In Erinnerung an Samira

Zu den alten Geschichten gehört auch „Samira“.  Sie ging am 17.05.2009 im Alter von ungefähr 16 Jahren ins Regenbogenland. Wir werden sie nie vergessen.

Samira gehört nicht nur zu den Geschichten, sie schrieb auch Geschichte, weil sie mich und einige andere an unserem Handeln, an unseren Tierschutzgedanken hat zweifeln lassen. Für mich kam zusätzlich Misstrauen gegenüber Mitstreitern hinzu. An all dem hat  Samira keine Schuld, ich konnte von Samira viel lernen. Aber macht Euch selbst ein Bild:

Samira lebte auf dem Gelände einer Spedition, die sich im Laufe der Jahre ständig vergrößerte. Gab es vor zwanzig Jahren noch defekte Kellerfenster und Versteckmöglichkeiten, so hatten  sich solche Umstände bis zum Jahre 2009 drastisch verändert. Es wurde abgerissen, neu und undurchdringlich gebaut. Für die eine Seite ist es gut, wenn die Wirtschaft aufwärts geht, für die andere Seite schlecht, da diese Spedition nach und nach einem Flughafengelände ähnelte, wo man als Mensch schon aufpassen muss, um nicht unter die Räder zu kommen. Bei dieser Spedition leben seit Ewigkeiten Katzen, die von einer Büroangestellten gefüttert werden. Diese Dame ging irgendwann in Rente, ist eine hochachtungsvoll verantwortungsbewusste Person und macht sich seither täglich mit Bus und Bahn auf den Weg, um weiterhin ihre Katzen zu versorgen.

Im März 2009 bekam ich einen Anruf von Frau X, die meine Nummer von Frau Y hatte. Sie sei durch Zufall auf die Zustände aufmerksam geworden, die bei dieser Spedition herrschen, würde die Vielzahl an Katzen einfangen, kastrieren lassen und müsse ab der kommenden Woche zu einer mehrwöchigen Kur. Ob ich in dieser Zeit in ihrem Sinne weiter machen könne, da es dort schon längst fünf nach Zwölf sei. Ich sagte zu und wir trafen uns am nächsten Tag vor Ort.

Felix mit gekapptem rechten Ohr

Sie gab mir Instruktionen, zeigte mir die Futterstellen, gab mir eine Falle, Umsetzkorb, Nummern der jeweiligen Pförtner, der Versorgerin, der Tierklinik, des zuständigen  Katzenschutzbundes wegen der Gutscheine. Somit gut versorgt musste ich mich in die Lage hineinversetzen und hatte bei unserem Treffen bereits ein ungutes Gefühl, da ich mir in diesem chaotischen Bereich keine Katze vorstellen wollte.

Als erstes informierte ich mich bei der Katzenversorgerin, die viel zu erzählen hatte. Sie sprach von den Tieren, wie von ihren eigenen Kindern. „Felix“ sei ein Sohn von Samira, die von ihr „Bärchen“ genannt wurde, Katze „Rosa“ sei die Mutter von  „Grettolina“, gleichzeitig eine Tante von  „Mimi“ und die wiederum die Schwester von…. und so weiter. Mir schwirrte der Kopf und ich fragte die nette Dame, wie es soweit hatte kommen können? Seit fünfzehn Jahren und keine einzige Kastration? Wo waren die Nachkommen denn alle hin? Das müssten ja schon hunderte sein. Das war kein Umfeld für Katzen, und: Warum?

Sie hatte es versucht, sich auch beim zuständigen Tierschutzverein gemeldet, aber all das sei im Sande versickert. Hinzu kam Angst, da sie die Katzen stets heimlich versorgen müsse. Sobald sie jemand dabei „erwischen“ würde, könne sie nur ahnen, was den Tieren durch Aufmerksamkeit eventuell angetan werden würde. Sie stehe alleine da, nur der ein oder andere Pförtner würde ihr helfen. Erst Frau X hätte die Sache mutig in die Hand genommen.

Ja, das bekannte Desaster, das war wohl alles wahr und ich nun mittendrin im Mut. Aber selbst wenn ich eine Katze zum Kastrieren wegbringe, so kann ich sie dort nicht wieder aussetzen, ging es mir durch den Kopf. Frau Y rief kurz danach an und fragte, ob sie mir helfen solle. Ich sagte: „Ja klar, das ist ansonsten ein Unding, wie soll ich das neben der Arbeit schaffen?“

Lediglich zwei Pförtner verhielten sich in den Momenten loyal. Sie stellten nachts die Falle auf und ich konnte die gefangenen Tiere am nächsten Morgen in einer freien Stunde zur Tierklinik bringen. Einer der Pförtner erzählte „von früher“, von Katze „Mimi“, die sich nachts, wenn er Dienst hat, im Pförtnerhaus auf einer Decke zusammenrollt, die immer wieder schwanger wurde, die von ihrer Versorgerin irgendwann die Pille bekam. Er erzählte von einer Katze, die von einem LKW angefahren worden war, deren Gedärme… sie lebte noch, sie schrie, und wurde mitten in der Nacht per Taxi von der alten Dame zum Notdienst gebracht. „Schrecklich“, sagte er, „es war oftmals schrecklich. Es ging hier viel zu weit. Mimi vertraut nur mir und unserer Dame. Mimi  darf aber bald nicht mehr hier ins Pförtnerhaus. Striktes Tierverbot und ich selber lebe in einer kleinen Mietwohnung; das ist nicht das, was sie braucht.“

Mimi nach ihrer Kastration. Zu erkennen an der Kerbe im linken Ohr.

Das alles konnte ich nachvollziehen, deshalb war es wichtig, die einmal gefangenen Tiere irgendwo anders unterzubringen. Aber wo?

Frau Y half somit und fuhr zusätzlich eigenständig nachts zur Spedition, stellte eine Falle in Nähe der Futterstelle auf und war um einiges erfolgreicher. Selbst der alte, scheue rote  Kater, den die nette Dame nur von weitem kannte, konnte unfruchtbar gemacht werden. Wir überlegten auch bei ihm, aber er war eine wilde Hummel, die auf keinen Fall umgesetzt werden konnte. Er lebte auch außerhalb und wurde nur selten auf dem Gelände gesehen. Bis dato war ich auch nicht weit gekommen, was Alternativstellen anbelangt. An ein Tierheim hatte mich gewendet und ich konnte dort zumindest Fotos und „Zuhause gesucht“  der Speditionskatzen einstellen. Das war unglaublich viel wert, aber wilde Katzen neben vielen Schmusetigern …

Zwei gefangene Jungtiere, Katze und Kater, konnten wir Dank eines Kontaktes zu einer Frau bringen, die Haus, weitläufiges Land besitzt und weitere Katzen beherbergt. Nach nur einer Nacht, in Transportboxen auf der Terrasse im Grünen untergebracht, blieb dieses Geschwisterpaar, obwohl die Gefahr des sofortigen Zurücklaufens, nach kurzfristiger Integrierung, immer besteht.

Und irgendwann traf ich Samira, die zu der Zeit trächtig war  und einen müden Eindruck machte. Da ich hin und wieder auch die Fütterungen übernahm, sah ich Samira mehrmals, wie sie mitten auf der benachbarten Straße saß. Sie saß einfach da und Autofahrer hielten oder umkurvten sie. Laut der netten Dame war ihr „Bärchen“ schlau und misstrauisch, so dass sie sich niemals einfangen lassen würde. Bärchen war ihre Begleitkatze, die sie seit 15 Jahren kannte und die  ihr regelmäßig bis zur  Bushaltestelle folgte. Bärchen ließ sich von ihr auch streicheln – sie waren ein Team.

Eines Morgens rief Frau Y an, dass eine Dreifarbige in der Falle säße, sie wüsste aber nicht welche. Ich sagte, dass das  trotz allem eventuell „Bärchen“ sein könne und sie möge bitte den Tierarzt auf eine Trächtigkeit hinweisen. Er solle nicht ohne Nachfrage operieren! Das tat Frau Y auch und rief zurück, der Tierarzt sage, es sei bereits zu spät für eine Kastration: „Kümmern sie sich bitte.“ Ich rief den Tierarzt an, bat ihn um seine medizinische Meinung, und dass er emotionale, wie unsere in dem Moment, völlig außer Acht lassen solle,  und er meinte, man könne am letzten Tag noch kastrieren, das alles sei kein Problem. Wenn ich wüsste wohin mit der Katze, würde er allerdings aus ethischen Gründen die Welpen zur Welt kommen lassen. Gut, somit waren wir einer Meinung, aber ich hatte in dem Moment nicht wirklich einen geeigneten Platz für die werdende Katzenmutter.

Heike, meine bessere Hälfte in dem Moment, sagte sofort zu, nachdem ich ihr die Umstände erklärt hatte. Somit kam Bärchen – aus der aufgrund Heikes Namenswahl Samira wurde – in ein eigenes Zimmer bei Heike. Dort riss Samira  erst einmal die Gardinen vom Fenster und es wurde klar, dass  Samira sich nicht wohl fühlte. Aber was sollte man sonst tun? Sie wieder auf die Straße setzen, wo der  nächste Autofahrer nicht bremsen würde? Sie ihrem Schicksal überlassen, sie in diesem hohen Alter zum X ten Male Babys gebären lassen? Alleine, ohne Rückzugsmöglichkeiten? Die nette Dame wurde sogar richtig wütend, sie wollte Bärchen „zurück haben“, das alles würde das Tier schaffen! Bärchen hätte es immer geschafft und das sei kein Tierschutz, sie würde Bärchen seit 15 Jahren kennen.

Somit eine Zwickmühle, die rasende Kopfschmerzen verursachte. Was war richtig und was war falsch? Konnte diese nette Dame das überhaupt beurteilen? Auch wenn sie Samira seit vielen Jahren kannte, so waren das winzige Bruchstücke eines gemeinsamen Lebens. Was andere zur Mittagszeit sahen, sah sie nicht in den Morgenstunden, geschweige denn in der Nacht. Eine Stunde von vierundzwanzig Stunden. Wie empfinde ich selbst? Ich weiß bis heute nicht,  was „meine“ wilden Katzen während der restlichen Stunden anstellen.

Ich weiß immer noch nicht, ob es richtig oder falsch war. Ich weiß nur, dass ich jederzeit wieder so handeln würde. Samira ging es nach einigen Stunden schon  besser, sie beruhigte sich. Wenige Tage später konnte auch Heike sich ihr nähern.

All das  ging auf Kosten Samiras Leben, aber wenn sie draußen geblieben wäre weiß niemand, ob ihr letzter Wurf überhaupt überlebt hätte und ob nicht alle fünf zusammen gestorben wären. Irgendwo, in einer kahlen Ecke. Die ebenfalls alte Katze „Rosa“ mit nur noch einem Auge, sie war zur selben Zeit ebenso tragend, wie ich von der netten Dame erfuhr. Rosa überlebte, aber ihre Welpen wurden nie gesehen. Wie man es dreht und wendet…

Fortsetzung folgt…

Alte Geschichten

Was die wilden Katzen anbelangt, die irgendwann und irgendwo am Hafen gesehen und gefangen  wurden, so darf Katze „Hexe“ nicht fehlen. Eine vermeintlich wilde Katze, die sich als mit Sicherheit entsorgte Hauskatze herausstellte, jedes zivilisierte Geräusch kannte und keine Hunde mochte. Deren Geschichte langwierig wurde, aber dennoch zu einem guten Ende führte.

Katze Hexe legte ebenfalls eine Zeit lahm, in der man weder Ein noch Aus wusste. Sie wurde bei besagter Firma, zu der kein Fremder Zutritt bekommt, auf einem Vordach entdeckt. Sie war tragend und Herr M. rief an, was er tun könne. Er bekam eine Falle und stellte sie auf. Vorab kümmerte er sich und versorgte das Tier regelmäßig. Katze Hexe gebar fünf Welpen, die Herr M. im Laufe der Zeit  fangen konnte. Fast alle Kitten kamen bei Kollegen innerhalb der Firma unter, eines starb und zwei kamen auf Pflegestellen, von wo aus sie vermittelt wurden. Das alles geschah im Jahre 2007, als man noch Verbindung zum dortigen TSV hatte. Scheint eine Ewigkeit her, weil es damals noch keine Katzenheimat gab. Deshalb muss ich so nach und nach die alten und dennoch wichtigen Tatsachen ausgraben und der Katzenheimat hinzufügen.

Hexe hieß seinerzeit noch „Leni“ und laut kastrierendem Tierarzt bestand der Verdacht auf Leukose, weil ihre Lymphdrüsen geschwollen sein sollten. Leni konnte somit nur in einem Haushalt untergebracht werden, in dem es keine weitere Katze gibt. Oh, das war schwierig und in letzter Not rief ich meine Schwiegermutter an. Sie besaß mal ihr geliebtes Mohrchen, lange vor meiner Zeit, und irgendwie verstehen wir uns, helfen uns gegenseitig. Ich fragte vorab meinen Lebensgefährten, der sogleich heftig den Kopf schüttelte, weil seine Mutter und Tiere… einfach unmöglich sei, wegen der Teppiche und überhaupt. All das innerhalb weniger Stunden, da der Tierarzt Feierabend  und eine vermeintlich wilde, kranke Katze eine alleinige Unterkunft benötigte. Ich musste lügen und begab mich auf die Knie, weil diese Katze wirklich nur ein paar Tage Unterkunft brauchte, liebe Schwiegermutter: „Bitte!“

Ich kam mir richtig mies vor, weil sie an diese paar Tage glaubte. Jedenfalls war Übergabe am Hafen und die Box stank zum Himmel, weil Leni mit Antiwurmmitteln versorgt worden war und nicht aus dieser verdammten Box herausgelassen werden konnte. Ohje, die pingelige Schwiegermutter…

Leni und ich fuhren zur vorübergehenden Heimat und ich versprach ihr ein Zuhause – irgendwann. Leni verstand. Bei Schwiegermutter angekommen, konnte Leni aus ihrer Box und in ein eigenes Zimmer. Ich hatte bis dato noch keine abgemagertere Katze gesehen. Haut und Knochen in Verbindung mit einer großen OP Narbe. Ein hungriges Häufchen Elend , das niemals wild gewesen war.

Selbst der Schwiegermutter schmolz das Herz und sie versprach, die paar Tage lang auf Leni aufzupassen. Die Zeit verging und Interessenten sind rar. Ob 2007 oder 2011 macht kaum einen Unterschied, obwohl Leni etwas Besonderes war, immer noch ist und seinerzeit auf vielen Vermittlungsseiten stand. Eine sanfte Schönheit, die lediglich keine Hunde mag. Das probierten wir aus, weil Schwiegermutter zappelig wurde, da Leni Freigang wollte, stark haarte und sie selbst bald zur Kur musste. Ja, wir probierten aus, aber Hündin Gipsy hatte innerhalb von Sekunden eine heftig blutende Nase. Die inzwischen selbstbewusste Leni war also nichts für einen Hundehaushalt. Sie musste geimpft werden, da sie bei Schwiegermutter mittlerweile Freilauf genoss und bewundernswert innerhalb ihres Bereiches blieb. Sie hörte aufs Wort und eigentlich war alles in Ordnung, die beiden passten perfekt zueinander! Leni schlief mit im Bett, genoss ihre Zeit…. aber die bevorstehende Kur und die Renovierung – und außerdem hatte ich von ein paar Tagen gesprochen, nun waren Monate daraus geworden! Ja, sorry,  liebe Schwiegermutter, ich mache sofort. In meiner Zwangslage rief ich Herrn M. an, der Leni und ihre Babys gefangen hatte, und fragte, ob er vorübergehend helfen könne. Bei der Impfung sei keine Auffälligkeit wegen Leukose aufgefallen und Leni könne zu einer Zweitkatze. Auch wenn sich seine eigene mit keiner anderen Katze versteht, aber bitte…

Herr M. machte es überraschend kurz, da er nickte und gleichzeitig sagte:“ Wenn eine Pflegekatze zu mir kommt, dann bleibt sie.“ Seitdem macht Katze Hexe zusammen mit ihren Kumpel die Gegend unsicher. Zwei Tage später meldete sich eine nette Interessentin, die Katze Leni, dieser Schönheit, ein Zuhause geben wollte….

Alles in allem scheint diese Geschichte wirklich lange her zu sein,  wenn ich überlege, dass ich inzwischen  keinen TSV mehr im Rücken habe, umso mehr aber andere Helfer durch die Katzenheimat, die wesentlich besser helfen, seinerzeit besser hätten helfen können und jederzeit mitfühlen, aufbauen. So fühle ich mich gut und somit kann die kommende Woche beginnen.

Wünsche allen Lesern einen angenehmen Start in die neue Woche!

Was meinst Du, Hexe?

Tiffys Babys (3)

Über die Findlinge gibt es bis zum vergangenen Sonntag noch weiteres zu berichten. Es war für mich ein Hin – und Her gerissen sein, denn im Grunde konnte ich mich nicht von diesen beiden trennen. Eigentlich nie wieder. Aber mein Motto ist, dass ich alten und kranken Katzen helfen muss, und wenn ich einerseits aus reinem Egoismus zwei Jungspunden  ein gutes Leben mit Freigang verbaue, und andererseits den Platz für die alten und kranken belege, dann helfe ich keinem Tier. Zusätzlich benötigt Hündin Gipsy Pflege rund um die Uhr, und sobald ich mich um Eindringlinge in ihrem Reich  kümmere, geht es ihr grundsätzlich schlechter.

Am Donnerstag hatte ich einen Tierarztbesuch eingeplant, der eine Floh -Wurmkur und eine Begutachtung seitens meiner Katzentierärztin beinhalten sollte. Ich betrat eine leere Praxis, ein bisher nie da gewesener Umstand, der nur auf diese beiden Glückskatzen zurück zuführen sein kann. 😉

Frau Doktor sah in die Box, grinste und meinte: „Die vermitteln sie aber nicht, oder? So etwas kann man doch nicht wieder hergeben!“ Ich sagte nur: „Oh, bitte, keinen Kommentar!“

Tiffys gesunde Babys wurden untersucht und gewogen. Mein Äffchen wog zu diesem Zeitpunkt 460 g und ihre „große“ Schwester 490 g. Da ihre babyblauen Augen sich bereits anfingen zu verändern, tippte die Tierärztin sie  auf Anfang der siebten Woche. Beiden machte dieser Besuch nichts aus, im Gegenteil, sie fanden es spannend und zurück in der Box spielten sie, als wenn sie… tja, Zuhause wären, egal wo  immer das sein mochte.

Ich benötigte noch Wurmkuren für fünf wilde (zahme) Katzen, denen ich das Mittel geben und zusehen kann, ob sie es tatsächlich genommen haben. Fünf Wurmmittel über drei Tage sind eine Ausgabe, die man nicht mal eben so tätigt. Aber die Glückskatzen waren dabei, somit gab Frau Doktor mir ihren Restbestand – Geschenkt!

Vielen lieben Dank, Frau Doktor Brinkmann- Block!

Zurück in unserem Zuhause, hatte ich das Bedürfnis, Tiffys Babys zu zeigen, wo ihre Mutter und ihr Bruder Kimba sind. Tiffy musste ebenfalls sehen, dass ihre Lenkung der richtige Weg war. Wir gingen in den Wald und zu Tiffy Grab. Dort öffnete ich die Box und sagte den beiden, dass hier ihre Mama ist. Sie stiegen vorsichtig aus der Box, da Waldboden und dementsprechende Gerüche wieder etwas völlig Neues für sie waren. Bereits nach wenigen Minuten wurden sie übermütig, denn das war ein schöner Platz, man konnte toben und entdecken. Ich für meinen Teil hoffe einfach mal, dass dieser Ausflug nicht sinnlos war. Vielleicht etwas sentimental weit hergeholt, aber ich stehe zu Abschlüssen aus eigener Erfahrung.

Ich kann den Zwergen nicht wirklich helfen, außer Liebe zu geben und zu wissen, dass sie weiterhin Liebe empfangen werden. Ich sah es bereits am ersten Tag, dass Tiffy – Maya an sich selbst nuckelt. Sie schnurrt währenddessen und  vergisst alles um sich herum. Sobald Tiffy – Coco das mitbekommt, legt sie sich an Maya und nuckelt ebenfalls an ihr. Ein Fehlverhalten, das einem das Herz zerreißt.

Christine rief mich am nächsten Tag an und ich sagte, dass ich Zeit benötige, um mit mir selber klar zu kommen. Sie meinte, dass ich damit aber den beiden Winzlingen nicht helfe. Bei Claudia hätten sie ein Leben wie im Paradies, Claudia würde sich Urlaub nehmen und ich dürfe die Zwerge nicht an mich binden, gerade jetzt, wo es um Tage gehe in denen sie eine immerwährende Bindung aufbauen und nicht irgendwann wieder enttäuscht werden dürften.

Wie Recht Christine doch hatte… Nachdem ich aufgelegt hatte erkannte ich meine eigenen Worte, die ich jedem anderen genauso gesagt hätte. Also rief ich Claudia an und erbat mir lediglich den Samstag, den ich mit Tiffys Babys zusammen verbringen wollte. Sie solle bitte den Urlaub für die kommenden zwei Wochen anmelden und am Sonntag seien die Winzlinge bei ihr. Klar, nicht einfach so, denn eine Übergabe bedeutet gleichzeitig eine Vorkontrolle, bei der noch alles offen ist.

Den Samstag verbrachten wir bei idealem Wetter auf dem Balkon. Es tat gut, die Zwerge zu beobachten, wie sie neugierig und gesund durch jede Welt hüpfen.

Am Sonntag war es dann soweit und wir fuhren gemeinsam mit Christine, Manuela und Martina ins neue Reich. Unterwegs war Ungeduld angesagt, jedenfalls von „großer“ Schwester Tiffy – Maya. Sie sollte ihren Spaß haben und durfte selbstverständlich ihre Neugierde befriedigen.

Tiffy – Coco, die bisher schwächere von beiden, wollte schlafen:

Bei Claudia angekommen, war es für mich wie immer bei einer Vorkontrolle: Würde ich mich hier Wohlfühlen? Um mehr geht es in diesen Situationen nicht, denn sobald die Chemie stimmt, möglichst leise Familientechnische Dinge geklärt, Umfeld erwähnt, Tagesablauf, Überlegungen bei Abwesenheit/Krankheit inklusive dringendem Willen gerade dieses Tier aufnehmen zu wollen, besprochen wurden, spricht der Bauch.

Und Ja, es ist ein ruhiges, sehr verständliches Haus. Claudia ist eine sehr sensible Frau, was ich in den vergangenen Gesprächen eindeutig erkannte. Die Siamkatzen aus der spanischen Tötung waren erst einmal nicht begeistert von ihrem Zuwachs, aber Tiere regeln das unter sich und wir Menschen dürfen nicht ungeduldig sein. Hier handelt es sich um Artgenossen und nicht zum Beispiel um Hunde, wo wirklich  nichts mehr geht, wenn der eine den anderen nicht akzeptiert und eine Trennung vonnöten ist.

Wir drei hatten wirklich Glück, da jeder meine Gefühle und auch die von den beiden Winzlingen verstand. Es hätte nicht besser kommen können, deshalb ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten!

Mein Äffchen, das auf die Schulter klettert und die Nase an der Wange reibt: "Hey, alles ist gut."

Zuhause! Waren wir jemals woanders?

Psssst... ist doch egal, guck mal, hier haben wir auch ein eigenes Zimmer!

Der Furminator

Also, ich kann nicht sagen, weshalb die Existenz des  berühmten  Furminators bisher an mir vorbeiging.

Ultimative Bürste ist für die Zahmen immer dabei und in Tiergeschäften läuft ständig Werbung. Werbung für Dies, Das, Versicherungen und haste nicht gesehen. Aber hier geht es um eine unsichere Geschichte, von der ich weder weiß, ob und wie sie ausgehen wird, noch welche Katze irgendwann zahm wird oder leider verschwindet. Somit keine Zeit für teure Experimente.

Hm, aber Christine besitzt zwei Furminatoren und gab mir einen zum testen. Ich testete bereits am nächsten Tag und muss sagen, dass mich der Furminator verwunderte.

Und nicht nur mich, da die gestriegelten Katzen ebenfalls verwundert  ihrem ausgebürsteten Fell hinterher sahen. Alles in allem erinnert mich der Furminator an einen Trimmkamm und ich werde ihn mit Vorsicht benutzen. Ich lasse mich aber gerne weiterhin von Erfahrungsberichten überzeugen.

Jedenfalls kommen Fellunterschichten zutage, die Katze normalerweise schlucken müsste, wobei ich hiermit ans Thema möglichst gesunde Ernährung anknüpfe.

Futterstellen und Jahreszeiten

Über Katzen – Ernährung muss/sollte man sich das ganze Jahr über Gedanken machen, aber problematisch wird es, wenn man Futter draußen stehen lassen will oder muss, und im Grunde nicht 100% weiß, welche Katze oder wie viele Katzen an dieser Stelle zum futtern kommen.

Meine zuverlässigsten Gesellen Micky und Muckl. Bedeutet immer wieder Glück, beide zusammen so zu sehen.

Im Winter ist klar, dass bei Minusgraden jegliches Feuchtfutter nach Minuten zu Eis erstarrt. Wie im letzten Winter ausprobiert, so sind Taschenwärmer eine gute Maßnahme, um zumindest eine Stunde lang, für absolut scheue Gesellen, Essbares anzubieten.

Wer nicht kommt zur rechten Zeit, muss mit der Alternative (gutes) Trockenfutter leben. Problem ist in diesen Zeiten die Wasserzufuhr, bzw. die Wasseraufnahme, da frisches Wasser innerhalb von Sekunden gefriert. Mit Sicherheit lecken Katzen an Schnee, wenn welcher gefallen und liegen geblieben ist, aber es gibt auch trockene Kälteperioden, in denen es einfach nur eiskalt ist. In solchen Zeiten lassen sich nur wenige Mäuse sehen, sodass einer regulären Ernährung, im Kampf ums Dasein, ein Riegel vorgeschoben wird. Von daher sehe ich immer zu, dass möglichst jeder seinen Happen Nassfutter oder seine Einheit Katzenmilch zu sich nehmen konnte, aber das funktioniert selten.

Ich kann all das nur aus der Perspektive „Ungelernter Katzenforscher“ beurteilen und weiß, dass viele Hauskatzen ausschließlich mit Trockenfutter ernährt werden. Dass Trockenfutter, zum Beispiel  Royal Canin „Outdoor“,  frei lebende Katzen  in diesen Wochen und Monaten genauso auf dem gesunden Damm hält, ist eine geglaubte Beruhigung. Andererseits erkenne ich am nächsten Tag eines Regentages, an dem ich die Fliegenfreie Zeit nutze und Schalen mit vermeintlich gutem Feuchtfutter bis zum Anschlag fülle, dass  die Möglichkeit genutzt wurde und die Schalen bis zum letzten Krümel leer geleckt sind. Dann kommen mir regelmäßig Zweifel, da doch viele andere Katzen von Trockenfutter leben. Und wenn ich sehe, wie sich auf Feuchtfutter regelrecht gestürzt wird, so zweifle ich an der Philosphie, Trockenfutter reiche aus.

Die besten Jahreszeiten sind der beginnende Frühling, Tage beherrscht von  Dauerregen und der Herbst. Es lenken zwar kühle Temperaturen, aber es gibt keinen  Frost und keine Fliegen.

Futterstellen werden nicht nur von Menschenhand zerstört. Gegen die leisen, ebenfalls hungrigen Naturgewalten gibt es kaum ein Mittel, aber eines bleibt gleich: Ausdauer. Sobald es wärmer wird, die Sonne scheint, so kommen sie: Die Insekten.

In den unterschiedlichsten Variationen, je nach Standort der Futterstellen. Aber alle Stellen haben eines gemein: Die Fliegen. Sie brummen und nerven, egal ob es sich um Trocken – oder Nassfutter handelt. Sie schwirren einem um den Kopf, ertrinken in ehemals sauberen Wasserschalen und setzen  sich hartnäckig auf jede Art von Futter, obwohl sie kurz zuvor wahrscheinlich auf etwas Unappetitlicherem  saßen. Wenn es nur das wäre, denn hinzu kommt ihre Sucht nach Vervielfältigung, so dass der Eindruck erweckt wird, dass Fliegen irgendwann einmal den Erdball beherrschen wollen. Ich akzeptiere jedes Lebewesen, aber Fliegen empfinde ich als Faul. Sie legen ihre Eier in ein gemachtes Nest, fliegen von dannen und hoffen darauf, ihren schlüpfenden Maden das Paradies präsentieren zu können.

Aber ohne mich.

Sobald ich eine „Fliegeneiablage“ im gemachten Nest vorfinde, verschwinden Reste samt ihrer zukünftigen Wunsch – Herrscher im Müll. Die Schale wir mit kochendheißem Wasser gespült und gibt Zuwachs keine Chance.

Fliegen sind somit überall ein Problem, hinzukommen – hin und wieder – Wespen, aber permanent Standorttreue Ameisen und Ohrenkneifer. Die sind beinahe noch schwieriger.

Sie können einem das Leben ebenfalls sehr, sehr schwer machen, da sie sich im Trockenfutter verbuddeln, ihre Häuser binnen kurzer Zeit innerhalb einer Futterstellen bauen und sich einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen. Immer wieder aufs Neue. Täglich. Da heißt es zweimal täglich Körnchen für Körnchen von einer Schale in die andere umfüllen, bis der Rest in Form von Ameisen oder Ohrenkneifern übrig bleibt, den man anschließend in hohem Bogen an einen anderen Ort manövrieren sollte. Aber sie sterben nicht aus und bisher ist mir kein Trick im sanften Kampf gegen Futterneider eingefallen. Vor ein paar Tagen versuchte ich es mit Styropor, das ich irgendwo fand und unter die Näpfe legte. Ein dummer Versuch, nach dem Motto: Vielleicht riechen sie nun das Futter nicht oder eventuell ist es ihnen zu mühselig…

Mal sehen, ob`s hilft.

Jahreszeiten bedeuten ebenfalls eine Suche nach warmen oder kühlen und gleichzeitig sicheren  Liegemöglichkeiten. Im Winter sind kurz zuvor geparkte  LKWs  der Renner, von denen Katze weiß, wann er wieder starten wird.  Ja, Katzen kennen sich besser mit Autos aus, als mancher Mechaniker. Sie springen auf einen Anhänger und werden nicht wieder gesehen. Speziell diese warme Stelle, zwischen Führerhaus und Anhänger kurz nach dem Parken,  ist beliebt.

Leider meist mit Schmieröl versehen, was anschließend am Katzenfell  klebt. Nicht gut, aber auch nicht zu ändern. Aber auch im Sommer sind die parkenden Fahrzeuge  gut zu gebrauchen, da man sich nach einer Mahlzeit in optimaler Höhe die Sonne wärmend auf den Körper scheinen lassen, oder darunter im Schatten liegen kann.

Eine hoffentlich zufriedene Muckl

Viel lieber würde ich sie auf weichen Kissen sehen, aber mal schauen, wohin uns unser gemeinsamer Weg noch führen wird.

Filou, der ernsthafte Spaßvogel

Von Filou weiß ich inzwischen, dass er Trockenfutter lieber mag, als alles andere. Aber Filou ist gerade mal ungefähr zwei Jahre alt, während Micky und Muckl weit über zehn Jahre alt sein müssen.

Tiffys Babys (2)

Nun vergingen acht Tage, nachdem ich Tiffys Babys fand oder besser gesagt: Nachdem sie mich fanden. Inzwischen leben sie bereits in ihrem neuen Zuhause, von dem ich mich positiv überzeugen konnte und von dem ich regelmäßig per sms auf dem neuesten Stand gehalten werde.

Um das alles nach  dem „Sackenlassen“ zu verdeutlichen, so dachte ich im ersten Moment an Entenküken. Ich konnte nicht glauben, dass mir zwei Katzenwelpen entgegen liefen. Nach all dem Suchen, nach all der Zeit. Sieben Tage lang  ohne Mutter und solch ein Zwerg von Kimba verfügte erst über winzige Zähne. Ich will es um Himmels willen nicht dramatisieren, aber sein Kiefer lag, wie alles andere, um ihn herum verstreut. Ihn hatte ein Reifen mittig erwischt und es wird „schnell“ gegangen sein.

Eine Falle hätte auf dieses Minimalgewicht eventuell gar nicht reagiert. Weitere Junge  in irgendeiner Art zu fangen, war in der Niedergeschlagenheit ständig versucht worden, doch man lernt täglich  dazu. Tiffys Babys konnte ich letztendlich in ihrer Verzweiflung einsammeln, wie reife Erdbeeren. Noch am Wochenende davor stellte Frau N., auf meine Bitte hin, bis nach Mitternacht eine Falle auf, aber hinein ging ein Igel. Mehr tat sich an dieser Stelle nicht. Wo sich die Beiden währenddessen aufhielten, ist eine der Fragen. Wo sie sich versteckt hielten, ist so gut wie geklärt, da sie mir auf der Seite der Futterstelle entgegen kamen. Sie kamen somit an Wasser und Futter, aber ob sie das alles selbständig auf die Reihe bekommen hatten – muss einfach so sein. Ich traute mich in die Höhle der Männer, in dem ich die benachbarte LKW – KFZ  Werkstatt betrat und darauf pochte, den Chef zu sprechen. Nachdem ich lange warten musste, konnte er berichten, dass eine der schwarzen, im letzten Oktober von uns kastrierten Katzen (Max und Bella), verletzt gewesen sei. Sie oder er hatte eine Verletzung am Rücken und schien angefahren worden zu sein, es ging ihr allem Anschein nach aber wieder gut. Er wollte mich seinerzeit anrufen, aber irgend jemand hatte meine Nummer entsorgt…

Ich schluckte nur und gab ihm meine Nummer erneut. Er kannte aber auch Tiffy, die er mehrmals als außergewöhnliche Schönheit zu seiner Werkstatt hatte laufen sehen. „Ja“, sagte ich, „die gibt es leider  nicht mehr, aber bitte informieren sie mich, sobald kranke oder kleine Katzen auftauchen sollten.“

Nach den Mäharbeiten

Futterstelle hinter dem Gitter, gleich neben dem Weg

Eine entfernt lebende Bekannte rief, bevor ich Tiffys Babys kennen lernte, an und ich erzählte von Tiffy. Sie sagte: „Selbstverständlich, die Katze ist über die Straße gelaufen, als sie dein Auto erkannte.“

Genau das, was ich versuchte mit aller Macht zu verdrängen, vielen Dank…

So einfach (oder schwer) kann man es sich machen, aber das ist nicht die Realität, wenn man sich mit „wilden“ Katzen beschäftigt! So Dumm sind die nicht!

Tiffy und ich hatten keine Zeiten in den Morgenstunden vereinbart! Außerdem war sie am Vorabend da gewesen und konnte nicht ausgehungert auf Futter gewartet haben. Unsere Zeit war die Dämmerung, und am Abend vor ihrem Unfall kam sie mir aus dem Weg der Futterstelle entgegen, genau wie ihre Zwerge.

Mein Resultat ist, dass Kimba, aus welchem Grund auch immer, weglaufen wollte und Tiffy hinter ihm her lief. An ein Umsetzen der Welpen auf das gegenüberliegende Gelände glaube ich ebenfalls nicht, da das zu dieser Zeit, im heftigsten Verkehr, kein Muttertier tun würde. Tiffy wäre niemals überfahren worden, da die Straße, die zwar zu gewissen Zeiten vor LKW Verkehr dröhnt, alles in allem einschätzbar ist.

Unfallort und dahinter liegendes Gelände, zu dem es (für mich) keinen Zugang gibt.

Zwei Tage später, nachdem Tiffy Babys in Sicherheit waren, fuhr ein Mähdrescher durch besagten Weg. Das wäre garantiert ihr Ende gewesen, womit ein zusätzliches Wunder, vielleicht in Form von Voraussicht einer Katze, hinzukommt. Für mich war das die Gelegenheit, noch einmal und immer wieder nach einem vierten oder fünften Welpen zu suchen oder zumindest das Versteck zu finden, in dem Tiffy ihre Kinder aufbewahrt hatte. Obwohl ich erneut  jeden Meter begutachte, so bin ich immer noch ein nichts ahnender Mensch und speziell den Katzen haushoch unterlegen.

Tiffys Babys fanden bereits am nächsten Tag eine Interessentin. Kaum war das Foto eingestellt, sprach sich die neueste Neuigkeit herum. Claudia rief keine zwölf Stunden später an und fragte, ob die beiden Findlinge noch zu haben seien. Selbstverständlich waren  sie noch zu haben, aber langsam, bitte: Schritt für Schritt! Ich will und muss wissen zu wem sie gehen, ich kontrolliere, vermittele nicht ohne Vertrag und überhaupt: Bitte, etwas Zeit zum Nachdenken! Tiffys Babys waren schließlich keine Notfälle, sie waren in Sicherheit, sobald sie in der  Postkiste saßen.

Wir fuhren nach Hause und ich musste mich auch noch beeilen, da sich um 20.00Uhr eine Dame zur wichtigen Volkszählung angemeldet hatte. Während der Fahrt dachte ich darüber nach, dass eine Volkszählung für Katzen genauso wichtig wäre. Der bewährte Hasenstall kam erneut zum Einsatz und ich stellte den ebenfalls bewährten, dunklen Transportkorb mit einem Handtuch hinein. Ein Katzenklo selbstverständlich auch, aber, dass das erst einmal sinnlos war… das war klar. Die Zwerge mochten abwechselnd essen und trinken, trinken und essen, um im Anschluss zusammengekuschelt in ihrer Höhle eine schlimme Zeit zu verdrängen.

Am nächsten Tag strotzten sie bereits vor entspechender Energie und wollten aus diesem blöden Stall heraus. Das musste allerdings warten bis zur Mittagspause, in der ich Kittenfutter und Aufzuchtsmilch besorgte. Bis dato tippte ich die Winzlinge auf vier Wochen. Die Milch war der Hit. Beide fielen darüber her, und sie schien Erinnerungen zu wecken.

Immer wieder ließ ich sie frei im Zimmer laufen, wo sie auf wackligen Beinchen das immens groß scheinende Zimmer erkundeten und es war überhaupt kein Problem, da sie stets zusammen blieben und auf ihre Bezugsperson hörten, als wäre es  nie anders gewesen. Man hätte sie glatt für Hunde halten können.

Die Schildpatt heißt jetzt Coco und die getigerte Maya. Beide werden für mich immer Tiffys bleiben, nur der Zweitname Äffchen kam nach wenigen Stunden hinzu:

Mein weises Äffchen

Tiffy- Maya sieht´s gelassen, sobald sie sich auf einen sicheren  Schoß kuscheln kann:

Beide zusammen am allerliebsten:

Corinna schickte mir gestern ein Video, das durch den Verteiler mit dem Titel „Wie süß“ geschickt wurde.

Ja, in der Tat, es ist „süß“. Erinnert mich allerdings – alls wenn es so sein sollte, wie alles andere auch  – an Tiffy und Kimba. Den sie retten wollte und durch den sie selber sterben musste.

Mutterliebe, die sich im schlimmsten Fall entscheiden muss:

Fortsetzung folgt …

Tiffys Babys (1)

Den beiden umwerfenden Minimädels geht es bestens:

Da sie von ihrer Mutter Tiffy und gleichzeitig von einem Schutzengel, der die Größe eines Adlers haben muss, bewacht werden, so verwundert es nicht, dass sie bereits ein Zuhause finden konnten. Heute machten wir uns auf den Weg, dorthin wo Haus, Garten, verstehende, einfühlsame Menschen und  zwei spanische Samtpfoten  auf ihre Adoptivkinder warteten. Zu zwei ungefähr zweijährigen Siamkatzen aus einer spanischen Tötung gingen sie, die ihnen hoffentlich, speziell jetzt in der Prägungsphase,  noch viele Verhaltensmaßregeln beibringen werden.

Zu Tiffys Babys gibt es noch eine Menge zu sagen, und ich werde in der kommenden Woche berichten. Mit einem lachenden und einem weinenden Augen, da die vergangenen Tage einer Achterbahnfahrt glichen. Das alles bleibt, wie man so schön sagt, nicht in den Kleidern hängen, da Erlebnisse, Emotionen, Gefühle einen  Menschen prägen.

Worum es mir heute geht ist die Trauer.  Nicht weil ich herunterziehen möchte, wobei  es doch über so viele schöne Dinge zu berichten gäbe.  Das Thema hat einen Grund und ist nicht an den Haaren herbei gezogen. Trauer und trauern in Verbindung mit verstorbenen Menschen UND Tieren. Trauer aufgrund Hilf – und Machtlosigkeit, und dem Recht der Trauernden. Mittlerweile bin ich alt genug, um mehr als eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchlebt zu haben. Es gibt kein hilfreiches Rezept gegen Trauer, man muss lediglich im Laufe der Jahre für  und mit sich lernen, damit man mit diesem unerklärbaren Zustand umgehen kann.

Letzten Sonntag hatte ich eine Phase, in der ich nichts  spürte oder mein Körper nichts mehr spüren wollte.  Ich weiß nur, dass ich dachte mich nie wieder bewegen, nie wieder aufstehen, geschweige denn zur Arbeit gehen zu können.  Ich weiß warum, aber niemand anders. Ich dachte an Tiffy und ihre Welpen, die ich bis dato nicht finden konnte und wie oft uns sinnlose Steine in den Weg geworfen werden. Niemand verstand mich und  all das bringt ja auch nichts, denn es muss weiter gehen. Ich erinnerte mich an die Hündin Luca, die ich 2008 vermittelte. Sie war seinerzeit in Spanien aus einem fahrenden Auto geworfen worden und kam als ängstlicher, total verstörter Hund zur Finca Lucendum. Obwohl ein schwierig gemachter Hund, so ist sie weiß und flauschig. Selten hatte ein Vierbeiner dermaßen viele Interessenten wie Luca. Ich verlor regelrecht den Überblick. Eine von Lucas Interessenten war eine Frau, die ehrenamtlich als Trauerbegleiterin tätig ist. Wir redeten lange, auch weil meine Mutter kurz zuvor verstorben war. Die Interessentin gab während des Gespräches zu, ein schlechtes Gewissen zu haben, da sie, wie so viele andere,  auf einen weißen, flauschig aussehenden Hund reagierte. Warum nimmt sie sich nicht einen alten, seit Jahren übersehenen?

Wie gesagt, das Gespräch und einige weitere dauerten, aber sie taten irgendwie beiden Seiten gut. Die Trauerbegleiterin bekam Hündin Luca nicht, aber sie schickte mir „Das Recht der Trauernden“.

Und da ich mt dem Schreiben anfing, als es mir nervenaufreibend auf den Keks ging, dass niemand zuhört oder kaum jenand verstehen kann, so stelle ich heute für alle, die aufgrund eines verstorbenen Hamsters, einer Katze, eines Hundes, eines Menschen oder, oder, Probleme mit dem „Verstehenwerden“ haben, seine Rechte ein.  Jeder muss seine Verarbeitungsphase durchleben dürfen, und als Wegweiser für alle, das hier:

Aus „Grundrechte – ein Manifest“

von Ulrich Schaffer

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Du hast das Recht du selbst zu sein und grenzenlos zu denken
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Du hast ein Recht auf deine Trauer.
Du darfst dich deinen Verlusten widmen,
musst nicht verdrängen, was dich beschwert.
Du hast ein Recht, das abzutrauern,
was dich so tief enttäuscht hat
und was du nicht ändern kannst.

Du hast ein Recht auf deine Tränen,
auf dein Schweigen,
auf deine Ratlosigkeit,
auf deine innere und äußere Abwesenheit.
Du musst nicht den Glücklichen spielen,
nicht über den Dingen stehen.

Du hast ein Recht, die wegzuschicken,
die dich mit Gewalt aus deiner Trauer
herausholen wollen, weil deine Trauer
sie selbst bedroht.
Du hast ein Recht auf deine Trauerzeit.

Du hast ein Recht,
mit denen nicht reden zu wollen,
die dir ein schlechtes Gewissen machen
für deine Dunkelheit und Trauer.
Die mit Sprüchen kommen
und dich mit diesen Sprüchen
unter Druck zu setzen versuchen.
Du hast ein Recht auf deine Trauerstille.

Du hast das Recht, dich zu wehren
gegen die, die Dir sagen,
was du fühlen darfst und was nicht,
die Dich nicht als einzelnen,
sondern als Fall behandeln
und sich innerlich nicht wirklich
mit Dir einlassen.

Vielleicht macht Dich nichts so menschlich
wie Deine Trauer.
Über sie kann ein Trauernder sich Dir nähern
und auf Verständnis hoffen.
Trauern zu können ist eine Gabe.
Lass Dir das Recht auf Deine Trauer
nicht nehmen.


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Du hast das Recht, zu zweifeln,
zu verzagen, die Fassung zu verlieren.
Es ist kein Zeichen von Stärke,
immer stark zu sein.
Es ist kein Zeichen von Schwäche,
schwach zu sein.
Vielleicht ist nur der Glaube des Zweifelnden
ein lebendiger Glaube, weil er sich aussetzt.
Wer sich nicht verunsichern lässt,
lebt in einer Burg mit dicken Mauern.
Das Leben erreicht ihn nicht,
und er erreicht das Leben nicht.
Weil du mitten im Leben stehst,
hast du das Recht, unsicher zu sein.
Es spricht für dich,
du bist im Werden.

Alle Antworten zu haben
heißt meistens, Antworten zu haben,
die zu keinen Fragen wirklich passen.


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Du hast das Recht,
dich vor Menschen zu schützen,
die sich verschlossen haben,
die dich nicht verstehen wollen,
die schon meinen, dich zu kennen,
die respektlos mit deiner Meinung umgehen,
die dir sagen, was du denken sollst.

Du hast das Recht, dich abzuwenden,
sie stehen zu lassen,
sie nicht mehr einzuladen,
Briefe unbeantwortet zu lassen,
ihre Meinung nicht mehr zu erfragen,
ihren Worten kein Gewicht zu geben,
einen Bogen um sie zu machen
und dich nicht immer wieder zu erklären,
als würdest du sie mit ihrer Entscheidung
nicht ernst nehmen.