Veränderungen (3)

Obwohl ich jeden Tag vor Ort bin, fällt es mir manchmal schwer von den Hafenkatzen zu berichten. Es verändert sich ständig viel und Raum für die Katzen gibt es immer weniger. An einer der mittlerweile vierten Futterstelle wurde ebenfalls verändert. Nach anfänglicher Abneigung mochte ich diese Veränderung jedoch gerne akzeptieren, denn die  Katzen waren mit einbezogen worden. Diese Stelle ist eh ein Glücksfall, den Minki

und ich nach langer Umzugsphase von einem versteckten Ort zum anderen nun offiziell nutzen dürfen. Auch Winterboxen sind erlaubt, so dass ich im laufe des Jahres noch einige zurecht basteln werde. Ein ehemals verwildertes Stück Grün wurde aber auch hier dem Erdboden gleich gemacht, doch  da der nette Nachtwächter diese Maßnahme unter Kontrolle hatte, wurde an die Rückzugsmöglichkeit der scheuen Tiere gedacht. Eine preiswerte und bisher anderswo genutzte Sichtschutzwand wurde aufgestellt, so dass sich die Tiere immer noch in Sicherheit an der Futterstelle bedienen können.

Neuzugang ist das Fritzchen und oh Wunder, er ist schwarz. Entweder sind sie schwarz oder getigert, das macht eine Identifizierung  nicht gerade einfach. Doch Fritzchen ist anders.

Er fiel auch vom Himmel, aber nein, ich kann mir denken woher er stammt. Zuerst war er sehr zerlöchert, was seinen Kopf und seinen Augenbereich anbelangt. Ein Revier suchender Kater eben, der mit anderen und mir noch unbekannten Tigern Streit sucht und findet.  Samantha wurde im letzten Jahr kastriert und hatte, laut Tierarzt, vor ungefähr drei Wochen Junge zur Welt gebracht. Diese Kitten habe ich nie gefunden oder gesehen. Ein ungefähr ¾ Jahr junger Kater, der bisher unkastriert seinen Trieben nachgehen konnte, scheint eines dieser Nachkommen zu sein. Sollte er bisher unentdeckte Schwestern haben, war und ist eine Fortpflanzung jederzeit möglich. Vor ungefähr drei Wochen wurde ich von Anwohnern angesprochen, dass ein Kitten gesehen wurde. Ein Schwarzes…. es lief von einer Straße zur anderen und ich bedankte mich, ob dieser weiteren Aufgabe.

Hast Du den kleinen Finger gereicht, gilt das Versprechen mit der ganzen Hand, denn die Frau kümmert sich.Wir haben unsere Tierschutzarbeit hiermit geleistet und Bericht erstattet. Nun ja, zumindest ist auch eine Meldung sehr viel wert. Ich hatte bisher nicht die Kraft Fritzchen zu fangen, da er sich vom ersten Moment an so gut wie zahm zeigte und ich ihn durch ein brutal erscheinendes Fangen wieder verscheuchen würde. Somit organisiere ich momentan sämtliche Möglichkeiten, die einen neu gesuchten Tierarzt – der ohne Termin ein wildes Tier kastriert – beinhalten, hin zur erfahrenen Entscheidung, ob es sich bei dem jeweiligen Tier um eine relativ zahme Katze handelt, für die eine Pflegestelle bereit stehen muss, bis hin zur Möglichkeit der Ausheilphase, da ich durch Hermine doch etwas gehemmt bin, was die Möglichkeiten zur Aufnahme anbelangt. Fangstellen müssen neu berücksichtigt werden, da sich die Katzen wegen all der Veränderungen neu sortiert haben und Genehmigungen, ein Firmengelände betreten zu dürfen, mussten eingeholt werden. Ich wandte mich in einem müden Moment an den zuständigen Tierschutzverein, den ich seit sechs Jahren vor diesem Hafengebiet bewahre, von dem allerdings kaum Hilfe zu erwarten ist. Es gibt auch dort nur noch zwei aktive Leute, wovon nur einer einen Führerschein besitzt. Alles menschlich, kein Problem. Durch eine Hilfesuchende Rundmail des TSV meldete sich zumindest eine Person, mit der ich mich am Dienstag vor Ort treffen werde und die mir bei dieser erneuten der zig Kastrationsaktionen, soweit sie funktionieren will, helfen wird.

Kleine Katzen, ein Horror wenn ich bedenke, was aus diesen kleinen Katzen werden wird. Ich kann nicht überall sein, dachte, fast alle Katzen unter Kontrolle zu haben und wohne nicht einmal vor Ort. Und so entwickelt sich die Katzenschar immer weiter. Kaum eingedämmt, schon vermehren sich die versteckten Nachkommen. Es ist zum Heulen – und das ist Realität vor der eigenen Haustüre!

Jana wird auch dabei sein, ihr danke ihr sehr, da sie mich seit einigen Wochen begleitet und mit Sicherheit in Zukunft die Versorgung der Samtpfoten unterstützten wird. Es tut gut, jemanden gefunden zu haben, der sich ebenfalls mit den Tieren beschäftigt, beobachtet, sich die Namen sogar merkt und ihr Verhalten registriert.

Eine Welle des Hin – und Her, viele von Euch werden diese Gefühle kennen. Manchmal ist man am Boden und manchmal stärkt die Hoffnung. Auf geht`s!

Danke fürs Lesen, im Namen all der Samtpfoten!

5 Kommentare zu “Veränderungen (3)

  1. Liebe Sabine in welchem Ort bist Du um die Futterstellen zu versorgen.
    Ich wohne in der Nähe von Nürnberg, bin Tierheilpraktikerin, besitze selbst drei Katzen mit eingezäunten Garten und versorge in meiner Gegend auch einige herrenlose Katzen mit Futter, Vermittlungen und Kastrationen.
    Vielleicht bist du in meiner Gegend, dann würde ich gerne meine Hilfe anbieten.
    Liebe Grüße
    Sandra

  2. Lieben Dank für Dein Angebot, Sandra. Nürnberg ist leider, leider zu weit entfernt, wir befinden uns im Kreis NRW.
    Es gibt so viele tolle Menschen, mit denen man zusammen „arbeiten“ könnte, aber leider …

    Ganz liebe Grüße an Dich und Deine Mannschaft
    Sabine

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