Hundetagebuch (7)

Eigentlich war meine Intention ja, hier über die Handhabung von Eingewöhnungsproblemen eines Hundes aus dem Tierschutz zu berichten, aber Eingewöhnungsprobleme gibt es nicht und ich habe fast ein schlechtes Gewissen, hier den Eindruck zu erwecken, das klappt problemlos. Bei diesem Hund klappt es problemlos, und auch andere Halter berichten von der problemlosen und für sie sehr freudvollen Eingewöhnung ihres Hundes. Ich kenne aber auch einen Bericht über einen Hund, der sein Leben lang im Tierheim war, der nun Angst zeigte und überfordert wirkte, so dass die Hilfe von Hundetrainern in Anspruch genommen wurde – mit Erfolg übrigens.

Das Problem von Mäxchen ist die eigenartige Beule an seinem Bauch, die einer OP bedarf. ich bin gerade dabei abzuklären, ob ich für ihn eine Tierkrankenversicherung abschließen kann – das Problem dabei ist, sein Alter 8 Jahre scheint geschätzt, da das Geburtsdatum 01.01.2002 ziemlich ausgedacht wirkt – und die Beule ist schon da – eine Versicherung nimmt nur Hunde unter 10 Jahren auf und keine Ahnung, ob das zu operierende schon als Krankheit angelegt sein darf bei Versicherungsabschluss. Werde ich aber rausbekommen und dann berichten.

Am Wochenende hatten wir einen Ausflug mit Mäxchen gemacht. Wir waren in der Gegend von Buckow, märkische Schweiz. Wir kennen da eine Strecke, da ist man fast allein und kann auch einen schwerhörigen Hund mal von der Leine lassen. Mäxchen hat es genossen , wir auch – und ob wir ohne Hund auf die Idee gekommen wären, wandern zu gehen bei diesem diesigen Wetter ist ja eher fraglich. So hatten wir Dank Mäxchen einen wunderschönen Tag.

Bilder werden nachgereicht – wordpress scheint zur Zeit Probleme zu haben, stets werden HTTP-Fehler angezeigt…

Beginn der Strecke

 

der Hund lief ...

und lief...

und lief

musste kurzzeitig wegen einer Rinderweide mit E-Zaun an die Leine

Hornvieh gabs da in Mengen

Hornvieh ist interessant - aber in Mäxchen steckt ja auch Tibbetterrier

hier versucht Mäxchen den Geruch anzunehmen

denn von dem edlem Boss-Aroma lag einiges herum

mit dem hätte er gern gespielt

aber der Wunsch war einseitig und Maxe hatte das Nachsehen

und Maxe lief...

und lief...

und lief

Hundetagebuch (6)

Mit einem Hund sieht man mehr von der Natur  – und man lernt seine Gegend noch besser kennen als ohne Hund. Letzteres jedenfalls, wenn man nicht möchte, dass der Hund ein Territorialverhalten ausbildet.
Und da ich nicht wollte, dass Mäxchen den Bereich zwischen der Straße der Pariser Kommune und der Andreasstraße als SEINS okupiert, haben wir eine Runde  zum Strausberger Platz und zurück über die Blumenstraße gemacht.


Die Blumenstraße läuft ein Stückchen parallel zur Karl-Marx-Allee und es gibt dort keine Geschäfte, also nichts, was einen  hinzieht. Doch jetzt konnte ich mir den Wohngebäudekomplex,  der vor ein paar Jahren dort errichtet wurde endlich genauer betrachten, man hatte die alte Fabrikruine( in der früher  Stadtfüchse wohnten ) in den Wohnkomplex integriert und schicke Wohnungen daraus gemacht,dazu eine wunderschöne Hofanlage mit Bänken und Spielplatz gestaltet – wirklich toll, freundliche Architektur.
Hätte ich ohne Mäxchen nie gesehen.

Mäxchen ist munter, freundlich – hat bis jetzt noch nicht einmal gebellt. Weiß gar nicht, ob er das kann. Nur sein Husten- oder wie ich das Kruchelgeräusch, dass er jeden Abend, nachts und am Morgen macht nennen kann, das macht mir doch noch etwas Sorge. Muss der Doc nochmal gucken…

Schäfchenhund sucht Zuhause

Da ich nun etwas mehr über Sheep weiß, wird er auch hier vorgestellt. Mit der Hoffnung, ein für ihn entsprechendes Zuhause zu finden. Wer sich für den kleinen Mann interessiert, der wende sich bitte an die Finca Lucendum: lucendum@web.de

Sheep wurde Anfang Oktober von einer Tierfreundin entdeckt, als er eine Hauptstraße entlang lief, in deren Nähe weit und breit keine Wohnhäuser zu finden sind. Eben typisch plattes Land in einer kargen, spanischen Region. Es gab für diese Frau keine langen Überlegungen, denn so wie Sheep aussah, hatte sich seit vielen Monaten niemand um diesen Hund gekümmert.

Es bedarf keiner Worte, jeder kann sich selbst ausmalen, wie viel Glück oder Verstand Sheep gehabt haben muss, um überhaupt zu überleben.

Nur Sheep weiß, wie lange er unterwegs war, oder ob er kurze Zeit vor seinem Auffinden aus einem Auto geworfen und somit wie eine Tüte Müll entsorgt wurde. Wie auch immer, jetzt ist er in Sicherheit und wird seiner Art gerecht behandelt.

Besagte Tierfreundin wollte Sheep zuerst nach Apadac bringen, wo man sich einigermaßen um ihn hätte kümmern können. Doch brach, durch Aufnahme infizierter Welpen, bei Apadac die meist tödlich verlaufende und Hochansteckende Staupe aus, so dass momentan kein neuer Vierbeiner aufgenommen werden kann. Somit brachte sie Sheep  in eine Tierpension, wo er von seinem stark verfilzten Fell befreit und von einer Tierärztin kastriert wurde. Da eine Pension nicht die Lösung sein kann, war  es nahe liegend, dass Gisela Soeffner und Ralf Neumann kontaktiert wurden, die sich sofort bereit erklärten, diesen geschundenen Hund auf die Finca zu holen.

Er wurde in der Tierklinik San Anton untersucht und es stellte sich heraus, dass dieser Vierbeiner ungefähr acht Jahre alt ist, ihm bereits einige Zähne fehlen und dass er an Leishmaniose erkrankte. Aber was heißt erkrankt? Mittlerweile gibt es unglaublich gute Mittel, die, mit einer Tablette pro Tag, jedem Vierbeiner ein normal langes Leben ohne Beschwerden ermöglichen. Die verursachenden Sandmücken  sind einfach nicht mehr weg zudenken und man kann sich sicher sein, dass unser aller  Zukunft mitsamt dieser Mücken ablaufen wird. Es sei denn, auch dagegen  wird  ein Mittel entdeckt, erforscht oder wie auch immer.

Ralf holte Sheep aus der Klinik und trug ihn auf dem Arm ins Finca Gelände.  Die Hundemeute spielte wie immer  verrückt, war neugierig, wer jetzt schon wieder kommt. Gisela übernahm Sheep und trug ihn im Arm über die Finca, zeigte ihm die Umgebung, ließ die anderen Hunde vorsichtig schnuppern und spürte, wie Sheep sich entspannte.

Nach Stunden versuchte sie ihn in ihr Bett zu legen, aber das wollte Sheep auf keinen Fall. Somit bekam er ein Körbchen, in das er sich verkroch und zwei Tage lang nicht zum Vorschein kam. Gefüttert wurde er in Giselas Schlafzimmer, die Tür wurde zu gesperrt, woraufhin einige Hunde  die Welt nicht mehr verstanden. Seine Geschäfte konnte er im kleinen Garten verrichten, in dem ihn kein anderer störte. Damit war Sheep zufrieden, er legte sich auch hin und wieder in Giselas Bett und schlief sich mit vielen Alpträumen seine Vergangenheit von der Seele.

Und dann kam Duna.

Helle Aufregung ums Tor herum und der kleine Mann schlich vorsichtig aus seinem Körbchen.

Es war ja auch kein anderer Hund in der Nähe und Sheep lugte um die Ecke.

Und was nun geschah ist unbegreiflich.

Er RANNTE zwischen die Meute auf Duna zu.

Diese stand eng an den Zaun gedrückt, vor  Angst erstarrt, Rute bis  an die Nasenspitze, wie eine Statue da.

Sheep war  plötzlich rotzfrech und total Angstfrei, ging mitten durch die Meute auf sie zu.

Duna wusste gar nicht, was sie tun sollte. Sheep in einiger Entfernung stehend, schaute in  ihre Augen.

Sie schienen zu kommunizieren und sie lief nicht weg, als er Zentimeter für Zentimeter näher an sie ran ging.

Das ging über 10 bis 15 Minuten so, und der Rest der Hunde bildete einen Kreis und schaute sich dieses Schauspiel an.

Ab diesem Zeitpunkt war Sheep  Dunas Beschützer.

Er weicht nicht von ihrer Seite, der starke Zwerg von dieser wunderschönen Riesin, die ihrerseits seine Nähe sucht.

Duna sucht nun auch ein Zuhause und ich bin von folgendem   Foto wirklich begeistert. Spiegelt es doch eine unvergleichliche Ruhe wieder, nach einem hektischen Tag, nach Kopfzerbrechen, nach Schmerzen, nach neuem Elend… einfach nur genießen, wie es Duna zeigt: