Ferdervieh

Bevor die Katzenheimat in den nächsten Tagen im Nirwana verschwindet, müssen noch Täuber und Jungtaube erwähnt werden.
Täuber lag vor einigen Wochen auf einem Gully. Sein Kopf steckte in diesem dazugehörendem Gitter. Ein Pförtner saß ihm quasi gegenüber, schaute seit Minuten oder bereits seit Stunden diesem Täuber bei einem qualvollen Sterben zu. „Oh, mir sind die Hände gebunden, ich kann aus meinem Pförtnerhaus nicht heraus.“ Diese Antwort ist erdacht, würde jedoch stimmig, wenn ich den Herrn angesprochen hätte. So aber hielt ich an, hob die Taube auf, setzte sie eine Kiste und fuhr weiter. Sie hatte ein Schädeltrauma und hielt ihren Kopf schief, was auf Paramüxoviren schließen ließ, aber nichtsdestotrotz bekommt Anne jede Taube wieder auf die Flügel.
Die zweite Taube, eine Woche später, saß mitten auf einer Hauptstraße und schien verwirrt. Ja, genau, einem Verwirrten gibt man eher einen Tritt, als dass man ihm behilflich ist! Ich drehte an der nächsten Ampel, parkte das Auto, lief zu dieser Stelle und genau in diesem Moment schaltete eine Ampel auf Grün, was ungefähr zwanzig Autofahrer animierte aufs Gaspedal zu treten. Meine Hochachtung gilt all den Autofahren, die in diesem Moment Obacht gaben und auswichen. Die Taube torkelte jedoch immer weiter auf die Fahrbahn, verließ den bisher sicheren Mittelstreifen. Ein weiterer PKW rauschte heran, erfasste das Tier, es kugelte Federlassend weiter in Richtung Bürgersteig. Ein LKW kam und aus den Augenwinkeln sah ich einen Beifahrer, der wild gestikulierte. Meine Hochachtung an Beide. An Fahrer und Beifahrer, denn der Wagen nahm die angeschlagene Taube mittig, was ihr zwar eine Herzanfall bereitet haben wird, aber sie durfte überleben. Derweil stand ich da und raufte meine Haare. Was für eine immer schrecklich werdende Welt! Hier kommst du nicht mehr klar, du siehst nur noch die schlimmen Dinge, keine Zeit mehr für nichts! Was soll diese Hektik? Ein Leben im Zeitraffertempo, macht doch alle was ihr wollt! Was ist euch so dermaßen wichtig, dass ihr über Leben entscheidet, für das ihr selber kaum noch fähig seit, außer ihr sitzt in Maschinen und könnt lenken. Armselig!

Als die Rotphase einsetzte, lief ich zur kleinen Taube, die noch Flaumfedern auf dem Kopf hatte und kurz zuvor erst aus einem Nest geflogen schien. Kein Wunder, dass sie verwirrt war. Ich hob sie hoch und nahm sie mit. Sie hatte etliche Federn lassen müssen, aber sie lebte. Und unzählig vielen Tauben ergeht es ähnlich. Es sind zuviele Tauben, wohl wahr, aber jede Population und sei es die Straßenhunde von Rumänien, darf keinen bestialischen Tod sterben, denn all diese Mengen sind eine Ursache unseres mittlerweile verkehrten Lebens. Das war nicht so gewollt, je nachdem Wer das Leben in die Welt setzte.

Täubchen

Anne kümmerte sich und beiden Tauben geht es inzwischen wieder gut, gepaart mit einem Happy End und vielen Tipps zu diversen Behandlungen von Federvieh. Es bedeutete einige Fahrerei … ich verschmutzte gar heftig die Umwelt …

Habt eine gute Zeit, haltet die Ohren steif und bleibt der Katzenheimat treu, denn nur gemeinsam schaffen wir einen kleinen Teil zu bewegen.

Liebe Grüße
Sabine

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2 Kommentare zu “Ferdervieh

  1. Liebe Sabine, Du schaffst nicht nur einen kleinen Teil! Du tust dermaßen viel, das macht schon eine große Menge aus!
    Könnte Anne vielleicht mal einen Gastartikel schreiben zur Erstversorgung von Tauben? Nach Verkehrsunfällen, bei Erschöpfung, für solche Jungtiere etc?
    Ich fühle mich da sehr hilflos und bin unsicher, was richtig ist und was besser unterbleiben sollte. Danke auch an sie für die Hilfe, die sie leistet!

  2. Genau das habe ich vor, Katja, dass für diesen verständlich hilflosen Bereich zumindest ein paar Tipps eingestellt werden. Werde einige Mails zusammen suchen oder Anne schreibt es selber, was noch besser wäre. Sie ist jedenfalls unglaublich, jeder Tierarzt kann sich einige Scheiben von ihr abgucken.
    Die Menschen können dadurch auch sensibilisiert werden, denn Ratten der Lüfte … hey, wo leben wir denn?

    Danke Dir!!

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