Neulich im Fressnapf

Von zwei Begebenheiten gibt es dazu zu erzählen, wobei sich beide nicht wirklich ähneln und dennoch vom möglichst gesunden Futter handeln. Fressnapf dürfte jeder Tierhalter kennen. Mittlerweile stehen sie in Konkurrenz mit dem gelben Emblaim des Futterhauses und wechselten die rote in grüne Farbe. Man könnte fast auf die Idee kommen dass Politik einen Hintergrund hat, aber nein, hier geht es nur um das Wohlbefinden der Haustiere.

Die erste Begebenheit fand ziemlich spät abends statt, während ich im Vorbeiflug noch Katzenfutter besorgen musste. Eine Frau stand hinter mir, die jedoch mit wenig großen  Dosen einer Sorte schneller abzufertigen war als ich. Somit ließ ich sie vor und stapelte meine aufwändiger zu kassierenden Sorten, wie Fisch (Schmusy, Animonda) und Fleischdosen (Carny, Real Nature) hinter ihr auf der Theke. Ich bekam ein spannendes Gespräch zu hören, bei dem die Kassiererin, die anscheinend die Chefin ist, der Frau ein Multifit Produkt empfahl und ihr eine Probedose schenkte. Die Käuferin hatte gelbfarbene Dosen mit dem wohl bekanntesten Namen Pedigree Pal im  Wagen. Derweil zeigte die Käuferin überwältigend gut gelungene Fotos ihres Hundes, die bei einem Fotoshooting geknipst worden waren. Ja wirklich, ein hinreißender Hund! Die Dame verließ den Laden und versprach das Multifit Gericht auszuprobieren. Ich wunderte mich insgeheim, denn dass das preiswerte Multifit dem Pedigree Pal vorzuziehen ist war mir neu, aber ich hatte mich auch nie darum gekümmert, denn 100% Deklaration ist mein Ding.

Nachdem meine Ware gescannt worden war, meinte die Kassiererin oder Chefin, dass sie mich nicht belehren müsse.

„Weswegen, wegen der Inhaltsstoffe?“

„Genau. Wegen all dem verborgen angegebenen Zeug, verstecktem Zucker, weswegen  ich versuche jeden Hundehalter von Pedrigree abzubekommen, denn das macht die Tiere krank!“

Oh, oh, ich fürchte, dass sie diesen Laden nicht lange aufrechterhalten kann, denn ohne Monopolisten keine Finanzen. Aber Recht hat sie und ich bekam eine Dose Real Nature von ihr geschenkt. Wir unterhielten uns allgemein noch über „Felix“ und „Kitekat“ und ich bestätigte, dass es ein mühsamer Weg ist, sich all die namenlosen und besseren Futtersorten herauszusuchen, die ohne Werbung ihr Ding machen.

Mein nächster Einkauf fand einige Wochen später an selbiger Stelle  statt, da ich die Geschäfte wechsele, wie und wo es passt. Nun wieder ganz neu, völlig unbekannt, da sich eine Kassiererin nicht alle Kunden merken kann. Ich kaufte an diesem Tag ebenfalls Carny von Animoda und Real Nature für Hund und Katzen.

„Na, nun sind alle Haustiere wieder glücklich“, sagte dieselbe Chefin, die vor kurzem das bessere Futter empfohlen hatte.

„Ja“, sagte ich, „hauptsächlich die wilden Katzen, hier vom Hafen.“

Die junge Frau stutzte und erwiderte: „Aber das teure Real Nature geben sie nicht etwa den wilden Katzen, oder?“

Ich sah sie an: „Aber genau die brauchen das gute Futter doch umso mehr, denn  wer hilft ihnen, wenn sie durch Zucker und so weiter krank werden?“

Ich war enttäuscht ob dieser Frage, hatte ich hier auf ein wirklich mitdenkendes Unternehmenspotential gehofft. Die Dame bückte sich anschließend tief und holte sämtliche Futterspenden aus einer Kiste, die noch vorhanden waren. Hündin Bella kam dabei am besten weg, denn leider war die Krabbelkiste in diesem peinlichen Moment auch noch fast leer. „Tut mir leid, mehr habe ich nicht.“

„Kein Thema, danke vielmals.“

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