und außerdem, weiß ich jetzt, warum die so gerne auf dem großen Ding mit den vielen Kissen sitzen, das ist saubequem da. Und gelernt wo das Gretchen ihr Futter kriegt, hab ich auch, das esse ich jetzt auch immer, nachdem mein eigenes weg ist. Gretel kriegt zwar das gute Futter für Senioren, aber was soll mir schon passieren, außer, dass ich so groß und so stark werde wie sie. Und ich habe das Öl gefunden, das meine Gini über ihr Futter kriegt, damit sie ihr tolles Fell behält und ihre Hautproblemchen loswird, darum ist sie so wunderschön! Und da ich beschlossen habe auch wunderschön zu werden, habe ich direkt mal die Flasche von außen geputzt, mal sehen, wann ich glänze.

Ich bin also total nett und aufgeschlossen, wie ihr seht, nur gestern habe ich was Schlimmes gemacht, das tut mir heute wirklich leid und dafür möchte ich mich entschuldigen: Ich habe nämlich das Gretchen mindestens eines ihrer Katzenleben gekostet. Das kam so: Gretel hat da so eine Miniaturausgabe von so einem Ding mit vielen Kissen drauf auf der Fensterbank und da lag sie gestern drauf und wo ich sie angesehen habe, sah das sooo gemütlich aus, wie sie da schlief und ich hatte auf einmal nur noch den einen Herzenswunsch auch da zu liegen, vielleicht sogar mit ihr zusammen?

Na ja und dann bin ich einfach auf das Gretchen draufgesprungen, so richtig volle Möhre, wie man so schön sagt, Mensch, was hat die sich erschreckt und geschrien und gefaucht! Und getackert hat sie mir auch eine, trotzdem hab ich sie sehr gerne und wünsche mir sehr, dass wir eines Tages vielleicht wirklich zusammen auf der Fensterbank liegen …

So und jetzt versuche ich mit diesem Knipsdings mal ein Foto von der schnorchelnden Frau da zu machen, damit ihr mal seht, wie das ist, wenn man ständig in allen Lebenslagen dargestellt wird … Knopf auf on … Objektivdeckel ab … Blitz und jetzt … oh oh, sie wacht auf und starrt mich an als hätte sie eine Vision von einer Katze, die ein Foto von ihr machen will. Das wird wohl nichts mehr … schade, dieses doofe Gesicht hätte ich gerne mit Euch geteilt!!

In Thunfisch mit Venusmuschel (gab’s gestern, köstlich, aber meine Menschen haben wohl keinen so feinen Gaumen, bei denen gab’s nur Brote) getauchte Grüße

Eure Lisbeth

Kleine Katze, große Wohnung – Lisbeths Tagebuch (5)

Im Lauf der letzten Woche hat ist Lisbeth so selbstsicher geworden, dass sie ihrem Spieltrieb täglich voll nachgeht. Wenn man sich das Ausmaß der Verwüstung betrachtet, dass sie binnen kürzester Zeit in ihrer Box hervorzaubern kann, wird klar: Sie braucht dringen Auslauf und mehr Fläche zum Verwüsten. Ein besonderes Hobby von ihr ist geworden, die Zeitung unter ihren Näpfchen hervorzuscharren und in viele kleine Fetzen zu zerstückeln. Außerdem mag sie es aus Prinzip nicht, wie wir ihre Box dekorieren, sie räumt sofort alles um. Also war Freitag  „Stichabend“, nach der Arbeit öffnete sich die Front für einige Stunden, die Lisbeth voll ausgenutzt hat, um die Wohnung zu erkunden, ein lange verloren geglaubtes Leckerchen von Gini hinter einer Kommode hervor zu kramen, überhaupt mal auf Tuchfühlung mit Gini zu gehen, sich Gretchen zu nähern.

Lisbeth und Gini

Spielstunde

Ginihund und Lisbeth liefen bei den ersten, kürzeren Freigängen aneinanderklebend herum, ähnlich wie eine Walkuh mit ihrem Kälbchen umherschwimmt.

Die Beiden hängen zwischendurch immer wieder mit verschiedenen Körperteilen aneinander wie Kusspüppchen

Gestern hatten sie dann Gelegenheit diese Beziehung zu „vertiefen“, was zur Folge hatte, dass Gini in ihrem Überschwang schon mal über Lisbeth hinweggetrampelt ist, was diese dazu gebracht hat eine Technik zu verfeinern, mit der sie gemütlich unter Gini herschlendern kann. Als es dann ans Spielen ging hat Lisbeth gezeigt, dass sie recht wehrhaft ist und sich nichts bieten lässt, Gini hat sie dann weiter zum spielen aufgefordert, war aber deutlich vorsichtiger dabei.

Beim Spiel mit Katzenmäusen

Wenn es manchmal schneller gehen soll, Lisbeth anzulocken, kann man auch schonmal Gini vorschieben, da kommt sie meist sofort.

 

Lisbeth und Gretchen

Gretchen interpretiert das Lederfransenangelspiel auf ihre Art ...

Auch an Gretelkatze zeigt Lisbeth reges Interesse. Allerdings ist Gretchen dem neuen Katzenwesen im Haus gegenüber nicht ganz so aufgeschlossen, wie Gini, womit wir am wenigsten gerechnet hätten. So stolzierte Gretel die erste Woche stets an Liesbeths Box vorbei, um kurz inne zu halten und einmal in ihre Richtung zu fauchen, bevor sie weiter stolzierte.  Die zweite Woche hat sie das nicht mehr so regelmäßig getan und war beim gestrigen, längeren Freigang Lisbeths auch an ihr interessiert, vor allem, als wir mit der Angel gespielt haben, aber sobald das forsche Lieschen auf sie zuhüpfte, ging sie in Abwehrstellung und fauchte sie an. Lisbeth schreckt das nicht ab. Sie reagiert dann zwar mit Respekt darauf, ist aber weiterhin interessiert und beäugt sie dann aus sicherer Entfernung, bis sie sich dann wieder übermütig wird und Gretel wieder zum spielen auffordert.

Menschen noch nicht vertrauenswürdig

Den anderen Tieren im Haus begegnet sie also ohne das kleinste bisschen Scheu, sogar dem fauchenden und drohenden Gretel gegenüber ist sie viel offener, als dem Hausmenschen. Erste Reaktion ist immer: „Hiiilfe, du fütterststreichelstmichundputzmeinKlo zwar schon seit zwei Wochen, aber ich kenn dich eigentlich gar nicht!“ Und schwups weg. Wenn die Spielangel ausgepackt wird, sieht das allerdings ganz anders aus, da läuft Lisbeth zur Hochform auf und tobt, springt und hüpft bis sie umfällt.

Spielen geht immer ...

... bis zum Umfallen! Aber nach kurzem Nickerchen mitten auf dem Teppich ...

... ist LiLi wieder in Lauerlaune, hier fast perfekt verscholzen mit Ginis Kissen.

Allerdings muss man sagen, dass Lisbeth eine gewisse „Grundscheu“ vor Menschen abgelegt hat. So braucht sie sogar bei ganz fremden Besuchern nicht annähernd so lange zum Auftauen wie in ihren Anfängen hier im Haus. Sie hat zum Beispiel mit Begeisterung mit Tanja ein Grashalmspiel gespielt, als diese mit Adi zu Besuch gekommen ist. Die beiden haben ihr sogar ein Geschenk mitgebracht! Nahrhafte Babypaste, die Lisbeth jetzt jeden Abend noch zusätzlich in ihre Milch bekommt.

Tanja hat aus einem Grashalm ein unwiderstehliches Spielzeug gemacht

Nach der schnellen Entwicklung der ersten Zeit mache ich mir Gedanken darüber, dass Lisbeth nach wie vor diesen Fluchtinstinkt nicht ein Stück weiter abgelegt, hat, der sie sofort weglaufen lässt, sobald Mensch sich erhebt oder auf sie zubewegt. Zwar merkt man einen deutlichen Unterschied in ihrem Verhalten, jetzt, da sie frei herum läuft, wenn ihre bekannten zwei Menschen mit ihr im Zimmer sind, oder noch ein unbekannter Mensch dazu, aber man muss auch als bekannter Zweibeiner erst einmal in die Tiefe gehen, ruhig sein und sie mit Essbarem anlocken. Wenn man dann einmal mit dem Streicheln angefangen hat, ist alles prima. Sie liebt es sogar mit dem Furminator gestriegelt zu werden und bürstet sich quasi schnurrend selbst damit das Fell. Aber bitte bloß keine Unterbrechung dabei, dann geht alles von vorne los. Wenn ich Sabines Berichte lese, hoffe ich umso mehr, dass Gretchen bald ihr ablehnendes Verhalten ablegt und Lisbeth auch das eine oder andere von sich lernen lässt, im Umgang mit dem Menschen zum Beispiel. Wenn Lisbeth jemanden hätte wie Maxi, würde es ihr vielleicht auch leichter fallen, sich dem Menschen zu öffnen. Die Hoffnungen liegen also auf der lieben Gretel. Bis es soweit ist, packe ich erst einmal wieder den Katzenpudding aus und wende diese Geheimwaffe zur Annäherung im freien Wohnzimmer an. In der Box hat es prima geklappt und wenn sogar Emmy damit zu ködern ist, dann kriegen wir Lisbeth auch im größeren Raum, nur Geduld muss sein. Da kann ich auch wieder von Sabines großem Erfahrungsschatz profitieren, die ja in einem vorangegangenen Beitrag geschrieben hatte, dass mit einer wilden Katze bei der kleinsten Veränderung die Karten neu gemischt werden. So wird es auch nicht langweilig und entschädigt wird man auf jeden Fall von einer total verspielten Lisbeth, die im Wohnzimmer jetzt immer so richtig loslegt, sobald sie frei ist. Die kleine Maus hat jede Mühe verdient und gibt dafür hundert Mal zurück.

Kleine Prinzessin