Futterstellen und das Wetter

Ja, das Wetter, Gesprächsthema Nummer eins, wenn es peinlich wird, weil  kein anderes Thema Sinn ergibt. Häufig kommt das Wetter auch aus einer Misslaune zur Sprache, so wie in der vergangenen Woche, als ich aus klimatisierten Büros oft zu hören bekam: „Boah, ist das kalt, und das nennt sich Sommer?“

Mal abgesehen davon, dass Mensch zum Glück nichts, aber auch gar nichts gegen das Wetter unternehmen kann, musste ich mich mehrmals rechtfertigen, weil ich den Wind und den Regen und die angenehme Kühle grundsätzlich ganz toll finde. Ich sagte dann immer lächelnd: „Hey, ist wie Wetter auf Sylt.“

In Wirklichkeit meinte ich: „Hey, ist ein Wetter ohne Fliegen“. Aber das nur unter uns…

Jedenfalls war es herrlich, da Futterstellen nicht nur mit den Jahreszeiten sondern auch mit dem Wetter und seinen Begleiterscheinungen leben.

Gab es in der vorletzten Woche bis hin zum vergangenen Dienstag keine Möglichkeiten Feuchtfutter anzubieten, so war die einbrechende Kühle die Gelegenheit. Da wurde ich am ersten Abend regelrecht euphorisch, füllte Schale um Schale, weil ich wusste, dass auch die Katzen darauf warteten.

Und es wurden komplett gefüllte Schalen bis auf den letzten Tropfen leer geputzt, drei  kühle Tage lang, wobei am dritten Tag jeweils ein Rest übrig blieb, was mir die Gewissheit gab : Gesättigt.

Und jeder, der Katzen kennt und sich mit deren Gewohnheiten befasst, wird selber wissen, dass Katzen bei Temperaturen um die dreißig Grad kaum Hunger haben. Bei schwülen Witterungsverhältnissen ist es außerdem nicht möglich, den wilden Katzen, die sich nur nachts zur Futterstelle trauen, Nassfutter hinzustellen. Bei wilden Katzen kann außerdem  niemand kontrollieren ob und wann sie Hunger haben, somit muss eine Gesunderhaltende Alternative geboten werden, da Vorsorge für kommende Winter betrieben werden muss. Diese frei lebenden Tiere, erst recht wenn es ihnen schlecht gehen sollte, haben keine Möglichkeit einen warmen Platz oder Hilfe zu finden. Speziell vor Hilfe scheuen sie zurück, das weiß ebenso jeder, der je ein verletztes oder krankes Tier einfangen wollte.

Bei den zahmen Tieren stellt das alles kein Problem dar. Sie sind pünktlich und futtern, die übrig gebliebenen Reste erhalten Möwen oder Elstern. Aber in Wärme Futter stehen lassen funktioniert nicht, da sofort Insekten darüber herfallen.  Somit muss eine Alternative gefunden werden, die sich in Form von Trockenfutter anbietet. Trockenfutter und sauberes, ständig frisches Wasser. Die Inhaltsangaben auf Schachteln und Beutel las ich am Anfang durch, wie jeder von uns, und hoffte, dass es gesundes und ausgewogenes Alternativfutter sein würde, doch im Laufe der Zeit erkannte ich Unterschiede, die vielleicht kein Hersteller ahnt. Im Grunde ist es leicht zu erkennen, da sich auf „Billigfutter“, was ich aufgrund der Inhaltsangaben ausprobierte, keine Fliege und kein Ohrenkneifer herablassen würden. Geschweige denn eine Samtpfote, die die Marke Royal Canin „Outdoor“ schmecken lernte.

Ja, ich weiß, einmal gelockt und für immer verdorben, aber ich stehe dazu und habe erst dann ein gutes Gewissen, wenn die Vierbeiner gut versorgt sind. Nicht nur für Heute, sondern auch für Übermorgen. Ich sehe es, wenn ich zwei verschiedene Sorten getrennt in eine Schale fülle. Garantiert ist die Menge Royal Canin verputzt worden, während die andere Hälfte unangerüht blieb. Fliegen legen ihre Eier auch auf Trockenfutter, bei Regen wandern  Schnecken ebenso gerne hindurch, was eine Entsorgung des Futters mit sich bringt, aber es bleibt wie es ist: Qualität muss her.

Somit rechne ich einfach nur um, da die nicht benutzten Dosen in qualitativ gutes und dementsprechend teures Trockenfutter umgesetzt werden.

Mein Dank geht an die hinweisende Emmiken, die mir, hinsichtlich meiner internen Debatte über Trockenfutter, ganz einfach die Augen öffnete:

Nee, sorry, aber das mag ich nicht.

Danke für`s Futter!

Ich muss viel nachholen und somit fasse ich all die Futterspenden in einem Artikel zusammen, was nicht minder von ganzem Herzen kommt!

Vielen Dank, liebe Frau K., die durch ihre Teilnahme in der Fressnapf Community fleißig Tatzenpunkte sammelt, diese an die Tierhilfe Rhein Main spendet und diese nach Absprache wiederum an mich. Oder an die Friedhofskatzen Krefeld, je nachdem, es wird gerecht verteilt. Komplizierte Sache, aber Tatzenpunkte können lediglich einem Verein überreicht werden, der dann zusehen darf, was er mit den Gutscheinen Gutes tut. Danke auch an Fressnapf, für diese Möglichkeit! Es waren bisher überwältigende drei Gutscheine im jeweiligen Wert von 50 Euro. Wenn man solch einen Gutschein aus dem Umschlag holt, kommen einem die Tränen vor Freude.

Den ersten Gutschein verwendete ich für vollwertige Dosen und diverse Schalen, in denen sich gesunde, abwechslungsreiche Leckereien befinden und die, vermischt mit dem anderen Futter, großen Anklang finden.

Mit dem zweiten Gutschein probierte ich leichtsinnig hochwertiges Trockenfutter von Royal Canin aus, was aber tatsächlich der Renner ist, und das ich ab dato nun immer anbieten muss. Ein Beutel kostet 21,95 Euro, womit der zweite Gutschein mit zwei Beutel gut angelegt war und zusätzlich  für einige Flaschen Katzenmilch reichte.

Den dritten spare ich auf für weitere Angebote, wie Whiskas, Felix und Kitekat. Vielen, vielen  Dank!

Ich danke auch Frau I. von der Firma C., die durch meinen Kollegen Tony unbewusst auf meine Situation aufmerksam gemacht wurde, die sich durch  Facebook über die Katzenheimat informierte und seitdem immer wieder eine Überraschungstüte bereit hielt. Sei es Trockenfutter oder diverse Beutel von Whiskas.

Vielen Dank, auch an ihre Katze, die Lamm und Rind nicht mag. 😉

An Christine und ihre Kolleginnen und Kollegen ebenfalls herzlichen Dank, für diverse Wundertüten, die jeweils  Feucht und Trockenfutter beinhalteten und für die großen Haribo – Schalen, die mindestens vier Dosen Nassfutter aufnehmen!

Ganz lieben Dank an Nadine, die mir sogar per Hermes ein Paket zukommen ließ, das ebenfalls diverse Futtersorten enthielt und einen aufbauenden, lieben Brief mit Fotos von Kimbi und Selly.

Ich danke Euch allen, nicht nur wegen der Futterspenden, sondern weil Ihr Anteil nehmt, an der Situation, an der Lage vor Ort. Ich bin dadurch sehr viel zuversichtlicher geworden, weil es dadurch Hoffnung gibt und weil die Katzen somit einen Namen haben der ihnen hilft: Die Katzenheimat.

Emmy und Maxis Mutter

Vor einigen Tagen gelangen mir zwei interne Sensationsfotos. Intern deswegen, weil es lediglich für mich von großer Bedeutung ist, Emmy und Maxis Mutter in Freiheit so nah vor die Linse bekommen zu haben und hiermit die Ähnlichkeit zwischen Mutter und Töchter  zeigen zu können.

Keinen Schritt näher, oder ich bin weg!

Man bedenke wie unnahbar sich Emmy Monate lang gab, egal wo sie war. Die darauf zu pochen schien, das Erlernte von ihrer Mutter umsetzen zu wollen. Erst nachdem sie kastriert worden war, legte sie zur  menschlichen Überraschung den Hebel um und war seitdem wie ausgewechselt.

Bisher gab es nur das eine Foto aus der Dachkammer von Emmy und Maxis Mutter, auf dem sie zeigt wie widerwärtig sie Gefangenschaft empfindet: Diese kleine Zicke erinnert mich immer an ein Alpenmurmeltier, die ich am Rheinsprung  wild und ohne Begrenzungen erleben durfte. Sie stehen aufrecht und wittern Gefahr, ihre Gefahrenmeldung, ein hoher Pfeifton, ist weit zu hören. Sie warten lange, „pfeifen“ und stehen regungslos, bis ihnen das gefährliche Objekt zu nahe kommt. So schnell kann ein Mensch nicht registrieren, wie Alpenmurmeltiere sich aus dem Staub machen.

Jedenfalls handhabt es Emmiken, wie ich diese Hübsche (in Anlehung an ebenbürtige Tochter)  inzwischen nenne, ähnlich. Die mittlerweile zahme Minki scheint ihre beste Freundin und ihr Vorbild zu sein.

Nur aus diesem Grund hält sich Emmiken in meiner Nähe auf. Emmiken sieht, wie Minki mit hocherhobenem Schwanz auf mich zuläuft, sich streicheln lässt und keine Angst hat. Somit kommt auch Emmiken immer näher, aber nur wenn ich nicht zu ihr hinsehe. Sie unterwirft sich Minki, die doppelt so groß ist und  den Eindruck erweckt ein Kater zu sein. Emmiken wälzt sich auf dem Boden, hüpft von einer Seite zur anderen, miaut  und wartet auf Minkis Beachtung. Ich habe keine Ahnung, wo sich Emmy und Maxis Mutter während ihrer,  manchmal wochenlangen, Abwesenheit aufhält, aber eines weiß ich: Sie ist ein Trockenfuttergourmet. Feuchtfutter ignoriert sie, weshalb schon etliche Schalen und Dosen von mir geöffnet wurden, im Versuch Emmiken etwas Gutes zu tun. Dass sie während der Nacht anwesend war, merke ich am verspeisten Trockenfutter. Die Marken „Felix“ und „Whiskas“ werden ignoriert, aber nicht nur von Emmiken, doch dazu später in einem anderen Bericht. Madame wartet auf edles „Royal Canin“, welches ich aufgrund eines gespendeten Gutscheines ausprobierte und nun nicht mehr davon los komme.

Hier ist das falsche Trockenfutter drin. Wo bleibt das richtige?

Ich bin immer froh und erleichtert, wenn ich  die wilden Katzen oder Kater zu Gesicht bekomme, da es lediglich eine einzige Verbindung zwischen uns gibt, nämlich die pünktliche Versorgung der Futterstellen. Vielleicht wird Emmiken eines Tages auch den Hebel umlegen und zahm werden. Wer weiß?  Wobei ich grundsätzlich dagegen bin, da scheue Tiere durch ihre vermeintliche Unsichtbarkeit besser geschützt sind.

Neuigkeiten von Tiffys Babys

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Inzwischen ist über ein Monat vergangen, viel Zeit, die viel zu kurz schien. Immer wieder gehe ich zu Tiffys Grab, nicht nur um sie und Kimba zu besuchen, sondern um sicherzustellen, dass sie ihre verdiente Ruhe haben. Verbotenerweise begrub ich sie im Wald, und da das einer Nacht – und Nebelaktion glich, begrub ich sie gleich neben einem Fuchsbau. Das erkannte ich erst bei Tageslicht und als wenn das Geschehene nicht ausreichte, so wurde immer wieder von Füchsen versucht Tiffy auszubuddeln. Immer wieder schaufelte ich Erde auf den Hügel und immer wieder gruben die Füchse. Wie bei einem Wettkampf zwischen unbekannten Gegnern. Der eine wollte Nahrung, der andere Endgültigkeit. Inzwischen einigten wir uns  und ich denke, jetzt ist der Hügel hoch genug und für die Füchse uninteressant geworden.

Ebenfalls ein vermeintlicher Gegner war ein Igel, der sich an Tiffys Futterstelle oft benahm, wie der berüchtigte Elefant im Porzellanladen. Ich hatte schnell eine Alternative gefunden und die Näpfe mit doppelseitigem Klebeband an die Rückwand der Postkiste befestigt, so dass er Wassernapf und Napf mitsamt  wertvollem Trockenfutter nicht ständig  umkippen konnte. Er hätte gerne bleiben können, wir alle wollen leben. Doch vor zwei Wochen lag auch er überfahren auf der Straße, in unmittelbarer Nähe von Tiffys Unfallstelle. Ihn konnte ich nicht beiseite heben und beerdigen, es war zu schlimm. Nach ein paar Tagen, nachdem genug Fahrzeuge über ihn gebrettert waren, nahm ich die verbliebene Haut mit ihren Stacheln und legte sie unter die Linde, die schon viel Leid gesehen hat.

Wenn ich über diese vermeintlichen Kleinigkeiten nachdenke, umso größer und wertvoller wird das Leben. Desto bewusster erlebe ich es, da jeder Moment kostbar ist und sei er noch so schlecht. Umso sensibler spüre ich diese hektische Umwelt, die weder nach links noch nach rechts zu schauen scheint. Desto sinnloser wird jeder vermeintliche Spaß, jede Anschaffung die dem neuesten Trend entspricht. Wozu das alles, denn ich sehe gleichzeitig diese zarten Knochen all der Tiere, die sich anpassen, überleben und alt werden dürfen oder spurlos verschwinden, wenn sie nicht tot gefunden werden. Und ich sehe diese Winzlinge, die sieben Tage lang ohne Hilfe überlebten, mitten in dieser blinden Welt.

Inzwischen haben Tiffys Babys  ihre erste Impfung hinter sich. Sie wiegen nun fast 1000 g, wobei sie mich mit  weniger als 460 und 490 g gefunden haben. Durchfall, der sich nach unserer Wurmkur einstellte, ist ebenfalls gefestigt, sie dürfen und können mittlerweile im ganzen Haus herum toben, auch wenn niemand zu Hause ist. Und da das alles so gut klappt und Claudia sogar perfekte Berichte abgibt, überlasse ich nun Katzenadoptivmama Claudia und den aktuellsten Fotos das Wort. Aber vorher noch ein Dank an Sylvia, für ihre Hinweise, was Diashow und Galerie anbelangt ;-):

Maya und Coco – zwei Katzenbabys räumen auf!

Die beiden zu mir gekommenen Katzenbabys, die ich, wie ihr schon aus dem Tagebuch wisst, Maya und Coco getauft habe, entwickeln sich prächtig und sind zu Kitten befördert worden.

Die Trefferquote beim Katzenklo beträgt seit zwei Wochen zuverlässige 100 % (toi, toi, toi) und sie haben bereits das Klo der „Großen“ für sich entdeckt. Der anfängliche wirklich schlimme Durchfall ist inzwischen komplett abgeklungen. Jeden Tag finde ich kleine Würstchen in dem einen oder anderen Katzenklo (über so etwas kann sich auch nur ein Katzenfrauchen freuen).

Der Garten wird bis zu seinen Grenzen ausgenutzt und keine Ecke bleibt unentdeckt. Auch im Haus ist nichts vor den beiden Wirbelwindchen sicher. Die Beiden liegen gerne auf meinem Couchtisch (wo sie eigentlich gar nichts zu suchen haben, aber….) und auf mir. Sie erkunden alles und ich meine wirklich ALLES! Da werden auch schon mal die Köpfchen im Wasserglas versenkt, vielleicht gibt es dort ja einen Schatz zu heben? Sind Gardinen wirklich nicht zum Schaukeln da und kann man Fernbedienungen essen? Das sind einige der Fragen, mit denen sich die Kleinen täglich beschäftigen. Und überhaupt wird es Zeit, dass wir Frauchen mal beim Aufräumen und Umdekorieren helfen. Da hat sie nämlich keine Ahnung von.
An meinem Hosenbein geht es auch wirklich viel schneller auf die Arbeitsplatte in der Küche und wenn man sich beim Sprung verschätzt, fängt das Hosenbein so eine kleine Katze wirklich gut ab (Schmerz). Blöd nur, wenn man gerade Shorts trägt (noch mehr Schmerz).

Die anfänglichen Probleme mit meinen beiden großen Katzen, Lilly und Jule legen sich immer mehr. Wir haben sogar schon zu fünft (!) auf einer Couch gelegen und keiner hat eine Schlägerei angefangen (strahl). Lilly sind die Kleinen einfach noch zu lebhaft und sie zieht sich dann gerne auf „ihren“ Stuhl unter dem Esstisch zurück, bis es wieder ruhiger wird, sprich, die Kleinen im Bett sind. Jule beäugt die Kleinen mit einer Mischung aus Argwohn und Neugier. Sie überlegt noch, was sie mit den Beiden machen soll: fressen oder mit ihnen spielen? Vorsichtshalber hagelt es dann und wann Kopfnüsse. Maya hat schon vom ersten Tag an mutig zurückgefaucht, was aber bei Jule keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Insgesamt kann ich sagen, dass Maya in ihrer Entwicklung immer noch weiter ist als Coco. Maya hat bereits ein Gefühl für „meins“ und „deins“ entwickelt. Das heißt, sie verteidigt knurrend ihren Napf und ihr Spielzeug gegen ihre kleine Schwester Coco, was diese jedoch nicht davon abhält, immer wieder über Maya herzufallen und zu versuchen, ihr ein Ohr abzukauen.

Und wenn den kleinen Tigern nach einem aufregenden Tag die Äuglein zufallen und  sie ganz müde sind, nuckelt Maya manchmal noch an ihrem eigenen Bauch und Coco versucht alles, um ebenfalls an ihrer Schwester nuckeln zu können. Das geht soweit, dass sie die kleine Mayakugel über den Boden schiebt. Dann ist es höchste Zeit fürs Abendessen und die Kleinen in ihr Bett zu bringen.

Wenn dann wieder Ruhe eingekehrt ist, kommen Jule und Lilly auch wieder zu mir aufs Sofa und wir kuscheln.

Die Zwerge sind aufgeweckte und neugierige kleine Energiebündel und werden jeden Tag ein bisschen selbständiger. Die vorher gern in Anspruch genommenen „nach-dem-Essen-Bauch-kraul-Dienste“ werden auch immer seltener gefragt. Jetzt stürmen sie lieber mit Katzenfutterresten im Gesicht hinaus, die Welt zu erobern. Also alles ganz so, wie es sein sollte und das haben sich die Zwerge nach allem, was sie durchgemacht haben auch verdient, oder? Danke Sabine, dass du die Kleinen gerettet hast und auch all die anderen Katzen. Das bewundere ich sehr.

Ich freue mich auf jeden neuen Tag mit allen meinen Katzen, denn ein neuer aufregender Tag für die Katzen ist auch ein neuer aufregender Tag für mich. Es ist etwas ganz besonderes, Katzenwesen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben begleiten zu dürfen. Ich bin schon jetzt gespannt, wie es mit den kleinen und den großen Miezen weitergeht.

Über Neuigkeiten werde ich berichten.

In Erinnerung an Samira (2)

Eine Tragzeit bei Katzen dauert etwa 9 1/2 Wochen. Samira war seit drei Wochen bei Heike, sie wurde Heike gegenüber immer umgänglicher, wurde runder, aß gut, aber bekam ihre Jungen nicht.

Ich rief interessenhalber beim damalig untersuchenden Tierarzt an und fragte, ob diese Dauer richtig sein könne, da er seinerzeit von fortgeschrittener Trächtigkeit gesprochen hatte. Das könne er nicht so genau sagen, aber wenn es dem Tier gut ginge sollten wir weiterhin abwarten, bekam ich zur Antwort, womit ich dem Tierarzt keinen Vorwurf mache. Mein Fehler war, nicht zu hinterfragen ob er Samira seinerzeit unter Narkoseeinwirkung untersuchte, aber irgendwie denkt man immer, ein Tierarzt weiß, was er tut und das denke ich auch weiterhin!

Wir warteten ab, da es Samira gut zu gehen schien, wobei sich Heike zusätzlich in einem Katzen – Forum anmeldetet, wo düstere Vorrausagen an der Tagesordnung waren: „Eine wilde Katze kann  in Gefangenschaft eine Geburt hinauszögern.“ Ja, ja, kann sein, wobei Katze Holly kein Problem damit hatte. Eines Morgens bekam Heike einen Anruf von Frau X, die sich nach ihrer Kur für die überraschend eingefangene und  von mir organisiert untergebrachte Samira interessierte. An zufällig genau diesem Morgen machte Samira Anstalten und lief unruhig durch ihr Zimmer. Heike schilderte während des Gespräches diese Symptome, ohne Frau X zu kennen und sich darauf verlassend, dass Frau X „etwas zu sagen hat“,  worauf Frau X antwortete, dass sie es geahnt habe. Kein Mensch hätte Ahnung, es sei alles falsch gemacht worden und Heike solle sofort mit Samira zum Tierarzt! Sie sei bei der damaligen Untersuchung garantiert in Narkose gelegt worden, eine Vergiftung wäre Schuld und  sämtliche Welpen bereits  tot.

Heike geriet logischerweise in Panik, denn eventuell hatte Frau X Recht. Sie lockte Samira in eine Box, fuhr zu ihrem Tierarzt und musste warten, da ein Notfall dazwischen kam. Sie musste lange warten und wie ich soeben noch bei Sylvia gelesen habe, so kann sich selbst Fieber bei Katzen in Stresssituationen hochschaukeln. Heikes Tierarzt begutachtete Samira und ordnete einen Kaiserschnitt an. Sofort, ganz schnell.

Vier Welpen holte er aus ihrem Bauch, wovon das „Erstgeborene“ schwarzweiße Baby, wieder belebt werden musste. Es war somit eine Minute vor Zwölf gewesen. Samira erlitt einen Kreislaufkollaps, auch sie musste und konnte regeneriert werden.

Nach zwei Stunden konnte Heike zusammen mit Samira und ihren vier lebenden Katzenbabys nach Hause fahren. Sie sollte von Anfang an zufüttern, da Samira schwächelte, aber all das war kein Problem für Heike.

Zuhause angekommen tat sie ihr Bestes. Samira war noch nicht 100% aus der Narkose erwacht, aber sie bekam mit, was um sie herum vorging. Sie sah ihre Kinder und auch, wie Heike, ihre zweite Vertraute, sich um ihre Babys kümmerte. Sie atmete tief durch, es glich einem Seufzer, und sie bewegte sich. Heike schaute sofort in die Box, streichelte Samira, merkte aber, dass Samira soeben verstorben war.

Ja, und dann standen wir da. Mit Anklagen im Rücken und der Verantwortung für vier Mutterlose Katzenbabys. Ich rief Frau X an, und sagte unter Tränen, dass Samira gestorben sei.

Jetzt kommt ein  Abschnitt der unglaubwürdig klingt, aber wer sich auskennt wird verstehen:

Frau X sprach gleichzeitig mit Frau Y, die spät abends noch im Auto saß und die vier Welpen zu einer Ammenmutter ihres zuständigen TSV bringen wollte. Ein bewundernswerter Einsatz, der mich zum Überlegen brachte. Ob diese unbekannte Katze die vier neuen Welpen aufnehmen würde, danach war nicht gefragt worden und das konnte auch niemand wissen. Das war ein Risiko auf Leben und Tod. Währendessen schaltete Frau X telefontechnisch Frau Y aus und sagte zu mir: „Das darf nicht zugelassen werden, Frau Y ist bei einem Pharmaproduzenten gesehen worden, sie gibt Katzen an Versuchslabore!“

Das konnte ich nicht glauben  – oder doch? –  und irgendwie beneidete ich Samira und wünschte mir einen Seufzer, der all diese Machenschaften vergessen ließ. Aber das  funktionierte nicht und ich rief Heike an. „Frau Y wird gleich vor eurer Tür stehen, sie hat vielleicht eine Ammenmutter, genaues weiß ich auch nicht, aber bitte, gib ihr die Babys nicht!“

Heike war genauso  durch den Wind wie ich, zumal  sie zusätzlich die verstorbene Samira bei sich hatte und Katzenbabys gefüttert werden mussten. Als Frau Y kurz danach bei ihr klingelte, hielt Heikes Mann die Haustüre bedeckt und sprach in Ausreden.

Ersatzmama Cassy

Kurz danach rief mich Frau X an, schaltete Frau Y , die immer noch im Auto saß, ohne ihr Wissen dazwischen, und ich hörte: „Hast du dem Typen geraten mich nicht hereinzulassen?“

„Ich? Nein, wie kommst du  denn darauf?“

Das alles glich im Grunde einer billigen, trivialen Komödie, wenn der Stoff nicht so traurig gewesen wäre. Aber das Leben schreibt bekanntlich die unglaublichsten Geschichten und Heike gab den vernünftigen Schlusssatz: „Sabine, ich schaffe das, ich schaffe das, verlass dich darauf! Samiras Babys bleiben hier, bei ihrer Mutter die auch hier beerdigt werden wird und  ich werde die Babys alle zwei Stunden füttern! Vergessen wir doch einfach diese Leute!“

Samiras Grab

Heike schaffte es auch und  Gisela Scholz von der Tierhilfe Rhein – Main  übernahm sämtliche Unkosten und  Vermittlung. Ja, genau, ein Verein der von uns weit entfernt liegt, der aber aus Freundschaft und Ehrlichkeit besteht, nicht aus einem Haifischbecken.

Samiras Babys wuchsen zu kräftigen und gesunden Katzenkindern heran. Zwei Kater und zwei Katzen. Wobei es wie gewollt scheint, dass die Weibchen ihrer Mutter ähneln und speziell Samira 2 ihr wie ein Ebenbild gleicht.

Die beiden Katerchen konten zusammen vermittelt werden. Von Samira 2 und Sina konnt sich Heike nicht trennen, verständlicherweise.

Gewonnen hat unter anderem auch Heikes Cassy, die alle vier Katzenbabys sofort und ohne zu überlegen übernahm, wie eine Mutter. Je nach Aufwand, und sie übernahm am allerliebsten die Massage, wenn nach dem Fresschen die Bäuche massiert werden mussten. Sie machte das hervorragend und war bald unabkömmlich:

Alles in allem steht vieles zwischen den Zeilen, worüber sich jeder seine eigenen Gedanken machen kann.  Heike und ich werden Samira niemals vergessen, niemand wird Samira vergessen, da sie eine der unendlich vielen verwilderten Katzen war und hiermit ein sinnbildliches Denkmal für sie  errichtet wurde.  Samira war auch ein Schnitt in unserem Leben, der uns gelehrt hat welche Menschen wirklich wichtig sind, aber ich werde niemals anders handeln und kann trotzdem die nette Dame verstehen, die Samira viele Jahre länger kannte und uns die Schuld an ihrem Tod gibt.

Danke Cassy!