Abschied – aber nicht für immer

Seit dem vergangenen Wochenende ist die Station Katzenheimat ein bisschen ärmer geworden, aber umso reicher an Rückblicken, Erfahrungen und Weisheiten, die uns das Wunder Leben schenkt.
Am vergangenen Samstag war die Zweitimpfung für Rominas Babys und Chippen angesagt. Also nicht etwa chillen, sondern chippen. Man kann das leicht verwechseln, in Zeiten der neumodischen Redeweise. Aber man weiß schließlich nie, wohin ein langes Leben sie treiben wird und da ein nachverfolgbarer, registrierter Chip innerhalb der EU inzwischen zur Pflicht gemacht wurde, war das ein vertraglich geregelter Abwasch.
Adoptantin Katy ging mit zum Tierarzttermin und hielt tapfer ihre Auserwählten, das ehemalige Äugelchen und den ehemaligen Professor:
Inzwischen sind Simba und Nala zu Hause angekommen, sitzen gerne auf einer breiten Fensterbank und schauen dem irrwitzigen Treiben der Zweibeiner bei ihren Weihnachtseinkäufen zu.
Etwas später kamen Nadine und Jens zu uns, um die ehemalige Entdeckerin und den Rudelchef Lion in Flocke und Marley zu verwandeln: Auch ihnen geht es gut im neuen Zuhause und Schwiegervater hat noch mächtig Arbeit vor sich, um den offenen Balkon in ein entsprechendes Katzenparadies zu verändern.

Die Schutzverträge mussten an diesem emotionalen Tag ausgefüllt werden und Chipnummern bei Tasso angemeldet werden, wobei Flocke eifrig half:
Und Mama Romina musste überzeugt werden. Zuerst sollte Romina nichts von Adoptionen und Katzenklau erfahren. Ihre Kitten sollten zum Tierarzt geschifft werden und anschließend wie vom Erdboden verschwunden sein. Denn Zweibeiner hatten ihre Gedanken hin – und her gewälzt, wie Mama diese Situation am allerbesten verarbeiten könnte. Ich hatte genügend Zeit, um über all diese Vorschläge nachzudenken und wie immer sprach im Endeffekt mein Bauch. Romina ist eine Katze und Katzen sind alles andere als Doof. Somit kann Mensch keine Katze hintergehen, er sollte sich am Riemen reißen und mit Katze Klartext reden. Das tat ich.
Ob es nun richtig war oder auch anders funktioniert hätte, das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich Romina bei jeder Abholung dabei haben wollte, damit sie verstehen konnte, wer ihre mühevoll gut erzogenen Kitten entführte. Und es klappte. Romina leckte und putzte die jeweiligen Kitten noch einmal ordentlich, schaute sich jede Box an und ebenso jeden Adoptanten, den sie nach all den Besuchen bereits kannte. Wenn ich fragte: „Ist das jetzt in Ordnung für dich?“, dann drehte sie sich zur Seite oder ging nach oben. Wir machten es in Ruhe, so dass sich jeder die Zeit zum Abschied nehmen konnte. Wie auch immer, aber es war der richtige Weg, denn weder Romina noch ihre verbliebenen Knirpse Lotte und Charlie suchten die abhanden gekommenen. Es war besprochen und jeder einverstanden. Ach ja, apropos Bauch, da war ja noch die Kastration von Romina. Kahler Bauch, aber warm genug zum Heilen:

Nicht immer funktioniert ein Abschiednehmen so gut, wobei ich an die drei Fauchis denke, deren Mutter nach dem Einfangen ihrer Jungen bisher nicht wieder an der Großbäckerei auftauchte. Nicht nur in diesem Fall gehe ich davon aus, dass Mutter und Kinder sich in irgendeiner Art vermissen, wenn so gar nichts geklärt werden konnte oder aufgrund Wildheit nichts geklärt werden kann. Die wilde Muckl vom Hafen zum Beispiel war nie kastriert worden, und es war nicht aufgefallen. Bis zur großen Kastrationsaktion, wo sie als Mutter, die gerade geworfen hatte, identifiziert wurde und wo nach Wochen ihre Kitten eingefangen werden konnten. Muckl vergaß das nie und ließ sich von diesem Zeitpunkt an nicht mehr berühren.

Eine Woche mit drei zahmen und drei wilden Katzen, auch die war kunterbunt. Sei es bei kaum verhinderbaren Ausflügen in den Hausflur:
Katzensuche auf dem Bücherschrank: Oder das Kümmern um eine Unterkunft für die drei bemitleidenswerten Furien: Die beste Nachricht von heute war: Es gibt einen Platz für die drei Fauchis … aber dazu später mehr.

Jedenfalls hinterließen uns Rominas Babys noch eine gute Tat, denn sie fällten die Yuccapalme,die innerhalb ihrer dreißig Jahre jede Zimmerdecke sprengte. Ich wollte sie immer mal kappen, aber wann?

Macht es gut, Ihr Zwerge, es war eine wunderschöne Zeit mit Euch! Lieben Dank auch an alle Helfer, wie Christine, Katja, Manuela, Marion, Martina und Sylvia – und i hope nowbody vergessen zu haben! 😉 Aber ohne das Spielzeug, ohne die Katzenklos und Näpfe wären wir aufgeschmissen gewesen!

Ein Ausflug auf den Balkon ist für Romina, Lotte (die in zwei Wochen umziehen wird) und Charlie inzwischen zu einer Entspannungstherapie geworden. Die Flüchter sind weg.

Habe ich schon gesagt, dass Romina und Charlie bleiben werden? Und dass in der nächsten Woche eventuell eine Pflegehündin zu uns kommen wird? Ohweia, das Leben ist so bunt und spannend:

Charlie

Euch Allen ein schönes Wochenende!

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7 Kommentare zu “Abschied – aber nicht für immer

  1. Sabinchen, nachdem ich gestern Schutzvertrag und Impfausweis an mich genommen habe, habe ich geradedie Schutzgebühr für Lotte überwiesen: jeden Tag ein Schrittchen weiter in Richtung Hutzenrudel-Erweiterung. Drei Katzen. Ich wundere mich. Eigentlich bin ich doch ein Hunde-Typ! Danke nochmal für die immer offene Tür bei euch (und die Kekse!). Glückwünsche, ganz viele Glückwünsche zu dem tollen Platz für die Fauchis. Das grenzt an ein Wunder. Ich freue mich sehr für die drei Kleinen.

  2. Macht es gut, meine Brüder und Schwestern, ich werde euch
    vermissen, das Toben mit euch oder unser gemeinsames Anmaunzen der
    Dosenöffner, wenn sie wieder zu lagsamn waren 🙂

    Ich werde euch nicht vergessen, denn es war die schönste Zeit meines
    Lebens die ich mit euch verbringen durfte. Und dafür bin ich euch sehr
    Dankbar, wer weiß was aus uns und unserer Mammi geworden wäre, wenn sie
    nicht von diesen Menschen aufgenommen worden wäre.

    Auch hierfür möchte ich mich bedanken, dass wir eine wunderbare
    Katzenzeit hatten, auch wenn das ein oder andere kaputt gegangen ist 🙂
    Gut…….. ich habe immer noch unsere Mammi, aber wenn ich abends auf
    dem Balkon sitze, werde ich immer an euch denken.

    Euer Bruder Charlie.

  3. Halli Hallo nach einer schönen Wochen im neuem Heim melden wir drei uns mal zurück 🙂
    Nala und Simba sind einfach das beste was mir passieren konnte und ich bin froh das ich die neue Mama sein darf 🙂

    Ich möchte mich nochmal bei dir bedanken, Sabine.
    Für dein Vertrauen, für die wundervolle Arbeit die du jeden Tag machst und das du es mir ermöglicht hast zu helfen und den zwei Süßen ein neues und warmes zu Hause zu geben. DANKE =))

    Ich finde es super was du hier machst und auf die Beine stellst, da sollten sich so einige Menschen mal eine Scheibe von abschneiden. Es gibt leider immer noch zu viele Menschen die weg gucken. 😦 Deswegen bin ich um so glücklicher das ich einen Menschen wie dich kennenlernen durfte. „Mach weiter so!“

    Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit =)

  4. Sabine, man möchte ja nicht zu neugierig oder gar aufdringlich sein/wirken, aber mich würde schon interessieren was es mit dieser Andeutung auf sich hat:
    „… Und dass in der nächsten Woche eventuell eine Pflegehündin zu uns kommen wird?“

    Liebe Grüße,
    Sylvia

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