Wildbeobachtung Teil 2

Nachdem ich fast schon aufgegeben hätte, was die Kamerabeobachtung bei Nacht anbelangt, so kam von Katja ein Tipp, der Gold wert ist. Man nehme einen weißen Fahrradreflektor und klebe ihn vor den Blitz der Kamera. Das streut den Blitz und bewirkt eine entsprechendere Belichtung. Einen Fahrradreflektor, sinnigerweise auch „Katzenauge“ genannt – so, so. Woher nehmen und nicht stehlen? Noch am selben Abend durchforstete ich unseren Fahrradkeller, konnte jedoch bei keinem Fahrrad einen weißen, also klaren Reflektor entdecken. Somit brauchte ich nicht stehlen und entnahm dem Rad des Herrn des Hauses ein orangefarbenes Auge, nahm es auseinander und klebte es mit Tesafilm vor den Blitz. Es kam schließlich auf die Streuung an, und warum sollte die Farbe etwas damit zutun haben? Am nächsten Tag kam ich jedoch zufällig an einem Fahrradgeschäft vorbei, hielt an und fragte nach. Nein, weiße Reflektoren gibt es nicht mehr zu kaufen.

„Ich benötige solch ein Teil für eine Kamera zur Blitzabdeckung, also nicht mittlerweile verbotenerweise für ein Rad.“

„Aha“, der gute Mann legte seine Stirn in Falten, „ich schaue mal.“ Er ging in seine Werkstatt und kam mit einem noch ungebrauchten Reflektor in den Laden zurück.

„Hier, das ist der einzige den ich noch habe, und müssen sie eventuell auseinander sägen.“

„Uiii, wie schön, was bekommen sie dafür?“

„Ach, nichts, ist meine heutige gute Tat.“

Dass der Fahrradhändler mir geglaubt hat bezweifle ich. Wahrscheinich dachte er an eine normale Digitalkamera und stellte sie sich mit Katzenauge auf dem Deckel vor. Naja, jedenfalls hatte ich eine zweite Alternative und kann testen.

Die somit ersten Fotos mit orangefarbenem Auge vorm Blitz sind bereits bombastisch gut geworden. Es gibt immer wieder Aussetzer, so dass dennoch weiße Fotos entstehen, aber ich teste weiter. Der helle  Reflektor wurde inzwischen auseinander genommen, man musste ihn in  der Tat zersägen, denn das war noch altes und haltbares Handwerk.

Ich sehe somit an der zweiten Futterstelle, wo Hanni, Nanni, Mara und Mikesch herstammen, eine weitere Anzahl all dieser extrem scheuen Tiere. Eine schwarzweiße Katze oder Kater, eine schwarze, eine getigerte, immer mal wieder Samantha und suche nach Kerben im Ohr, die mir belegen würden, dass es sich um bereits kastrierte Tiere handelt. Das ist nicht einfach zu erkennen und manchmal auch sinnlos, da einige Tierärzte keine Kerbe ins Ohr gemacht haben, obwohl die Mehrzahl dieser Tiere bereits kastriert worden sein muss. In manch Tierarztaugen bedeutet eine Kerbe im Ohr eine Art Verstümmelung, aber eine Tätowierung kann in diesen Situationen erst recht nicht erkannt werden. Inzwischen traute ich mich und stellte die Kamera in die Zaunstreben, so dass sie besser geklaut werden … aber auch bessere Fotos machen kann.

Vorab ein Gast:

ElsterElster 1Elster 2Hier  ein Nachtfoto noch ohne Katjas Tipp. Darauf erkennt man nasses Fell, aber das war es:

Futterstelle

Viel besser mit Reflektor:

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Danke an Katja – und nicht nur dafür. 😉

3 Kommentare zu “Wildbeobachtung Teil 2

  1. Ich fall gleich vom Sofa! Wo kommen die Süßen denn alle her? Dachten wir doch, wir haben’s unter Kontrolle :-(. Der/die schwarz-weiße sie aus wie ein Elternteil von Nanni…

  2. Sag ich doch, dass dort mehr los ist, als man sich wünscht. Hanni und Nanni müssten von einer getigerten Mutter stammen, denn sie wurden zusammen von Anwohnern gesehen. Die/der schwarzweiße kann von damaliger Aktion stammen, da war die Katze knapp ein Jahr alt. Vater von H. + N. tippe ich zu 99% auf Fritzchen, denn er war typisch ruhelos unterwegs, bevor er gefangen wurde.

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