In Erinnerung an Mimo oder – die Geschichte von Old- Jacky

Durch Heikes und Sylvias Blog wurde ich auf „Old-Jacky“ aufmerksam gemacht. Ich wurde seltsamerweise wütend, als ich das Schicksal dieses noch gar nicht so alten Hundes las. Einerseits eine  gute Maßnahme, da auf einen von zig tausenden Hunden aufmerksam gemacht wird. Nichts tun bewirkt nichts, und die Möglichket des Internets verhilft zumindest wenigen Lebewesen zu Aufmerksamkeit. Und andererseits wurde ich wütend.

Mir ging der Text  nicht aus dem Kopf und mein wütendes Gefühl verweigerte eine weitere Veröffentlichung. Seltsame Reaktion.

Jacky „könnte“ geimpft und gechipt, sofort ausreisefähig gemacht werden, sobald sich ein Adoptant meldet. Das machte mich wütend, aber das kam mir erst zu Bewusstsein, als ich mit Sylvia darüber sprach. Ich las „konnte“ was mir den Verstand raubte, warum Jacky bisher immer noch im allseits bekannten Hundemeer untergeht.  Somit schrieb ich eine Mail an die Hundeseelen- Nothilfe und weiß bisher nicht, wie die Reaktion aussieht. In der Mail fragte ich, warum gewartet wird? Es wird sich aufgrund solcher Aufrufe kaum ein Adoptant finden lassen und beten hilft nicht. Wenn Jacky zur Ausreise bereit gemacht werden kann, dann: Worauf warten??  Jede Erfahrung zeigt, dass Hunde, Katzen aus dem Ausland erst ab dem Moment eine wirkliche Chance haben, wenn sie besucht und begutachtet werden können. Bedeutet Unterbringung in einer Pflegestelle – wo ist das Problem? Ein Verein steht dahinter!

Jacky erinnerte mich auch an Mimo, der ebenso ein Ketttenhunddasein führte und den ich   im Frühjahr  2009 traf. Er lag nach seiner Befreiung am liebsten in Giselas Bett, war vergleichbar mit einem Häufchen Elend und sein Blick warf mich um. Noch nie hatte ich bis dahin einen sprechenderen  Blick, zusammengesetzt aus Niedergeschlagenheit, Wehmut, Schmerz und dennoch voller Treue gesehen. Ich weinte, als ich ihn sah. Diese geschundene intelligente Seele, die bisher an einer Kette ihr Leben hatte verbringen müssen. Mimo hatte unendlich viel Liebe zu geben und obwohl er dürr wie ein ausgemergelter Stängel war, er war tapfer und stark. Oskar saß auf meinem Schoß, Mimo kam und wollte ebenfals gestreichelt werden. Oskar, der aufgrund eigener Schmerzen nicht einfach war, verbellte Mimo und Mimo zog sich in Giselas Schlafzimmer zurück. Ein schlimmer Moment, da ich hin und her gerissen war.

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Mimo lebte eine gute aber zu kurze Zeit bei Gisela und Ralf und seinen Freunden. Wir werden ihn nie vergessen und auch nie vergessen, was dumme Menschen mit unseren treuen Weggefährten anrichten können.

In Liebe

Sabine

Wer Interesse hat,  kann sich Mimos (gefühlte) Geschichte durchlesen, die keinen Wettbewerb wegen Old Jacky darstellen soll. Mimos Lebenslauf fiel  mir aufgrund dessen  ein, ist ein Vergleich und betrifft alle missbrauchten Seelen.

Mimo – oder eine Weihnachtsgeschichte, die das Leben schrieb

Es war vor über zehn Jahren, als unser freistehendes Nachbargrundstück gekauft wurde. Ich selber war damals noch jung, kräftig und fröhlich, das Leben interessant, bunt und spannend.

Zwei Deutsche, die das Rentnerdasein in Ruhe genießen wollten, bauten auf dem Grundstück ein Haus, pflanzten ordnungsgemäß Palmen, Mandelbäume und ließen sich einen Pool in den Garten legen der in der Sonne blau schimmerte.

Es kam anscheinend anders als geplant, denn es dauerte nicht lange und die Finca füllte sich mit Leben, fröhliche  Hundestimmen waren Tag und Nacht zu hören und ich hatte viel zu tun mit Unterhaltungen, die von da an ständig hin und her gebellt wurden.

Irgendwann kamen traurige Stimmen hinzu, was mich wunderte, doch konnte ich  erkennen, dass diese bekümmerten Stimmen schon nach kurzer Zeit lebenslustiger, mutiger wurden. Das scheinbar blaue Wasser aus dem  Pool spritzte oft bis in den Himmel, bis hin zu vereinzelten Wolken, die träge auf die muntere Hundeschar herabsahen.

Viele Hunde kamen im Laufe der Jahre verzweifelt an und gingen mutig, lebensbejahend wieder fort. Für alle wurde von nebenan eine Heimat, ein noch besseres Leben  gefunden. Unzählige Hunde lernte ich somit kennen,  nie wurde es langweilig und ich erfuhr von ihnen eine Menge über das Leben.

Das gab mir Mut.

Sehen konnte ich das alles nicht, auch meine Kumpel traf ich nie persönlich – denn ich lebte an einer Kette.

Anfangs, als junger Hund, war es eine kurze Kette. Mein damaliges Herrchen hieß „Jäger“ und wusste es nicht besser. Er gab mir weder ein Dach, geschweige denn eine Decke. Wenn es regnete vergaß er mich, ließ mich im Matsch liegen.

Eines Tages verunglückte mein Herrchen und auf dem Sterbebett bat er seinen besten Freund, sich um unser Haus und um mich zu kümmern. Der tat das gerne, übernahm das Haus und schenkte mir eine neue Eisenkette. Eine längere, womit ich mir die Beine vertreten konnte. Eine kleine Hütte aus Stein baute er mir, weil er auf der Finca nebenan sah, wie gut es Tieren gehen kann. Miguel ist ein lieber Mensch der Tiere mag, jedoch sieht er nur ihre Hülle, ihre Seele erblickt er nicht.

Die Zeit verging, immer wieder bekam ich mit, dass Gisela und Ralf, wie die beiden Nachbarn heißen, versuchten mich zu sich zu holen.

Das wäre die Krönung gewesen!

Mimo, wie er mit jugendlichem Elan Anlauf nimmt und das himmelsblaue Wasser bis zur Sonne spritzen lässt!

Mimo und Sonne, sie hätten sich anschließend zugelächelt!

Doch Miguel wollte das nicht, da er seinem Freund ein Versprechen gegeben hatte.

Eines Tages traf Miguel seine Angela und ihre Liebe zueinander sollte urplötzlich mein Dasein verändern. Wer konnte damit rechnen? Inzwischen bin ich alt geworden, auf Veränderungen nicht mehr vorbereitet! Nie habe ich einen Spaziergang unternommen, nie fühlte ich eine kalte Kumpelnase an meinem Fell, noch nie betrat ich ein großes Haus, noch nie spürte ich Zärtlichkeit…

Es war Gabriela, das winzige, neugeborene Menschenkind, das mein Leben verändern sollte. Nachdem sie auf der Welt war willigte Miguel ein, dass ich, zum ersten Mal von der Kette losgelöst, nach nebenan durfte – nach über zehn Jahren, am heiligen Abend…

Ralfs Badezimmer ist mein Lieblingsplatz. Die Tür bleibt geöffnet, ich darf hinaus wenn ich will oder darf mit  meinen müden Knochen auf, sowie unter einer weichen Decke liegen bleiben. Ich darf aus dem Fenster in den Himmel schauen, die Wärme und Obhut genießen. Draußen regnet es und  ich brauche mich nicht mehr in einer kalten Hütte verstecken. Ich werde nicht nass, brauche nie wieder frieren. Meine Kumpel, die ich von Unterhaltungen her schon lange kenne, gaben mir vorsichtige, verständnisvolle Stubser mit kalten Nasen und hießen mich willkommen.

Ich, Mimo, weine stumm und ohne Tränen.

Ich, Mimo, schreie mit einem heiseren, tiefen, noch nie gehörten Ton auf, sobald man mich an meiner schmerzenden Stelle berührt.

Ich, Mimo, weiß, dass Gisela und Ralf mir helfen werden.

Ich, Mimo, gab die Hoffnung nie auf.

Euch allen ebenso ein glückliches Weihnachtsfest und ein gesundes Jahr 2009!

Euer Mimo

Tiffys Babys

Die Situation an sich, die kann ich nicht glauben. Ich suchte und suchte seit vergangenem Mittwoch nach weiteren Katzenwelpen, seit dem Tag, an dem ich Tiffy fand. Eine Falle stand an sämtlichen Tagen zu Zeiten auf, an denen ich (verdeckt) anwesend war.

Heute dachte ich tatsächlich, dass, falls es noch mehr Katzenwelpen, als den roten und überfahrenen Kimba gibt,  die restlichen eigentlich  nicht mehr leben können. Ich  fuhr rückwärts in die Gasse zur Futterstelle, erkannte, dass von Menschenhand wieder einmal alles zerstört und daneben geworfen worden war, obwohl ich heute morgen kontrolliert hatte, öffnete die Hecktüre  des Autos um die Stelle sauberzumachen und um Futter vorzubereiten. Und kann nicht sagen, weshalb ich mich umdrehte. Genauso ein Blackout, wie immer.

Es kamen zwei winzige Katzenbabys mit blauen Augen laut qietschend auf mich zugelaufen, als wenn sie  auf mich gewartet hätten. Wie gesagt, das Blackout:  Ich ging in die Hocke und sagte: „Kommt.“  Das dunkle Fellbündel ließ sich sofort nehmen, das getigerte wollte wieder zurück, zurück in den Dschungel aus Brennesseln, den Christine, Manuela und ich am Freitag Stundenlang durchkämmt hatten. Hinein in eine  Postkiste, ab in die Sicherheit, denn zwei Meter hinter uns bretterten bereits die Nachtanlieferungen der Tierfutterfirma.

Die beiden saßen somit in der Postkiste und ein Danke an „Miamor“, die auf die notwendige Schnelle Futter in Puddingform herstellt und ohne Zucker. Jedenfalls war das die erste zivilisierte Mahlzeit der beiden und wie man auf dem Foto erkennen kann, sie mochten es.

Das nur in Kürze, damit ich morgen nicht aufwache und ein Blackout vergessen habe.

Aber mal im Ernst: Gibt es doch Wunder? Weil ich Tiffy und ihrem Kimba immer wieder verspreche: „Ich sorge für deine restlichen Kinder, für deine Geschwister!“

Innerhalb von Stunden Tierleben retten …

… und das völlig unkompliziert, während man einen Kaffe trinkt, eine Zeitschrift liest, aus dem Fenster schaut, sich mit dem Nachbarn unterhält  oder Pfeffer in den obligatorischen Tomatensaft gibt.

Wie und Wo? Bei Air Berlin, der tierfreundlichsten Fluggesellschaft Europas!

Die Tierhilfe Rhein – Main hat etwas außergewöhnliches geschafft, denn dem Verein kommt nun für  jede Flugbuchung über diesen Link eine Spende zu.

Patenflüge für Urlauber und Mitflieger Air Berlins laufen grundsätzlich  ohne  Komplikationen ab. Das bereits seit Jahren  und zu  fairen Preisen. An dieser Stelle auch von mir ein Herzliches Dankeschön an die Betreiber, denn ohne Air Berlin wären viele Vierbeiner nicht da, wo sie jetzt sind. Nämlich dort, wo  es ihnen gut geht.

Also, bitte, bitte im Hinterstübchen speichern: Ob geplanter Flug – Osterkurztripp nach Paris oder Sommerurlaub auf den Kanaren oder Weihnachten in Griechenland, ohne  eine einzige Verpflichtung hilft dieser Klick zu einer Flugbuchung und gleichzeitiger Spende, die garantiert den Tieren zukommen wird! Vielen Dank!

airberlin.com - Your Airline.
Tierhilfe Rhein Main e.V.
Unser Verein – unsere Ziele PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 16. Februar 2011 um 20:00 Uhr
 

Liebe Tierfreunde, wir haben eine große Bitte an Euch:
Ihr könnt uns und unseren Tieren aktiv helfen, wenn Ihr zukünftig

alle Eure AIR BERLIN FLÜGE

einfach direkt über unseren oben eingefügten AIR BERLIN LINK  bucht.
Für jede Buchung belohnt uns Air Berlin, die tierfreundlichste Fluggesellschaft,
nicht nur Deutschlands, sondern auch Europas  :-))!  ♥ DANKE herzlich! ♥

 

Hurra, schwarzer Schatten hat eine Pflegestelle gefunden!!

Diese umwerfend gute Nachricht  muss ich loswerden!

Eine inzwischen sehr wertvolle Freundin, die ich durch ein Kurzgeschichtenforum  kennen lernte, las den Bericht über die kleine schwarzweiße, wilde Katze vom Dachboden.

Ich nannte den Zwerg  inzwischen Daisy, aber seit heute hat sie einen anderen Namen, den ich vergessen habe, aber Namen sind eh Schall und Rauch. Viel wichtiger ist, dass Christine sich anbot,  „Ex Daisy“ ein vorübergehendes Zuhause zu bieten.

Aber nicht nur das,  Christine hat die Möglichkeit, die kleine Ex Daisy  in einer Art Welpenlaufstall unterzubringen, wo selbst ein kleiner Kratzbaum Platz findet, bis sie aufgetaut ist und am Alltag teilnehmen möchte. Dabei helfen, werden Katze Gretchen  und Hündin Gini. Ich hoffe sehr, dass es klappt und der  kleine Faucher solch ein Alltagsleben annimmt und für sich selbst akzeptiert. Dazu gezwungen wird schließlich keiner.

Ex Daisy ist heute in ihrer Pflegestelle angekommen (der glückliche  Zufall wollte es wohl so, dass wir nicht weit voneinander entfernt wohnen), und nun harren wir mal der Dinge – und warten auf Fotos und Berichte.

Solch traurige Fotos

wird es  in Punkto vier Monate junge, scheue Miez bestimmt nicht mehr geben.

Unterwegs  gab es bei einem kurzen  Stop einen weiteren Kampf mit einer Tierärztin, die es wagte  Ex Daisy zu impfen. Dieser Gang wurde, Dank der Pflegestelle, in einem Rutsch nach Übergabe erledigt, damit kein zusätzlicher Stress –  wie ein erneutes, unfreiwilliges Muss  in eine Transportbox –  vermieden werden konnte.

Tausend Dank, Christine und Manuela! Das ist ein großer Beitrag zum Tierschutz!

Tagebuch der Minitiger 17.10.

Minitiger haben gut gemampft, gehen aufs Klo (so eine Überraschung) und versuchen nachts auszubrechen.

Ansonsten verstecken sie sich in ihrer  Box und blinzeln ängstlich vor sich hin.

Durchfall scheint nur noch eine von beiden zu haben, womit das Antiwurmmittel bereits Wirkung zeigt. Noch lasse ich sie in Ruhe, aber bald wird gearbeitet.

Mein altes Schneckchen (ebenfalls vom Hafen und immer noch scheu) mag junges Gemüse nicht und faucht. Schade eigentlich, da speziell sie Lebensweisheit weiter geben könnte. Aber, kommt Zeit, kommen vielleicht auch Ratschläge. Abwarten und Wasser trinken.

Tagebuch der zwei Minitiger

Da sich ein oder zwei gute Plätze für die beiden Minitiger finden soll/muss, dachte ich, dass ein Tagebuch angebracht ist, weil ich selber noch nicht weiß, wie sich der Stand der Dinge entwickeln wird.

Tagebücher gibt es zuhauf, auf Facebook und auf Homepages, wo erzählt wird, wann, wo und wer sich mit wem getroffen hat. Ich denke, dass zwei wilde Minitiger auch einiges zu erzählen haben, was bisher eventuell noch nicht bekannt ist.

Nun denn, somit lege ich mal los, muss vorab allerdings eine Art Vorwort loswerden, das die Situation erklärt:

In (nur) einem Hafengebiet, in einer Nordrheinwestfälischen Stadt, leben unzählige wilde  Katzen, deren Vorfahren vor ungefähr dreißig  Jahren von  Öl,  Mehl oder Tierfutter produzierenden Firmen angeschafft wurden, zum Kampf gegen Ratten.

Dreißig Jahre, und nie wurde auch nur eine dieser Firmenkatzen sterilisiert, niemand dachte darüber nach, dass sich Katzen und Kater zweimal pro Jahr vermehren und  dass das Ausmaß irgendwann nicht mehr abzuschätzen ist. Meldete  sich ein Mitarbeiter, der nachdachte und Vorschläge hinsichtlich der zu vermindernden Population unterbreitete, hieß es, dass er ein Problem habe und selber kastriert werden müsse.

Irgendwann gab es diese Röhren zu kaufen, die sich praktisch, unauffällig und einfach an jede Hauswand legen lassen und mit Rattengift bestückt werden können. Irgendwann gab es komplette Abschottung und Vergasung „im Hause“. Neue Lebensmittelbestimmungen untersagten den Aufenthalt von Tieren.

Die Augen wurden verschlossen, es wurde weder nach links noch nach rechts geschaut, denn Arbeitsverträge beinhalteten oft eine  Klausel, dass Katzen nicht versorgt werden dürfen! Die Tiere waren immer noch anwesend, denn dreißig Jahre mal zweimaliger Vermehrung im Jahr, mit jeweils wenigstens vier Nachkommen….

Sterben sie nicht eines unnatürlichen Todes, aufgrund brausender LKW oder aufgrund Krankheiten, die niemand beachtet, schon gar nicht behandelt, dann leben sie weiter, mehr schlecht als recht, denn wo Ratten und Mäuse chemisch bekämpft werden, gibt es keine Nahrung für Katzen.

Versorgung durch Tierschützer verkommt oft zu einer Nacht und Nebel Aktion, man kann froh sein, wenn Futterstellen – wo man begutachten kann, ob unerwünschter Nachwuchs oder kranke Tiere anwesend sind – nicht entsorgt wurden!

Ich stelle keine unwissenden Thesen in den Raum, denn das sind gesammelte  Informationen und eigene Erlebnisse, wobei mir die Informationen nach und nach die Augen öffneten. Hinzu kommen eventuell  ausgesetzte und unkastrierte  Katzen oder Kater, die in einem Hafengebiet eine spannende Umgebung vorfinden. Dank der alten Gebäude gibt es immer wieder einen Unterschlupf.  Nur ein Ende, ist nicht abzusehen.

Am 16.Oktober 2010 kamen sie zu uns, die beiden Minitiger. Nachdem ich nach einem Käfig suchte, bot mir eine Bekannte einen großen Hasenstall an, den sie auf den Sperrmüll werfen wollte. Ich nahm ihn mit, packte ihn in den Keller, erst einmal überlegend. Für die drei Zwerge vom Dachzimmer musste sich etwas ändern – aber was?

Sie sind alle drei sehr scheu, von wild will ich nicht sprechen, da sie gerade erst  geschätzte drei Monate alt sind. Sie kennen keine Menschen, nur ihre Mutter und Freiheit.

Die Freiheit… so passend, wie sie für Katzen auch sein mag, hier ist der Fall etwas komplizierter. Im Alter von drei Monaten kann keine Katze sterilisiert werden, da ihre Eierstöcke noch gar nicht so weit entwickelt sind. Wird in diesem Alter oder etwas später operiert, kann das zu allgemeiner, fehlerhafter Weiterentwicklung führen. An selbiger Stelle heraus lassen, entwickeln und aufwachsen lassen, ist auch kein guter Gedanke, da die meisten Katzen niemals zweimal in eine Falle tappen und weiterhin unnahbar bleiben. Somit würde der Zahn der Zeit seine Arbeit leisten und diese drei würden erwachsen, einen Kater finden, würden trächtig, zweimal jährlich vier Junge werfen usw. usw.

So, also die drei Kleinen vom Dachzimmer wurden heute einer Tierärztin vorgestellt. Ich rief gestern an, meldete drei „wilde“ an und bekam gleich einen separaten Termin. Das war toll… muss mal überlegen, ob nicht all meine Tiere plötzlich wild geworden sind.

9.45 Uhr bedeutete (samstags) frühzeitiges Aufstehen, da nicht abzuschätzen war, wie lang oder kurz der Einfang dauern würde. Es ist immer wieder schlimm mit anzusehen, wie die Tiere im Zimmer herum flitzen, vor lauter Panik. Da heißt es viel Ruhe bewahren, sich langsam bewegen, wenig und leise sprechen und nicht noch mehr Hektik verbreiten. Die beiden kleinen getigerten gingen recht schnell in die Transportboxen, da sich ihr auserwähltes Versteck hinter Bilderrahmen befand. Offene Box auf die eine Seite, vorsichtig gedrückt von der anderen und schwups waren sie drin. OK, das erst, nachdem sie im Zimmer einen Marathon absolvierten.

Bei der schwarzweißen genauso, bei ihr kam allerdings wütendes Fauchen hinzu.

Die Tierärztin stellte bei der kleineren getigerten, und sich ruhiger benehmenden, starken Wurmbefall fest. Bei der anderen nicht so extrem, und die schwarzweiße ist eh eine starke Miez und bereits einen Monat älter.

Somit Ergebnis: Alles Mädels, drei und vier Monate jung, mit Milchzähnen bewaffnet und von Ungeziefer befreit. Trotz frei geboren, sind  alle drei gesund und die jeweiligen Herzchen klopfen sprichwörtlich wild.

Die Stubenreine schwarzweiße, vier Monate jung, von der ich hinter Gitter endlich ein Foto von vorne knipsen konnte, musste wieder zurück ins Dachzimmer, da bisher kein anderweitiger Platz für sie gefunden werden konnte.

Eins nach dem anderen, so traurig es auch ist.

Die beiden getigerten sind, wie gesagt, nun bei mir und ich muss schauen, was nun wird. Ihren  Durchfall, der aufgrund der Behandlung bald nachlassen wird, kann ich nun innerhalb des Käfigs beseitigen und muss nicht während der Pause dünne, überall verteilte Häufchen aus einem  Zimmer entfernen. Am allerliebsten legten sie ihre Häufchen neben die Tür, so dass sie einer Art Wasserbombe glichen, sobald man das Zimmer betrat. Ich denke, das war Absicht. 🙂

Nachdem diese Aktion erledigt war, mussten die schwarze und die getigerte, kastrierten und ausgeheilten Katzen, die sich vorübergehend ebenfalls im Dachzimmer aufhielten,  in ihre Heimat entlassen werden.

Keine Chance sie anderweitig unterzubringen. Wirklich wild, Angst, Angst, Angst und bereits ungefähr ein Jahr alt. Sie versteckten sich hauptsächlich auf dem Schrank, wo es galt die Koffer und Tüten beiseite zu räumen.

(Hier sieht man links in die Ecke gedrückt, einen schwarzen Popo…)

Kurz nach  Einfang dieser beiden folgte ein eventueller Bruder an  selbiger Stelle, der ebenfalls schwarz ist, ungefähr ein Jahr alt,  und in ein bis zwei Tagen in seine Heimat entlassen werden kann. Er verbringt seinen Heilungsprozess in einer großen Hundeflugbox, aber auch er möchte nichts anderes, als seine harte Freiheit.

Die vorsichtige Jagd begann.

Die getigerte ließ sich nach einigen gefährlichen Sprüngen vom Schrank auf den Boden, hinüber zum Fenster und wieder zurück, überreden, in die offen gehaltene Box zu steigen. Die schwarze tat das gleiche, nur extremer. Sie wirbelte das halbe Zimmer durcheinander, sprang vom Schrank in jede mögliche Ecke, natürlich immer schneller, als Mensch reagieren kann. Ich bewundere diese federnden Fähigkeiten, trotzdem musste man sehen, dass man logischer dachte. Es dauerte, aber auch sie stieg nach einer Weile oben auf dem Schrank in die offen stehende Transportbox.

Wir fuhren sie zum Hafen, in ihre Heimat, sprachen mit dem Firmeninhaber einer nahe gelegenen KFZ Werkstatt und trafen auf einen, was Katzen anbelangt, entspannten Mann. Er hatte die Katzen zwar nicht vermisst, sie würden bei ihm auch nicht gefüttert, aber hin und wieder würde er sie in der Halle auf dem Stapel Kartons sehen. Seitdem sie da wären, hätte die Firma keine Rattenprobleme mehr, also könnten sie bleiben.

Wir zeigten dem guten Mann die beiden Katzen und er meinte, sie wieder zu erkennen. Ich durfte sie an dem Stapel Kartons frei lassen, was ich tat und wo ich jedes Mal Bauchschmerzen verspüre, weil es wehtut, vor allem, wenn man an Winter und Eiseskälte denkt. Da gibt es nichts, von wegen gemütlich auf einer Heizung liegen und Futter in Zimmertemperatur kredenzt bekommen. Meist wird  das Futter in dieser Zeit in Minutenschnelle zu einem Eisklumpen, oder im Sommer von Fliegen überfallen!

Kaum war das Gitter geöffnet, gab es zwei Sekunden Bedenkzeit, aber man merkte vorher schon, als man die Boxen aus dem Auto holte, dass Tiger und Schwarz wussten, wo sie sind. Sie gehören in die Freiheit, denn so schnell konnte man kaum gucken, wie fix sie in der Dunkelheit verschwunden waren.

Der schwarze Kater wird genau so handeln. Ich wünsche den Dreien alles Glück, das sie benötigen um gesund überleben zu können.

Ein gutes Zeichen ist die überraschende  Loyalität des Firmeninhabers. Ich werde mich näher mit ihm befassen, er wird mich nicht mehr los. Ich werde versuchen eine Futterstelle einrichten zu können, die innerhalb des Firmengeländes trocken und sicher stehen können wird.

Soeben ging an einer anderen Stelle im Hafen eine schwarzweiße Katze oder Kater in die Falle. Wird zum Tierarzt gebracht und untersucht. Kastrationen zahlen wir mittlerweile aus eigener Tasche…

Die Tierhilfe Rhein -Main möchte  ich hier dankend erwähnen, da sie mir Gutscheine in Höhe von 300 Euro bis zum Ende 2010 zur Verfügung stellte.

Danke, liebe Gilla, für dieses Vertrauen und diesen Geldregen im Sinne der Tiere, die Grenzen nicht kennen! Leider ist schon alles verbraucht und wir müssen abrechnen.

klitzekleines Hundeteil braucht ein Heim

Es sitzt zur Zeit noch im Tierheim von Madrid und ist da bei den vielen „richtigen“ Hunden einfach nur fehl am Platz und wird natürlich ängstlich. Eigentlich ist es verschmust und menschenbezogen, hatte vielleicht eine schöne Jugend, doch dann …

Jetzt ist sie 5 Jahre alt, und graust sich in dem großen Tierheim.  Ihr Name ist Nieve und sie hat das bezaubernste Lächeln der Welt.

 

Doch wenn sie keiner rausholt, wird nicht mehr viel davon übrig bleiben

Wer nach so einem liebenswerten kleinen Hundeteil sucht und ihr das Lächeln wiederschenken möchte, kann  Kontakt aufnehmen zu:
Dagmar Stegmiller

Tierschutzverein „TierNotTeam“ (Zum Eintrag in das VR vorgesehen,)
Gemeinnützigkeit anerkannt durch das FA
Cloppenburg, Steuer-Nr. 56/220/00609

http://tiernotteam.plusboard.de
http://www.tiernotteam.de
Tel.:   089 – 43748765 (abends ab 20.30 Uhr)