berühmte Katzenfreunde (8)

Dieses Bildnis ist von Gustave Courbet 1848 gemalt worden und zeigt uns den Dichter Charles Baudelaire, der u.a. in ihrer Schönheit einmalige Katzengedichte schrieb, die Katzenliebhabern und Verliebten gleichermaßen genügen können.

Hier als Beispiel in der Übersetzung von Therese Robinson eines der Gedichte

Die Katze
(aus der Sammlung Die Blumen des Bösen)

Komm, schöne Katze, und schmiege dich still
An mein Herz, halt zurück deine Kralle.
In dein Auge ich träumend versinken will,
Drin Achat sich verschmolz dem Metalle.

Wenn meine Hand liebkosend und leicht
Deinen Kopf und den schmiegsamen Rücken,
Das knisternde Fell dir tastend umstreicht
Sanft, doch berauscht vor Entzücken,

Dann seh‘ ich sie. Und ihres Blickes Strahl
Er scheint dem deinen, schönes Tier, zu gleichen,
Ist tief und kalt, scharf wie geschliffner Stahl,

Und feine Düfte fühl‘ ich zitternd streichen,
Gefährlich süssen Hauch, der gluterfüllt
Den braunen Leib von Kopf zu Fuss umhüllt.

Leider fand ich kein Bild mit Katze, deshalb entschied ich mich für dieses, das B. als vertieft lesenden, vielleicht auch arbeitenden Schriftsteller zeigt, denn er war ja auch Übersetzer.
Schade, dass Courbet nicht noch eine Katze ins Bild malte, aber der Rauch der Pfeife – wenn man genau hin sieht – bildet irgendwie einen Katzenkörper mit schönem, dicken Katzengesicht und Katzenohren. Ob gewollt oder nicht, wer weiß…

Baudelaires Vita hole ich mal von wikipedia, sie ist sehr interessant.

Weiterlesen

zur Abwechslung – ein Gedicht von Baudelaire

Die Katze

I.

In meinem Hirn geht, als wär es ihre Wohnung, eine
schöne Katze spazieren, kraftvoll, sanft und reizend,
Wenn sie miaut, hört man es kaum,

So zärtlich und verstohlen ist der Klang; ob aber ihre
Stimme sich sänftigt oder grollt, stets tönt sie reich und
tief. Das ist ihr Zauber und ihr Geheimnis.

Diese Stimme, die in meine finstere Tiefe perlt
und träuft, erfüllt mich wie wohltauende Verse und erheitert
mich wie ein Heiltrank.

Sie schläfert die ärgsten Leiden ein und enthält alle
Wonnen; um die längsten Sätze zu sagen, bedarf sie
keiner Worte.

Nein, es gibt keinen Bogen, der über das vollkommene
Instrument meines Herzens streicht und königlicher
seine bebende Saite singen machte,

Als deine Stimme, geheimnisvolle Katze, seraphische
Katze, seltsame Katze, in der, gleichwie in einem Engel,
alles von Zartheit wie von Harmonie durchwirkt ist!

II.

Au ihrem blond und braunen Fell steigt ein so süßer
Duft, das eines Abends ich ganz davon durchhaucht
war, als ich einmal, ein einziges Mal nur, sie gestreichelt
hatte.

Sie ist der Hausgeist hier; sie richtet, herrscht, begeistert
alle Dinge in ihrem Reich; vielleicht ist sie eine Fee, ist
sie ein Gott.

Wenn meine Augen, die diese geliebte Katze magnetisch
auf sich lenkt, gehorsam wich wenden und ich dann nach
innen blicke,

So seh ich mit Erstaunen das Feuer ihrer bleichen Augen-
sterne – Leuchtzeichen, lebende Opale -, die mich anschaun
unverwand.

Charles Baudelaire
(1821 – 1867)