Der Winter kommt, die Zwerge gehen

Wer alt genug ist, wird eine Ratesendung aus den sechziger, siebziger Jahren noch kennen. Diese Ratesendung hieß „Was bin ich“ und erraten werden mussten ungewöhnliche Berufe. Bei Vorstellung sollte jeder „zu Erratende“ eine typische Handbewegung zeigen, die erstens zu seinem Tagesablauf gehörte und zweitens einen Hinweis auf diesen ungewöhnlichen Beruf geben konnte. Auch wenn ich keinen Cent damit verdiene, so ist meine typische Handbewegung jeden Tages momentan diese hier:

Der Vorteil wilder und scheuer Katzen ist übrigens ihre Zurückhaltung, wie ich finde. Hausgeburten haben irgendwie gar kein Problem, ihrem Dosenöffner sprichwörtlich auf dem Kopf herum zu tanzen.

Es ist Herbst und der Winter steht abwartend vor der Tür. Kraniche und Wildgänse sind am Himmel zu beobachten, wie sie entweder zum Überwintern hierher ziehen oder sich wiederum auf einen weiten Weg gen Süden machen.

Eichhörnchen laufen mit Nüssen und Eicheln beladen von Baum zu Baum, Igel suchen ihre Winterquartiere. Auch die wilden Katzen sorgen vor, was man an der Menge der Futterrationen erkennen kann, die jeden Abend bereitgestellt und angenommen werden.

Im Sommer ist das alles kaum ein Problem, oft reicht Trockenfutter und frisches Wasser. Aber im Herbst staunt man nicht schlecht, denn es wird gefuttert und gefuttert, so dass eindeutig klar wird, eventueller Winterspeck gehört zum Überleben dazu. Ich bin ehrlich gesagt froh, wenn Reste übrig bleiben. Ein Zeichen von korrekter Menge, wobei es auch Tage gibt an denen ich das Gefühl habe, jemand schüttete das Nassfutter inklusive Trockenfutter während der Nacht aus. Aber das kann nicht sein, da ich sofort erkennen würde, wenn ein Jemand an der jeweiligen Verbarrikadierung herumgefuchtelt hätte, denn kein Mensch macht sich anschließend die Mühe und baut Regen – und Sichtschutz wieder auf.

Die Reste werden gesammelt, denn sobald ich mit meinem Wagen bei Micky, Muckl und Filou auflaufe, scheint Alfred Hitchcocks  „Die Vögel“ eine jeweilige Neuinszenierung zu erleben. Eine von vielen Möwen beobachtet, sitzt auf einer Laterne und wartet. Sobald mein Auto das Firmengrundstück befährt, gibt Beobachtungsposten Laut. Spätestens eine Minute später umkreist uns eine Möwenschar. Von drei Futterstellen gesammelt, dürfen sie leider lediglich auf ein  Häppchen hoffen.

Selbst die Katzen werden angegriffen, wobei ansässige Krähen und Elstern nicht fehlen – der Winter steht vor der Tür.

Und da ist sie wieder: Die typische Handbewegung, die nicht zu meinem Beruf aber zum Leben der Katzen und mir dazugehört. An dieser Stelle erneut vielen Dank an Karin Anke I., für ihre stets nett bereit gestellten Futterspenden neben oder in den Postbehältern! 😉

Ich kann mich gerade nicht erinnern, ob ich es bereits in einem Bericht erwähnte, aber die jeweiligen Reste bestehen grundsätzlich aus bekanntem Markenfutter, wie Whiskas oder Kitekat, das ich neben besserem Futter aufgrund der Preise untermischen muss. Die guten Futtersorten, wie die der Marken „Grau“, „Real Nature“, Animonda“ „Schmusy“, die ohne Werbung großartiges Futter ohne unbekannte Nebenerzeugnisse, ohne Farbstoffe und ohne Zuckerzusatz herstellen, werden mit Begeisterung angenommen. Es ist immer wieder das Gleiche, denn Werbung macht träge. Man verlässt sich auf  Versprechungen und wer mag sich auch die oftmals  winzig klein gedruckten Inhaltsstoffe auf einer Dose durchlesen? Sollte man aber tun, zum Wohle der Katzen.

Des Weiteren  warten auf die sechs, beziehungsweise auf die fünf  Romina Zwerge Adoptanten, die in der vergangenen Woche erneut zu Besuch waren. Gegenseitige Beschnupperung ist wichtig, gehört zur Eingewöhnung dazu. Jeder Adoptant hinterließ ein Kissen oder eine Decke, die immer wieder von der kompletten Katzenfamilie  mit Aromen versehen wird.

Ein bisschen sehnsüchtig werden wir  auf diese turbulente Zeit zurückblicken, aber es geht letztendlich immer weiter. In Ginis Welpenlaufstall warten die drei Fauchis, für die im Grunde viel mehr Zeit  übrig sein müsste – und wer weiß, was noch alles auf uns zukommen wird.

Zum Schluß noch ein paar Schnappschüssse, denn es ist nun nicht mehr lange hin und Rominas Babys werden ausziehen  …

Lieben Dank für Eure Aufmerksamkeit

Sabine

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6 Kommentare zu “Der Winter kommt, die Zwerge gehen

  1. Oh, sind die groß geworden. Dann haben alle Kitten schon tolle, neue Dosenöffner gefunden?

    Und Romina? Bleibt sie bei euch oder zieht sie auch um? Entschuldige, wenn die Antwort schon irgendwo zu finden ist, ich lese zwar immer fleißig mit, bin aber in letzter Zeit nicht wirklich dazu gekommen alle Blogs regelmäßig zu lesen, leider.

    lg

    Anika

  2. Wie toll die Kleinen sich entwickelt haben! Die Bilder sind prima und die Kitten machen einen sehr guten Eindruck. Hoffentlich kommen sie in Zukunft in ihrem neuen Zuhause gut klar. Ich wünsche es ihnen und drücke die Daumen!

  3. Ich danke Euch!

    Ja, jeweils zwei Kitten werden zusammen adoptiert. Das Lottchen geht zu zwei vorhandenen Artgenossen (und Hund), Sockenkiller und Romina bleiben hier. Somit bleibt keine der insgesamt sieben Katzen/Kater alleine.
    Das mit Romina und Sohn war eine spontane Entscheidung, plötzlich aus dem Bauch heraus. 😉

  4. So`n Kratzbaum hätte ich auch gerne. Lebensgroß, schön
    pfotenfreundlich und noch dazu als Mensch modelliert.
    Wo gibt´s den denn zu kaufen? (Schnell duck und weg)
    Ne, jetzt mal im Ernst. Die Kleinen sehen echt super aus.
    Habt Ihr gut hingekriegt.
    Schönes Wochenende wünscht Dir die heimliche, eifrige Mitleserin,
    die sich nun auch mal gemeldet hat.

  5. Pingback: Einblicke in die Katzenheimat «

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