Neuigkeiten aus Katzenhausen

Katzenhausen ist dort, wo Emmy und Maxi zusammen mit Katze Stella  seit dem 18.Dezember 2010 leben. Den Emmy und Maxi Fans brauche ich nichts zu erklären, sie haben die Entwicklung der Beiden vor Augen und wie sehr sich Emmy weigerte Vertrauen zu fassen.

Mein Emmiken, die harte Nuss. Irgendwie eine Bestätigung, was unsere Ahnungen anbelangt, die das optimale Leben dieses Charakterkopfes betrifft. Emmy boykottierte tatsächlich. Sie verpönte je nach Laune jedes Katzenklo, sie blieb scheu und unnahbar. Sie war das krasse Gegenteil ihrer Schwester Maxi, die bereits nach einer Woche Zivilisation dachte: Null Problem, ich passe mich an.

Maxi konnte von Anfang an den kleinsten Dingen einen Spaß abgewinnen, und ihr Spielzeug anzubieten war eine echte Freude. Emmy beäugte jedes Teil misstrauisch und erst wenn Maxi getestet hatte und Emmy aufforderte, erst dann vergaß sie ihr Umfeld und ging aus sich heraus. Wenn ich in ihre Augen blickte, sah ich Sehnsucht.

Sehnsucht nach Freiheit und Eigenständigkeit. Sehnsucht auch nach ihrer wilden Mutter, denn Anhänglichkeit und Zutrauen zur Mutterkatze waren eindeutig zu erkennen. Von ihr hatte Emmy viel gelernt und Emmy setzte das Erlernte um. Es tat weh, die beiden irgendwann trennen zu müssen und es war nicht von der Natur gewollt. Es war im Sinne des Tierschutzes, dass diese zwei Jungkatzen ein besseres Leben haben und sich nicht weiter vermehren sollten. Aber dieser Tierschutzgedanke konnte Emmy nicht überzeugen. Sie hätte viel lieber Mäuse gefangen oder gehungert, viel lieber unter löchrigen Verschlägen einen Regenguss abgewartet als auf einer trockenen Decke zu liegen. Viel lieber hätte sie ums Überleben gekämpft und  mochte kein Leben auf dem Präsentierteller in Gefangenschaft – und wenn die geschlossenen Wände noch so viel Platz boten.

Die Zeit verging und viel Geduld wurde von Emmy gefordert. Am 24.März 2011 kam es noch schlimmer, weil der Kastrationstermin angesagt war. Da Emmy zu allem anderen nur schwer in eine ihr suspekte und mit vielen bösen Erinnerungen verbundene Transportbox hinein zu bekommen war, regelte Frau R. das über Wochen geschickt und geduldig. Die neu bestellte und extra große Box wurde als Spielobjekt genutzt. Sie biss nicht, griff nicht an und drin schlafen funktionierte auch irgendwann.

Tja, und dann wurde Emmy wieder einmal von so einem Menschen gelinkt, dem sie nach Monaten versucht hatte zu vertrauen. Schöne Scheiße, da machte dieser Mensch das Gitter zu und Emmiken war gefangen! Anschließend wurde sie auch noch in Narkose gelegt, konnte sich weder verstecken noch fort laufen und überhaupt, sie hatte es die ganze Zeit über gewusst!

Und wieder begann Familie R. von vorne, was Emmy betrifft. Eine sich versteckende, unsichtbare und getigerte Katze. Maxi legte sich am ersten Abend bereits in die „böse“ Box und ließ sich kraulen. Aber nicht Emmy, sie hatte die Nase gestrichen voll und dachte alles hinter sich zu lassen, nie wieder enttäuscht werden zu wollen!

„Aber, Emmiken, manche Menschen denken nicht nur an sich, denn der Weg ist das Ziel, obwohl du einen wirklich steinigen Weg gegangen bist. Lange genug, wie ich zugebe, aber du hast es geschafft!“

Eine Katzenklappe wurde gleichzeitig zum Tierarzttermin eingebaut und nach Heilungsphase stand für Emmy, Maxi und Stella die Welt zur freien Verfügung. Kleine Schisser, die gar nicht mehr wussten, wie es draußen aussieht. Nicht eine von ihnen rannte panikartig von dannen. Oh nein, das ging Schrittchen für Schrittchen, Meter für Meter. Stella, die im tiefsten Winter „weggelaufen“ war und per Falle wieder eingefangen werden konnte,  sie war sogar die letzte, weil sie allem Anschein nach die Nase voll hatte und Kälte fürchtet.

Was nach dem zweiten  Ausflug geschah, lässt mich auf den Anfang dieses Berichtes zurückkommen. Genau das ist Emmy Lebensbereich, denn jetzt ist für sie die Welt in Ordnung. Sie vertraut Menschen, lässt sich gerne streicheln. Ein Geben und Nehmen, wie es die Regel der Natur ist. Manchmal taucht sie zwei Tage lang unter, kommt vielleicht nachts nach Hause. Stella hat lt. Frau R. einen größeren Radius, aber kommt immer wieder zum futtern nach Hause. Maxi… Maxi ist  die von Anfang an klebende und engagierte Hauskatze. Sie darf schließlich nichts verpassen. 😉

Und nun viel Spaß, bei einer Erkenntnis die man nicht studieren muss, wenn der Bauch es vorher weiß:

Viele Grüße von Emmy und Maxi

Diese beiden Zufallsfundkatzen wären eventuell  im Nimmerland verschwunden, wenn sie nicht Ende September 2010 in die offen stehende Falle gegangen wären. Vielleicht würden sie gar nicht mehr leben, denn im dortigen Hafengebiet verändert sich das Umfeld ständig. Katzen verschwinden scheinbar spurlos, neue tauchen auf und ich wundere mich nicht mehr, dass Katzenfutterstellen wie ein Magnet auf Gegner zu wirken scheinen. Entweder wird ein Futterplatz als Toilette benutzt oder ein Unterstand zum wiederholten Male zerstört. Ich wundere mich auch nicht mehr, dass genau an solch einer Stelle die Straße aufgerissen wird, neue Abwasserrohre gelegt werden müssen und mich ein Mensch beobachtet. Ein kluger Arbeiter, der anscheinend nichts wichtigeres zu tun hat, als nach meinem Abgang hinter den Zaun des Firmengeländes zu greifen, Futterschalen, die bereits mit Absicht hinter diesem Zaun versteckt werden, zu begutachten, auszukippen und in der Landschaft zu verteilen. Wilde Katzen leben in den  wenigen Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen und sei es ehemalige Silos, wo die produzierende Firma längst nicht mehr existiert und diese Silos nach  fast achtzig Jahren Bestand jetzt, und mit Ohrenbetäubendem Radau dem Erdboden gleich gemacht werden. Das war Emmy und Maxis Zuhause.

Wer die Geschichte nicht kennt, hier in Kürze: An einer meiner Futterstellen sah ich seit einigen Wochen und beinahe regelmäßig eine getigerte und sehr scheue Katze. Sie wartete, bis ich mich entfernte und erst danach schlich sie zum gefüllten Futternapf. Sie war neu und ich habe keine Ahnung, wo sie herstammt oder sich vorher aufhielt.

Für einen verantwortungsbewußten Tierschützer ist es Pflicht, sich nicht nur um die Versorgung der Tiere zu kümmern, sondern in erster Linie um Kastration und Gesunderhaltung. Wer sich nicht damit auskennt, kann bei der Polizei und örtlichen Tierheimen fragen. Es findet sich immer eine Lösung und viel Katzenelend wäre bereits verhindert worden, wenn nicht jeder als erstes „nur“ ans Füttern denken würde.

Nachdem ich  zwei Tage lang kein Futter an diese Stelle gab und eines Abends  eine Falle aufgestellt wurde, ging nicht die getigerte Katze  hinein, sondern nach und nach zwei drei Monate junge Minitiger, die ich bisher nie gesehen hatte, von deren Existenz ich nichts wusste. Sie hatten bei Helligkeit in der perfekten Deckung gelebt, nur ihre Mutter zeigte sich öffentlich. Erst im Anschluss tat es ihnen die Mutter gleich und ließ sich fangen. Nicht wirklich freiwillig, sondern weil sie ebenfalls hungrig war.

Viele Versorger haben genau davor Angst, dass eine Katze – und alle anderen Tiere des Rudels  –  erst hungern muss, bevor sie gefangen werden kann. Aber es funktioniert nicht anders und mit zwei Tage hungern wird zig Nachkommen ein eventuell unheilvolles Leben erspart!

Die beiden Minitiger wurden zuerst in einer Dachkammer untergebracht, eine Woche lang zusammen mit ihrer inzwischen kastrierten Mutter. Anschließend musste die Mutterkatze wieder an selbiger Stelle frei gelassen werden, denn nach einer Woche Beobachtung war ziemlich klar zu erkennen, dass sie nichts anderes wünschte, als in Freiheit zu leben.

Die beiden Minitiger kamen zu mir, wurden eine Woche lang in einem großen Hasenstall untergebracht, da sie bereits zwischen den Welten lebten, was Zutraulichkeit den Zweibeinern gegenüber anbelangt und ihrer von Grund auf  erlernten Wildheit – und wurden „berühmt“.  Emmy und Maxi nannte ich sie und hatte bisher kein unterschiedlicheres Katzen – Geschwisterpärchen kennen gelernt. Emmy die Misstrauische, und Maxi die Gelassene. Wie sich die beiden entwickelten kann hier nachgelesen werden. Dass die beiden auch noch zusammen ein Zuhause finden konnten, gehört zu ihrem außergewöhnlichen Werdegang dazu.

Nun also die neuesten Neuigkeiten aus „Katzenhausen“, wo man sieht, dass Emmy immer noch Hin und Her gerissen ist, was ihre zwei Welten anbelangt, aber wo man ebenso sieht, dass Emmiken Fortschritte gemacht hat, was ihr Vertrauen zu den Menschen betrifft. Selbstverständlich nur den Menschen gegenüber, denen sie ihr winzig vorhandenes Vertrauen  schenkt. Das Geschenk einer wilden Katze, die nie gezwungen wurde.

Wochenbericht der zwei Minitiger oder – zu Hause angekommen

Nachdem das eine – Wettertechnisch gesehen – chaotische Woche war und ich mehr Zeit auf Autobahnen in Staus verbrachte, oder insgesamt Stunden damit zubrachte meinen Kurierdienst – Firmenwagen immer wieder von Schnee und Eis zu befreien, war an eine Übergabe, geschweige an ein Stressfreies „Einfangen“ von Emmy nicht zu denken. Abends war ich nur noch fertig und nachdem ich mehrmals einen Parkplatz mit Klappspaten frei schaufeln musste und morgens dennoch nicht heraus kam, weil neuer Schnee gefallen war, erst recht.

Freitagmorgen gab den Höhepunkt einer der nettesten Nachbarn. Ich versuchte mit einem Eiskratzer die Räder frei zu schaben, ruckelte den Wagen bald Schweißgebadet von vorne nach hinten, immer wieder aufs Neue, denn die Zeit drängte. Das alles um 5.30 Uhr, wo Nachbar gerade aufgestanden war, die Rollläden genüsslich geräuschvoll hochzog und mir vollständig  bekleidet von seinem Badezimmer aus dabei zuschaute. Ich bin ein friedliebender Mensch – aber dieser Mann ist für mich erledigt! Sich eine Jacke überziehen, Schuhe an und vier Stufen nach unten steigen… Aber nein, warum denn?

Übrigens wurde das Wort „Wutbürger“ zum Wort des Jahres 2010 gekürt. Zwar liegt der Grund zu dieser Kür bei Politik und Bürgern, aber wenn man genau hinschaut, so schaffen sich die Bürger untereinander bereits genügend Wut.

Diese Probleme hatten in dieser Woche Tausende von Menschen und ich will nicht meckern, da andere eine ganze Nacht auf Autobahn, Flughafen oder Bahnhof verbringen mussten.

Somit verschoben wir den Übergabetermin hin und her auf Samstag (oder Sonntag). Unser menschlicher Partner sagte letztendlich: „Ich mache das, ich „schnappe“ mir Emmy am Samstag und alles wird gut. Mich mag sie nicht, aber mir misstraut sie auch nicht.“

Okay, wenn er meint, vielleicht gar keine schlechte Idee, denn ich bin eh zu ehrlich und kann nicht lügen. Einerseits ist das gut, denn Tiere spüren das und finden Vertrauen. Andererseits kann ich somit kleinen Emmys nichts vorspielen.

Heute, am Samstag den 18.Dezember fing es morgens erneut heftig an zu schneien und als ich mit Hündin Gipsy Pipi machen war, was momentan schnell geht, da es ihr an den Pfoten zu kalt wird, sie keine entsprechende Stelle findet und ihre Notdurft mit schlechtem Gewissen mitten auf den frei geschaufelten Gehweg ablegt (die ich selbstverständlich beseitige), trafen wir auf einen festgefahrenen Herrn, der  schon ziemlich verzweifelt nach einer Schaufel rief:  „Kann mir jemand helfen?“ Klar, niemand konnte / wollte ihm helfen, im Gegenteil, es wurde geschimpft, weil ein Peugeot im Weg stand.

„Was ist mit diesen Menschen nur  los?“, dachte ich zum unendlich wiederholten Mal, holte den Klappspaten aus dem Firmenwagen und schob den Wagen des festsitzenden Herren an. Haben die anderen so unendlich viele andere Probleme? Denken die zurzeit nur an ihren obligatorischen Weihnachtsstress? Oder nur an sich? Oder was machen die im Februar, im Juli? Und überhaupt, wie heißt das Wort? Hilfsbereitschaft? Wehe diese Menschen stecken irgendwo fest! Sind das die ersten, die nach heißem Tee und einer warmen Decke schreien? Oder beschweren sie sich gleich, per Email, SMS oder anderen technischen Möglichkeiten beim Apostel Petrus?

Wie dem auch sei, das wird hier sonst zu lang, deshalb zurück zu den Minitigern. Emmy brauchte bis Dienstag, bis sie ihr Misstrauen, was meine Einfangpläne anbelangt, ablegte und zum Futtern ins Badezimmer ging. Das ließen wir  laufen: Keine Hektik, keine Gedanken an Transportkörbe, Zukunftspläne, gar nichts.

Maxi und Emmy freuten sich des Lebens, sie mussten nicht ums Überleben kämpfen, wie es jetzt am Hafen der Fall gewesen wäre. Sie tobten, spielten miteinander oder alleine, sahen aus dem Fenster und schauten Schnee oder klauten Katze Schneckchen das Futter – und ich merkte, dass sie gerade jetzt eine Veränderung gut akzeptieren würden. Ihr Umfeld inspizierten sie speziell in dieser Woche noch intensiver als bisher und es wurde ihnen langweilig. Maxi wurde immer anhänglicher, klebte an meinen Socken und selbst Emmy konnte ich mit einem Finger und Auge in Auge berühren. Pfote und Finger, ganz kurz, aber ein voller Erfolg, was das Abrutschen ins Misstrauen der vergangenen Tage anbelangt. Somit war Termin diesen Samstag gut gewählt, eine bessere Chance könnte ich ihnen kaum jemals bieten und es musste klappen.

Unser menschlicher Partner stellte es geschickt an. Strategisch, wie Männer so handeln können. Zuerst lockte ich, wie gewohnt,  mit Futter, stellte die Näpfe völlig unbefangen ins Badezimmer, Emmy und Maxi rannten hinein, ich zog mich zurück und schloss (voll mies) die Tür. Danach musste ich eine rauchen, denn es ging mir schon ans Nervenkostüm…

Unser menschlicher Partner wartete geduldig, ging ins Badezimmer und sagte „Hallo“ zu den beiden, stellte eine Transportbox hinein und zog sich wieder zurück. Er ging nach scheinbar endlosen Minuten erneut ins Bad, sagte „Hallo“ und zog sich zurück. Das alles dreimal und jedes Mal wurde er ohne Misstrauen akzeptiert. Ein großer Mann, ein Schauspieler, na, was soll da schon passieren?

Beim vierten „Hallo“ wurde es ernst und er griff die überraschte Emmy, die mit Maxi zusammen im Wäschekorb gelegen hatte. Er setzte Emmy in die, von oben zu öffnende, Transportbox und schloss den Deckel. Maxi hätte man jederzeit auf den Arm nehmen und dazu setzen können, aber Männer entwickeln bekanntlich Jagdtrieb und somit sollte Maxi auf der Stelle folgen. Maxi – Schatzi quittierte diesen Trieb allerdings mit einem tiefen Biss in den linken Daumen.

Wir schaufelten das Auto frei und fuhren los. Die geduldige Familie R. war informiert und wartete auf die neuen Familienmitglieder. Wir fuhren über Autobahnen, an stickigen Städten vorbei und wie man in englischen Filmen und Romanen zu sagen pflegt: „Raus, aufs Land“. Die Städte wurden zu Dörfern und  wo das Tante Emma – Waschmaschinengeschäft ist, dort musste man links abbiegen. Berg runter einem  Feldweg folgen, der an Feldern vorbei und hinein in das nächste Dorf führt. Fachwerkhäuser, Bauernhöfe und Ruhe, das war der erste Eindruck.

Stille, Vogelgezwitscher und geeignet für ein optimales Katzenleben. Eine Straße, die einzige Straße des Dorfes, befindet sich am Ende oder Anfang von endlosen Feldern, und bedeutet kaum Autoverkehr. Hier muss sich eine Katze absichtlich das Leben nehmen wollen, sehr lange und extrem geduldig auf ein Fahrzeug warten.

Emmy und Maxi kamen erst einmal im Anbau des Hauses unter, in dem sich bereits Katze Stella aufhält. Stella kam von der Katzennothilfe Kitty e.V., ist ungefähr ein Jahr alt und eine urtypische Wilde. Sie wurde in einem Gewerbegebiet ohne große Überlebenschancen gefangen und von Familie R. Dankenswert übernommen. Sie versteckt sich und kommt nur zum Vorschein, wenn sich der Hausherr  alleine in seiner Werkstatt, im Anbau aufhält. Wir denken, dass sie sich über muntere Katzengesellschaft freuen wird und eventuell wird die Bande ein Trio, das sich miteinander beschäftigt und voneinander lernt. Eine große Fensterfront mit Heizung und Blick in den Garten, lädt zum spannenden Verweilen und Gewöhnen an die Umgebung ein. Ein im Auf und Umbau befindliches, ähnlich wie hier, gewohntes, kunterbuntes Drumherum lädt zum Verstecken und Spielen ein. Sämtliche rasselnden Bällchen (die, die ich wieder finden konnte), Klappermäuse und Emmys Lieblingsbeschäftigung,  die Rennbahn mit integriertem Ball, ein benutztes Katzenklo zum Eingewöhnen und all die Leckerlies zum Locken, wie zum Beispiel der heißgeliebte Katzenpudding … all das gab ich den beiden mit auf den Weg, damit der Abschied nicht allzu schwer fällt…

Frau R. verglich Emmys Augen begeistert mit denen eines Uhus und obwohl ich immer dachte, dass Emmys Augen einzigartig sind und mich dennoch an jemanden erinnern, so trifft dieser Vergleich den Punkt. Emmy und Noctua und Nemorosus – aber dazu später.

Maxi stieg als erste aus der geöffneten Box und erinnerte mich an ihren ersten „freien“ Tag, hier bei uns. Emmy machte es – wie sollte es auch anders sein – Maxi nach, aber sie rannte in die zuerst erreichbare Ecke, während Maxi das Bücherregal untersuchte. Beide sollen sich an die zwei Familienhunde gewöhnen und andersherum. Wenn sich alle miteinander verstehen und arrangieren können, steht Emmy und Maxi auch das Haus zur Verfügung, wo sie rein und raus dürfen, je nach Belieben.

Frau R. fragte mich ob es wehtäte. Im Innersten tut es weh, ganz ehrlich, denn man gewöhnt sich aneinander und trotz oftmaliger Tumulte ging und geht es immer irgendwie. Aber erstens  bin ich sicher, ganz, ganz sicher, dass es keine bessere Möglichkeit für die beiden Minitiger geben wird,  zweitens warten bereits weitere Katzen auf ihre Chance und drittens sind Emmy und Maxi wunderbare Mädels, für die ein „Nichtwehtun“ auf keinen Fall reicht.

Nur alleine heute wurden am Hafen drei kleine Katzen gesichtet, ungefähr zwei bis drei Monate jung. Rot, schwarz und getigert. Die Mutterkatze könnte die wilde dreifarbige Katze sein, die immer mal gesehen wird, aber bisher nicht kastriert werden konnte, weil sie sich nicht fangen ließ. Herbstwürfe von Oktober schätze ich, wo Mutter Natur selber nicht wusste, dass die Welt im Schnee versinkt und solche Zwerge kaum Chancen haben. Wir alle, die Katzennothilfe und ein Mitarbeiter, der mich informierte und bei der betroffenen Firma arbeitet, werden ihr Bestes tun.

Ein großes Dankeschön hiermit an Familie R., die sich von vielen Tierfreunden unterscheidet und sich nicht scheut, den im Grunde unvermittelbaren Tieren mit viel Geduld und Verständnis ein entsprechendes Zuhause zu bieten!

Emmy und Maxi, meine beiden Süßen: Passt auf Euch auf und macht keinen Quatsch. Wir bleiben in Verbindung und ihr wisst, dass viele Zweibeiner sich freuen, wenn sie Fotos und Neuigkeiten von Euch zu sehen und zu lesen bekommen!

Euch erwartet eine weite Welt und wenn ihr hier geblieben wäret, so sähe das so aus:  Ein paar Meter, die alten Gesellen genügen, aber nicht euch.

Einen lieben Gruß von Schneckchen an Euch beide: Ääätsch, sie kann jetzt wieder in Ruhe essen!!

Aber mal ehrlich, sie läuft hier hin und her und entweder ist sie froh über ihr wieder gewonnenes Terrain, oder sie vermisst Euch…

Das fürs lesen und euch allen eine gesunde Woche!

Wochenbericht der zwei Minitiger oder – seht selbst

Ich bin nicht überheblich und denke, dass Leser auf neue Wochenberichte der Minitiger  warten. Nee, das wäre ja auch zu schön. 😉

Trotzdem, ich schütte die Emmiken und Maxi-Schatzi Anhänger heute mit aktuellen Fotos zu  und sage folgendes: Beide wären seit 48 Stunden längst in ihrem richtigen Zuhause…  aber Emmy stellte sich quer, wie eine harte Nuss sich nur querstellen kann.

Ja, tatsächlich, die letzte Woche und Daumendrückende Ursache sagte zu! Ich war/bin froh, glücklich, Danke für Eure Mithilfe was das Drücken anbelangt, aber…

Ich wollte speziell Emmy in Ruhe und ohne die bisher angewandte Hektik in eine Box verfrachten, aber Emmy kann Gedanken lesen. Ist so, denn sämtliche menschlichen Pläne durchschaut sie, noch bevor sie gedacht sind. Hut ab, Emmiken, aber wir kriegen das schon hin.

Schwester Maxi wäre mittlerweile 100 Mal in und aus der Box, drumherum und  so weiter. Aber egal, ist halt ein Paket, ein schnurrendes, Charakterstarkes Paar.

Das lasse ich so stehen, muss selber erst einmal daran knabbern, dass mich ein getigerter Zwerg ganze  zweimal übertrumpfen konnte und hoffe, dass Familie R. und Garten und Wiesen und Felder noch ein wenig Geduld haben!

Hier mal ein „ordentliches“  Foto ohne Chaos im Hintergrund:

Hier das ürsprünglich geplant “ letzte“ selbst geknipste Foto von Maxi:

Und nun Emmy, Emmiken die Hellseherin:

Wir wollen nie mehr zusammen etwas ohne uns tun  –  oder so:

Euch allen eine angenehme Woche!

Wochenbericht der zwei Minitiger oder – bitte Daumen drücken!

Emmy und Maxi geht es gut, obwohl mich Emmy immer noch misstrauisch  beäugt. Sie will einfach nichts mit Zweibeinern zu tun haben – und ich will nichts mit ihr zu tun haben, denn Emmy muss den ersten Schritt wagen.

Ich mag den Zwerg sehr, eben weil er so ist, wie er ist. Emmy ist im Prinzip sehr pflegeleicht, da sie keinerlei Ansprüche stellt, nicht versucht zu flüchten, sich nie in den Vordergrund drängt und instinktiv das Richtige tut, nämlich sich bei „Gefahr“ verstecken. Das kann allerdings nicht alles im Leben einer intelligenten Katze sein, aber dazu später.

Sobald ich Fresschen in Händen halte ist es geblieben, wie am Anfang. Emmy hat immer Hunger und dann wirft selbst ein Charakterkopf seine Vorsätze über Bord und nähert sich mir bis zum Berührungspunkt – der ihr dann aber völlig schnuppe ist. Ich streichle ihr vorsichtig über den Rücken und spüre ihr flauschiges Fell, das flusig und weich ist. Irgendwie scheint sie geduldig abzuwarten, mich hoffnungsvoll anzusehen nach dem Motto: Irgendwann darf ich hier aber wieder raus, oder?

Ja, Emmiken, wenn wir ganz viel Glück haben, kannst Du Dich bald entfalten.

Maxi wird immer anhänglicher und  sie stellte sich innerhalb dieser Woche auf bellende Hündin ein. Hündin Gipsy ist sechzehn, in ihrer Wohnung die Queen und kleine Katzen gehören nicht in ihr Reich, basta! Maxi testete mehrmals, aber bekam ein Bellen zur Antwort. Einerseits ist ihr das absolut egal, andererseits akzeptiert sie diese Schranke. Irgendwann beobachtete sie von der Treppe aus, dem Beobachtungsposten, dass Gipsy ihren Kopf und somit ihre sichtenden Augen unter der Decke des Sofas versteckt hatte und laut schnarchte. Das war Maxis Gelegenheit zu mir in die Küche zu kommen, auf die Küchenzeile zu hüpfen und Neuland zu inspizieren.

Diese Gelegenheit musste in der Tat genutzt werden und somit fragte ich: „Möchtest du wissen, wie scheiße kalt es draußen ist?“„Au ja“, antwortete Maxi schnurrend, sprang von der Küchenzeile und heftete sich an meine Fersen. Ich öffnete die Balkontür und Maxi saugte die kalte Luft ein. Sie blieb eine Weile vor der Balkontür sitzen, doch wurde sie mehr als neugierig, als sie die Meisen entdeckte, die zu ihren Meisenknödel wollten.

Da spannten sich die Gliedmaßen wie bei einem typischen Raubtier, die Augen wurden groß und der Schwanz wedelte aufgeregt hin und her. Maxi ging schleichend nach draußen, sie war auf der Pirsch, inspizierte den ersten Schnee ihres Lebens, schüttelte angewidert die Pfoten und kam schnell wieder hinein.

„Siehste Maxi, deshalb seid froh, dass ihr hier untergekommen seid.“ Naja, ob sie das verinnerlich hat, steht in den Sternen. Maxi hat nun auch ihren Zweitnamen weg und das geschah auch in dieser Woche. Unser menschlicher Partner kam nach Hause, setzte sich müde auf das Sofa, schaltete den Fernseher ein, schaute gebannt hin und erschrak plötzlich. Neben ihm hatte sich ein Etwas bewegt, das ihn schon lange beobachtet haben musste und das  nach Entdeckung sofort wieder hinter der Gardine verschwunden war. Aber wie beruhigend, es war nur eine Katze gewesen und auf meine Frage, welche es gewesen sei, meinte er: „Na, welche wohl? Die Durchgeknallte.“

Diese Durchgeknallte spioniert und sieht sofort, ob Gipsy anwesend ist oder nicht. Sie springt oft auch schneller auf die Klobrille, als Mensch sich setzen kann. Wie schon einmal erwähnt, liebt Maxi den wirbelnden Wasserstrom, der ihre eigenen Häufchen in die Tiefe zerrt. Schlau genug ist sie ja, ansonsten würde ich Maxi hinterher springend sehen.

Weshalb bitte alle Lesenden die Daumen drücken möchten ist ein gestriges Gespräch, das ich mit einer Interessentin führen durfte. Ja wirklich durfte, denn wenn das alles klappt, steht Emmy und Maxi eine umwerfend schöne Zukunft bevor. Haus und Garten, Felder, Wiesen, ländliche Gegend mit kaum Autoverkehr. Zuviel möchte ich nicht verraten, denn obwohl ich kein bisschen abergläubisch bin: Nie den Tag vor dem Abend loben!

Für Christine der Baum im Schnee, sogar mit tatsächlich fallenden Schneeflocken:

Habt alle ein angenehmes Wochenende, eine möglichst eisfreie Woche und bleibt gesund!