Gedanken und Resümee von „Ein paar Stunden einer Woche“

Da es inzwischen neue Tatsachen ohne Fotos zu berichten gibt, gebe ich mich heute mal dran und erzähle weiter:

Ich wartete und beobachtet, konnte aber keine Katze sehen. Irgendwann machten Bella und ich uns auf den Heimweg. Am nächsten Tag war auch noch Zeit, wenn auch viel zu wenig. Ein Plan musste her, denn wenn keine Katze sichtbar, war irgendein Mensch aufgrund der rosafarbenen Schalen in irgendeiner Form verantwortlich für diese Tiere. Damen mit Gehwägelchen konnten keine Näpfe in Abhänge stellen, es musste noch jemanden geben.

Am nächsten Tag bastelte ich einen stümperhaften Flyer zurecht, schrieb mein Anliegen auf ein DINA 4 Blatt, dass sich der Versorger bitte melden soll, damit dieser kranken Katze geholfen werden könne, Telefonnummer und meinen Namen dazu. Steckte das Blatt in eine Klarsichthülle, klebte dieses Blatt am nächsten Abend nach der Hafenkatzenversorgung an besagte Laterne und erwartete auch dämliche Anrufe. Die müde Bella ließ ich im Auto und erhoffte mir ohne Hund mehr Erfolg. Ich ging die kurzen Wege ab, am Bachufer entlang und sah schwarzes Fell am Uferrand liegen. Sogleich dachte ich an Katzenfell, aber nachdem ich über den winzigen Zaun geklettert war und das Fell an meine Nase gehalten hatte war klar, dass es sich lediglich um ausgebürstetes Fell eines Hundes handeln musste. Derweil hatte mich eine ältere Frau beobachtet, die auf einer Bank saß und eine Zigarette rauchte: „Sie wollen doch nicht bei diesen Temperaturen im Bach schwimmen?“

„Nein, aber ich bin auf der Suche nach einer kranken Katze. Kennen sie hier die Futterstelle?“

„Ja klar, die kennt hier jeder, das ist eine ältere Dame mit Rollator, eine nette Frau, sie geht meist am Vormittag und versorgt die Tiere. Bei Dunkelheit darf man sich hier nicht sehen lassen. Hier wechselt das Volk sobald sich die Tageszeit ändert, es werden Flaschen geworfen, Müll hinterlassen, einfach nur schlimm.

Um Vertrauen zu gewinnen steckte ich mir ebenfalls eine Zigarette an (einen Grund muss es schließlich geben), und setzte mich zu dieser Frau auf die Bank. Die Dame erzählte, ich fragte, wir kamen vom Hölzchen aufs Stöckchen und nach einer Weile war mir bekannt, dass sie aus Berlin kam und ihre Habe auf eine kleine Wohnung in dieser Stadt reduzieren musste. Dass sie aber immer noch viel Wert auf Natur lege und in kleinen Töpfen im kleinen Hof Ringelblumen pflanze, daraus Salbe und Tinkturen herstelle. Die Natur zu erhalten sei wichtig, hier, in diesem kleinen Streifen Natur würde sie eine ebenfalls ältere Dame kennen, die die Nutrias mit Salat füttern würde. Sie hätte die Dame gefragt ob das richtig sei, aber der Sohn der Dame sei Biologe und sie wüsste aufgrund seiner Anleitungen, was zu tun sei. Die Biberratten waren nicht zu übersehen, wohl wahr.  All dieses Gewusel auf einem winzigen Stückchen einer brummenden Stadt.

Die Erde und ihre Kreaturen … wir kamen zum Ursprung zurück. Ich bedankte mich für diese kurze aber dennoch  wertvolle Bekanntschaft und sie wünschte der Katze und meinem Anliegen viel Erfolg. Es war mittlerweile nach 19.00 Uhr geworden und immer noch war keine Katze zu sehen. Somit verließ ich den Standort und fuhr nach Hause. Kurz nachdem ich zuhause angekommen war, klingelte das Telefon. Eine Frau T. hatte meine Nachricht soeben gelesen und wollte wissen, was das solle.

„Nun ja, eine kranke Katze wurde gemeldet, die von Außenstehenden nicht mehr auffindbar ist und ob wir ihr nicht zusammen helfen könnten“, war meine Antwort. Insgeheim ärgerte ich mich, da wir uns um wenige Minuten verpasst zu haben schienen, aber das war nun auch nicht mehr wichtig.

Die besagte Katze sei alt, so Frau T.. Sie würde das Tier seit drei Jahren versorgen, aber es stimme schon, dass diese Katze nicht mehr gesund sei. Vor Jahren wurde eine andere Katze von der Feuerwehr gefangen und ins Tierheim gebracht. Frau T.  habe Nachforschungen angestellt, sei zum Tierheim gefahren, aber hätte diese Katze nie wieder gesehen. Auch wir kamen ins Gespräch und auch Frau T. wurde zugänglich. Sie wäre keinesfalls eine der Damen mit beschriebenen Rollatoren, sondern würde abends die wilden Katzen versorgen. Sie sei auch dafür, wenn dieser Katze geholfen werden könne und wenn ich mich bereit erkläre ihr zu helfen, dann gerne.

Wir verabredeten uns für den nächsten Abend und wir sollten uns an den mitgebrachten Transportkörben erkennen. Zusätzlich nahm ich eine Falle mit und eine Kescher, den ich tagsüber vom zuständigen TSV geliehen bekommen hatte. Eine etwa gleichaltrige Rechtsanwaltsfrau begegnete mir mit Transportkorb, wir begrüßten uns und gingen zur Futterstelle. Nun war Ruhe und Obacht angesagt, aber auf den Spazierwegen war die Hölle los. Ein Kommen und Gehen, oftmals ließ ich die Bedachtsamkeit fließen und dachte, mich an einem Sonntagvormittag auf irgendeiner Strandpromenade zu befinden, dabei ging es hier um ein paar Meter mitten in der Stadt, um zwei Spazierwege innerhalb eines Abhanges. Wie sehr sich Menschen reduzieren können, wenn sie mitten in der Stadt leben, dachte ich.

Das wird mir jetzt zu lang und Euch wahrscheinlich auch, deshalb: Fortsetzung folgt 😉

4 Kommentare zu “Gedanken und Resümee von „Ein paar Stunden einer Woche“

  1. Du hast eine Art zu schreiben, die im Kopf einen Film ablaufen lässt.
    Und ich bin nicht so der Serienfreund, ich mag mehr die langen Spielfilme! 😉
    Na ja, muss ich mich halt gedulden, ich warte dann mal auf den nächsten Teil der zeigt, dass die Katze der Krankheit nicht bereits erlegen ist. :-/

  2. Sabine, wenn Du endlich wieder anfängst zu „schreiben“, schreib Serien, die hast den Dreh wirklich raus, Leute bei der Stange zu halten und sie der nächsten Folge entgegenfiebern zu lassen 😉

  3. Oh,oh, Danke! Jetzt bin ich aber von den Socken, denn ich hatte schon Angst, dass es langweilen würde.
    Werde mich bemühen, ein paar Tage Urlaub sind ja noch drin. 😉

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