In Erinnerung an Samira (2)

Eine Tragzeit bei Katzen dauert etwa 9 1/2 Wochen. Samira war seit drei Wochen bei Heike, sie wurde Heike gegenüber immer umgänglicher, wurde runder, aß gut, aber bekam ihre Jungen nicht.

Ich rief interessenhalber beim damalig untersuchenden Tierarzt an und fragte, ob diese Dauer richtig sein könne, da er seinerzeit von fortgeschrittener Trächtigkeit gesprochen hatte. Das könne er nicht so genau sagen, aber wenn es dem Tier gut ginge sollten wir weiterhin abwarten, bekam ich zur Antwort, womit ich dem Tierarzt keinen Vorwurf mache. Mein Fehler war, nicht zu hinterfragen ob er Samira seinerzeit unter Narkoseeinwirkung untersuchte, aber irgendwie denkt man immer, ein Tierarzt weiß, was er tut und das denke ich auch weiterhin!

Wir warteten ab, da es Samira gut zu gehen schien, wobei sich Heike zusätzlich in einem Katzen – Forum anmeldetet, wo düstere Vorrausagen an der Tagesordnung waren: „Eine wilde Katze kann  in Gefangenschaft eine Geburt hinauszögern.“ Ja, ja, kann sein, wobei Katze Holly kein Problem damit hatte. Eines Morgens bekam Heike einen Anruf von Frau X, die sich nach ihrer Kur für die überraschend eingefangene und  von mir organisiert untergebrachte Samira interessierte. An zufällig genau diesem Morgen machte Samira Anstalten und lief unruhig durch ihr Zimmer. Heike schilderte während des Gespräches diese Symptome, ohne Frau X zu kennen und sich darauf verlassend, dass Frau X „etwas zu sagen hat“,  worauf Frau X antwortete, dass sie es geahnt habe. Kein Mensch hätte Ahnung, es sei alles falsch gemacht worden und Heike solle sofort mit Samira zum Tierarzt! Sie sei bei der damaligen Untersuchung garantiert in Narkose gelegt worden, eine Vergiftung wäre Schuld und  sämtliche Welpen bereits  tot.

Heike geriet logischerweise in Panik, denn eventuell hatte Frau X Recht. Sie lockte Samira in eine Box, fuhr zu ihrem Tierarzt und musste warten, da ein Notfall dazwischen kam. Sie musste lange warten und wie ich soeben noch bei Sylvia gelesen habe, so kann sich selbst Fieber bei Katzen in Stresssituationen hochschaukeln. Heikes Tierarzt begutachtete Samira und ordnete einen Kaiserschnitt an. Sofort, ganz schnell.

Vier Welpen holte er aus ihrem Bauch, wovon das „Erstgeborene“ schwarzweiße Baby, wieder belebt werden musste. Es war somit eine Minute vor Zwölf gewesen. Samira erlitt einen Kreislaufkollaps, auch sie musste und konnte regeneriert werden.

Nach zwei Stunden konnte Heike zusammen mit Samira und ihren vier lebenden Katzenbabys nach Hause fahren. Sie sollte von Anfang an zufüttern, da Samira schwächelte, aber all das war kein Problem für Heike.

Zuhause angekommen tat sie ihr Bestes. Samira war noch nicht 100% aus der Narkose erwacht, aber sie bekam mit, was um sie herum vorging. Sie sah ihre Kinder und auch, wie Heike, ihre zweite Vertraute, sich um ihre Babys kümmerte. Sie atmete tief durch, es glich einem Seufzer, und sie bewegte sich. Heike schaute sofort in die Box, streichelte Samira, merkte aber, dass Samira soeben verstorben war.

Ja, und dann standen wir da. Mit Anklagen im Rücken und der Verantwortung für vier Mutterlose Katzenbabys. Ich rief Frau X an, und sagte unter Tränen, dass Samira gestorben sei.

Jetzt kommt ein  Abschnitt der unglaubwürdig klingt, aber wer sich auskennt wird verstehen:

Frau X sprach gleichzeitig mit Frau Y, die spät abends noch im Auto saß und die vier Welpen zu einer Ammenmutter ihres zuständigen TSV bringen wollte. Ein bewundernswerter Einsatz, der mich zum Überlegen brachte. Ob diese unbekannte Katze die vier neuen Welpen aufnehmen würde, danach war nicht gefragt worden und das konnte auch niemand wissen. Das war ein Risiko auf Leben und Tod. Währendessen schaltete Frau X telefontechnisch Frau Y aus und sagte zu mir: „Das darf nicht zugelassen werden, Frau Y ist bei einem Pharmaproduzenten gesehen worden, sie gibt Katzen an Versuchslabore!“

Das konnte ich nicht glauben  – oder doch? –  und irgendwie beneidete ich Samira und wünschte mir einen Seufzer, der all diese Machenschaften vergessen ließ. Aber das  funktionierte nicht und ich rief Heike an. „Frau Y wird gleich vor eurer Tür stehen, sie hat vielleicht eine Ammenmutter, genaues weiß ich auch nicht, aber bitte, gib ihr die Babys nicht!“

Heike war genauso  durch den Wind wie ich, zumal  sie zusätzlich die verstorbene Samira bei sich hatte und Katzenbabys gefüttert werden mussten. Als Frau Y kurz danach bei ihr klingelte, hielt Heikes Mann die Haustüre bedeckt und sprach in Ausreden.

Ersatzmama Cassy

Kurz danach rief mich Frau X an, schaltete Frau Y , die immer noch im Auto saß, ohne ihr Wissen dazwischen, und ich hörte: „Hast du dem Typen geraten mich nicht hereinzulassen?“

„Ich? Nein, wie kommst du  denn darauf?“

Das alles glich im Grunde einer billigen, trivialen Komödie, wenn der Stoff nicht so traurig gewesen wäre. Aber das Leben schreibt bekanntlich die unglaublichsten Geschichten und Heike gab den vernünftigen Schlusssatz: „Sabine, ich schaffe das, ich schaffe das, verlass dich darauf! Samiras Babys bleiben hier, bei ihrer Mutter die auch hier beerdigt werden wird und  ich werde die Babys alle zwei Stunden füttern! Vergessen wir doch einfach diese Leute!“

Samiras Grab

Heike schaffte es auch und  Gisela Scholz von der Tierhilfe Rhein – Main  übernahm sämtliche Unkosten und  Vermittlung. Ja, genau, ein Verein der von uns weit entfernt liegt, der aber aus Freundschaft und Ehrlichkeit besteht, nicht aus einem Haifischbecken.

Samiras Babys wuchsen zu kräftigen und gesunden Katzenkindern heran. Zwei Kater und zwei Katzen. Wobei es wie gewollt scheint, dass die Weibchen ihrer Mutter ähneln und speziell Samira 2 ihr wie ein Ebenbild gleicht.

Die beiden Katerchen konten zusammen vermittelt werden. Von Samira 2 und Sina konnt sich Heike nicht trennen, verständlicherweise.

Gewonnen hat unter anderem auch Heikes Cassy, die alle vier Katzenbabys sofort und ohne zu überlegen übernahm, wie eine Mutter. Je nach Aufwand, und sie übernahm am allerliebsten die Massage, wenn nach dem Fresschen die Bäuche massiert werden mussten. Sie machte das hervorragend und war bald unabkömmlich:

Alles in allem steht vieles zwischen den Zeilen, worüber sich jeder seine eigenen Gedanken machen kann.  Heike und ich werden Samira niemals vergessen, niemand wird Samira vergessen, da sie eine der unendlich vielen verwilderten Katzen war und hiermit ein sinnbildliches Denkmal für sie  errichtet wurde.  Samira war auch ein Schnitt in unserem Leben, der uns gelehrt hat welche Menschen wirklich wichtig sind, aber ich werde niemals anders handeln und kann trotzdem die nette Dame verstehen, die Samira viele Jahre länger kannte und uns die Schuld an ihrem Tod gibt.

Danke Cassy!

Alte Geschichten

Was die wilden Katzen anbelangt, die irgendwann und irgendwo am Hafen gesehen und gefangen  wurden, so darf Katze „Hexe“ nicht fehlen. Eine vermeintlich wilde Katze, die sich als mit Sicherheit entsorgte Hauskatze herausstellte, jedes zivilisierte Geräusch kannte und keine Hunde mochte. Deren Geschichte langwierig wurde, aber dennoch zu einem guten Ende führte.

Katze Hexe legte ebenfalls eine Zeit lahm, in der man weder Ein noch Aus wusste. Sie wurde bei besagter Firma, zu der kein Fremder Zutritt bekommt, auf einem Vordach entdeckt. Sie war tragend und Herr M. rief an, was er tun könne. Er bekam eine Falle und stellte sie auf. Vorab kümmerte er sich und versorgte das Tier regelmäßig. Katze Hexe gebar fünf Welpen, die Herr M. im Laufe der Zeit  fangen konnte. Fast alle Kitten kamen bei Kollegen innerhalb der Firma unter, eines starb und zwei kamen auf Pflegestellen, von wo aus sie vermittelt wurden. Das alles geschah im Jahre 2007, als man noch Verbindung zum dortigen TSV hatte. Scheint eine Ewigkeit her, weil es damals noch keine Katzenheimat gab. Deshalb muss ich so nach und nach die alten und dennoch wichtigen Tatsachen ausgraben und der Katzenheimat hinzufügen.

Hexe hieß seinerzeit noch „Leni“ und laut kastrierendem Tierarzt bestand der Verdacht auf Leukose, weil ihre Lymphdrüsen geschwollen sein sollten. Leni konnte somit nur in einem Haushalt untergebracht werden, in dem es keine weitere Katze gibt. Oh, das war schwierig und in letzter Not rief ich meine Schwiegermutter an. Sie besaß mal ihr geliebtes Mohrchen, lange vor meiner Zeit, und irgendwie verstehen wir uns, helfen uns gegenseitig. Ich fragte vorab meinen Lebensgefährten, der sogleich heftig den Kopf schüttelte, weil seine Mutter und Tiere… einfach unmöglich sei, wegen der Teppiche und überhaupt. All das innerhalb weniger Stunden, da der Tierarzt Feierabend  und eine vermeintlich wilde, kranke Katze eine alleinige Unterkunft benötigte. Ich musste lügen und begab mich auf die Knie, weil diese Katze wirklich nur ein paar Tage Unterkunft brauchte, liebe Schwiegermutter: „Bitte!“

Ich kam mir richtig mies vor, weil sie an diese paar Tage glaubte. Jedenfalls war Übergabe am Hafen und die Box stank zum Himmel, weil Leni mit Antiwurmmitteln versorgt worden war und nicht aus dieser verdammten Box herausgelassen werden konnte. Ohje, die pingelige Schwiegermutter…

Leni und ich fuhren zur vorübergehenden Heimat und ich versprach ihr ein Zuhause – irgendwann. Leni verstand. Bei Schwiegermutter angekommen, konnte Leni aus ihrer Box und in ein eigenes Zimmer. Ich hatte bis dato noch keine abgemagertere Katze gesehen. Haut und Knochen in Verbindung mit einer großen OP Narbe. Ein hungriges Häufchen Elend , das niemals wild gewesen war.

Selbst der Schwiegermutter schmolz das Herz und sie versprach, die paar Tage lang auf Leni aufzupassen. Die Zeit verging und Interessenten sind rar. Ob 2007 oder 2011 macht kaum einen Unterschied, obwohl Leni etwas Besonderes war, immer noch ist und seinerzeit auf vielen Vermittlungsseiten stand. Eine sanfte Schönheit, die lediglich keine Hunde mag. Das probierten wir aus, weil Schwiegermutter zappelig wurde, da Leni Freigang wollte, stark haarte und sie selbst bald zur Kur musste. Ja, wir probierten aus, aber Hündin Gipsy hatte innerhalb von Sekunden eine heftig blutende Nase. Die inzwischen selbstbewusste Leni war also nichts für einen Hundehaushalt. Sie musste geimpft werden, da sie bei Schwiegermutter mittlerweile Freilauf genoss und bewundernswert innerhalb ihres Bereiches blieb. Sie hörte aufs Wort und eigentlich war alles in Ordnung, die beiden passten perfekt zueinander! Leni schlief mit im Bett, genoss ihre Zeit…. aber die bevorstehende Kur und die Renovierung – und außerdem hatte ich von ein paar Tagen gesprochen, nun waren Monate daraus geworden! Ja, sorry,  liebe Schwiegermutter, ich mache sofort. In meiner Zwangslage rief ich Herrn M. an, der Leni und ihre Babys gefangen hatte, und fragte, ob er vorübergehend helfen könne. Bei der Impfung sei keine Auffälligkeit wegen Leukose aufgefallen und Leni könne zu einer Zweitkatze. Auch wenn sich seine eigene mit keiner anderen Katze versteht, aber bitte…

Herr M. machte es überraschend kurz, da er nickte und gleichzeitig sagte:“ Wenn eine Pflegekatze zu mir kommt, dann bleibt sie.“ Seitdem macht Katze Hexe zusammen mit ihren Kumpel die Gegend unsicher. Zwei Tage später meldete sich eine nette Interessentin, die Katze Leni, dieser Schönheit, ein Zuhause geben wollte….

Alles in allem scheint diese Geschichte wirklich lange her zu sein,  wenn ich überlege, dass ich inzwischen  keinen TSV mehr im Rücken habe, umso mehr aber andere Helfer durch die Katzenheimat, die wesentlich besser helfen, seinerzeit besser hätten helfen können und jederzeit mitfühlen, aufbauen. So fühle ich mich gut und somit kann die kommende Woche beginnen.

Wünsche allen Lesern einen angenehmen Start in die neue Woche!

Was meinst Du, Hexe?

Tiffys Babys (3)

Über die Findlinge gibt es bis zum vergangenen Sonntag noch weiteres zu berichten. Es war für mich ein Hin – und Her gerissen sein, denn im Grunde konnte ich mich nicht von diesen beiden trennen. Eigentlich nie wieder. Aber mein Motto ist, dass ich alten und kranken Katzen helfen muss, und wenn ich einerseits aus reinem Egoismus zwei Jungspunden  ein gutes Leben mit Freigang verbaue, und andererseits den Platz für die alten und kranken belege, dann helfe ich keinem Tier. Zusätzlich benötigt Hündin Gipsy Pflege rund um die Uhr, und sobald ich mich um Eindringlinge in ihrem Reich  kümmere, geht es ihr grundsätzlich schlechter.

Am Donnerstag hatte ich einen Tierarztbesuch eingeplant, der eine Floh -Wurmkur und eine Begutachtung seitens meiner Katzentierärztin beinhalten sollte. Ich betrat eine leere Praxis, ein bisher nie da gewesener Umstand, der nur auf diese beiden Glückskatzen zurück zuführen sein kann. 😉

Frau Doktor sah in die Box, grinste und meinte: „Die vermitteln sie aber nicht, oder? So etwas kann man doch nicht wieder hergeben!“ Ich sagte nur: „Oh, bitte, keinen Kommentar!“

Tiffys gesunde Babys wurden untersucht und gewogen. Mein Äffchen wog zu diesem Zeitpunkt 460 g und ihre „große“ Schwester 490 g. Da ihre babyblauen Augen sich bereits anfingen zu verändern, tippte die Tierärztin sie  auf Anfang der siebten Woche. Beiden machte dieser Besuch nichts aus, im Gegenteil, sie fanden es spannend und zurück in der Box spielten sie, als wenn sie… tja, Zuhause wären, egal wo  immer das sein mochte.

Ich benötigte noch Wurmkuren für fünf wilde (zahme) Katzen, denen ich das Mittel geben und zusehen kann, ob sie es tatsächlich genommen haben. Fünf Wurmmittel über drei Tage sind eine Ausgabe, die man nicht mal eben so tätigt. Aber die Glückskatzen waren dabei, somit gab Frau Doktor mir ihren Restbestand – Geschenkt!

Vielen lieben Dank, Frau Doktor Brinkmann- Block!

Zurück in unserem Zuhause, hatte ich das Bedürfnis, Tiffys Babys zu zeigen, wo ihre Mutter und ihr Bruder Kimba sind. Tiffy musste ebenfalls sehen, dass ihre Lenkung der richtige Weg war. Wir gingen in den Wald und zu Tiffy Grab. Dort öffnete ich die Box und sagte den beiden, dass hier ihre Mama ist. Sie stiegen vorsichtig aus der Box, da Waldboden und dementsprechende Gerüche wieder etwas völlig Neues für sie waren. Bereits nach wenigen Minuten wurden sie übermütig, denn das war ein schöner Platz, man konnte toben und entdecken. Ich für meinen Teil hoffe einfach mal, dass dieser Ausflug nicht sinnlos war. Vielleicht etwas sentimental weit hergeholt, aber ich stehe zu Abschlüssen aus eigener Erfahrung.

Ich kann den Zwergen nicht wirklich helfen, außer Liebe zu geben und zu wissen, dass sie weiterhin Liebe empfangen werden. Ich sah es bereits am ersten Tag, dass Tiffy – Maya an sich selbst nuckelt. Sie schnurrt währenddessen und  vergisst alles um sich herum. Sobald Tiffy – Coco das mitbekommt, legt sie sich an Maya und nuckelt ebenfalls an ihr. Ein Fehlverhalten, das einem das Herz zerreißt.

Christine rief mich am nächsten Tag an und ich sagte, dass ich Zeit benötige, um mit mir selber klar zu kommen. Sie meinte, dass ich damit aber den beiden Winzlingen nicht helfe. Bei Claudia hätten sie ein Leben wie im Paradies, Claudia würde sich Urlaub nehmen und ich dürfe die Zwerge nicht an mich binden, gerade jetzt, wo es um Tage gehe in denen sie eine immerwährende Bindung aufbauen und nicht irgendwann wieder enttäuscht werden dürften.

Wie Recht Christine doch hatte… Nachdem ich aufgelegt hatte erkannte ich meine eigenen Worte, die ich jedem anderen genauso gesagt hätte. Also rief ich Claudia an und erbat mir lediglich den Samstag, den ich mit Tiffys Babys zusammen verbringen wollte. Sie solle bitte den Urlaub für die kommenden zwei Wochen anmelden und am Sonntag seien die Winzlinge bei ihr. Klar, nicht einfach so, denn eine Übergabe bedeutet gleichzeitig eine Vorkontrolle, bei der noch alles offen ist.

Den Samstag verbrachten wir bei idealem Wetter auf dem Balkon. Es tat gut, die Zwerge zu beobachten, wie sie neugierig und gesund durch jede Welt hüpfen.

Am Sonntag war es dann soweit und wir fuhren gemeinsam mit Christine, Manuela und Martina ins neue Reich. Unterwegs war Ungeduld angesagt, jedenfalls von „großer“ Schwester Tiffy – Maya. Sie sollte ihren Spaß haben und durfte selbstverständlich ihre Neugierde befriedigen.

Tiffy – Coco, die bisher schwächere von beiden, wollte schlafen:

Bei Claudia angekommen, war es für mich wie immer bei einer Vorkontrolle: Würde ich mich hier Wohlfühlen? Um mehr geht es in diesen Situationen nicht, denn sobald die Chemie stimmt, möglichst leise Familientechnische Dinge geklärt, Umfeld erwähnt, Tagesablauf, Überlegungen bei Abwesenheit/Krankheit inklusive dringendem Willen gerade dieses Tier aufnehmen zu wollen, besprochen wurden, spricht der Bauch.

Und Ja, es ist ein ruhiges, sehr verständliches Haus. Claudia ist eine sehr sensible Frau, was ich in den vergangenen Gesprächen eindeutig erkannte. Die Siamkatzen aus der spanischen Tötung waren erst einmal nicht begeistert von ihrem Zuwachs, aber Tiere regeln das unter sich und wir Menschen dürfen nicht ungeduldig sein. Hier handelt es sich um Artgenossen und nicht zum Beispiel um Hunde, wo wirklich  nichts mehr geht, wenn der eine den anderen nicht akzeptiert und eine Trennung vonnöten ist.

Wir drei hatten wirklich Glück, da jeder meine Gefühle und auch die von den beiden Winzlingen verstand. Es hätte nicht besser kommen können, deshalb ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten!

Mein Äffchen, das auf die Schulter klettert und die Nase an der Wange reibt: "Hey, alles ist gut."

Zuhause! Waren wir jemals woanders?

Psssst... ist doch egal, guck mal, hier haben wir auch ein eigenes Zimmer!

Der Furminator

Also, ich kann nicht sagen, weshalb die Existenz des  berühmten  Furminators bisher an mir vorbeiging.

Ultimative Bürste ist für die Zahmen immer dabei und in Tiergeschäften läuft ständig Werbung. Werbung für Dies, Das, Versicherungen und haste nicht gesehen. Aber hier geht es um eine unsichere Geschichte, von der ich weder weiß, ob und wie sie ausgehen wird, noch welche Katze irgendwann zahm wird oder leider verschwindet. Somit keine Zeit für teure Experimente.

Hm, aber Christine besitzt zwei Furminatoren und gab mir einen zum testen. Ich testete bereits am nächsten Tag und muss sagen, dass mich der Furminator verwunderte.

Und nicht nur mich, da die gestriegelten Katzen ebenfalls verwundert  ihrem ausgebürsteten Fell hinterher sahen. Alles in allem erinnert mich der Furminator an einen Trimmkamm und ich werde ihn mit Vorsicht benutzen. Ich lasse mich aber gerne weiterhin von Erfahrungsberichten überzeugen.

Jedenfalls kommen Fellunterschichten zutage, die Katze normalerweise schlucken müsste, wobei ich hiermit ans Thema möglichst gesunde Ernährung anknüpfe.

Futterstellen und Jahreszeiten

Über Katzen – Ernährung muss/sollte man sich das ganze Jahr über Gedanken machen, aber problematisch wird es, wenn man Futter draußen stehen lassen will oder muss, und im Grunde nicht 100% weiß, welche Katze oder wie viele Katzen an dieser Stelle zum futtern kommen.

Meine zuverlässigsten Gesellen Micky und Muckl. Bedeutet immer wieder Glück, beide zusammen so zu sehen.

Im Winter ist klar, dass bei Minusgraden jegliches Feuchtfutter nach Minuten zu Eis erstarrt. Wie im letzten Winter ausprobiert, so sind Taschenwärmer eine gute Maßnahme, um zumindest eine Stunde lang, für absolut scheue Gesellen, Essbares anzubieten.

Wer nicht kommt zur rechten Zeit, muss mit der Alternative (gutes) Trockenfutter leben. Problem ist in diesen Zeiten die Wasserzufuhr, bzw. die Wasseraufnahme, da frisches Wasser innerhalb von Sekunden gefriert. Mit Sicherheit lecken Katzen an Schnee, wenn welcher gefallen und liegen geblieben ist, aber es gibt auch trockene Kälteperioden, in denen es einfach nur eiskalt ist. In solchen Zeiten lassen sich nur wenige Mäuse sehen, sodass einer regulären Ernährung, im Kampf ums Dasein, ein Riegel vorgeschoben wird. Von daher sehe ich immer zu, dass möglichst jeder seinen Happen Nassfutter oder seine Einheit Katzenmilch zu sich nehmen konnte, aber das funktioniert selten.

Ich kann all das nur aus der Perspektive „Ungelernter Katzenforscher“ beurteilen und weiß, dass viele Hauskatzen ausschließlich mit Trockenfutter ernährt werden. Dass Trockenfutter, zum Beispiel  Royal Canin „Outdoor“,  frei lebende Katzen  in diesen Wochen und Monaten genauso auf dem gesunden Damm hält, ist eine geglaubte Beruhigung. Andererseits erkenne ich am nächsten Tag eines Regentages, an dem ich die Fliegenfreie Zeit nutze und Schalen mit vermeintlich gutem Feuchtfutter bis zum Anschlag fülle, dass  die Möglichkeit genutzt wurde und die Schalen bis zum letzten Krümel leer geleckt sind. Dann kommen mir regelmäßig Zweifel, da doch viele andere Katzen von Trockenfutter leben. Und wenn ich sehe, wie sich auf Feuchtfutter regelrecht gestürzt wird, so zweifle ich an der Philosphie, Trockenfutter reiche aus.

Die besten Jahreszeiten sind der beginnende Frühling, Tage beherrscht von  Dauerregen und der Herbst. Es lenken zwar kühle Temperaturen, aber es gibt keinen  Frost und keine Fliegen.

Futterstellen werden nicht nur von Menschenhand zerstört. Gegen die leisen, ebenfalls hungrigen Naturgewalten gibt es kaum ein Mittel, aber eines bleibt gleich: Ausdauer. Sobald es wärmer wird, die Sonne scheint, so kommen sie: Die Insekten.

In den unterschiedlichsten Variationen, je nach Standort der Futterstellen. Aber alle Stellen haben eines gemein: Die Fliegen. Sie brummen und nerven, egal ob es sich um Trocken – oder Nassfutter handelt. Sie schwirren einem um den Kopf, ertrinken in ehemals sauberen Wasserschalen und setzen  sich hartnäckig auf jede Art von Futter, obwohl sie kurz zuvor wahrscheinlich auf etwas Unappetitlicherem  saßen. Wenn es nur das wäre, denn hinzu kommt ihre Sucht nach Vervielfältigung, so dass der Eindruck erweckt wird, dass Fliegen irgendwann einmal den Erdball beherrschen wollen. Ich akzeptiere jedes Lebewesen, aber Fliegen empfinde ich als Faul. Sie legen ihre Eier in ein gemachtes Nest, fliegen von dannen und hoffen darauf, ihren schlüpfenden Maden das Paradies präsentieren zu können.

Aber ohne mich.

Sobald ich eine „Fliegeneiablage“ im gemachten Nest vorfinde, verschwinden Reste samt ihrer zukünftigen Wunsch – Herrscher im Müll. Die Schale wir mit kochendheißem Wasser gespült und gibt Zuwachs keine Chance.

Fliegen sind somit überall ein Problem, hinzukommen – hin und wieder – Wespen, aber permanent Standorttreue Ameisen und Ohrenkneifer. Die sind beinahe noch schwieriger.

Sie können einem das Leben ebenfalls sehr, sehr schwer machen, da sie sich im Trockenfutter verbuddeln, ihre Häuser binnen kurzer Zeit innerhalb einer Futterstellen bauen und sich einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen. Immer wieder aufs Neue. Täglich. Da heißt es zweimal täglich Körnchen für Körnchen von einer Schale in die andere umfüllen, bis der Rest in Form von Ameisen oder Ohrenkneifern übrig bleibt, den man anschließend in hohem Bogen an einen anderen Ort manövrieren sollte. Aber sie sterben nicht aus und bisher ist mir kein Trick im sanften Kampf gegen Futterneider eingefallen. Vor ein paar Tagen versuchte ich es mit Styropor, das ich irgendwo fand und unter die Näpfe legte. Ein dummer Versuch, nach dem Motto: Vielleicht riechen sie nun das Futter nicht oder eventuell ist es ihnen zu mühselig…

Mal sehen, ob`s hilft.

Jahreszeiten bedeuten ebenfalls eine Suche nach warmen oder kühlen und gleichzeitig sicheren  Liegemöglichkeiten. Im Winter sind kurz zuvor geparkte  LKWs  der Renner, von denen Katze weiß, wann er wieder starten wird.  Ja, Katzen kennen sich besser mit Autos aus, als mancher Mechaniker. Sie springen auf einen Anhänger und werden nicht wieder gesehen. Speziell diese warme Stelle, zwischen Führerhaus und Anhänger kurz nach dem Parken,  ist beliebt.

Leider meist mit Schmieröl versehen, was anschließend am Katzenfell  klebt. Nicht gut, aber auch nicht zu ändern. Aber auch im Sommer sind die parkenden Fahrzeuge  gut zu gebrauchen, da man sich nach einer Mahlzeit in optimaler Höhe die Sonne wärmend auf den Körper scheinen lassen, oder darunter im Schatten liegen kann.

Eine hoffentlich zufriedene Muckl

Viel lieber würde ich sie auf weichen Kissen sehen, aber mal schauen, wohin uns unser gemeinsamer Weg noch führen wird.

Filou, der ernsthafte Spaßvogel

Von Filou weiß ich inzwischen, dass er Trockenfutter lieber mag, als alles andere. Aber Filou ist gerade mal ungefähr zwei Jahre alt, während Micky und Muckl weit über zehn Jahre alt sein müssen.