Wildbeobachtung

Wilde Katzen gehören meiner Meinung nach auch zur Kategorie „Wild“, da sie ebenso scheu sind, ebenso flüchten und genauso enden können. Sei es aufgrund fehlender Nahrung oder aufgrund ihrer immer geringer werdenden Möglichkeiten zum Überleben. Mittlerweile darf ich gar nicht mehr in Urlaub fahren, da mich das Gefühl nicht loslässt: Ich will nie wieder zurück! Schade eigentlich, da man sich in seinem Umfeld wohlfühlen sollte. Aber speziell dort, wo es gilt verwilderte Hauskatzen über Wasser zu halten, werden Verstecke beseitigt, neu gebaut, gebuddelt, gebaggert und als wenn der Teufel hinterher wäre, wird gerast als wenn es kein Morgen geben würde. Hektik ohne Ende, deshalb besteht eine der Überlebenschancen dieser Tiere aus ihrer Nachtaktivität. Ich bin froh darüber und oftmals froh keine Katzen zu sehen. Ein leerer Napf zeigt, dass sie anwesend waren und es sich haben schmecken lassen.

Trotzdem hat die Zeit gelehrt, dass es immer wieder Neuzugänge gibt, wie man am Beispiel  Hanni und Nanni sehen kann. Es gibt sie immer noch, trotz jahrelanger Bemühungen, die eine oder andere unkastrierte Katze, die ich eventuell  schon gesehen habe, allerdings nur Schemenhaft und stets bei Dunkelheit. Die Frage ist, wo sie sich aufhalten? Diese Frage ist einfach zu beantworten mit: „Absolut keine Ahnung.“ Ich staune immer wieder auf`s Neue und kann diese Tiere nur bewundern, da sie sich regelrecht unsichtbar machen können und trotzdem ihr Leben leben. Wie auch immer, ich weiß es nicht. Viele Katzen lernte ich im Laufe der Zeit kennen, die sich nie anders würden arrangieren können, denen man keinen Gefallen tun würde, selbst wenn es einen anderen Platz für sie gäbe. Die Erde scheint geschrumpft und die darauf lebenden Wesen viel zuviel. Das macht mich  traurig, weil kaum noch ein Mensch auf all diese Dinge achtet und schon gar nicht bedenkt. Ich bin kein Städteplaner und will es auch  nicht sein, aber selbst unser Raum um uns  herum scheint immer enger zu werden, so dass kaum noch Platz für Luft ist, von Entfaltungsmöglichkeiten  ganz zu schweigen.

Wie irgendwo  geschrieben, bekam ich eine Kamera geschenkt die zur Wildbeobachtung dient.

So sieht sie aus:

Kamera

Absolut übersehbare Tarnfarbe und uninteressantes Aussehen, so dass ich mich bereits traute sie in relativ öffentliches Gelände zu stellen, doch stets mit Herzklopfen begleitet, ob sie am nächsten Morgen noch da sein wird. Tja, man kann nicht einmal mehr ein unverschlossenes Auto abstellen, keinen Hund ohne Begleitschutz anleinen oder ein Fahrrad ohne Spezialschloss an eine Laterne binden, die Wohnungstür muss doppelt und dreifach gesichert sein, eine Email von einem Unbekannten der einem lachhafte Kredite verspricht … überall lauert Gefahr. Ist das noch schön? Wie erholsam ist es im Urlaub, wo man Blumen pflücken, Kartoffeln, Erdbeeren ernten und das entsprechende Geld ehrlich in eine Kassette werfen darf. Warum mag ich das hier nicht mehr??

Jedenfalls konnte diese Kamera einige Einblicke in bisher zwei  Nächte und zwei taghelle Momente (in denen sie gestochen scharfe Fotos liefert, zum Beispiel von Fritzchen und mir oder Hündin Bella) gewähren, die für mich persönlich allerdings Haareraufen mit sich bringen. Erstens werden die Nachtfotos zu hell, so dass ich kaum eine Katze von der anderen unterscheiden kann. Ich kann tippen, dass es sich bei den aufgenommenen Bildern von der großen Hütte um das schwarze Fritzchen und der getigerten Emmiken handelt, durfte mich wundern, wie oft ein Foto automatisch bei Bewegung geknipst wurde, da Uhrzeiten alle paar Minuten exakt angezeigt werden. Somit eine Art Laufkundschaft am Futternapf. Die zweite Stelle zeigte allerdings eine mir völlig fremde Katze oder Kater und sie scheint schwarz zu sein. Schwarz … als wenn es nicht schon genug gibt, denn die Mutter von Hanni und Nanni ist definitiv eine getigerte Katze – oder doch nicht? Die andere Katze scheint Mara zu sein, aber auch das kann ich nicht wirklich erkennen. An dieser Stelle gab es viele Fotos, für ein Zeigen allerdings zu uninteressant, da jede Bewegung eines LKW aufgezeichnet wurde, die man nun wirklich nicht beachtlich finden muss.

Schaut selber, ich bleibe am Ball und es  muss, sobald sich die Temperaturen verbessern, eh wieder eine Falle aufgestellt werden, um weiteren Nachwuchs ohne Zukunft zu verhindern.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und selbst wenn man kranke Tiere sichtet, wie im Beispiel dieses abgemagerten Katers, der zwar regelmäßig von der Katzennothilfe versorgt wird, kaum noch Nahrung zu sich nehmen kann obwohl er möchte, sich seit Wochen aber nicht fangen lässt und sich lieber verkriecht.

Kater

Er will es nicht und vielleicht hat er auch Recht damit, da ihm eventuell nicht mehr geholfen werden kann. Das ist Natur in ihrer brutalen und dennoch immer noch gerechteren Weise, wenn auch das Umfeld dieses kranken Katers nicht dazu passt, da er auf einem kargen, menschengemachten Schrottplatz lebt, leben muss.

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2 Kommentare zu “Wildbeobachtung

  1. Wie genial!! Was ein irre tolles Geschenk! Jetzt kannst Du viel beser gucken wer dort ein- und aus geht. Das ist total spannend. Was jetzt noch fehlt ist ein Chip-Leser in der Tür, oder? 😉 Und schön zu sehen, daß das Häuschen offenbar so gut angenommen wird. LG Silke

  2. Pingback: Wildbeobachtung Teil 2 | Katzen-Heimat-Blog

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