Futterstellen und ihre Lagen

Futterstellen und ihre Lagen, beziehungsweise die Lebensumstände vieler frei geborener Katzen.

An solch einer Stelle füttere ich in Vertretung, wenn Frau N. in Urlaub fährt oder wie in den momentanen Tagen, Freitag, Montag und  Dienstag, wo eine Großveranstaltung abends keinen Zugang zulässt. Nur morgens bis 11.00Uhr, wo nach einer Gesichtskontrolle per Ordnungsamt oder Polizei der Eintritt zu dieser Straße gewährt wird.

Die Katzen leben dennoch weiter und müssen versorgt werden. Man könnte das als Grund angeben, aber wer will das hören? Da ich unter der Woche um 7.00Uhr durch diese Straße fahre, ist es momentan wieder einmal meine Aufgabe zuzusehen, dass keines der  Tiere verhungert. Das Wochenende wird von der Katzennothilfe  geregelt, bei der sich Frau F. in die Nähe fahren lässt und den restlichen Weg zu Fuß schaffen wird.

Ich kann und möchte nicht viel von dieser Stelle erzählen, weil es das Tabuthema dieser speziellen Firma ist und dennoch muss ich meiner Wut Luft machen.

Eine Fabrik, von der jeder Außenstehende lediglich die Front sieht. Bis hierher und nicht weiter.

Vor fünf Jahren fand ich eine tote und noch junge Katze vor einem LKW liegend auf der Straße. Ich legte sie in eine Wiese und wunderte mich, wo dieses Tier herkommen konnte. Ein Industriegebiet ohne Umfeld, lediglich Fabriken und ein Fahrweg. Bis sich eines Tages eine neue Mitarbeiterin der Firma an den zuständigen Tierschutzverein wandte und sozusagen um Hilfe rief. In ihrer Arbeitsstelle liefen Unmengen von Katzen herum und auch viele Babykatzen, das könne nicht so weitergehen. Frau N. wurde somit offiziell zur Stelle gerufen, da diese Mitarbeiterin kein kleines Licht darstellte oder diese Maßnahme initiierte ohne zu wissen, was sie da anrichtete. Das alles weiß ich nicht genau. Ich weiß nur, dass sich kein Fremder auf dem Gelände aufhalten darf, viele Babykatzen untergebracht, fast alle Katzen kastriert werden konnten. Frau N. blickte seinerzeit in das Interne dieser Firma, wo sich außerhalb der Bürogebäude Schmutz, Käfer und Katzen aufhielten. Deshalb musste Frau N. eine „Futterstelle“ einrichten, da sie die Katzen nach der Sterilisation nun einmal kannte und niemand sonst sie versorgen durfte und immer noch nicht darf. Das steht angeblich auch in den Arbeitsverträgen und nur eine Handvoll Arbeiter kümmert sich hin und wieder um die Katzen und macht sich sozusagen strafbar.

Und genau das ist der Punkt über den ich nachdenke.

Strafbar machen für was?

In dieser Firma wurde jahrelang zugesehen wie sich Katzen vermehren, eventuell krank wurden, sich eventuell in Ecken verkrochen und krepierten. Auch das kann ich nicht beweisen, lediglich vermuten. Aber kann bei solchen, selbst gemachten Problemen ein Geschäftsführer oder ein Aufsichtrat – oder wer auch immer dafür zuständig ist – hergehen und solche  Regeln aufstellen? Das sind keine offiziellen Regeln, im Gegenteil. Es wurde  zugesehen wie sich Tiere vermehren, die laut Gesundheitsamt in einer Lebensmittel herstellenden Firma nicht leben dürfen. Die, die, von Giftködern lahm gewordenen, Ratten und durch Korn angelockten Tauben allerdings preiswert beseitigen sollen. Deshalb gab es vor einigen Monaten auch kein Theater, das wurde regelrecht unter den Teppich gekehrt. Ein Zertifizierer kam, kontrollierte und vergab Punkte. Bei dieser Begehung wurde ein Futternapf entdeckt und schon gab es Punkteabzug. Von da an wurde jeder Napf, den Frau N. wie jeden Abend, an bis dahin geheimer Stelle, deponierte, entsorgt. Ob noch gefüllt oder bereits geleert. Sie fragte mich, was man tun könne und ich fragte einen freundlichen Mitarbeiter aus dem Büro, den ich täglich aus einem anderen Grund treffe. Ich war erstaunt, denn er schüttelte sogleich mit dem Kopf und meinte: „Das ist das Tabuthema der Firma, da beiße ich auf Granit. Speziell unser Geschäftsführer lässt darüber nicht mit sich reden.“

Frau N. verlagerte die Futterstelle, hoffte, dass die Katzen diese finden werden und klar wie immer: Katzen sind nicht dumm. Wie viele es noch sind ist unklar. Drei Dosen Futter werden täglich verputzt.

Einzige Möglichkeit

Seitdem haben wir also eine andere Stelle und hin und wieder sehe selbst ich, die als Versorger den dortigen Tieren fremd ist, eine der existierenden Katzen. Sie laufen durch den Dreck, sind absolut scheu – und niemand kann mehr tun?  Man muss sich auf das Gelände schleichen wie ein Indianer oder doppelt so schnell sein. Bedeutet auf das Gelände fahren, gefüllte Futterschale bereithalten, aussteigen, hinlaufen, absetzen und weg. Gesehen wurde ich auch schon und sofort angebrüllt, weil  ich keinen Zugang habe. Da sich die hinweisende Mitarbeiterin zurückgezogen hat oder nicht mehr dort angestellt ist, wird man keine weiteren Auskünfte erhalten

Hat jemand Ideen, wie man gegen solch einen Schwachsinn angehen kann?

Advertisements

Katze Emmiken und die Gedankenübertragung

Weiß gar nicht wie ich das sagen soll, aber ich gehe davon aus, dass Gleichgesinnte verstehen werden.

Irgendein Donnerstag in  den vergangenen Wochen war es, als ich mit Herrn M. telefonierte. Er musste gezwungenermaßen und verbotenerweise eine Futterstelle auf „seinem“ Betriebsgelände einrichten, weil sich dort Samantha, Ronja und Ruby aufhalten.Bei unserem Gespräch erwähnte er, dass er vor ein paar Tagen eine tote Katze auf selbigem Gelände gefunden  hätte. Sie lag hinter einem Pallettenstapel und sei durch Verwesungsgeruch aufgefallen. Ich fragte, wie die Katze ausgesehen hätte, ob ich sie noch einmal sehen könne, beerdigen…

„Oh nein“, meinte Herr M. ,“das war bereits zu weit fortgeschritten. So etwas packt man nicht mehr ins Auto. Tüte, Container und gut ist das.“

„Aber welche war es?“, fragte ich aufgeregt, „das ist wichtig zu wissen!“

„Tja, ich kannte sie nicht“, meinte Herr M. „eine hellgetigerte, mehr kann ich nicht sagen.“

„Aber ich muss das wissen … hellgetigert, nicht, dass das die Mutter von Emmy und Maxi ist!“

„Vermissen sie sie?“

„Ja, seid vier Wochen, deshalb schauen sie bitte auf die Katzenheimat, sehen sie sich die einzigen  Fotos von Emmiken an und vergleichen sie, bitte!“

Herr M. sah nach und meinte, dass es Emmiken sein könne.

Man kennt sie, diese Faustschläge in die Magengrube. Noch nie wirklich erlebt, aber es fühlt sich jedesmal so an, wenn  solch eine Nachricht kommt.

Ich dachte nur: Bitte nicht Emmiken, bitte, bitte nicht! Es mag eine der bisher unbekannten Katzen sein, die nie in eine Falle gehen und lediglich nachts laufen. Eine, die tatsächlich an Altersschwäche gestorben ist. Es tut mir Leid, sehr Leid, aber bitte nicht Emmiken! Sie ist noch jung und lebenslustig, bitte nicht!

Herr M. und ich beendeten das Gespräch und ich fuhr weiter, zur Futterstelle von Minki, Emmiken und wer weiß welchen Katzen noch. Ich rufe die Katzen immer, wenn ich angelangt bin und meist kommt Minki aus einem Gebüsch hervor oder Emmiken wartet bereits. Wie gesagt, Emmiken hatte ich seit vier Wochen nicht gesehen und in diesen Momenten intensiv an sie gedacht. Mir ging es miserabel,  dachte an all die niederschmetternden Dinge, an all die Katzengegner, an all die gegnerischen LKW Fahrer. Der eine Fahrer schenkt einem Futter, findet Katzenversorgung in Ordnung und dann der andere, der fragt: „Was machen sie denn hier?“ , wie zu einem Marsmännchen das mitsamt UFO im hauseigenen Garten gelandet ist. Ich antworte: „Katzen versorgen“. Und er: „Wissen sie nicht wie dumm das ist, wie viele Ratten hier herum laufen?“ „Ja,“ und ich nicke, völlig gegen meine gundsätzliche Meinung, da dieser daher gefahrene Furz keine Ahnung haben kann  woher diese Katzen stammen, die seit acht Jahren versorgt werden und ihren Ursprung in einer abgerissenen Fabrik haben. Was soll ich solch einem Ignoranten sagen?

Ich kann in solchen Momenten keine Antwort mehr finden, denn erstens sind speziell diese Menschen gefährlich und zweitens habe ich keine Kraft mehr, um auf all diesen Schwachsinn zu antworten. Speziell solche Wichtigtuer scheinen eine komplette Firma zu vertreten, weil die nächste Frage war: „Wer hat ihnen die Erlaubnis erteilt?“  Ich sagte: “ Herr Sch..“,  und wichtiger Fahrer meinte, dass dieser Mann längst nicht mehr bei der Firma arbeite. Da müsse man sich etwas anderes einfallen lassen, so gehe das nicht!!

Okay,  somit werden die Karten neu gemischt werden müssen, aber  gut im Vorfeld zu wissen. Doch dich, du armselige wichtigtuerische Wurst, werde ich nicht unbeachtet lassen!

Und im nächsten Moment war das alles wieder vergessen, da ich an  Gedankenübertragung, an irgendetwas Höheres dachte, weil Emmiken wie zu meiner Beruhigung an gewohnter Stelle  saß und wartete. Als wenn sie sagen wollte: „Hey, mach dir doch nicht immer so viel Kopf! Also mir geht es gut, wie du sehen kannst.“

Allerliebstes Dankeschön, Emmiken! Auch wenn du anschließend erneut untertauchtest, so weiß ich nun wieder, es geht dir gut! Anschließend ging es mir wirklich wesentlich besser und der Auftrieb, den ein für bescheuert erklärter Katzenversorger braucht, der war durch diese, für andere völlig unwichtige, Begebenheit körperlich spürbar. Glück und Leid liegen nahe beieinander, aber dieser Moment bestand einfach nur aus Glück.

Hoher Besuch!

Den bekamen wir an diesem Wochenende, und ratet mal von wem?

Präsident Obama? Nein.

Queen Elisabeth? Nein.

Kleiner Tipp: Zum Glück kein menschliches Wesen. 😉

Sind hier Mäuse drin?

Es waren Tiffys Babys, deren Frauchen übers Wochenende nach Kiel musste. Wie ein dummer Zufall es wollte war auch die Nachbarin verreist. Die erwachsenen Katzen des Hauses, Lilly und Jule, sind alt genug und vernünftig, sie teilen sich ihr Trockenfutter drei Tage lang ein. Aber wie soll das mit zwei ständig ausgehungerten Katzenkindern klappen? Das geht gar nicht.

Jedenfalls war von Anfang an klar, dass Tiffys Babys jederzeit hierher zurückkommen könnten, und drei Tage lang als Besuch, bedeutet eine Ehre für mich. Claudia brachte die Findlinge Donnerstagabend zu uns und konnte sich kaum trennen. „Tja“, sagte ich, „jetzt hast du ähnliche Gefühle wie ich sie hatte, als ich die Zwerge zu dir brachte.“ Aber Claudia verstand mich von Anfang an, weshalb ich ihr die Minitiffys ja auch anvertraute.

Claudia hatte zuerst Bedenken, dass sich Coco und Maya ängstlich verhalten würden. Dass sie nicht aus der Box heraus wollen oder sich sofort verstecken. Aber wir gingen gleich in das bewährte Katzenzimmer, das noch immer der feinste Abenteuerspielplatz für Miezen bedeutet. Ich gab mein Vorhaben, den ehemals hellen Teppich zu reinigen, längst auf – der kann nur noch raus. Von daher gab es bekannte Gerüche wieder zu entdecken und überhaupt ist man inzwischen gewachsen, schafft es mit einem Sprung aufs Sofa, auf die höchste Ebene des Kratzbaumes und mit Leichtigkeit bis in die Spitze des Ficus Benjamini. Der drohte bereits an diesem Abend umzukippen, weil entweder Coco oder Maya in seinem Wipfel hing. Nun ja, es sollte auf alle Fälle lustig werden.

Coco und Maya sind mächtig gewachsen, konnten ihr Gewicht inzwischen verdreifachen, haben alle Unannehmlichkeiten, wie Impfungen und Wurmkuren, hinter sich. Was geblieben ist, ist ihre Anhänglichkeit, ihr Zutrauen, ihr unverwechselbares Wesen  – und ihr Appetit.

Sobald es Fresschen gibt, sind sie nicht zu halten. Das haben sie zwar mit allen gesunden kleinen Katzen gemein, aber wenn ich auf sie heruntersah, wie sie quietschend auf mich zuflitzten, mit verzweifeltem Blick, so stand mir jedes Mal der eine tatsächlich verzweifelte Moment vor Augen. Der Moment, in dem sie mich fanden.

Der kleine Ficus war ungeeignet, somit musste eine Palme her, die ich aus dem Schlafzimmer holte.

Vögel jagen auf dem Balkon

DAS ist ein Stamm, der einem Baum wesendlich ähnlicher sieht. An dem konnte man viel besser klettern und seine langen Blätter sind geeignet, vom obersten Plateau des Kratzbaumes aus nach den langen  herabhängenden Blättern zu jagen.

Wir tobten viel mit Angel und Klappermäusen, wir gingen auf den Balkon, wo es viele Vögel zu sichten gab und die Findlinge schafften es sogar eine schlafende Hündin zu hintergehen, weil sie unbedingt auch auf dem Sofa im Wohnzimmer liegen wollten. Maya ist übrigens Sportfan, denn während ich im Katzenzimmer mit Coco herumtobte, saß Maya lieber beim Herrn des Hauses auf dem Wohnzimmertisch und schaute gemeinsam mit ihm Formel Eins…

Pssstt, muss mich konzentrieren, mache gerade Pipi im Topf!

Wir schmusten  sehr viel, weil die Beiden beinahe ständigen Menschenkontakt suchen – und wir dachten viel an Tiffy. Sobald Maya müde ist, nuckelt sie nach wie vor an sich. Es ist vielleicht weit hergeholt zu glauben, dass Maya in solchen Momenten an ihre Mutter denkt, aber wer kann das Gegenteil beweisen? Auf jeden Fall  waren es Momente, in denen ich sehr intensiv an sie dachte. Tiffy wird nie vergessen und ich vermisse sie täglich, da ich weiterhin die Futterstelle versorge, aber es ist nicht mehr das, was es war. Es wartet dort keine der Katzen. Sie kommen irgendwann, wenn es dunkel ist. Von daher denke ich oft, dass Tiffy eventuell kein verwildertes Tier war. Sie war scheu, aber viele ausgesetzte Katzen  entsinnen sich an ihren Urinstinkt, sobald sie auf sich alleine angewiesen sind.

In deinen Kindern lebst du weiter

Es wird noch eine Diashow folgen, weil es für diesen Bericht viel zu viele Fotos gibt.

Futterstellen und das Wetter

Ja, das Wetter, Gesprächsthema Nummer eins, wenn es peinlich wird, weil  kein anderes Thema Sinn ergibt. Häufig kommt das Wetter auch aus einer Misslaune zur Sprache, so wie in der vergangenen Woche, als ich aus klimatisierten Büros oft zu hören bekam: „Boah, ist das kalt, und das nennt sich Sommer?“

Mal abgesehen davon, dass Mensch zum Glück nichts, aber auch gar nichts gegen das Wetter unternehmen kann, musste ich mich mehrmals rechtfertigen, weil ich den Wind und den Regen und die angenehme Kühle grundsätzlich ganz toll finde. Ich sagte dann immer lächelnd: „Hey, ist wie Wetter auf Sylt.“

In Wirklichkeit meinte ich: „Hey, ist ein Wetter ohne Fliegen“. Aber das nur unter uns…

Jedenfalls war es herrlich, da Futterstellen nicht nur mit den Jahreszeiten sondern auch mit dem Wetter und seinen Begleiterscheinungen leben.

Gab es in der vorletzten Woche bis hin zum vergangenen Dienstag keine Möglichkeiten Feuchtfutter anzubieten, so war die einbrechende Kühle die Gelegenheit. Da wurde ich am ersten Abend regelrecht euphorisch, füllte Schale um Schale, weil ich wusste, dass auch die Katzen darauf warteten.

Und es wurden komplett gefüllte Schalen bis auf den letzten Tropfen leer geputzt, drei  kühle Tage lang, wobei am dritten Tag jeweils ein Rest übrig blieb, was mir die Gewissheit gab : Gesättigt.

Und jeder, der Katzen kennt und sich mit deren Gewohnheiten befasst, wird selber wissen, dass Katzen bei Temperaturen um die dreißig Grad kaum Hunger haben. Bei schwülen Witterungsverhältnissen ist es außerdem nicht möglich, den wilden Katzen, die sich nur nachts zur Futterstelle trauen, Nassfutter hinzustellen. Bei wilden Katzen kann außerdem  niemand kontrollieren ob und wann sie Hunger haben, somit muss eine Gesunderhaltende Alternative geboten werden, da Vorsorge für kommende Winter betrieben werden muss. Diese frei lebenden Tiere, erst recht wenn es ihnen schlecht gehen sollte, haben keine Möglichkeit einen warmen Platz oder Hilfe zu finden. Speziell vor Hilfe scheuen sie zurück, das weiß ebenso jeder, der je ein verletztes oder krankes Tier einfangen wollte.

Bei den zahmen Tieren stellt das alles kein Problem dar. Sie sind pünktlich und futtern, die übrig gebliebenen Reste erhalten Möwen oder Elstern. Aber in Wärme Futter stehen lassen funktioniert nicht, da sofort Insekten darüber herfallen.  Somit muss eine Alternative gefunden werden, die sich in Form von Trockenfutter anbietet. Trockenfutter und sauberes, ständig frisches Wasser. Die Inhaltsangaben auf Schachteln und Beutel las ich am Anfang durch, wie jeder von uns, und hoffte, dass es gesundes und ausgewogenes Alternativfutter sein würde, doch im Laufe der Zeit erkannte ich Unterschiede, die vielleicht kein Hersteller ahnt. Im Grunde ist es leicht zu erkennen, da sich auf „Billigfutter“, was ich aufgrund der Inhaltsangaben ausprobierte, keine Fliege und kein Ohrenkneifer herablassen würden. Geschweige denn eine Samtpfote, die die Marke Royal Canin „Outdoor“ schmecken lernte.

Ja, ich weiß, einmal gelockt und für immer verdorben, aber ich stehe dazu und habe erst dann ein gutes Gewissen, wenn die Vierbeiner gut versorgt sind. Nicht nur für Heute, sondern auch für Übermorgen. Ich sehe es, wenn ich zwei verschiedene Sorten getrennt in eine Schale fülle. Garantiert ist die Menge Royal Canin verputzt worden, während die andere Hälfte unangerüht blieb. Fliegen legen ihre Eier auch auf Trockenfutter, bei Regen wandern  Schnecken ebenso gerne hindurch, was eine Entsorgung des Futters mit sich bringt, aber es bleibt wie es ist: Qualität muss her.

Somit rechne ich einfach nur um, da die nicht benutzten Dosen in qualitativ gutes und dementsprechend teures Trockenfutter umgesetzt werden.

Mein Dank geht an die hinweisende Emmiken, die mir, hinsichtlich meiner internen Debatte über Trockenfutter, ganz einfach die Augen öffnete:

Nee, sorry, aber das mag ich nicht.

Emmy und Maxis Mutter

Vor einigen Tagen gelangen mir zwei interne Sensationsfotos. Intern deswegen, weil es lediglich für mich von großer Bedeutung ist, Emmy und Maxis Mutter in Freiheit so nah vor die Linse bekommen zu haben und hiermit die Ähnlichkeit zwischen Mutter und Töchter  zeigen zu können.

Keinen Schritt näher, oder ich bin weg!

Man bedenke wie unnahbar sich Emmy Monate lang gab, egal wo sie war. Die darauf zu pochen schien, das Erlernte von ihrer Mutter umsetzen zu wollen. Erst nachdem sie kastriert worden war, legte sie zur  menschlichen Überraschung den Hebel um und war seitdem wie ausgewechselt.

Bisher gab es nur das eine Foto aus der Dachkammer von Emmy und Maxis Mutter, auf dem sie zeigt wie widerwärtig sie Gefangenschaft empfindet: Diese kleine Zicke erinnert mich immer an ein Alpenmurmeltier, die ich am Rheinsprung  wild und ohne Begrenzungen erleben durfte. Sie stehen aufrecht und wittern Gefahr, ihre Gefahrenmeldung, ein hoher Pfeifton, ist weit zu hören. Sie warten lange, „pfeifen“ und stehen regungslos, bis ihnen das gefährliche Objekt zu nahe kommt. So schnell kann ein Mensch nicht registrieren, wie Alpenmurmeltiere sich aus dem Staub machen.

Jedenfalls handhabt es Emmiken, wie ich diese Hübsche (in Anlehung an ebenbürtige Tochter)  inzwischen nenne, ähnlich. Die mittlerweile zahme Minki scheint ihre beste Freundin und ihr Vorbild zu sein.

Nur aus diesem Grund hält sich Emmiken in meiner Nähe auf. Emmiken sieht, wie Minki mit hocherhobenem Schwanz auf mich zuläuft, sich streicheln lässt und keine Angst hat. Somit kommt auch Emmiken immer näher, aber nur wenn ich nicht zu ihr hinsehe. Sie unterwirft sich Minki, die doppelt so groß ist und  den Eindruck erweckt ein Kater zu sein. Emmiken wälzt sich auf dem Boden, hüpft von einer Seite zur anderen, miaut  und wartet auf Minkis Beachtung. Ich habe keine Ahnung, wo sich Emmy und Maxis Mutter während ihrer,  manchmal wochenlangen, Abwesenheit aufhält, aber eines weiß ich: Sie ist ein Trockenfuttergourmet. Feuchtfutter ignoriert sie, weshalb schon etliche Schalen und Dosen von mir geöffnet wurden, im Versuch Emmiken etwas Gutes zu tun. Dass sie während der Nacht anwesend war, merke ich am verspeisten Trockenfutter. Die Marken „Felix“ und „Whiskas“ werden ignoriert, aber nicht nur von Emmiken, doch dazu später in einem anderen Bericht. Madame wartet auf edles „Royal Canin“, welches ich aufgrund eines gespendeten Gutscheines ausprobierte und nun nicht mehr davon los komme.

Hier ist das falsche Trockenfutter drin. Wo bleibt das richtige?

Ich bin immer froh und erleichtert, wenn ich  die wilden Katzen oder Kater zu Gesicht bekomme, da es lediglich eine einzige Verbindung zwischen uns gibt, nämlich die pünktliche Versorgung der Futterstellen. Vielleicht wird Emmiken eines Tages auch den Hebel umlegen und zahm werden. Wer weiß?  Wobei ich grundsätzlich dagegen bin, da scheue Tiere durch ihre vermeintliche Unsichtbarkeit besser geschützt sind.

Neuigkeiten von Tiffys Babys

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Inzwischen ist über ein Monat vergangen, viel Zeit, die viel zu kurz schien. Immer wieder gehe ich zu Tiffys Grab, nicht nur um sie und Kimba zu besuchen, sondern um sicherzustellen, dass sie ihre verdiente Ruhe haben. Verbotenerweise begrub ich sie im Wald, und da das einer Nacht – und Nebelaktion glich, begrub ich sie gleich neben einem Fuchsbau. Das erkannte ich erst bei Tageslicht und als wenn das Geschehene nicht ausreichte, so wurde immer wieder von Füchsen versucht Tiffy auszubuddeln. Immer wieder schaufelte ich Erde auf den Hügel und immer wieder gruben die Füchse. Wie bei einem Wettkampf zwischen unbekannten Gegnern. Der eine wollte Nahrung, der andere Endgültigkeit. Inzwischen einigten wir uns  und ich denke, jetzt ist der Hügel hoch genug und für die Füchse uninteressant geworden.

Ebenfalls ein vermeintlicher Gegner war ein Igel, der sich an Tiffys Futterstelle oft benahm, wie der berüchtigte Elefant im Porzellanladen. Ich hatte schnell eine Alternative gefunden und die Näpfe mit doppelseitigem Klebeband an die Rückwand der Postkiste befestigt, so dass er Wassernapf und Napf mitsamt  wertvollem Trockenfutter nicht ständig  umkippen konnte. Er hätte gerne bleiben können, wir alle wollen leben. Doch vor zwei Wochen lag auch er überfahren auf der Straße, in unmittelbarer Nähe von Tiffys Unfallstelle. Ihn konnte ich nicht beiseite heben und beerdigen, es war zu schlimm. Nach ein paar Tagen, nachdem genug Fahrzeuge über ihn gebrettert waren, nahm ich die verbliebene Haut mit ihren Stacheln und legte sie unter die Linde, die schon viel Leid gesehen hat.

Wenn ich über diese vermeintlichen Kleinigkeiten nachdenke, umso größer und wertvoller wird das Leben. Desto bewusster erlebe ich es, da jeder Moment kostbar ist und sei er noch so schlecht. Umso sensibler spüre ich diese hektische Umwelt, die weder nach links noch nach rechts zu schauen scheint. Desto sinnloser wird jeder vermeintliche Spaß, jede Anschaffung die dem neuesten Trend entspricht. Wozu das alles, denn ich sehe gleichzeitig diese zarten Knochen all der Tiere, die sich anpassen, überleben und alt werden dürfen oder spurlos verschwinden, wenn sie nicht tot gefunden werden. Und ich sehe diese Winzlinge, die sieben Tage lang ohne Hilfe überlebten, mitten in dieser blinden Welt.

Inzwischen haben Tiffys Babys  ihre erste Impfung hinter sich. Sie wiegen nun fast 1000 g, wobei sie mich mit  weniger als 460 und 490 g gefunden haben. Durchfall, der sich nach unserer Wurmkur einstellte, ist ebenfalls gefestigt, sie dürfen und können mittlerweile im ganzen Haus herum toben, auch wenn niemand zu Hause ist. Und da das alles so gut klappt und Claudia sogar perfekte Berichte abgibt, überlasse ich nun Katzenadoptivmama Claudia und den aktuellsten Fotos das Wort. Aber vorher noch ein Dank an Sylvia, für ihre Hinweise, was Diashow und Galerie anbelangt ;-):

Maya und Coco – zwei Katzenbabys räumen auf!

Die beiden zu mir gekommenen Katzenbabys, die ich, wie ihr schon aus dem Tagebuch wisst, Maya und Coco getauft habe, entwickeln sich prächtig und sind zu Kitten befördert worden.

Die Trefferquote beim Katzenklo beträgt seit zwei Wochen zuverlässige 100 % (toi, toi, toi) und sie haben bereits das Klo der „Großen“ für sich entdeckt. Der anfängliche wirklich schlimme Durchfall ist inzwischen komplett abgeklungen. Jeden Tag finde ich kleine Würstchen in dem einen oder anderen Katzenklo (über so etwas kann sich auch nur ein Katzenfrauchen freuen).

Der Garten wird bis zu seinen Grenzen ausgenutzt und keine Ecke bleibt unentdeckt. Auch im Haus ist nichts vor den beiden Wirbelwindchen sicher. Die Beiden liegen gerne auf meinem Couchtisch (wo sie eigentlich gar nichts zu suchen haben, aber….) und auf mir. Sie erkunden alles und ich meine wirklich ALLES! Da werden auch schon mal die Köpfchen im Wasserglas versenkt, vielleicht gibt es dort ja einen Schatz zu heben? Sind Gardinen wirklich nicht zum Schaukeln da und kann man Fernbedienungen essen? Das sind einige der Fragen, mit denen sich die Kleinen täglich beschäftigen. Und überhaupt wird es Zeit, dass wir Frauchen mal beim Aufräumen und Umdekorieren helfen. Da hat sie nämlich keine Ahnung von.
An meinem Hosenbein geht es auch wirklich viel schneller auf die Arbeitsplatte in der Küche und wenn man sich beim Sprung verschätzt, fängt das Hosenbein so eine kleine Katze wirklich gut ab (Schmerz). Blöd nur, wenn man gerade Shorts trägt (noch mehr Schmerz).

Die anfänglichen Probleme mit meinen beiden großen Katzen, Lilly und Jule legen sich immer mehr. Wir haben sogar schon zu fünft (!) auf einer Couch gelegen und keiner hat eine Schlägerei angefangen (strahl). Lilly sind die Kleinen einfach noch zu lebhaft und sie zieht sich dann gerne auf „ihren“ Stuhl unter dem Esstisch zurück, bis es wieder ruhiger wird, sprich, die Kleinen im Bett sind. Jule beäugt die Kleinen mit einer Mischung aus Argwohn und Neugier. Sie überlegt noch, was sie mit den Beiden machen soll: fressen oder mit ihnen spielen? Vorsichtshalber hagelt es dann und wann Kopfnüsse. Maya hat schon vom ersten Tag an mutig zurückgefaucht, was aber bei Jule keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Insgesamt kann ich sagen, dass Maya in ihrer Entwicklung immer noch weiter ist als Coco. Maya hat bereits ein Gefühl für „meins“ und „deins“ entwickelt. Das heißt, sie verteidigt knurrend ihren Napf und ihr Spielzeug gegen ihre kleine Schwester Coco, was diese jedoch nicht davon abhält, immer wieder über Maya herzufallen und zu versuchen, ihr ein Ohr abzukauen.

Und wenn den kleinen Tigern nach einem aufregenden Tag die Äuglein zufallen und  sie ganz müde sind, nuckelt Maya manchmal noch an ihrem eigenen Bauch und Coco versucht alles, um ebenfalls an ihrer Schwester nuckeln zu können. Das geht soweit, dass sie die kleine Mayakugel über den Boden schiebt. Dann ist es höchste Zeit fürs Abendessen und die Kleinen in ihr Bett zu bringen.

Wenn dann wieder Ruhe eingekehrt ist, kommen Jule und Lilly auch wieder zu mir aufs Sofa und wir kuscheln.

Die Zwerge sind aufgeweckte und neugierige kleine Energiebündel und werden jeden Tag ein bisschen selbständiger. Die vorher gern in Anspruch genommenen „nach-dem-Essen-Bauch-kraul-Dienste“ werden auch immer seltener gefragt. Jetzt stürmen sie lieber mit Katzenfutterresten im Gesicht hinaus, die Welt zu erobern. Also alles ganz so, wie es sein sollte und das haben sich die Zwerge nach allem, was sie durchgemacht haben auch verdient, oder? Danke Sabine, dass du die Kleinen gerettet hast und auch all die anderen Katzen. Das bewundere ich sehr.

Ich freue mich auf jeden neuen Tag mit allen meinen Katzen, denn ein neuer aufregender Tag für die Katzen ist auch ein neuer aufregender Tag für mich. Es ist etwas ganz besonderes, Katzenwesen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben begleiten zu dürfen. Ich bin schon jetzt gespannt, wie es mit den kleinen und den großen Miezen weitergeht.

Über Neuigkeiten werde ich berichten.

In Erinnerung an Samira (2)

Eine Tragzeit bei Katzen dauert etwa 9 1/2 Wochen. Samira war seit drei Wochen bei Heike, sie wurde Heike gegenüber immer umgänglicher, wurde runder, aß gut, aber bekam ihre Jungen nicht.

Ich rief interessenhalber beim damalig untersuchenden Tierarzt an und fragte, ob diese Dauer richtig sein könne, da er seinerzeit von fortgeschrittener Trächtigkeit gesprochen hatte. Das könne er nicht so genau sagen, aber wenn es dem Tier gut ginge sollten wir weiterhin abwarten, bekam ich zur Antwort, womit ich dem Tierarzt keinen Vorwurf mache. Mein Fehler war, nicht zu hinterfragen ob er Samira seinerzeit unter Narkoseeinwirkung untersuchte, aber irgendwie denkt man immer, ein Tierarzt weiß, was er tut und das denke ich auch weiterhin!

Wir warteten ab, da es Samira gut zu gehen schien, wobei sich Heike zusätzlich in einem Katzen – Forum anmeldetet, wo düstere Vorrausagen an der Tagesordnung waren: „Eine wilde Katze kann  in Gefangenschaft eine Geburt hinauszögern.“ Ja, ja, kann sein, wobei Katze Holly kein Problem damit hatte. Eines Morgens bekam Heike einen Anruf von Frau X, die sich nach ihrer Kur für die überraschend eingefangene und  von mir organisiert untergebrachte Samira interessierte. An zufällig genau diesem Morgen machte Samira Anstalten und lief unruhig durch ihr Zimmer. Heike schilderte während des Gespräches diese Symptome, ohne Frau X zu kennen und sich darauf verlassend, dass Frau X „etwas zu sagen hat“,  worauf Frau X antwortete, dass sie es geahnt habe. Kein Mensch hätte Ahnung, es sei alles falsch gemacht worden und Heike solle sofort mit Samira zum Tierarzt! Sie sei bei der damaligen Untersuchung garantiert in Narkose gelegt worden, eine Vergiftung wäre Schuld und  sämtliche Welpen bereits  tot.

Heike geriet logischerweise in Panik, denn eventuell hatte Frau X Recht. Sie lockte Samira in eine Box, fuhr zu ihrem Tierarzt und musste warten, da ein Notfall dazwischen kam. Sie musste lange warten und wie ich soeben noch bei Sylvia gelesen habe, so kann sich selbst Fieber bei Katzen in Stresssituationen hochschaukeln. Heikes Tierarzt begutachtete Samira und ordnete einen Kaiserschnitt an. Sofort, ganz schnell.

Vier Welpen holte er aus ihrem Bauch, wovon das „Erstgeborene“ schwarzweiße Baby, wieder belebt werden musste. Es war somit eine Minute vor Zwölf gewesen. Samira erlitt einen Kreislaufkollaps, auch sie musste und konnte regeneriert werden.

Nach zwei Stunden konnte Heike zusammen mit Samira und ihren vier lebenden Katzenbabys nach Hause fahren. Sie sollte von Anfang an zufüttern, da Samira schwächelte, aber all das war kein Problem für Heike.

Zuhause angekommen tat sie ihr Bestes. Samira war noch nicht 100% aus der Narkose erwacht, aber sie bekam mit, was um sie herum vorging. Sie sah ihre Kinder und auch, wie Heike, ihre zweite Vertraute, sich um ihre Babys kümmerte. Sie atmete tief durch, es glich einem Seufzer, und sie bewegte sich. Heike schaute sofort in die Box, streichelte Samira, merkte aber, dass Samira soeben verstorben war.

Ja, und dann standen wir da. Mit Anklagen im Rücken und der Verantwortung für vier Mutterlose Katzenbabys. Ich rief Frau X an, und sagte unter Tränen, dass Samira gestorben sei.

Jetzt kommt ein  Abschnitt der unglaubwürdig klingt, aber wer sich auskennt wird verstehen:

Frau X sprach gleichzeitig mit Frau Y, die spät abends noch im Auto saß und die vier Welpen zu einer Ammenmutter ihres zuständigen TSV bringen wollte. Ein bewundernswerter Einsatz, der mich zum Überlegen brachte. Ob diese unbekannte Katze die vier neuen Welpen aufnehmen würde, danach war nicht gefragt worden und das konnte auch niemand wissen. Das war ein Risiko auf Leben und Tod. Währendessen schaltete Frau X telefontechnisch Frau Y aus und sagte zu mir: „Das darf nicht zugelassen werden, Frau Y ist bei einem Pharmaproduzenten gesehen worden, sie gibt Katzen an Versuchslabore!“

Das konnte ich nicht glauben  – oder doch? –  und irgendwie beneidete ich Samira und wünschte mir einen Seufzer, der all diese Machenschaften vergessen ließ. Aber das  funktionierte nicht und ich rief Heike an. „Frau Y wird gleich vor eurer Tür stehen, sie hat vielleicht eine Ammenmutter, genaues weiß ich auch nicht, aber bitte, gib ihr die Babys nicht!“

Heike war genauso  durch den Wind wie ich, zumal  sie zusätzlich die verstorbene Samira bei sich hatte und Katzenbabys gefüttert werden mussten. Als Frau Y kurz danach bei ihr klingelte, hielt Heikes Mann die Haustüre bedeckt und sprach in Ausreden.

Ersatzmama Cassy

Kurz danach rief mich Frau X an, schaltete Frau Y , die immer noch im Auto saß, ohne ihr Wissen dazwischen, und ich hörte: „Hast du dem Typen geraten mich nicht hereinzulassen?“

„Ich? Nein, wie kommst du  denn darauf?“

Das alles glich im Grunde einer billigen, trivialen Komödie, wenn der Stoff nicht so traurig gewesen wäre. Aber das Leben schreibt bekanntlich die unglaublichsten Geschichten und Heike gab den vernünftigen Schlusssatz: „Sabine, ich schaffe das, ich schaffe das, verlass dich darauf! Samiras Babys bleiben hier, bei ihrer Mutter die auch hier beerdigt werden wird und  ich werde die Babys alle zwei Stunden füttern! Vergessen wir doch einfach diese Leute!“

Samiras Grab

Heike schaffte es auch und  Gisela Scholz von der Tierhilfe Rhein – Main  übernahm sämtliche Unkosten und  Vermittlung. Ja, genau, ein Verein der von uns weit entfernt liegt, der aber aus Freundschaft und Ehrlichkeit besteht, nicht aus einem Haifischbecken.

Samiras Babys wuchsen zu kräftigen und gesunden Katzenkindern heran. Zwei Kater und zwei Katzen. Wobei es wie gewollt scheint, dass die Weibchen ihrer Mutter ähneln und speziell Samira 2 ihr wie ein Ebenbild gleicht.

Die beiden Katerchen konten zusammen vermittelt werden. Von Samira 2 und Sina konnt sich Heike nicht trennen, verständlicherweise.

Gewonnen hat unter anderem auch Heikes Cassy, die alle vier Katzenbabys sofort und ohne zu überlegen übernahm, wie eine Mutter. Je nach Aufwand, und sie übernahm am allerliebsten die Massage, wenn nach dem Fresschen die Bäuche massiert werden mussten. Sie machte das hervorragend und war bald unabkömmlich:

Alles in allem steht vieles zwischen den Zeilen, worüber sich jeder seine eigenen Gedanken machen kann.  Heike und ich werden Samira niemals vergessen, niemand wird Samira vergessen, da sie eine der unendlich vielen verwilderten Katzen war und hiermit ein sinnbildliches Denkmal für sie  errichtet wurde.  Samira war auch ein Schnitt in unserem Leben, der uns gelehrt hat welche Menschen wirklich wichtig sind, aber ich werde niemals anders handeln und kann trotzdem die nette Dame verstehen, die Samira viele Jahre länger kannte und uns die Schuld an ihrem Tod gibt.

Danke Cassy!