Wochenbericht der zwei Minitiger oder – zu Hause angekommen

Nachdem das eine – Wettertechnisch gesehen – chaotische Woche war und ich mehr Zeit auf Autobahnen in Staus verbrachte, oder insgesamt Stunden damit zubrachte meinen Kurierdienst – Firmenwagen immer wieder von Schnee und Eis zu befreien, war an eine Übergabe, geschweige an ein Stressfreies „Einfangen“ von Emmy nicht zu denken. Abends war ich nur noch fertig und nachdem ich mehrmals einen Parkplatz mit Klappspaten frei schaufeln musste und morgens dennoch nicht heraus kam, weil neuer Schnee gefallen war, erst recht.

Freitagmorgen gab den Höhepunkt einer der nettesten Nachbarn. Ich versuchte mit einem Eiskratzer die Räder frei zu schaben, ruckelte den Wagen bald Schweißgebadet von vorne nach hinten, immer wieder aufs Neue, denn die Zeit drängte. Das alles um 5.30 Uhr, wo Nachbar gerade aufgestanden war, die Rollläden genüsslich geräuschvoll hochzog und mir vollständig  bekleidet von seinem Badezimmer aus dabei zuschaute. Ich bin ein friedliebender Mensch – aber dieser Mann ist für mich erledigt! Sich eine Jacke überziehen, Schuhe an und vier Stufen nach unten steigen… Aber nein, warum denn?

Übrigens wurde das Wort „Wutbürger“ zum Wort des Jahres 2010 gekürt. Zwar liegt der Grund zu dieser Kür bei Politik und Bürgern, aber wenn man genau hinschaut, so schaffen sich die Bürger untereinander bereits genügend Wut.

Diese Probleme hatten in dieser Woche Tausende von Menschen und ich will nicht meckern, da andere eine ganze Nacht auf Autobahn, Flughafen oder Bahnhof verbringen mussten.

Somit verschoben wir den Übergabetermin hin und her auf Samstag (oder Sonntag). Unser menschlicher Partner sagte letztendlich: „Ich mache das, ich „schnappe“ mir Emmy am Samstag und alles wird gut. Mich mag sie nicht, aber mir misstraut sie auch nicht.“

Okay, wenn er meint, vielleicht gar keine schlechte Idee, denn ich bin eh zu ehrlich und kann nicht lügen. Einerseits ist das gut, denn Tiere spüren das und finden Vertrauen. Andererseits kann ich somit kleinen Emmys nichts vorspielen.

Heute, am Samstag den 18.Dezember fing es morgens erneut heftig an zu schneien und als ich mit Hündin Gipsy Pipi machen war, was momentan schnell geht, da es ihr an den Pfoten zu kalt wird, sie keine entsprechende Stelle findet und ihre Notdurft mit schlechtem Gewissen mitten auf den frei geschaufelten Gehweg ablegt (die ich selbstverständlich beseitige), trafen wir auf einen festgefahrenen Herrn, der  schon ziemlich verzweifelt nach einer Schaufel rief:  „Kann mir jemand helfen?“ Klar, niemand konnte / wollte ihm helfen, im Gegenteil, es wurde geschimpft, weil ein Peugeot im Weg stand.

„Was ist mit diesen Menschen nur  los?“, dachte ich zum unendlich wiederholten Mal, holte den Klappspaten aus dem Firmenwagen und schob den Wagen des festsitzenden Herren an. Haben die anderen so unendlich viele andere Probleme? Denken die zurzeit nur an ihren obligatorischen Weihnachtsstress? Oder nur an sich? Oder was machen die im Februar, im Juli? Und überhaupt, wie heißt das Wort? Hilfsbereitschaft? Wehe diese Menschen stecken irgendwo fest! Sind das die ersten, die nach heißem Tee und einer warmen Decke schreien? Oder beschweren sie sich gleich, per Email, SMS oder anderen technischen Möglichkeiten beim Apostel Petrus?

Wie dem auch sei, das wird hier sonst zu lang, deshalb zurück zu den Minitigern. Emmy brauchte bis Dienstag, bis sie ihr Misstrauen, was meine Einfangpläne anbelangt, ablegte und zum Futtern ins Badezimmer ging. Das ließen wir  laufen: Keine Hektik, keine Gedanken an Transportkörbe, Zukunftspläne, gar nichts.

Maxi und Emmy freuten sich des Lebens, sie mussten nicht ums Überleben kämpfen, wie es jetzt am Hafen der Fall gewesen wäre. Sie tobten, spielten miteinander oder alleine, sahen aus dem Fenster und schauten Schnee oder klauten Katze Schneckchen das Futter – und ich merkte, dass sie gerade jetzt eine Veränderung gut akzeptieren würden. Ihr Umfeld inspizierten sie speziell in dieser Woche noch intensiver als bisher und es wurde ihnen langweilig. Maxi wurde immer anhänglicher, klebte an meinen Socken und selbst Emmy konnte ich mit einem Finger und Auge in Auge berühren. Pfote und Finger, ganz kurz, aber ein voller Erfolg, was das Abrutschen ins Misstrauen der vergangenen Tage anbelangt. Somit war Termin diesen Samstag gut gewählt, eine bessere Chance könnte ich ihnen kaum jemals bieten und es musste klappen.

Unser menschlicher Partner stellte es geschickt an. Strategisch, wie Männer so handeln können. Zuerst lockte ich, wie gewohnt,  mit Futter, stellte die Näpfe völlig unbefangen ins Badezimmer, Emmy und Maxi rannten hinein, ich zog mich zurück und schloss (voll mies) die Tür. Danach musste ich eine rauchen, denn es ging mir schon ans Nervenkostüm…

Unser menschlicher Partner wartete geduldig, ging ins Badezimmer und sagte „Hallo“ zu den beiden, stellte eine Transportbox hinein und zog sich wieder zurück. Er ging nach scheinbar endlosen Minuten erneut ins Bad, sagte „Hallo“ und zog sich zurück. Das alles dreimal und jedes Mal wurde er ohne Misstrauen akzeptiert. Ein großer Mann, ein Schauspieler, na, was soll da schon passieren?

Beim vierten „Hallo“ wurde es ernst und er griff die überraschte Emmy, die mit Maxi zusammen im Wäschekorb gelegen hatte. Er setzte Emmy in die, von oben zu öffnende, Transportbox und schloss den Deckel. Maxi hätte man jederzeit auf den Arm nehmen und dazu setzen können, aber Männer entwickeln bekanntlich Jagdtrieb und somit sollte Maxi auf der Stelle folgen. Maxi – Schatzi quittierte diesen Trieb allerdings mit einem tiefen Biss in den linken Daumen.

Wir schaufelten das Auto frei und fuhren los. Die geduldige Familie R. war informiert und wartete auf die neuen Familienmitglieder. Wir fuhren über Autobahnen, an stickigen Städten vorbei und wie man in englischen Filmen und Romanen zu sagen pflegt: „Raus, aufs Land“. Die Städte wurden zu Dörfern und  wo das Tante Emma – Waschmaschinengeschäft ist, dort musste man links abbiegen. Berg runter einem  Feldweg folgen, der an Feldern vorbei und hinein in das nächste Dorf führt. Fachwerkhäuser, Bauernhöfe und Ruhe, das war der erste Eindruck.

Stille, Vogelgezwitscher und geeignet für ein optimales Katzenleben. Eine Straße, die einzige Straße des Dorfes, befindet sich am Ende oder Anfang von endlosen Feldern, und bedeutet kaum Autoverkehr. Hier muss sich eine Katze absichtlich das Leben nehmen wollen, sehr lange und extrem geduldig auf ein Fahrzeug warten.

Emmy und Maxi kamen erst einmal im Anbau des Hauses unter, in dem sich bereits Katze Stella aufhält. Stella kam von der Katzennothilfe Kitty e.V., ist ungefähr ein Jahr alt und eine urtypische Wilde. Sie wurde in einem Gewerbegebiet ohne große Überlebenschancen gefangen und von Familie R. Dankenswert übernommen. Sie versteckt sich und kommt nur zum Vorschein, wenn sich der Hausherr  alleine in seiner Werkstatt, im Anbau aufhält. Wir denken, dass sie sich über muntere Katzengesellschaft freuen wird und eventuell wird die Bande ein Trio, das sich miteinander beschäftigt und voneinander lernt. Eine große Fensterfront mit Heizung und Blick in den Garten, lädt zum spannenden Verweilen und Gewöhnen an die Umgebung ein. Ein im Auf und Umbau befindliches, ähnlich wie hier, gewohntes, kunterbuntes Drumherum lädt zum Verstecken und Spielen ein. Sämtliche rasselnden Bällchen (die, die ich wieder finden konnte), Klappermäuse und Emmys Lieblingsbeschäftigung,  die Rennbahn mit integriertem Ball, ein benutztes Katzenklo zum Eingewöhnen und all die Leckerlies zum Locken, wie zum Beispiel der heißgeliebte Katzenpudding … all das gab ich den beiden mit auf den Weg, damit der Abschied nicht allzu schwer fällt…

Frau R. verglich Emmys Augen begeistert mit denen eines Uhus und obwohl ich immer dachte, dass Emmys Augen einzigartig sind und mich dennoch an jemanden erinnern, so trifft dieser Vergleich den Punkt. Emmy und Noctua und Nemorosus – aber dazu später.

Maxi stieg als erste aus der geöffneten Box und erinnerte mich an ihren ersten „freien“ Tag, hier bei uns. Emmy machte es – wie sollte es auch anders sein – Maxi nach, aber sie rannte in die zuerst erreichbare Ecke, während Maxi das Bücherregal untersuchte. Beide sollen sich an die zwei Familienhunde gewöhnen und andersherum. Wenn sich alle miteinander verstehen und arrangieren können, steht Emmy und Maxi auch das Haus zur Verfügung, wo sie rein und raus dürfen, je nach Belieben.

Frau R. fragte mich ob es wehtäte. Im Innersten tut es weh, ganz ehrlich, denn man gewöhnt sich aneinander und trotz oftmaliger Tumulte ging und geht es immer irgendwie. Aber erstens  bin ich sicher, ganz, ganz sicher, dass es keine bessere Möglichkeit für die beiden Minitiger geben wird,  zweitens warten bereits weitere Katzen auf ihre Chance und drittens sind Emmy und Maxi wunderbare Mädels, für die ein „Nichtwehtun“ auf keinen Fall reicht.

Nur alleine heute wurden am Hafen drei kleine Katzen gesichtet, ungefähr zwei bis drei Monate jung. Rot, schwarz und getigert. Die Mutterkatze könnte die wilde dreifarbige Katze sein, die immer mal gesehen wird, aber bisher nicht kastriert werden konnte, weil sie sich nicht fangen ließ. Herbstwürfe von Oktober schätze ich, wo Mutter Natur selber nicht wusste, dass die Welt im Schnee versinkt und solche Zwerge kaum Chancen haben. Wir alle, die Katzennothilfe und ein Mitarbeiter, der mich informierte und bei der betroffenen Firma arbeitet, werden ihr Bestes tun.

Ein großes Dankeschön hiermit an Familie R., die sich von vielen Tierfreunden unterscheidet und sich nicht scheut, den im Grunde unvermittelbaren Tieren mit viel Geduld und Verständnis ein entsprechendes Zuhause zu bieten!

Emmy und Maxi, meine beiden Süßen: Passt auf Euch auf und macht keinen Quatsch. Wir bleiben in Verbindung und ihr wisst, dass viele Zweibeiner sich freuen, wenn sie Fotos und Neuigkeiten von Euch zu sehen und zu lesen bekommen!

Euch erwartet eine weite Welt und wenn ihr hier geblieben wäret, so sähe das so aus:  Ein paar Meter, die alten Gesellen genügen, aber nicht euch.

Einen lieben Gruß von Schneckchen an Euch beide: Ääätsch, sie kann jetzt wieder in Ruhe essen!!

Aber mal ehrlich, sie läuft hier hin und her und entweder ist sie froh über ihr wieder gewonnenes Terrain, oder sie vermisst Euch…

Das fürs lesen und euch allen eine gesunde Woche!

Wochenbericht der zwei Minitiger oder – seht selbst

Ich bin nicht überheblich und denke, dass Leser auf neue Wochenberichte der Minitiger  warten. Nee, das wäre ja auch zu schön. 😉

Trotzdem, ich schütte die Emmiken und Maxi-Schatzi Anhänger heute mit aktuellen Fotos zu  und sage folgendes: Beide wären seit 48 Stunden längst in ihrem richtigen Zuhause…  aber Emmy stellte sich quer, wie eine harte Nuss sich nur querstellen kann.

Ja, tatsächlich, die letzte Woche und Daumendrückende Ursache sagte zu! Ich war/bin froh, glücklich, Danke für Eure Mithilfe was das Drücken anbelangt, aber…

Ich wollte speziell Emmy in Ruhe und ohne die bisher angewandte Hektik in eine Box verfrachten, aber Emmy kann Gedanken lesen. Ist so, denn sämtliche menschlichen Pläne durchschaut sie, noch bevor sie gedacht sind. Hut ab, Emmiken, aber wir kriegen das schon hin.

Schwester Maxi wäre mittlerweile 100 Mal in und aus der Box, drumherum und  so weiter. Aber egal, ist halt ein Paket, ein schnurrendes, Charakterstarkes Paar.

Das lasse ich so stehen, muss selber erst einmal daran knabbern, dass mich ein getigerter Zwerg ganze  zweimal übertrumpfen konnte und hoffe, dass Familie R. und Garten und Wiesen und Felder noch ein wenig Geduld haben!

Hier mal ein „ordentliches“  Foto ohne Chaos im Hintergrund:

Hier das ürsprünglich geplant “ letzte“ selbst geknipste Foto von Maxi:

Und nun Emmy, Emmiken die Hellseherin:

Wir wollen nie mehr zusammen etwas ohne uns tun  –  oder so:

Euch allen eine angenehme Woche!

Wochenbericht der zwei Minitiger oder – bitte Daumen drücken!

Emmy und Maxi geht es gut, obwohl mich Emmy immer noch misstrauisch  beäugt. Sie will einfach nichts mit Zweibeinern zu tun haben – und ich will nichts mit ihr zu tun haben, denn Emmy muss den ersten Schritt wagen.

Ich mag den Zwerg sehr, eben weil er so ist, wie er ist. Emmy ist im Prinzip sehr pflegeleicht, da sie keinerlei Ansprüche stellt, nicht versucht zu flüchten, sich nie in den Vordergrund drängt und instinktiv das Richtige tut, nämlich sich bei „Gefahr“ verstecken. Das kann allerdings nicht alles im Leben einer intelligenten Katze sein, aber dazu später.

Sobald ich Fresschen in Händen halte ist es geblieben, wie am Anfang. Emmy hat immer Hunger und dann wirft selbst ein Charakterkopf seine Vorsätze über Bord und nähert sich mir bis zum Berührungspunkt – der ihr dann aber völlig schnuppe ist. Ich streichle ihr vorsichtig über den Rücken und spüre ihr flauschiges Fell, das flusig und weich ist. Irgendwie scheint sie geduldig abzuwarten, mich hoffnungsvoll anzusehen nach dem Motto: Irgendwann darf ich hier aber wieder raus, oder?

Ja, Emmiken, wenn wir ganz viel Glück haben, kannst Du Dich bald entfalten.

Maxi wird immer anhänglicher und  sie stellte sich innerhalb dieser Woche auf bellende Hündin ein. Hündin Gipsy ist sechzehn, in ihrer Wohnung die Queen und kleine Katzen gehören nicht in ihr Reich, basta! Maxi testete mehrmals, aber bekam ein Bellen zur Antwort. Einerseits ist ihr das absolut egal, andererseits akzeptiert sie diese Schranke. Irgendwann beobachtete sie von der Treppe aus, dem Beobachtungsposten, dass Gipsy ihren Kopf und somit ihre sichtenden Augen unter der Decke des Sofas versteckt hatte und laut schnarchte. Das war Maxis Gelegenheit zu mir in die Küche zu kommen, auf die Küchenzeile zu hüpfen und Neuland zu inspizieren.

Diese Gelegenheit musste in der Tat genutzt werden und somit fragte ich: „Möchtest du wissen, wie scheiße kalt es draußen ist?“„Au ja“, antwortete Maxi schnurrend, sprang von der Küchenzeile und heftete sich an meine Fersen. Ich öffnete die Balkontür und Maxi saugte die kalte Luft ein. Sie blieb eine Weile vor der Balkontür sitzen, doch wurde sie mehr als neugierig, als sie die Meisen entdeckte, die zu ihren Meisenknödel wollten.

Da spannten sich die Gliedmaßen wie bei einem typischen Raubtier, die Augen wurden groß und der Schwanz wedelte aufgeregt hin und her. Maxi ging schleichend nach draußen, sie war auf der Pirsch, inspizierte den ersten Schnee ihres Lebens, schüttelte angewidert die Pfoten und kam schnell wieder hinein.

„Siehste Maxi, deshalb seid froh, dass ihr hier untergekommen seid.“ Naja, ob sie das verinnerlich hat, steht in den Sternen. Maxi hat nun auch ihren Zweitnamen weg und das geschah auch in dieser Woche. Unser menschlicher Partner kam nach Hause, setzte sich müde auf das Sofa, schaltete den Fernseher ein, schaute gebannt hin und erschrak plötzlich. Neben ihm hatte sich ein Etwas bewegt, das ihn schon lange beobachtet haben musste und das  nach Entdeckung sofort wieder hinter der Gardine verschwunden war. Aber wie beruhigend, es war nur eine Katze gewesen und auf meine Frage, welche es gewesen sei, meinte er: „Na, welche wohl? Die Durchgeknallte.“

Diese Durchgeknallte spioniert und sieht sofort, ob Gipsy anwesend ist oder nicht. Sie springt oft auch schneller auf die Klobrille, als Mensch sich setzen kann. Wie schon einmal erwähnt, liebt Maxi den wirbelnden Wasserstrom, der ihre eigenen Häufchen in die Tiefe zerrt. Schlau genug ist sie ja, ansonsten würde ich Maxi hinterher springend sehen.

Weshalb bitte alle Lesenden die Daumen drücken möchten ist ein gestriges Gespräch, das ich mit einer Interessentin führen durfte. Ja wirklich durfte, denn wenn das alles klappt, steht Emmy und Maxi eine umwerfend schöne Zukunft bevor. Haus und Garten, Felder, Wiesen, ländliche Gegend mit kaum Autoverkehr. Zuviel möchte ich nicht verraten, denn obwohl ich kein bisschen abergläubisch bin: Nie den Tag vor dem Abend loben!

Für Christine der Baum im Schnee, sogar mit tatsächlich fallenden Schneeflocken:

Habt alle ein angenehmes Wochenende, eine möglichst eisfreie Woche und bleibt gesund!

Wochenbericht der zwei Minitiger oder – Emmy und ich wieder von vorne

Daran ist ein Tierarztbesuch schuld, der diesmal bei meiner Katzen-Tierärztin stattfand. Nebenbei hatte ich erwähnt, dass trotz Baycox und Panacur weder Unsauberkeit noch Durchfall beseitigt werden konnten.

„Das sind die Därme, die aufgrund Behandlung erst einmal zur Ruhe kommen müssten. Unsaubere Katzen gibt es nicht und Milbemax geben sie erst einmal nicht!“

Wem sagt sie das, das mit Sauberkeit der typischen Katzen? Ich war bisher auch immer der Meinung, aber diese beiden …

Nun, wir verabredeten uns zu einem persönlichen Minitiger – Termin am vergangenen Samstag um 9.30 Uhr, da die Katzen gewogen werden mussten und anschließend eine Gewichtsspezifische Synolox Kur gegeben werden sollte, damit sich Därme und Innereien wieder – oder auch erstmalig – beruhigen.

Ich stellte die Wecker sicherheitshalber auf Sieben Uhr, denn Emmy würde sich weigern, garantiert.

So war es auch und ich begann mit Maxi, die ich streichelte, mit der ich spielte, nahm und in eine Box verfrachtete. Vielleicht war das falsch, denn Emmy bekam große Augen und ahnte gar Schreckliches. Sie in eine Box zu bekommen war „unser Kampf Teil Zwei“, denn sie hechtete im Badezimmer hin und her. Eben wilder Sturkopf und harte Nuss.

Als sie letztendlich auf der Ablage vor Spiegel, neben durcheinander gewirbeltem Deo und Zahnpasta über dem Waschbecken hockte, konnte ich sie endlich in die offen stehende Box bugsieren. Alles ohne Gewalt, mit viel Ruhe und Zeit, doch mit schwindendem Vertrauen ihrerseits.

Bei Tierärztin angekommen ging alles recht schnell. Maxi ließ sich ohne Komplikationen aus der Box nehmen, nur auf die Waage wollte sie nicht. Also Box gewogen, Maxi rein und Differenz von 2,2 Kilo notiert. Dann Klein Emmiken, die sich typisch in die hinterste Ecke ihrer Box quetschte. Sie fauchte und machte keinerlei Anstalten dort jemals wieder herauskommen zu wollen und wenn, dann nur zum flüchten in die große Freiheit.

Emmy wurde somit auf etwas leichter geschätzt.

Eine Spritze sollten beide haben und zwei Antibiotika Spritzen bekam Maxi ohne Schwierigkeiten. Emmy bekam nur eine, wobei ich sie mit Handschuhen bewaffnet innerhalb der Box festhielt und Tierärztin ihr (link) von oben in den Popo piekste.

Nun also eine weitere Kur mit Synolox, damit sich das Gedärm beruhigt und dann mal schauen.

Inzwischen leuchten hier alle Tiere, und wir sparen Strom. 😉

Zu Hause angekommen und heraus gelassen, verschwand Emmy ab diesem Moment bis zum Sonntagvormittag. Beinahe machte ich mir Sorgen, aber aus einer verschlossenen Wohnung? Allerdings stand ein Fenster  auf Kipp – und wer weiß? Entdeckt wurde sie erst anhand eines überraschend festen Häufchens, das im Schlafzimmer lag. Somit wurde ebenfalls entdeckt, dass sie sich die ganze Zeit über hinter einem Bild, das auf dem Boden steht, versteckt haben musste. Niemand bemerkte ihre Anwesenheit, selbst Hündin Gipsy nicht, die nachts in der Nähe des Bildes im Schlafzimmer… ja genau: schläft.

Erinnerte mich an Schneckchen, die sich nach ihrem ersten Tierarztbesuch auch im Schlafzimmer vekrümelt hatte, allerdings viel sicherer. Sie hatte seinerzeit die offen stehende Tür der Abstellkammer genutzt und sich  hinter Koffer und Schuhen verbarrikadiert. Sie kam nicht freiwillig heraus, ebenso wenig wie Emmy, die aufgrund  Entdeckung erneut in Panik geriet. Schneckchen hinterließ seinerzeit noch Krallenspuren in menschlicher Feindeshaut.

Maxi tat als wenn nichts gewesen wäre und mittlerweile denke ich, dass beide getrennt vermittelt werden können. Bisher war ich anderer Meinung und es ist immer noch so, dass beide eine Einheit bilden, aber Maxi würde sich in einem Haushalt mit Kindern wahrscheinlich sehr wohl fühlen, denn sie liebt Neuerungen und Ansprache. Ob Sauger oder Handfeger, Maxi ist mit ihrer Nase dabei. Handtücher auf dem Wäscheständer geht gar nicht! Daran springt sie so lange hoch, bis die feuchten Tücher erfolgreich auf dem Boden liegen. Sie wirft sich hingebungsvoll hin, möchte gestreichelt werden, schnurrt, ärgert Schneckchen hemmungslos und rennt ihrem Zweibeiner neugierig hinterher. Sie trennt allerdings, denn Zweibeiner die sie nicht mag, nicht kennt, die ihr kein Fresschen geben, die lernen sie kennen. Oh ja, denn dann faucht sogar die liebenwerte Maxi.

Emmy ist wie sie ist, es sei denn sie legt irgendwann den berühmten Hebel um, und entscheidet sich für ein Leben ohne wildes Denken. Bisher ist das nicht der Fall, aber wie gesagt, wir beginnen ja auch wieder von vorn. Emmys optimales Leben stelle ich mir auf einem Bauernhof vor, wo sie irgendwann einmal die alles lenkende Hofkatze sein kann. Wo sie selber entscheiden darf, wann sie draußen leben oder sich innerhalb eines Gebäudes aufhalten möchte. Geeignet ist sie, und ich stelle Emmy gerne ein Zeugnis aus, denn sie hat ständig alles im Blick und ahnt jede Gefahr. Spielen? Nur mit Maxi zusammen, wenn Schwester sie auffordert. Das Leben ist in Emmys Augen viel zu ernst und irgendwie kann ich ihr dabei nur Recht geben und sie verstehen. Sie schläft auch nie öffentlich, nur verdeckt. Maxi macht das nix, wie man sieht:

Wer es noch nicht kennt, dem kann ich ein kürzlich gelesenes Buch von Elke Heidenreich  empfehlen: http://www.amazon.de/Nero-Corleone-Katzengeschichte-Elke-Heidenreich/dp/3423621559 Nero Corleone ist ein typischer Hofkater, der zwar die Zivilisation entdeckt und schätzen lernt, wo Heidenreich aber auch viele seiner Artgenossen beschreibt und vor allem Neros Schwester „Rosa“, die ebenso Emmy sein könnte.

Von gestern Abend muss ich noch kurz erzählen: Freitagabend und müde, endlich Wochenende und abwarten dürfen bis die Augen zufallen. Dauerte gestern nicht lange und zur Entspannung, nachdem Katzenklos gesäubert, Häufchen beseitigt, alle versorgt waren und Hündin Gipsy ihren Spaziergang hinter sich hatte, dachte ich ein paar Seiten in einem Buch zu lesen. Übrigens  das ebenfalls sehr zu empfehlende Buch „Deutschstunde“ von Sigfried Lenz. Es wurden ein paar Zeilen. Schneckchen lag auf meinem Bauch, ich hatte weder Türen geschlossen noch Katzenklos an die „riskanten“ Stellen gestellt – ich pennte einfach ein.

Mein menschlicher Partner nahm mir irgendwann noch netterweise die Lesebrille von der Nase,  legte das dicke Buch beiseite und löschte das Licht. Aber er dachte nicht an Türen und Katzenklos.

Obwohl ich unter Koma Schlaf leide, wurde ich immer wieder wach, weil es klirrte, klimperte und schepperte. Es rannten Mäuse und Ratten durch Höhlen und Gänge, es pupste und würgte.

Tja, keine Mäuse, aber Katzen. Zwei Minitiger die Schneckchens Futter geklaut hatten, sich anschließend übergaben, die ins Bücherregal gesprungen, die die Treppe hoch und runter gewetzt waren, die einfach nur Spaß hatten, was ich ihnen von Herzen gönne. Nur über die Häufchen, die heute Morgen im Hundekorb und auf dem Sofa lagen, über die bin ich sauer!! Aber ok, das fehlende (mittlerweile dritte) Klo war schuld.

Danke für´s Lesen und ein schönes Restwochenende!

Wochenbericht der zwei Minitiger oder – Emmy entdeckt die Zivilisation

Genau, das war gestern, also Freitagabends, wo ich nicht auf die Uhr sehen muss und ganz entspannt die Augen irgendwann zufallen lassen kann.

Die Minitiger hatten Ausgang, den bekommen sie nun immer, wenn sich ein Zweibeiner, also eine Aufsichtsperson, in der Wohnung aufhält. Man weiß ja nie so genau, was jungem, wild gewachsenem Gemüse so durch den Kopf – oder durch die Gedärme – schießt.
Mittlerweile sind die ersten Portionen Baycox und Panacur intus, und die Häufchen verfestigten sich erfolgreich. Nur gestern, gestern klauten sie Schneckchen die Reste aus dem Napf und da Schneckchen weniger als ein Spatz isst, war das anscheinend zu viel für die Minitiger. Schneckchens Napf musste sofort mit heißem Wasser gespült werden, denn das fehlt mir noch, dass sich Kokzidien auf die alte Dame übertragen.

Ich hab’s danach regelrecht verpennt, da mir auf dem Sofa Planmäßig die Augen zufielen und die Minitiger weiterhin ihren Ausgang (aus)nutzten. Jedenfalls war der Samstagvormittag ausgefüllt, mit Decken waschen und putzen. Sie hatten wieder einmal den Hundekorb genutzt, der eine Etage tiefer steht, oder sich wieder einmal verlaufen, die Orientierung verloren, die eigenen Toiletten nicht gefunden… was weiß ich. Inzwischen verfestigte Häufchen waren wieder einmal zu dünnen und kompliziert zu entfernenden, kleinen Fladen geworden.
Na ja, es kann nur besser werden. Positives Denken!

Heute gibt es aufgrund dessen nur Calm von Royal Canin, das Christine für die Minitiger spendete. Danke, Christine!

Abgesehen davon, fing Emmy gestern zum ersten Mal an öffentlich zu spielen. Ich sage deshalb öffentlich, weil ein Mensch anwesend war. Bisher war es so, dass Maxi sie aufforderte und beide wie wilde Hummeln im ehemaligen Büro herum rannten, ehemals wichtige Dinge von den Regalen warfen, sich gegenseitig auflauerten und spielerisch bekämpften.

Für das ebenfalls ehemalige wilde Schneckchen nutze ich eine Reitgerte, an die ich einen variablen Wollfaden knotete, an dem eine klappernde Spielmaus befestigt ist. Je nach Laune und Zustand liebt es selbst eine alte Katze, diese Maus zu jagen. Wenn sie sehen kann, wer ein Spielzeug lenkt, wird es sofort uninteressant.

Somit auch perfekt für die Gleichgesinnte Emmy.

Bisher bleibt Emmy bei ihrer ureigensten Überzeugung, dass Mensch nur wichtig ist, wenn er einen Teller in der Hand hält oder Katzenpudding an seinen Fingern  klebt.

Bisher mochte sie nicht einmal meinen Geruch. Tja, das stellte ich fest, weil Maxi und Emmy immer im Wäschekorb liegen. Dort liegt (zur Sicherheit gegen Unreinheit) die Badematte drin und logischerweise schmutzige Wäsche, denn der Alltag lässt sich nicht stoppen. Sie könnten auch in ihrer offenen Transportbox oder in der Höhle ihres Kratzbaumes schlafen – aber nein, das ist von Menschengehirnen erdacht worden und einfach nur doof.
Zuoberst lag seit Montag einer meiner Pullover im Korb, und Maxi mittendrin. Emmy hockte stur hinter der Waschmaschine.
Entweder wurde es ihr auf den Fliesen zu ungemütlich oder sie begann zu akzeptieren… oder hält seitdem die Luft an. Jedenfalls lag sie seit Mittwoch neben Maxi im Korb, auf meinem rosafarbenen Pullover.
Die Entwicklung schreitet voran und es ist abzusehen, wie Maxi und Emmy als Katzendamen einmal aussehen werden. Maxi hat bereits jetzt die Statur eines Geparden, lange Gliedmaßen und einen schmalen Körper. Emmy, der kleine Schatz, wird ein wenig gedrungen bleiben, sie ist eine Überlebenskämpferin mit flusigem Fell und wird sehr wahrscheinlich immer Hunger haben. Aber einen treuen Blick hat sie, obwohl sie sich so zurückhaltend gibt. Da beide, sobald sie sich der Treppe nähern, von Hündin Gipsy (falls anwesend) angebellt werden, ist ihr Bereich die obere Etage, denn Schneckchen, die diesen Bereich aufgrund des Bellens längst akzeptierte, nimmt man mit Links. Zumindest Maxi, die absolut keinen Respekt vor einer älteren Dame zeigt. Emmy akzeptiert Schneckchen seit dem vergangenen gegenseitigen Fauch – Austausch. Sie versucht zwar auch das Futter zu stehlen, aber nur wenn Schneckchen nicht hin sieht.

Maxi ist ein so genannter Sonnenschein und der Schalk blitzt förmlich aus ihren Augen. Man kann sie kurzzeitig auf den Arm nehmen, doch dann springt sie in Windeseile wieder herunter. Anschließend wirft sie sich auf den Boden und will weiter beachtet werden.

Zum Schluss der Baum, der nun völlig kahl dasteht und ankündigt: Es kommt der Winter, die harte Zeit.

Wie immer Danke für Eure Aufmerksamkeit und Grüße von den Minitigern, die um diese Zeit zum Leben erwachen.

 

Wochenbericht der zwei Minitiger oder – Emmy, der Charakterkopf

Und wieder verging eine Woche im Eiltempo, mit Entwicklung, Freude,  Leid und Geschehnissen.

In dieser Woche besuchte ich meinen Tierarzt nur einmal – und sogar alleine. Lediglich mit einem Döschen in der Tasche, das Kotproben der beiden Minitiger enthielt. Diese Proben wurden verrührt, mit Wasser vermischt und unters Mikroskop gelegt, oder so ähnlich, jedenfalls ließ die süffisant lächelnde Diagnose des Tierarztes nicht lange auf sich warten: „ Doch, doch, sehr interessant, was ich da alles sehen konnte.“

Und, wie gesagt, er lächelte sein Lächeln. Da weiß ich nie so genau: Nimmt er mich auf den Arm? Ist alles halb so wild? Oder wie jetzt? Jedenfalls hielt ich meine Geldbörse fest umschlungen und flehte sie an, Euros zu produzieren.

Nun ja, die Ursache des ständigen Durchfalles dürfte geklärt sein, denn Emmy und Maxi beherbergen immer noch einen halben Zoo in ihrem Inneren. Trotz damaliger Wurmkur per Spritze sind es Spulwürmer, Bandwurmeier und irgendetwas mit Kok…

Das Wort konnte ich mir nicht merken, da ich mir Menge der Gaben, Dauer und zwischenzeitliche Pausen der drei Mittel, die ab sofort verabreicht werden sollten,  einhämmern musste. Er schrieb jedoch alles auf einen Zettel, wobei ich die Schrift sogar entziffern kann.

Kok… suchte ich bei Google und es sind böse Kokzidien.

Bei Wikipedia wird neutral und emotionslos beschrieben, doch ich machte den wiederholten Fehler und schaute weiter, bei „Wer weiß was“ und in verschiedenen Katzenforen. Vor einiger Zeit, als ich vorsichtig wegen Gebärmutterentzündung und Nierenversagen suchte, schwor ich, niemals wieder auf solchen Seiten zu lesen. Ich kam zu dem Ergebnis, dass man schwermütig bis hin zur Selbstaufgabe wird, dass es Grummeln im Magen und Juckreiz verursacht, da es in diesen Erfahrungsberichten und Laien – Ratschlägen grundsätzlich um Leben oder Tod, und um schlimme Übertragungen auf den Menschen geht. Meist Erfahrungsberichte über falsche Diagnosen, wobei die jeweiligen Tierärzte an den Pranger genagelt werden.

Ein Zwischending fand ich nie, aber mein erster Schritt führt immer zu einem studierten Fachmann. Ein zweiter Fachmann würde eventuell eine andere Behandlungsmethode wählen, aber das sagte selbst mein Tierarzt. Dass er zu einem Lehrgang musste und die Teilnehmer vorab Fallbeispiele diagnostizieren sollten und er fragte mich: „Was glauben sie, bei zehn Teilnehmern, wie viele unterschiedliche Diagnosen gab es?“

„Hm, zehn?“

„Genau!“

Ich zog mit Baycox, Panacur und Milbemax von dannen. Sollte sich nach dieser Therapie immer noch keine Besserung einstellen, müssten die Minitiger noch einmal persönlich vorbei kommen (ja, dann mal los mit euch), die Katzenklos dreimal pro Woche heiß auswaschen und möglichst in Quarantäne halten.

Obwohl Emmy die Kämpferin ist und auch draußen mit Sicherheit nicht verhungern würde, so war sie diejenige, der untergemischtes Baycox so gar nicht mundete. Somit ist sie trotz allem eine Feinschmeckerin und spuckte die Hälfte mit scheinbar langen Zähnen wieder aus. Baycox besteht aus einer milchigen Substanz, die für zwei Katzenwelpen und drei Tage lang mit 0,25 ml verabreicht werden soll. Ich versuchte es mit Thunfisch, mit Whiskas, mit Sheeba – aber Emmy mochte nicht wirklich. Maxi haute rein, auch Emmys Anteil, obwohl ich die Teller jeweils  hin und her schob, damit  jeder Tiger seine Ration bekam.

Drei Tage lang Baycox, anschließend Panacur, ein paar Tage Pause, Wiederholung mit Baycox… bis dahin lesen wir uns.

Die heutige erste Gabe von Panacur, gegen die hartnäckigen Würmer, war einfach zu Händeln. Eine halbe Tablette für zwei Katzenwelpen zermörsert auf zwei Teller verteilt, gemampft, auf Wirkung warten und hoffen. Emmy musste sich übergeben,  aber erst Stunden danach.  Emmy…

Was Emmy anbelangt, so ist sie kaum noch eine harte Nuss, sondern ein Charakterkopf den man einfach nur akzeptieren und lieb haben muss.

Mit Speck fängt man angeblich Mäuse, mit gegrilltem Hähnchen tatsächlich die schwierigsten Katzen und mit Katzenpudding Klein – Emmys.  Sie ist immer noch unsicher und versteckt sich hinter erlernten Ratschlägen ihrer Mutter. Sie faucht, aber das Fauchen vermischt sich mit Freude, und sie wandelt zwischen Mögen und Abwehr. Komme ich ins Badezimmer, ist erst einmal Flucht und Freude angesagt. Einerseits um die Welt zu sehen, andererseits um endlich, endlich wieder, nach angeblich  ewig langer Zeit, vom  Futterlieferanten beköstigt zu werden.

Maxi ist inzwischen völlig „normal“. Da man als Mitmieter auch hin und wieder das Bad benutzen muss, ist ein Gang zur Menschentoilette unumgänglich. Man muss allerdings schnell sein, denn Maxi liebt es auf die Klobrille zu springen und gebannt in den wirbelnden Wasserstrom zu schauen, der vor ihren Augen in die Tiefe gurgelt. In einer Küche würde sie einen dampfenden Topf vom obersten Schrank aus beobachten. Sie ist ein aktiver Wirbelwind, der vor nichts zurück schreckt und Mensch zwischen die Beine läuft, so dass jederzeit Gefahr des „Halsbrechens“ besteht. Selbstverständlich nur für Mensch.

Emmy interessiert das alles nicht, denn für sie  geht es ums nackte Überleben! Frage ich: “ Och, Emmiken, hast du Hunger?“ Dann setzt sie sich inzwischen relativ nah und entspannt vor mich, schaut mich verzweifelt an, macht ihr Mäulchen weit auf, damit ich ihre hübschen Milchzähne sehen kann, und gibt ein Herzerweichendes Quietschen von sich. Tja, mit den Jahren  wird es ein Miauen.

Was den Katzenpudding anbelangt, so unterstützte ich in dieser Woche gewisse Markenhersteller ebenfalls bei dieser neuen Erfindung. Im Grunde unnütz, da Zucker verwendet wird, aber wenn es  hilft, dann ist es in Maßen noch in Ordnung. Christine machte mit Lisbeth gute Erfahrung der Annäherung, und was soll ich sagen? Selbst Emmy ließ sich darauf ein.

Zuerst füllte ich den Pudding auf einen Eislöffel mit langem Stiel und hielt ihn Emmy vor das Näschen. Sie schnupperte, aber dann zog sie sich zurück. Das blinkte =  doofer Löffel = Luxus, den keine überzeugte Wilde braucht.

Maxi schnupperte nur einmal und leckte den Löffel leer. Das beobachtete Emmy und beim zweiten Versuch war sie die erste, denn: Es geht schließlich ums nackte Überleben!

Der Mensch ist ein Biest, deshalb gab es anschließend keinen Löffel mehr, sondern Finger.

Bei gekochter Hähnchenbrust ist es genau anders herum, denn Emmy wird zur knurrenden Furie, sobald es um ein zu identifizierendes Stück Nahrung geht. Mit Schneckchen versteht sie sich inzwischen gut: Schneckchen knurrt und faucht und Emmy gibt Antwort in selbiger Sprache. Maxi guckt nur und scheint zu denken: Was will die Alte von mir?

Ansonsten musste ich mich in dieser Woche ärgern und durfte mich freuen, wie jeder von uns. Ärgern musste ich mich wegen des zweijährigen Johnny Zappel. Nicht wegen ihm, aber wegen (in meinen Augen) falsch verstandener Tierliebe.

Kater Johnny wurde vor über einem halben Jahr mitten in einer Großstadt aufgegriffen, als er miauend in einer Tiefgarage saß und einer Mieterin bewusst hinterher lief. Sie zögerte nicht lange und nahm ihn mit. Mit zu sich nach Hause, wo Vater, Mutter und drei weitere Katzen auf der fünften Etage ohne Balkon wohnen. Im ersten Moment das Beste für einen Hilfe suchenden Kater, aber nicht auf  Dauer.

Der Vater (in Absprache mit Tochter) sprach mich an, ob ich helfen könne, bei Beschaffung eines richtigen Zuhauses, da Kater definitiv nach Auszug ausgesetzt worden war, wie Recherchen ergaben. Kater wurde Johnny Zappel genannt, weil er die vorhandenen drei Katzen ständig auf Trapp hält und seinen Bewegungsdrang nicht ausleben kann. Es dauerte, es dauerte über ein halbes Jahr lang, aber in dieser Woche meldete sich ein Rentnerehepaar, das einen möglichst roten und älteren Kater sucht, nachdem ihr eigener verstorben war. Ich telefonierte mit der Frau und hatte einen sehr guten Eindruck.

Johnny würde Prinz werden, in einem Einfamilienhaus mit großem Garten, in einer verkehrsberuhigten Sackgasse. Er hätte Kumpel in der ganzen Umgebung, könnte auf Bäume und auf Dächer klettern, wie Johnny Zappel es mag. Zu Hause wäre eine zuverlässige Urlaubsvertretung und  Johnny könnte rein, raus und selbst im Bett schlafen, wenn er denn mag.

Die Tochter und gestandene „Finderin“ möchte Johnny Zappel behalten, da sie in ungefähr zwei Jahren nach England zieht und ihn dann mitnehmen will…

Freuen konnte ich mich über den sechs Monate alten Kater Tommy, der vor drei Wochen am Hafen gefangen wurde und sich als relativ Zahm herausstellte. Bisher lebte er in bekannter Dachkammer, aber Heike nahm ihn am Dienstag erst einmal zu sich.

Wie immer: Danke, Heike!!

Relativ, das hat was mit Einstein zu tun und nichts mit Katzen. Aber Tommy benimmt sich nicht so wild, wie viele andere. Das spürt man, kann es mit Worte kaum erklären, aber in dem Moment muss man versuchen eine bessere Möglichkeit zu finden. Tommy lebte mit zwei schwarzweißen, ebenfalls ungefähr sechs Monate alten Katzen (gefangen, kastriert, wild und wieder herausgelassen) an selbiger Stelle.

Und was mich ebenfalls freute ist folgendes:

Ich bekam am Donnerstag einen Anruf eines mir bekannten Mitarbeiters der anliegenden Fabrik, wo 2 x Schwarzweiß und Tommy her kommen, und er fragte ob er eine Falle geliehen haben könne. Einer seiner Katzenfreundlichen Kollegen würde seit Wochen eine schwarzweiße, sehr scheue kleine Katze auf dem Gelände anfüttern und wenn er sie „kriegen“ könnte, dann würde sie bei ihm ein perfektes Zuhause bekommen, zusammen mit Tierheimkatzen in grüner Umgebung.

Die Falle brachte ich gestern sofort in besagter Fabrik (auch eine derer, die vor Jahren Katzen als Mäusefänger anschafften und nun nichts mehr davon wissen) vorbei, froh in den hinteren Bereich hinein zu dürfen, da dieses Terrain für „Spinner“ normalerweise verbotenes Gebiet ist. Und ich wünschte ganz viel Glück, denn wenn es sich um eines der bereits kastrierten, schwarzweißen handelt, dann wirklich viel Spaß beim Zähmen! Sollte sich noch ein gleich aussehendes Geschwisterchen dort aufhalten, dann vielen Dank für die abgenommene Arbeit!

Ich wünsche mir, dass miteinander kommuniziert wird. Speziell in diesen genannten Fällen würde es Arbeit und Unwissen ersparen. Ein langer Weg, wie viele lange Wege in unserer Gesellschaft – aber wir arbeiten dran.

Zum Schuss ein weiteres Herbstbild, vom selben Baum.  Sieben Tage und hunderte  Blätter später.

Danke für Eure Aufmerksamkeit und bis bald.

 

Wochenbericht der zwei Minitiger oder- Emmy, die harte Nuss

Das war wieder eine erlebnisreiche Woche, die damit endete, dass ich heute schnell und ungeplant zu meiner Katzen- Tierärztin musste um für Schneckchen weitere Medikamente zu besorgen. Gestern hatte sie nach einiger Zeit – und erfolgreicher Therapie – erneut Blut im Urin, und  es gab ein zusätzliches Mittel, das nun nach Anweisung per Absprache gespritzt werden muss.

Am Mittwoch war es Hündin Gipsy, die mir Sorgen bereitete und auch wegen ihr musste ich zu meinem Hunde- Tierarzt, der nicht in die Zukunft blicken kann, aber das jeweilige Problem bisher perfekt in den Griff bekam. Er kennt Gipsy nun sechzehn Jahre lang und wird wissen, was richtig ist.

Beide, Gipsy und Schneckchen, befinden sich im „knackigen“ Alter und sie wechseln sich ab. Geht es dem einen gut, dann hapert es bei dem anderen.

In erster Linie soll es hier jedoch um die beiden Minitiger gehen und auch sie sorgten für erlebnisreiche Stunden.

Wenn ich ein Märchen über Emmy und Maxi schreiben würde, dann könnte es in charakteristisch verfasster  Kurzform folgendermaßen aussehen:

Es waren einmal zwei Kätzchen, die großen Tigern sehr ähnlich sahen. Sie hießen Emmy und Maxi und lebten gemeinsam in einem Häuschen, mitten in einem dunklen Wald. Sie waren noch sehr klein und ein böser Troll war gekommen und hatte ihre Mutter mitgenommen. Von Stund an waren sie auf sich alleine gestellt und  mussten nicht nur das Häuschen sauber halten, sondern auch lernen, wie man an Futter und Wasser gelangt, sich vor Feinden schützt und wie man sich verteidigt.

Bisher hatte ihre Mama dafür gesorgt, aber nun mussten sich die Kätzchen alleine um all das kümmern. Nachdem sich Emmy und Maxi einige Tage voller Angst in einer Ecke versteckt gehalten hatten und spürten, dass der böse Troll nicht zurück kommen würde, setzten sie sich an den kleinen Holztisch, der mitten in der Stube ihres Häuschens stand, und überlegten hin und her.

Emmy war immer sehr aufmerksam gewesen und hatte ihre Mutter bei den zu verrichtenden Arbeiten beobachtet. Somit wusste sie genau, wie eine Katze überleben kann.

„Mäuse, die gehören in erster Linie zu unsere Nahrung“, sagte Emmy.

„Ach“, antwortete Maxi, „was du nicht sagst.“

„Ja, und Misstrauen, Misstrauen unseren Feinden gegenüber ist das wichtigste Kapitel in der Katzenfibel!“

„Misstrauen, och, ein bisschen mag ich misstrauisch sein, aber das ist mir zu anstrengend“, antwortete Maxi. „Mal angenommen da kommt etwas Bequemes, was uns das anstrengende Leben erspart, huii, da wäre ich aber schön blöd, wenn ich darauf nicht eingehen würde.“

„So etwas gibt es nicht“, widersprach Emmy heftig, „alles ist böse, egal ob es uns Fresschen gibt oder nicht!“

„Aber Ausprobieren könnte man, oder?“, fragte Maxi und räkelte sich auf dem kleinen Holztisch.

„Das sind Fallen, glaube mir Maxi, sie wollen uns nur locken und dann… dann sind wir auch fort, genau wie unsere Mama.“

„Vielleicht ist das Fortsein gar nicht so schlimm?“, sagte Maxi und blinzelte schläfrig aus dem Fenster.

„Ach, mit dir kann man nicht vernünftig reden, ich wünschte Mama wäre hier!“. Emmy plusterte ihr Fell auf und blickte unruhig in die Zukunft. „Wir müssen einen Plan erstellen, das hat unsere Mutter auch immer getan. Als erstes verteilen wir Aufgaben.“

„Aufgaben?“, murmelte Maxi.

„Jawohl, Aufgaben zwischen uns beide verteilt. Du übernimmst das Häuschen, fegst, putzt und so was alles. Und ich besorge die Mäuse oder all das, was eben geboten wird.“

„Wenn du meinst“, gähnte Maxi. „Sei doch nicht immer so pessimistisch Emmy, meine Güte, wir haben bestimmt noch ganz viele Jahre vor uns. Abwarten, annehmen, ausprobieren und vertrauen.“

„Bisher kann ich das nicht“, antwortete Emmy, „dazu ist es noch zu früh.“

Einige Zeit verging und Emmy und Maxi hatten immer genug zu essen, sie wurden größer und stärker.

Das Häuschen musste abgerissen werden, weil Maxi sich nicht darum  kümmerte. Meist lag sie in der Sonne, hatte Spaß am Leben und freute sich über die gefangenen Mäuse von Emmy. Maxi heiratete eine Prinzen, der ein großes Schloss besaß und in dem sie sich verwöhnen lassen konnte. Emmy lernte einen ehrlichen Schlosser kennen, der mit seinem Handwerk Lebendfallen baute, für gute Taler verkaufte und damit verhinderte, dass es Katzenelend, mit kleinen oder großen Katzen, weiterhin geben konnte.

So sah zum Beispiel der Garten aus,  vorher

und irgendwann:

(Ohne Quatsch, aber so sah das Gras nach einer Nacht mit den Tigern aus.)

Genau so kann man die beiden Minitiger unterscheiden und einschätzen. Emmy hat wirklich von ihrer Mutter abgeschaut, denn Mutter „Madame“ sah ich am vergangenen Mittwochabend. Sie beobachtet, versteckt sich und ich sehe lediglich ihre Ohren und eventuell ihr Gesicht. Ich muss mich entfernen, erst dann kommt sie zur Futterstelle. Hier haben Emmy und Maxi wahrscheinlich auch ihr Futter gefunden, wie Mama es ihnen zeigte. Ich hatte sie nie zu Gesicht bekommen, erst als sie in der Falle hockten. Tarnung ist alles und das lernten sie perfekt.

An selbiger Stelle hält sich Minki auf und sie ist mittlerweile so weit:

Am Dienstagabend passierte mir ein kleines Malheur. Ich war um 23.00 viel zu spät dran, ging ins momentane Tiger Badezimmer, um mich menschlich „fertig zu machen“, und ließ die Tür einen winzigen Spalt breit auf. Zuerst entwischte Maxi und keine zwei Sekunden später Emmy. Sie liefen einmal links  um die Ecke und turnten sofort im Schneckchenzimmer herum, was eigentlich ursprünglich das Büro des Wohnungsmitmieters ist. Naja, ein Büro ist es seit Einzug Schneckchens eh nur noch zur Hälfte und seitdem die Tiger drin waren…

Ich war zu müde und irgendwie war mir alles egal und irgendwie gönnte ich ihnen den Spaß.  Jedenfalls waren Emmy und Maxi FREI und keine Chance sie ins Badezimmer zurück zubekommen. Ihnen hinterher jagen wäre die schlechteste Idee gewesen, somit abwarten und erst einmal schlafen. Ein paar Stunden später, um 5.00 Uhr, bimmelten die Wecker und ich versuchte mein Glück mit erwärmtem Thunfisch von Sheba. „Emmy, Maxi, kommt schnell!“ Es dauerte keine drei Sekunden und die beiden Minitiger standen Gewehr bei Fuß. Ab ins Bad und Tür zu. Anschließende Geruchskontrolle versprach Sauberkeit, aber das konnte ich kaum glauben, da sie im Badezimmer alle Ecken nutzen, nur ihre Katzenklos selten.

Eine Pfütze entdeckte ich nach Feierabend  hinter dem Sofa, aber kein einziges Häufchen. Okay, also krabbelte ich hinters Sofa und wischte den Teppich möglichst unauffällig wieder auf ehemals Hell.

Da beide immer noch Durchfall haben, fragte ich am Mittwoch gleichzeitig bei meinem Hunde-Tierarzt, bei dem ich auch wegen der Wurmkuren war, weil Katzen Tierärztin seinerzeit Urlaub hatte. Ich solle Kotproben sammeln, da es sich auch um Giardien usw. handeln könne. Es dürfe sich nur kein Streu in den Proben befinden. Schon klar und fällt mir leicht, da die Zwerge  Proben aus dem Waschbecken oder der Badewanne zur Verfügung stellen.

Was den Vergleich zwischen Emmy und ihrer Mutter ebenfalls deutlich macht, ist ein Beweis von irgendeinem Abend in der vergangenen Woche. Für meine zahmen Hafenkatzen koche ich einmal wöchentlich Hähnchenbrust, die gar nicht so schnell auf die jeweiligen Teller verteilt werden kann, wie die gewürfelten Stücke mitsamt Brühe verputzt werden. Ich sparte etwa ein Fünftel auf, schnitt es in zwei grobe Hälften und bot es Emmy und Maxi an. Maxi freute sich, rieb ihr Köpfchen an dem Stückchen Fleisch. Emmy beobachtete, bekam große Augen und wusste sofort, wie ein größeres Stück Fleisch behandelt werden muss. Sie nahm es mir aus der Hand und hielt es korrekt zwischen den Pfoten – diesmal schaute Maxi ab.

Heute ist mir auch alles egal, weil es Schneckchen und gleichzeitig Gipsy wieder (Toi,Toi,Toi) besser geht und deshalb ist Tag der offenen Türen. Seit Stunden können Emmy und Maxi rein und raus, was sie auch ausgiebig nutzen. Zurzeit ist Päuschen hinter Regalen angesagt, während ich das schreibe. Mit Speck fängt man Mäuse und mit Thunfisch, Kittenfutter, nettem Stimmchen (“Eeeemmmyyy, Maaaaxi, Fresschen“) eben  Minitiger. Ich hoffe, von dünnen Häufchen auf dem Teppich verschont zu bleiben, zwei Katzenklos stehen vor sich hin. Ohhhh, BITTTEEE!!!

Wie Ihr seht, unterscheiden sich diese beiden Schwestern völlig voneinander und trotzdem gehören sie zusammen, weil die eine von der anderen lernt. Emmy bezeichne ich als harte Nuss, aber sie zu knacken bedeutet einen weiteren Meilenstein bewegen. Schneckchen brauchte über zwei Jahre, wo sie sich in weit fortgeschrittenem Alter vorsichtig entschied, Vertrauen zu fassen. Ich habe Eide geschworen, dass es mir niemals gelingen würde, diese Katze jemals streicheln, anfassen, geschweige denn mit nach Hause  nehmen zu können, musste mich aber Dank Schneckchen eines Besseren belehren lassen. Es begann hinter einem Zaun, der uns voneinander trennte. Dort steckte ich einen Finger durch, an dem sie schnupperte, nach und nach vorsichtig daran kaute und ihr Köpfchen rieb.

Sie hätte schon längst Hilfe benötigt, da sie an chronischem Nierenversagen, Harngries und, und, und  leidet, im vorletzten Winter zitternd vor mir saß, aber Mensch ist hilflos, wenn Katze sich nicht helfen lassen will.  Heute ist Schneckchen die Sofa Königin.

Am Donnerstag gab es ein (für mich) überwältigendes Erlebnis, und ich bin ewig dankbar, für dieses kleine, für andere unwichtige, Ereignis. Für mich ist das Glück, wobei man oft hört, dass kaum jemand den Begriff „Glück“ definieren kann.

Katze Muckl ist eine so genannte Glückskatze. In meinen Augen, also vermenschlicht, hat sie einige schwere Schicksalsschläge erleben müssen. Als ich sie vor vier Jahren im Zuge der damaligen Kastrationsaktion kennen lernte, so hatte sie bereits Junge und zwei überlebten. Ob es mehr Junge waren weiß nur sie, denn sie wurde an einem Freitagabend gefangen und Montag operiert. Erst während der OP stellte der Tierarzt fest, dass Muckl eine säugende Mutterkatze ist und sie musste sofort wieder heraus gelassen werden. Wochen später entdeckte ich sie mit einem schwarzweißen und einem gleichfarbigen Baby. Diese beiden wurden gefangen und gut vermittelt, aber wie ging es Muckl dabei? Kurz danach wurde ihr Freund und sehr wahrscheinlicher  Vater der Kleinen aufgefunden.

Es war eindeutig Gift… und wir brauchen nicht erst bis Griechenland zu schauen.

Jedenfalls war und bleibt Muckl bisher unnahbar. Das höchste der Gefühle ist leises Maunzen, wenn sie sich freut. Mal bleibt sie Tagelang verschwunden, mal kommt sie zweimal täglich und pünktlich zur Futterstelle. Sie ist Vorratsesserin, so nenne ich die Katzen, die an Tagen viel und genüsslich essen können und dann wieder Tage lang untertauchen. Mir sind die Regelmäßigen lieber, da man sich nicht immer Sorgen machen muss, aber man muss das einzigartige Katzenleben respektieren.

Muckl jedenfalls kam am Donnerstagmorgen pünktlich angelaufen, freute sich und als ich die Schale (sie liebt „Miamor“) vor ihren Augen auf den Teller füllte, rieb sie ihren Kopf an meiner Hand. Das erste Mal, nach vier Jahren.

Die Minitiger stellen momentan Schneckchens Zimmer (also das ehemalige Büro) auf den Kopf, jagen sich gegenseitig und springen über Tisch und Bänke. Schneckchen schaut argwöhnisch vom Sofa aus zu: Ist wie Kino.

Somit verabschiede ich mich für heute mit einem  Herbstbild, das mich einerseits traurig stimmt, weil auch dieses Jahr im Zeitraffertempo zu Ende zu gehen scheint, andererseits bringt der Herbst einigermaßen milde Temperaturen mit sich, die weder Katzenfutter gefrieren lassen, noch Fliegen annimieren  ihre Eier abzulegen. Ja, ich weiß, seltsame Denkweise, aber so sind sie, die Querdenker.

Danke für Eure Aufmerksamkeit, ich hoffe, dass der nächste Wochenbericht mit „Emmy, die geknackte Nuss“, aufwarten kann.

Aber wenn nicht, dann nicht. Wir haben Zeit.

P.S. Sollte jemand zwischenzeitlich bereits gelesen haben und mindestens drei Millionen Ö`s in der Überschrift vorgefunden haben, so war das Schneckchen, die sich mit ihrem Popo gerne auf die warme Tastatur setzt. Zum Glück zerbröselte sie heute dadurch die Festplatte  nicht. Genau, auch das ist Glück!