Demo: Rettet die Tierheime

Weil die Lage der Tierheime  immer bedrohlicher wird, fand heute  in Berlin Nahe dem Bundesrat eine Demo statt, an der gut 500 Vertreter des praktischen Tierschutzes und Frau Schnuffel teilgenommen haben.


Der Deutsche Tierschutzbund appellierte an die Kommunen, die Länder und nicht zuletzt den Bund, die Tierheime stärker zu unterstützen. Ziel der Tierschützer ist eine bundesweit einheitliche Rahmenregelung für die Fundtierkostenerstattung, um die Lage der Tierheime dauerhaft zu stabilisieren.
Jährlich werden in den Tierheimen der Bundesrepublik Deutschland 300.000 Tiere versorgt. Der aktuelle Bestand beläuft sich auf 90.000 Tiere.

„Tierheime sind Tierschutzeinrichtungen. Aber da, wo die Tierheime öffentliche Aufgaben übertragen bekommen, wie beispielsweise die Fundtierbetreuung, muss die öffentliche Hand dafür auch kostendeckende Zuschüsse zahlen“, betonte Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
„Wenn die Kommunen nicht bald handeln und die Länder und auch der Bund aktiv helfen, dann kann ich unseren Mitgliedsvereinen nur raten, die Fundtierbetreuung nicht mehr zu übernehmen und sich auf die anderen Tierschutzaufgaben zu konzentrieren.“

Und hat er nicht Recht, frage ich den geneigten Leser, ist es nicht wie betrügerische Schnorreirei, Gesetze zu erlassen, deren Durchführung dann von Privatpersonen via Spenden finanzieren zu lassen und die Institutionen, die diese Mittel verwalten damit in die Insolvenz zu treiben?
Die Lage vieler Tierheime ist existenzbedrohend!


Wolfgang Apel führte weiter aus:

„Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise, aber auch der Gesetzgebung, wie z. B. die Hundeverordnungen der Länder, schlagen sich im praktischen Tierschutz negativ nieder. Immer mehr Tiere – vor allem alte und kranke – werden aus finanziellen Gründen abgegeben, die Vermittlungsdauer steigt an. Damit einhergehend sind u. a. der Ausbau von Zwingern, aber auch andere bauliche Maßnahmen notwendig. Da die Gesetzgebung z. B. die Haltung von exotischen Tieren in Privathaushalten zulässt, werden auch immer mehr dieser Tiere abgegeben. Die Betreuung ist kostenintensiv.
Das sind nur ein paar Beispiele, wo die Folgen staatlichen Handelns auf den karitativen Tierschutz abgeschoben werden, aber die Verantwortlichen auf kommunaler, Länder- und Bundes-Ebene dafür keinerlei zusätzliche Hilfestellung bieten“.

Die Demonstration wurde auch durch Grußworte von Kurt Beck, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz (SPD), Margit Conrad, Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz (SPD), Johannes Remmel, Umweltminister des Landes NRW (Bündnis 90 / Die Grünen), Dr. Christel Happach-Kasan MdB, FDP-Bundestagsfraktion, Stefan Liebich MdB, Bundestagsfraktion Die Linke, Undine Kurth MdB, Bündnis 90/ Die Grünen-Bundestagsfraktion begleitet.
Wie man der Auflistung entnehmen kann, bestand auf Seiten der CDU kein Interesse, einen Verteter vorbei zu schicken, der die Sicht seiner Partei zu diesem Thema kundtut. Warum nicht, muss man da nicht fragen, den das erklärt die CDU mit ihrer Tierschutz-Verhinderungspolitik zur Genüge.

Rettet die Tierheime!

Folgende mail erreichte mich heute, die ich wegen des aktuellen Anlasses sofort weitergebe, damit sich viele engagieren:



Dringend Unterstützung für die Demo am 24.9. gesucht!

 

Wir wollen als Berliner Tierschutzverein am 24. September 2010 vor dem Bundesrat in Berlin Präsenz zeigen und mit dem Deutschen Tierschutzbund und weiteren Tierschutzvereinen aus ganz Deutschland für eine Verbesserung der Lage der Tierheime kämpfen.

Wir treffen uns am 24. September um 8.00 Uhr an der Nord-West-Seite des Leipziger Platzes/Ecke Ebertstraße, so dass die Demo offiziell um 8.30 Uhr beginnen kann. Die Demo soll voraussichtlich bis ca. 11.30 Uhr andauern und wird neben Reden auch von einem bunten Programm begleitet. Kurth Beck hat bereits zugesagt, weitere Rückmeldungen aus der Politik für Grußworte stehen aber noch aus, so dass es noch kein detailliertes Programm gibt.

Es werden vom Tierschutzbund Banner, Schilder etc. vorbereitet. Um ein eindrucksvolles „buntes“ Bild zu erzeugen, würden wir uns freuen, wenn zusätzlich auch eigene Plakate (Rettet die Tierheime, Tierheim Berlin) mitbracht würden. Die Demo findet auf einem unüberdachten Platz statt. Falls es also regnet, bitte denken Sie an entsprechende Kleidung.

Anbei als Hintergrundinfo der Offene Brief von Herrn Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Der Tierschutzbund versucht zumindest einen kleinen Snack (Brezel) bereitzuhalten, gegenüber des Demoplatzes ist aber auch ein Café, so dass auch die Verpflegung sichergestellt werden kann.

Um die ganze Demo abwechslungsreicher zu gestalten, werden noch Personen gesucht, die ein Katzen-, Hund-, Kaninchen- etc. Kostüm tragen. Es gibt dafür eine kleine Aufwandsentschädigung.

Ich würde mich über zahlreiche Beteilung freuen.

Viele Grüße

Katja Szymroszczyk

Referentin Öffentlichkeitsarbeit

Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen

Tierschutzverein für Berlin und Umgebung Corp. e.V.

Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes e.V.

Geschäftsstelle: Tierheim Berlin

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