Verwilderte Katzen

Eine Woche fängt bekanntlich mit Montag an, aber an den letzten kann ich mich kaum noch erinnern. D wie Dienstag, oh ja, das war der Tag an dem ich nicht nur verschlief, sondern auch Samantha und Ronja kennen lernte.

Im vergangenen Dezember wurden drei Babykatzen gesichtet, gefangen und vermittelt. Sie hielten sich auf einem Firmengelände auf, das kein Normalsterblicher betreten darf. Die Mutterkatze war unbekannt, aber  von da an richteten zwei tierliebe Mitarbeiter verbotenerweise eine Futterstelle ein, die von scheinbar unsichtbaren Katzen genutzt wird. Ich spreche immer noch von einem Hafengebiet, wo man froh ist, wenn sich Menschen überhaupt kümmern und wenn man Katzen regelmäßig sieht.

Also, Mutterkatze unbekannt und auch ich, die drei andere Futterstellen dort im Gebiet versorgt, kannte sie nicht. Wenn ich bei den umliegenden Firmen fragte, so hatte fast jeder diese Katze einmal gesehen, die seltsam bunt, scheu und irgendwie verfilzt aussehen sollte. Dickes Fell und ja, irgendwie komisch.

Keine plausiblen Aussagen, nur ein Wirrwarr von Worten, da sich anschließend jeder zum Tagesgeschäft umdrehte und nicht weiter über Katzen nachdachte. Aber war sie die große Unbekannte, die ununterbrochen Katzenkinder zur Welt brachte, bringen musste weil solche Zustände nicht im Plan der Natur stehen?

Immer wieder suchte ich nach einer mir unbekannten „bunten“ Katze, die eine Urururenkelin von Katze „Muckl“ sein könnte, die ebenfalls dreifarbig ist und im Hafengebiet von mir versorgt wird. Katze „Holly“ ist ebenfalls dreifarbig und konnte von Frau N. im vergangenen Jahr gefangen werden. Holly war zu der Zeit trächtig, durfte lt. Tierarzt nicht mehr kastriert werden, bekam ihre vier Babys somit in „Gefangenschaft“ und wurde anschließend in einem Schrebergarten der Katzennothilfe ausgewildert, übersiedelt oder wie man es auch nennen mag, wenn man Tieren ein möglichst besseres Zuhause bietet. Holly nahm diese Möglichkeit sogar dankbar an und lebt inzwischen zufrieden auf  passender Hollywoodschaukel und Co.

Jedenfalls konnte kein anderer diese Katze fangen, außer Herr M. der als Mitarbeiter Zugang zu diesem Gelände hat. Man kann keine Falle im Nirwana aufstellen und hoffen,  ein spezielles Tier zu fangen. Nachdem eine Futterstelle aufgrund Auflagen auf dem Nachbargelände beseitigt wurde, suchten sich diese Katzen zum Glück neue Möglichkeiten und fanden das abgeschottete Gelände.

Nach seiner Fangaktion im Winter  musste Herr M.  dahingehend  allerdings pausieren, da eine frei lebende Katze oder Kater nicht während Minustemperaturen kastriert werden sollte. Aufgrund der Operation wird das Bauchfell geschoren und natürliches, schützendes Fell fehlt in solchen Momenten. Aber jetzt war es soweit und während einiger Tage der Versuche ging eventuell die große Unbekannte hinein. Ein liebenswerter Kollege Herr M`s bekam das mit und schnauzte: „Warum schlägst du das Vieh nicht gleich kaputt?“An dieser Stelle  Danke, an alle die helfen und solch einem Irrsinn aus dem Weg gehen!

Samantha, die hier in der Hundeflugbox geweint hat, weil sie dringend zu ihren Kindern musste. Ja, leider war es sozusagen zu spät, denn Samantha hatte noch Muttermilch und die Tierärztin sprach von vier bis fünf Wochen alten Babys. Am selben Abend konnte ich sie nicht wieder frei lassen, weil die Narkose noch nachwirkte. Somit waren die Katzenwelpen 48 Stunden alleine.

Samantha ist eine hübsche Katze,erst ungefähr zwei Jahre alt, sehr gepflegt und Gott sei Dank gesund. Nichts von Verfilzungen zu erkennen, was bei einem gesunden Tier auch nicht  normal wäre. Am nächsten Abend ließ ich sie frei – und wie immer tat es mir weh.

Passe bitte auf Dich auf!

Samantha rannte auf das angrenzende Gelände, sie lief suchend umher. Herr M. hatte mich begleitet, weil ich darauf bestand, das Tier an selbiger Stelle herauszulassen. Er musste vorab allerdings ein Formular ausfüllen, weshalb er als Mitarbeiter und mitsamt Samantha und mir das Gelände betreten will.

Es kann niemand eine Situation voraussehen, und eine Katze vor einem verschlossenen Tor wieder auszusetzen birgt Gefahren. Was weiß man, ob es in dem Moment irgendwo knallt oder sonstige Geräusche stattfinden? Sie läuft in dem Moment vielleicht in eine andere Richtung? Muss man immer von einem Urinstinkt ausgehen? Auf den man sich verlässt, wie auf das Aufgehen der Sonne?

Bei Samantha ging es jedenfalls gut, so hoffe ich. Herr M. und ich blickten ihr noch eine Weile nach, doch plötzlich tauchte sie von der anderen Seite auf, hockte sich hin und schien etwas zu beobachten. „Oh, Mann“, sagte ich, „nicht dass dort ein Junges liegt!“

Aber es war weder Samantha noch ein Junges – und Fortsetzung folgt.

14 Kommentare zu “Verwilderte Katzen

  1. Die sind wie… Seifenoper, oder edler gesagt Telenovela … enden an der spannendsten Stelle, dass man am nächsten Tag unbedingt gucken muss wie es weitergeht 😉

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