Kleine Katze, große Wohnung – Lisbeths Tagebuch (5)

Im Lauf der letzten Woche hat ist Lisbeth so selbstsicher geworden, dass sie ihrem Spieltrieb täglich voll nachgeht. Wenn man sich das Ausmaß der Verwüstung betrachtet, dass sie binnen kürzester Zeit in ihrer Box hervorzaubern kann, wird klar: Sie braucht dringen Auslauf und mehr Fläche zum Verwüsten. Ein besonderes Hobby von ihr ist geworden, die Zeitung unter ihren Näpfchen hervorzuscharren und in viele kleine Fetzen zu zerstückeln. Außerdem mag sie es aus Prinzip nicht, wie wir ihre Box dekorieren, sie räumt sofort alles um. Also war Freitag  „Stichabend“, nach der Arbeit öffnete sich die Front für einige Stunden, die Lisbeth voll ausgenutzt hat, um die Wohnung zu erkunden, ein lange verloren geglaubtes Leckerchen von Gini hinter einer Kommode hervor zu kramen, überhaupt mal auf Tuchfühlung mit Gini zu gehen, sich Gretchen zu nähern.

Lisbeth und Gini

Spielstunde

Ginihund und Lisbeth liefen bei den ersten, kürzeren Freigängen aneinanderklebend herum, ähnlich wie eine Walkuh mit ihrem Kälbchen umherschwimmt.

Die Beiden hängen zwischendurch immer wieder mit verschiedenen Körperteilen aneinander wie Kusspüppchen

Gestern hatten sie dann Gelegenheit diese Beziehung zu „vertiefen“, was zur Folge hatte, dass Gini in ihrem Überschwang schon mal über Lisbeth hinweggetrampelt ist, was diese dazu gebracht hat eine Technik zu verfeinern, mit der sie gemütlich unter Gini herschlendern kann. Als es dann ans Spielen ging hat Lisbeth gezeigt, dass sie recht wehrhaft ist und sich nichts bieten lässt, Gini hat sie dann weiter zum spielen aufgefordert, war aber deutlich vorsichtiger dabei.

Beim Spiel mit Katzenmäusen

Wenn es manchmal schneller gehen soll, Lisbeth anzulocken, kann man auch schonmal Gini vorschieben, da kommt sie meist sofort.

 

Lisbeth und Gretchen

Gretchen interpretiert das Lederfransenangelspiel auf ihre Art ...

Auch an Gretelkatze zeigt Lisbeth reges Interesse. Allerdings ist Gretchen dem neuen Katzenwesen im Haus gegenüber nicht ganz so aufgeschlossen, wie Gini, womit wir am wenigsten gerechnet hätten. So stolzierte Gretel die erste Woche stets an Liesbeths Box vorbei, um kurz inne zu halten und einmal in ihre Richtung zu fauchen, bevor sie weiter stolzierte.  Die zweite Woche hat sie das nicht mehr so regelmäßig getan und war beim gestrigen, längeren Freigang Lisbeths auch an ihr interessiert, vor allem, als wir mit der Angel gespielt haben, aber sobald das forsche Lieschen auf sie zuhüpfte, ging sie in Abwehrstellung und fauchte sie an. Lisbeth schreckt das nicht ab. Sie reagiert dann zwar mit Respekt darauf, ist aber weiterhin interessiert und beäugt sie dann aus sicherer Entfernung, bis sie sich dann wieder übermütig wird und Gretel wieder zum spielen auffordert.

Menschen noch nicht vertrauenswürdig

Den anderen Tieren im Haus begegnet sie also ohne das kleinste bisschen Scheu, sogar dem fauchenden und drohenden Gretel gegenüber ist sie viel offener, als dem Hausmenschen. Erste Reaktion ist immer: „Hiiilfe, du fütterststreichelstmichundputzmeinKlo zwar schon seit zwei Wochen, aber ich kenn dich eigentlich gar nicht!“ Und schwups weg. Wenn die Spielangel ausgepackt wird, sieht das allerdings ganz anders aus, da läuft Lisbeth zur Hochform auf und tobt, springt und hüpft bis sie umfällt.

Spielen geht immer ...

... bis zum Umfallen! Aber nach kurzem Nickerchen mitten auf dem Teppich ...

... ist LiLi wieder in Lauerlaune, hier fast perfekt verscholzen mit Ginis Kissen.

Allerdings muss man sagen, dass Lisbeth eine gewisse „Grundscheu“ vor Menschen abgelegt hat. So braucht sie sogar bei ganz fremden Besuchern nicht annähernd so lange zum Auftauen wie in ihren Anfängen hier im Haus. Sie hat zum Beispiel mit Begeisterung mit Tanja ein Grashalmspiel gespielt, als diese mit Adi zu Besuch gekommen ist. Die beiden haben ihr sogar ein Geschenk mitgebracht! Nahrhafte Babypaste, die Lisbeth jetzt jeden Abend noch zusätzlich in ihre Milch bekommt.

Tanja hat aus einem Grashalm ein unwiderstehliches Spielzeug gemacht

Nach der schnellen Entwicklung der ersten Zeit mache ich mir Gedanken darüber, dass Lisbeth nach wie vor diesen Fluchtinstinkt nicht ein Stück weiter abgelegt, hat, der sie sofort weglaufen lässt, sobald Mensch sich erhebt oder auf sie zubewegt. Zwar merkt man einen deutlichen Unterschied in ihrem Verhalten, jetzt, da sie frei herum läuft, wenn ihre bekannten zwei Menschen mit ihr im Zimmer sind, oder noch ein unbekannter Mensch dazu, aber man muss auch als bekannter Zweibeiner erst einmal in die Tiefe gehen, ruhig sein und sie mit Essbarem anlocken. Wenn man dann einmal mit dem Streicheln angefangen hat, ist alles prima. Sie liebt es sogar mit dem Furminator gestriegelt zu werden und bürstet sich quasi schnurrend selbst damit das Fell. Aber bitte bloß keine Unterbrechung dabei, dann geht alles von vorne los. Wenn ich Sabines Berichte lese, hoffe ich umso mehr, dass Gretchen bald ihr ablehnendes Verhalten ablegt und Lisbeth auch das eine oder andere von sich lernen lässt, im Umgang mit dem Menschen zum Beispiel. Wenn Lisbeth jemanden hätte wie Maxi, würde es ihr vielleicht auch leichter fallen, sich dem Menschen zu öffnen. Die Hoffnungen liegen also auf der lieben Gretel. Bis es soweit ist, packe ich erst einmal wieder den Katzenpudding aus und wende diese Geheimwaffe zur Annäherung im freien Wohnzimmer an. In der Box hat es prima geklappt und wenn sogar Emmy damit zu ködern ist, dann kriegen wir Lisbeth auch im größeren Raum, nur Geduld muss sein. Da kann ich auch wieder von Sabines großem Erfahrungsschatz profitieren, die ja in einem vorangegangenen Beitrag geschrieben hatte, dass mit einer wilden Katze bei der kleinsten Veränderung die Karten neu gemischt werden. So wird es auch nicht langweilig und entschädigt wird man auf jeden Fall von einer total verspielten Lisbeth, die im Wohnzimmer jetzt immer so richtig loslegt, sobald sie frei ist. Die kleine Maus hat jede Mühe verdient und gibt dafür hundert Mal zurück.

Kleine Prinzessin

Über den Schatten gesprungen – Lisbeths Tagebuch (4)

Heute ist Lisbeth über eine Schwelle getreten und hat die Angst zurückgelassen.

Sie hat sich nicht so bestimmt zurückgezogen wie sonst, ich habe nicht locker gelassen und dann hat sie auf einmal nicht mehr genug bekommen. Ich lasse die Bilder vom heutigen Abend einfach für sich stehen – ohne Worte.

Lisbeth außer Rand und Band – Lisbeths Tagebuch (3)

Hier kommt ein neuer kleiner Bericht und neue Fotos von Lisbeth.

Lisbeth hält sich inzwischen gar nicht mehr in ihrer Höhle auf, wenn sie wach ist, auch wenn sie sich zurückzieht, huscht sie nur noch schnell Richtung „hinter dem Kratzbaum“, kommt aber meist schnell wieder zurück. Sie kann inzwischen mit Menschen inzwischen soweit etwas anzufangen, dass sie weiß, das diese interessante Dinge in ihr Heim einbringen. Wie Futter, Wasser, Spielzeug und heute auch mal Katzengras. Dann kommt sie sofort an und fängt an zu fressen, oder inspiziert nicht fressbare Dinge.

Das Katzengras war ihr zu wild gewachsen, sie hat sofort angefangen, es in Form zu stutzen - hier mit herrlichem Gesichtsausdruck

Ich freue mich besonders, dass Lisbeth inzwischen soweit ist, dass Mensch ganz nah vor ihr herumwerkeln kann, ohne das sie abhaut. So ist es mir möglich gewesen heute ihre vorübergehende Behausung einmal im Ganzen zu fotografieren, mit offener Front.

Mit Futterrestespekulant vorne links

Sicher nicht die Welt und nichts auf Dauer, aber für’s Erste bietet es einen sicheren Raum und dennoch etwas Abwechslung. Leider ist nicht mit auf dem Bild ihr „Flipper“. Das ist so ein dreieckiges Holzding, mit Flausch bezogen und mehreren Löchern drin. Im Inneren sind ein paar Bälle mit Glöckchen drin. Lisbeth verbringt gerne ihre Nächte mit dem rumflippern dieser Bälle, wie meine Mitbewohnerin mir berichtet, die ihr Schlafzimmer direkt neben dem Wohnzimmer hat, wo Lisbeth ja derzeit wohnt. Mein Schlafzimmer liegt auf der anderen Seite des Flures – ich hör nix, leider, denn das Ganze soll ziemlich niedlich klingen.

Katzenpudding oder Feuchtfutter mit ein bisschen Malzpaste - davon gibt es am Abend einen kleinen Teelöffel

... oder auch mal zwei Teelöffelchen

 

Lisbeth bekommt im Übrigens inzwischen bei mir nur noch Trockenfutter als Hauptfutter, seither haben auch die für so einen kleinen Katzenhintern beachtlichen Flötentöne aufgehört, die sie bis dato in ihrer Toilette produziert hat. Feuchtfutter gibt es immer mal zwischendurch in winzig kleinen Mengen, so bleibt es im Hinterkopf, falls ihre Menschen sie später mal auch damit füttern wollen.

 

Auch das gemeinsame Spielen hat durch die offene Front eine ganz neue Qualität bekommen. Man kann viel wilder und offener zur Sache gehen und Lisbeth gewöhnt sich auch an einen juchzenden, fuchtelnden und plappernden Menschen. Sie kann dem ganzen Spielkram inwischen gar nicht mehr wiederstehen und legt los, sobald es eben losgeht.

Lisbeth ...

... außer ...

 

Es macht unheimlichen Spaß mit der Kleinen zu spielen, wie ihr euch nach dem Ansehen dieser Bilder sicher vorstellen könnt. Wie ich schon erwähnt habe, kommt sie mit dem Mensch in ihrer unmittelbaren Nähe inzwischen sehr gut klar. Hält man ihr einen Finger hin, wird dieser auch beschnüffelt. Man kann inzwischen auch in ihrer Nähe hantieren, ohne das sie sich zurückzieht. Man darf nur nicht schnell nach ihr Greifen, langsamen Bewegungen weicht sie aus, ohne das sie wegläuft. Heute durfte ich z. B. einen Hauch von linkem Ohr berühren, bevor sie sich dann weggeduckt hat.

... Rand und ...

Bevor ich z. B. Anstalten mache sie zu berühren, mache ich in irgendeiner Form auf mich aufmerksam. Leichtes Klopfen auf den Boden oder den Stoff der Box, oder ich rufe solange ihren Namen, bis sie kuckt. Dann erst „greife“ ich in ihre Richtung und gehe nur so weit, bis sie sich wegneigt. Dann ziehe ich sofort zurück und halte ihr nur noch einen Finger hin (nicht so bedrohlich wie die ganze Hand) und den beschnüffelt sie meist auch.

... Band!!!

Neben ihrer linken Ohrspitze weiß ich also inzwischen auch, wie sich ihr Näschen anfühlt. Lisbeth ist im Übrigen immer noch ganz verrückt nach Ginihund, wann immer die sich bewegt, schaut sie hinterher und rennt zur betreffenden Seite der Box.

 

Wenn man ihren Namen in ihre Richtung ruft, während sie vorne an der Front ihrer Box sitzt und rausschaut, reagiert sie mit ihrem üblichen kleinen Babymauz, es sei denn, es ist was spannenderes da, was sie gerade beobachtet.

Auf Erziehungsmaßnahmen reagiert sie, so hat sie die Angewohnheit in den Startlöchern, sich wie Spidercat an die Front zu hängen und die Klettverschlusskissen anzunagen. Mit einem einfachen „Kschksch“ ist sie davon schon abgebracht, ohne davon verängstigt zu sein. Sie lässt sich dann einfach fallen und sucht sich was anderes, oder wartet einen günstigeren Moment für den zweiten Angriff auf die Klettverschlüsse ab.

Nein, das ist kein Plüschtierchen, das ist Lisbeth

Mit diesem Bild möchte ich mich für heute verabschieden.

Grüßen möchte ich im Namen von Lisbeth Tanja und Adi, die uns Freitag besuchen kommen um Lisbeth persönlich kennen zu lernen, das Füttern und Spielen zu übernehmen und Lisbeth somit auch mal ein paar andere Gesichter zu zeigen, als die ollen Altbekannten. Freuen würde ich mich, wenn unsere Sabine dazu käme, endlich mal kennen lernen!

Bedanken möchte ich mich bei JJ, einem Menschenjungen, der für uns das Mysterium aufgeklart hat, warum keine einzige Katze des Hauses – außer dem Hund, der aber bekanntlich alles verschlingt, was nicht gerade aus Uran ist – diese sauteuren Minzdrops vom Tierarzt verdrücken will. JJ sagt: „Sie schmecken recht neutral“. Na, da kann Katze ja auch gleich am Kratzbrett nagen. Danke JJ!

 

 

Das siebenmeilengestiefelte Katzenbaby – Lisbeths Tagebuch (2)

Gerade 48 Std. ist Lisbeth hier und ich habe das Gefühl kaum mit ihr mithalten zu können. Gestern waren meine Animationen zum Spielen mit einer Angelmaus, die auch noch piepst, ja schon interessant und sie machte ein wenig mit, allerdings nur ganz ganz zaghaft und tief im Schatten ihrer Höhle. Am frühen Abend dann verließ sie vorsichtig ihr Höhlchen um sich umzusehen und ein wenig mit den Bällen zu spielen. Zurückhaltend aber interessiert schaute sie sich alles an, was so an ihrer Bude vorbeilief, schlich, rannte oder einfach nur ging. Nachdem alles soweit erkundet schien, kletterte sich auf ihr Kratzbäumchen, wo sie sich in der Kuhle einrollte, ausgiebig putzte und dann den restlichen Abend mit schlafen und beobachten zubrachte. Sie empfindet Ginihund augenscheinlich nicht als Feind, sie reagiert neugierig. Ausgerechnet das Verhältnis zu Gretchenkatze startet allerdings holprig: Gretel faucht aus der Ferne und weiß mit dem kleinen Ding im großen Zelt nicht so recht was anzufangen.

Die Gretchenkatze. Ginihund kennt ihr ja schon, jetzt habt ihr von beiden Helfern ein Bild vor dem inneren Auge. Bitte beachten: Gretel gähnt hier nur ungeniert, ist also nicht am fauchen. Das Gähnen sieht übrigens auch gefährlicher aus ...

Lisbeth reagiert ihrerseits auf beide sehr gelassen, neugierig und aufgeschlossen, auch wenn die Katze faucht, oder der Hund wild wedelt und aufgeregt herumrennt. Die größte Scheu zeigt sie vor Menschen, erst recht, wenn man direkt auf sie zugeht.

In der Nacht Altbekanntes: Futternapf plündern, spielen, Klo benutzen. Außerdem hatte sie sich das Deckchen, welches sie am Vorabend aus ihrer Höhle geworfen hat und ich daraufhin oben auf dem Kratzbaum ausgelegt habe, wieder heruntergeangelt und mit in die Höhle reingenommen. Das fand ich extrem niedlich.

Heute war ich den Tag über unterwegs und als ich dann am frühen Abend nach Hause kam, habe ich wieder mit dem Animationsprogramm begonnen. Lischen erkannte die Maus vom Vortag sofort wieder und traute sich beim Spiel sogar aus ihrer Höhe heraus um danach zu angeln.

Ich habe eine zweite, unbekannte Angel dazu genommen, was zur Folge hatte, dass sie sich zurückzog. Nach dem Motto: Ich spiel mit nix, was ich nicht kenne. Doch keine zwei Minuten später, hatte sie verstanden, dass das bunte Ding etwas Ähnliches wie die piepsende Maus sein musste.

Sag doch gleich, dass das auch zum Spielen ist

Lisbeth ist zwar scheu, kriegt aber auch schnell mit, jedenfalls bei Gegenständen, wovon eine Bedrohung ausgeht und was harmlos ist.

Nachdem wir einige Zeit gespielt haben, dachte ich mir, dass es Zeit für was Leckeres ist. Auch hier hat sich gezeigt, dass Lisbeth unheimlich schnell auf Neues reagiert. Zuerst habe ich den Thunfisch in eine kleine Plastikschüssel gegeben. Das erste und zweite Mal ist sie nur schnell hingehuscht und hat sich sofort zurückgezogen um die erbeuteten Brocken zu verspeisen. Um zu sehen wie sie auf Mensch mit lecker Futter drauf reagiert, habe ich einen einladenden Brocken Thunfisch auf die Hand genommen und vorsichtig vor dem Höhlenausgang „ausgelegt“. Lisbeht mag aber Mensch auch nicht mit Futter drauf, sie hat gefaucht und versucht sich das Futter von meinen Fingern runterzuschießen, ich war aber schnell genug und habe den Fisch im Napf plaziert. Sie hat danach nahtlos direkt am Napf gefressen.

Lisbeth frisst vor meiner Nase aus dem Napf

Als dann der Napf mal wieder leer war ist sie einfach zum Futternapf gestiefelt  und hat ihre dritte Abendmahlzeit direkt vor meiner Nase eingenommen, statt bis in die Nacht zu warten. Tja und dann fand sie es schön zwischen den Hapsen echtem Abendessen ein bisschen Thunfisch zu naschen.

Hand mit Thunfisch drauf = schlecht, aber Hand, die Löffel mit Thunfisch drauf hinhält = gut!

Irgendwie war danach das Eis wieder ein ganzes Stück weit eingerissen, denn sie hat sich danach einige Stunden nicht mehr in ihre Höhle zurückgezogen, sondern weiter die Box erkundet, zu ende gefressen, getrunken, Klo benutzt, sich mit ihren ganzen Spielsachen beschäftigt, Hund beschnüffelt und vor allem:  hat uns beobachtet und mehrfach gemauzt. Ein ganz kleines piepsiges Stimmchen, ein richtiges Miau muss das erst noch werden, aber es war eindeutig zwei Mal an die Außenwelt adressiert.

Und jetzt ist es ganz ruhig da drin, sie schläft tief und fest, wie es Katzenkinder tun, wenn sie einen aufregenden Tag mit vielen neuen Eindrücken hatten.

Bei mir haben sich auf jeden Fall die logistischen Fragen verlagert; so überlege ich weniger was ich tun könnte, um das Eis zu brechen, vielmehr befürchte ich, dass Lisbeth es recht eilig hat aus der Box rauszukommen und einen weiteren Teil der Welt zu erkunden. Sie ist unheimlich neugierig und aufgeweckt und fängt an gezielt Kontakt aufzunehmen.

Ich bin schon gespannt, wie weit wir morgen Abend sind!

 

 

 

Der schwarze Schatten – Lisbeths Tagebuch (1)

Lisbeth ist gestern Mittag heil in Mettmann angekommen und hat zuerst einmal die Kreisverwaltung besucht, wo sie im Liegenschaftsamt darauf gewartet hat, dass ich sie mit dem Auto abhole. Da Donnerstagabend erst wirklich klar wurde, dass Lisbeth als Pflegling zu mir zieht und schon Freitagmittag der Umzug stattfand, mussten wir dann gestern Nachmittag erst einmal zum Fressnapf und haben Kätzchen-Necessaires besorgt. Kurz entschlossen bin ich dann noch bei meiner Haustierärztin vorbei gefahren, die Lisbeth erst einmal in Augenschein genommen hat.

Ratet mal, wie Lisbeth reagiert hat? Jawoll, sie ist ausgebrochen und hat in der Praxis einige Runden gedreht und lustige Verstecke entdeckt, die laut Tierärztin noch kein anderer Pelzling gefunden hat. Die TÄtin ist so ruhig und vorbildlich geblieben, dass sie bald wieder eingefangen war und dann haben wir beschlossen direkt zu Impfen, Schutz ist eben Schutz. Lisbeth hat einigermaßen sparsam geguckt, weil sie zum Impfen in den gefährlich klingenden „Zwangskäfig“ kam. Der wurde schmal geschraubt und während sie sich quasi noch wunderte wo der Platz hin ist gabs dann auch schon die Spritze in den Popo.  Ansonsten wurde sie bewundert, für niedlich und augenscheinlich gesund befunden und auf Mai / Juni 2010 geschätzt.

Ich habe für Lisbeth ein neues Trockenfutter mitgenommen, Royal Canin Calm, das für Tiere in Stresssituationen konzipiert ist, alles auf natürlicher Basis. Das mische ich ihr nach und nach unter ihr Feuchtfutter. Lt. TÄtin besteht aber keine Gefahr, dass sie dadurch für „normales“, also günstigeres Futter „verdorben“ wird, das ist denke ich wichtig für Lisbeths Suche nach einem endgültigen Zuhause.

Zuhause angekommen kam Lischen in ihre Hundetransportbox, samt Box in der sie gerade untergebracht war, da ich sie daraus nicht hervorschütteln wollte. Außerdem hat sie in der großen Hundehütte einen kleinen Kratzbaum mit Liegefläche oben und Schlafhöhle unten, ihr Toilettchen, ihre Näpfe und als „Bewegungsmelder“ habe ich noch zwei kleine Spielbälle ausgelegt.

Lisbeths vorübergehendes Zuhause mit Dackel als Größenmaß

Den ganzen Abend lang hat Lisbeth in ihrer Transportbox verbracht. Ich habe zwei Mal mit der Taschenlampe vorsichtig hineingeleuchtet, um zu überprüfen, ob es ihr nach dem Stress des Tages einigermaßen gut geht. Beim zweiten Mal habe ich die Impfstelle sehen können, die offensichtlich geschleckt aussah. Brennt ja auch meistens, diese Impferei.

Kurz bevor wir schlafen gingen huschte sie dann unbemerkt in die Schlafhöhle hinüber und ich habe ihre Transportbox entfernt. Die Nacht war anstrengend, weil meine Hündin Gini (Dackel-Cocker) immer das Gegenteil von satt ist und neben der Neugierde, wer da jetzt in ihrem Häuschen wohnt auch noch den starken Drang verspürte, Serenaden auf das Katzenfutter im Häuschen von sich zu geben. Sprich, sie hat die ganze Nacht gemault.

Am Morgen dann (ein bisschen wie Weihnachten) Bestandsaufnahme, wie beim CSI rekonstruieren, was in der Nacht geschehen ist: Lisbeth hat den Katzenfutternapf geleert, geradezu gesäubert, ihr Katzenklo benutzt und: Ihre Spielbällchen muss sie auch durch die Gegend geschossen haben, denn sie lagen an ganz anderer Stelle, wo sie nicht nur durch vorsichtiges Rollen hingekommen sein können.

Dann als wir heute beim Frühstück saßen, huschte Lisbeth aus ihrem Häuschen und setzte sich einen kurzen Moment hinter ihren Kratzbaum. Gini rannte sofort hin und schnüffelte aufgeregt, aber Lisbeth hat sich nicht sofort, sondern nach einer Weile erst wieder in die Höhle zurückgezogen, wo sie dann einige Minuten damit beschäftigt war, sich die darin befindlichen Handtücher und Decken zurechtzuscharren.

Lisbeth nachdem sie es sich gemütlich gemacht hat

Lisbeth im neuen Heim die 2.

Jetzt ist erstmal kleine Katzenruhe, aber  schon der erste Tag hat gezeigt, dass Lisbeth ein wunderschönes und normales kleines Katzenmädchen ist, mit allem im Kopf, was kleine Katzenmädchen eben gerne machen. Und wie alle Mädchen kann sie auch Naschereien nicht widerstehen, wie das folgende Bild beweist.

Schleckermäulchen auf der Suche nach einem Minzdrop

Während  ich das schreibe schaut sie sich übrigens wieder vorsichtig in ihrem Heim um. Dabei möchte ich sie aber nicht fotografieren, um sie nicht zu verschrecken.

Das war der erste Teil von Lisbeths Tagebuch.

Ich möchte an dieser Stelle übrigens noch einmal Sabine ganz herzlich danken, für all die Mühe und das Herz und für die Erfahrungen, die ich mit Lisbeths Pflege machen darf.

 

 

 

Hurra, schwarzer Schatten hat eine Pflegestelle gefunden!!

Diese umwerfend gute Nachricht  muss ich loswerden!

Eine inzwischen sehr wertvolle Freundin, die ich durch ein Kurzgeschichtenforum  kennen lernte, las den Bericht über die kleine schwarzweiße, wilde Katze vom Dachboden.

Ich nannte den Zwerg  inzwischen Daisy, aber seit heute hat sie einen anderen Namen, den ich vergessen habe, aber Namen sind eh Schall und Rauch. Viel wichtiger ist, dass Christine sich anbot,  „Ex Daisy“ ein vorübergehendes Zuhause zu bieten.

Aber nicht nur das,  Christine hat die Möglichkeit, die kleine Ex Daisy  in einer Art Welpenlaufstall unterzubringen, wo selbst ein kleiner Kratzbaum Platz findet, bis sie aufgetaut ist und am Alltag teilnehmen möchte. Dabei helfen, werden Katze Gretchen  und Hündin Gini. Ich hoffe sehr, dass es klappt und der  kleine Faucher solch ein Alltagsleben annimmt und für sich selbst akzeptiert. Dazu gezwungen wird schließlich keiner.

Ex Daisy ist heute in ihrer Pflegestelle angekommen (der glückliche  Zufall wollte es wohl so, dass wir nicht weit voneinander entfernt wohnen), und nun harren wir mal der Dinge – und warten auf Fotos und Berichte.

Solch traurige Fotos

wird es  in Punkto vier Monate junge, scheue Miez bestimmt nicht mehr geben.

Unterwegs  gab es bei einem kurzen  Stop einen weiteren Kampf mit einer Tierärztin, die es wagte  Ex Daisy zu impfen. Dieser Gang wurde, Dank der Pflegestelle, in einem Rutsch nach Übergabe erledigt, damit kein zusätzlicher Stress –  wie ein erneutes, unfreiwilliges Muss  in eine Transportbox –  vermieden werden konnte.

Tausend Dank, Christine und Manuela! Das ist ein großer Beitrag zum Tierschutz!

Zwei Minitiger und schwarzer Schatten suchen…

auch ein Zuhause. Dringend, weil momentan in einer Dachkammer untergebracht!

Zwei dieser drei wurden durch „Zufall“ gefangen. Von den beiden getigerten wusste niemand etwas, nur die Mutter tauchte, ab August, regelmäßig an einer neu angelegten Futterstelle auf, da die alte Stelle wegen menschlichem Boykotts entfernt werden musste.

Diese Katze, diese Madame, war neu, unbekannt, aber stets  pünktlich. Sehr scheu und sie wartete ab, bis Mensch sich entfernt hatte oder die stärkeren Katzen satt waren.

Im Grunde war die alte Futterstelle bereinigt, denn es gab im Frühjahr bereits eine lang andauernde Fangaktion, bei der selbst Mister X – der nur des Nachts unterwegs ist – gefangen, gesund gepflegt und besser untergebracht werden konnte. Nur Madame, und wahrscheinlich noch so unglaublich viele, sie wurde trächtig, trotz aller Bemühungen.

Am letzten Wochenende gingen zuerst die beiden kleinen Tiger in die Falle, zum Schluss auch Madame. Sie wurde am Montag kastriert, die Diensthabende Tierärztin meinte, dass diese Katze nie  Junge bekommen hätte, weil man wissen wollte, ob diese Katze und Kinder zusammen hängen. Aber diese Diagnose war eine  falsche.

Die beiden Minitiger haben, ebenso wie Madame, quer verlaufende, schwarze Streifen und wenn es für einen der Kleinen zu hektisch wird, weil geputzt und gefüttert wird, rettet er sich zu seiner Mutter auf die Fensterbank im momentanen Dachzimmer. Er kuschelt sich nah an sie und versteckt seinen  Kopf unter ihrem Bauch.

Madame wird wieder an selbiger Stelle herausgelassen, da es leider nirgendwo einen besseren Platz für sie gibt, und nachdem sie sich von ihrer unverzichtbaren Operation eine Woche lang erholen konnte.

An dieser Stelle muss ich eines loswerden, denn die behandelnde Tierärztin sagte außerdem, dass diese Katze am selben Abend bereits frei gelassen werden solle, denn sie sei  „sehr, sehr wild“.  Andere Tierärzte bitten darum, frisch operierte Tiere eine gewisse Zeit ohne Bewegung unterzubringen.

Ich kann diese Aussage nicht verstehen, denn für Tierschützer, die sich ihre  Freizeit mit Katzenfangen nicht  zum Spaß um die Ohren schlagen, ist es klar, dass ein operiertes Tier nicht gleich wieder frei gelassen werden kann. Sie haben, wenn, eine Möglichkeit zur kurzfristigen Unterbringung, und wenn es sich nur um eine große Hundetransportbox handelt.  Solch eine Aussage kann ich nicht nachvollziehen, denn erst recht nicht wenn ein Tier frei lebt, so kann es im ersten Moment nicht sich selbst überlassen werden!

Die beiden Minitiger mögen kein Katzenklo. Sie mögen unter einem Sofa oder neben einen Schrank in die Ecken ka…

Das ist zurzeit nicht schlimm, wird jedoch jeden Interessenten abschrecken. Deshalb müsste ein Zuhause außerhalb von Teppichen gefunden werden.

Der schwarze Schatten ist in Wirklichkeit schwarzweiß, nur mag er Menschen noch nicht – werde versuchen ein besserers Foto zu knipsen. Weiße Brust und zwei weiße Vorderpfötchen, geht liebend gerne aufs Klo und ist einfach nur scheu. Bräuchte Verständnis und Geduld. Sie oder er ist ca. neun Wochen jung und stammt von einer anderen Ecke, als die beiden getigerten. Seine Mama ist enorm klug und lässt sich einfach nicht fangen. Aber  sein oder ihr Bruder war seltsamerweise zahm und ist längst gut vermittelt.

Alle drei könnten jetzt schon kastriert und wieder heraus gelassen werden, aber sie sind alle drei noch so winzig, wirken zebrechlich und haben keine Ahnung, welche Gefahren drohen, deshalb versucht man es auf diese Art und Weise.

Wer eine Möglickeit weiß, weitere Informationen  oder aufnehmen möchte: s-rohm@gmx.de