Wer vermisst diesen Kater?

Gefunden am 14.11.2012 auf dem Willy – Brandt- Ring. Die Stadt muss ich nicht nennen.

Wieder einmal schrecklich und wieder einmal kümmerte sich niemand. Auch ich fuhr an ihm vorbei, aber ich ließ ihn nicht liegen. Es mag an den Arbeitsmöglichkeiten liegen oder an den Kontakten innerhalb der Tierschutzwelt, jedenfalls parkte ich weitab des Unfallsgeschehens und lief zu Fuß durch eine Großbaustelle, um dieses Tier bergen zu können. Das hätte jeder so handhaben müssen, da die Schnellstraße keinen Aufenthalt ermöglicht. Normalerweise ist das Begehen dieser Baustelle ebenfalls verboten und ich wollte sogar jemanden fragen, aber dort ging es zu, wie auf dieser Schnellstraße: „Ich mache nur mein Ding und alles andere geht mir am Ar … vorbei!“ Ich war sowas von wütend, denn in solch scheinbaren Lapalien spiegelt sich unsere Gesellschaft wieder. Mir alles sch … egal, aber wehe, wehe, du rauchst in einem Lokal oder lässt deinen Hund frei herumlaufen, fütterst Vögel und überhaupt, du siehst anders aus. Bist du überhaupt einer von uns?“

Jedenfalls nahm ich das Tier mit und legte es  in mein Auto. Erst danach dachte ich weiter. Viel Zeit hatte ich auch nicht und  benötigte professionelle Hilfe. Gloria von der Katzensuche erklärte sich sofort bereit und wir trafen uns am Bauhof. Mit ihrem Lesegerät suchten wir nach einem Chip, aber das Gerät konnte keinen finden. Ein Bauhof ist nicht mein Ding, denn ich mag viel lieber Erde und Ruhe, aber an diesem Tag musste ich so handeln und es war gut so, da ich in diesem Moment von der Möglichkeit Bauhof überzeugt werden konnte. Eine eigene Kühltruhe steht der Katzensuche  zur Verfügung und auch dort traf ich auf einen Mann, dem scheinbar alles am Ärmel vorbeizugehen schien, aber Gloria war dabei und sie kannte diesen Herrn. Wir legten das tote Tier in eine Tüte, die von Gloria beschriftet wurde. Mit Datum, Fundort und Merkmalen. Anschließend konnten wir den Kater in die Truhe legen, die erst zu einem Drittel gefüllt war. Sämtliche Tüten hatten Namen. Entweder getigerte Katze vom 10. 11. oder Gans oder Schwan …

Ich erinnerte mich an Mario, mit dem ich andere Erfahrungen, was einen Bauhof anbelangt, machen musste, aber hinter dieser Erfahrung standen nicht diese akribischen Recherchen, die bereits zu einer Vielzahl von  Erfolgen  führen konnte. Zwar ist eine Katze in den Momenten tot und es bringt nichts, gar nichts, aber vielen Besitzern brachte die Recherche zumindest eine Erleichterung, da das jeweilige Tier vermisst und gesucht wurde. Hinzu kommt, dass jeder Besitzer die Möglichkeit hat, sein Tier nach Erkennung dort wieder herauszuholen und eventuell zu begraben.

Der Tod ist ein vielfältiges Thema und wird viel zu sehr verdrängt. Mag sein, dass der Tod das Ende bedeutet, aber deswegen haben noch Lebende nicht das Recht,  tote Mitgeschöpfe wie Abfall zu behandeln!

Eine Identifizierung wird sehr wahrscheinlich möglich sein, da dieser schwarzweiße Kater eine relativ frische OP Narbe im Unterbauch hatte:

Mach`es gut, Du armer Kerl und grüße alle bereits Anwesenden im Regenbogenland…

In Erinnerung an Katze Schneckchen

Katze Schneckchen musste ich bereits am 28.02.2011 gehen lassen, aber erst jetzt bin ich bereit über sie zu erzählen. Und da ich momentan Urlaub habe, wird diese wahre Geschichte etwas länger…

Auch wenn es auf dem Bild nicht den Anschein macht, so war Schneckchen meine erste Erfahrung, was die Aufnahme einer wilden Katze anbelangt. Aber sie war maßgebend für mein weiteres und zukünftiges Handeln, und sie ist ein Vorbild, für alle kommenden und bereits aufgenommenen wilden Artgenossen.

Wir lernten uns 2006 kennen, als ich ungefähr zwölf Katzen auf einem ehemaligen Fabrikgelände entdeckte. Eine Fabrik war dem Erdboden gleich gemacht worden, Katzen angeschafft die sich vermehren konnten, und ohne Versorgung hinterlassen worden. Schneckchen war eines der scheuesten Tiere. Ich verursachte einigen Wirbel, da ich den zuständigen Tierschutzverein informierte, der die Katzen einfing und kastrieren ließ. Ich selber kannte damals noch keine Lebendfallen und keine Tierschutzpreise, wurde ins Geschehen regelrecht hineinkatapultiert.

Wie sich herausstellte, waren die meisten der Tiere bereits kastriert. Jedoch fehlte ihnen eine Tätowierung, noch waren sie durch eine Kerbe im Ohr gekennzeichnet. Somit wurden einige dieser Katzen erneut operiert, was zu erneutem Stress und  erneutem Misstrauen führte. Schneckchen war die Erste, die in die Falle ging und ich vergesse nie ihren verzweifelten Blick und ihre blutige Nase, die sie sich beim versuchten Ausbruch aus dieser Falle zuzog. Diese stets wieder aufbrechende Kruste auf ihrer Nase begleitete sie den Rest ihres Lebens und ich habe nie erfahren können, ob sie eine der Katzen oder Kater war, die bereits kastriert worden waren. Somit kam ich wieder einmal zur Einsicht: Nur was man selber macht, macht man richtig, aber alleine ist man hilflos. Auf diesem Wege rutschte ich sozusagen in die aktivste Tierschutzszene hinein oder hinab, wie man es sehen mag. Ich hatte seit Jahren Erfahrungen mit Auslandstransporten und Tierhilfe gesammelt, schließlich kam auch Hündin Gipsy aus einem ungarischen Tierheim, aus dem ich sie im Ärmel einer Jacke über die Grenze brachte. Ich hielt auch vor der eigenen Haustüre stets die Augen auf – aber so etwas? Tagtägliche Verantwortung über Jahre hinweg, in oft bitterer Kälte und ohne Hilfe? Ab diesem Zeitpunkt veränderte sich mein Leben, aber auch das  Leben der Hafenkatzen.

Zwar kam Schneckchen nach Freilassung regelmäßig und hungrig zur inzwischen von mir eingeführten Futterzeit, aber man durfte sich ihr weder nähern, geschweige in die Augen sehen. Ein gefüllter Teller musste mit Blick zur Seite in ihre Nähe gestellt werden, anschließend musste man sich rückwärts entfernen und all das musste in Zeitlupentempo geschehen. Die anderen Katzen mobbten sie, denn wer zu lange zögert, wer sich mobben lässt, der hat  schnell kein Futter mehr. All das beobachtete ich und reagierte dementsprechend. Schneckchen blieb somit selten hungrig.

Die Zeit verging und ich sah immer wieder, wie Schneckchen sich in der letzten, übrig gebliebenen und zugigen Fabrikhalle in einem Erdloch verkroch. Das war weder trocken und gemütlich, noch warm und gesundheitsfördernd. Aber es war ihr Loch, an das keine andere Katze heran wollte. Die Katzen anderweitig unterzubringen scheiterte kläglich, auch der zuständige Tierschutzverein wusste keine Lösung. Deshalb stellte ich auf dem inzwischen brach liegenden Gelände verbotenerweise ein selbstgebautes Futterhaus auf, das auch bei Kälte Unterschlupf gewährte. Eine andere Geschichte auf diesem Blog erzählt, dass sich auch diese Möglichkeit im Laufe der Jahre erledigte.

Eines Abends fing es stark an zu regnen und ich wollte Futterreste in die Näpfe des Futterhauses legen, da sprang Schneckchen, die ich nicht bemerkt hatte, aus diesem Haus heraus und rannte quer über das große Gelände. Es regnete immer stärker und auch ich wurde nass bis auf die Haut, vergesse nie das Bild dieser nassen und panikartig davon rennenden Katze. Ich konnte mich nicht vom Fleck rühren, da es meine Schuld war, dass Schneckchen sich nun nass und verkühlt in eine andere  kalte Ecke zurückziehen musste. Es war traurig, denn ich kam an dieses Tier nicht heran, ich musste es sich selbst überlassen und konnte lediglich hoffen, dass es irgendwann einfacher werden würde.

Es vergingen weitere Monate und irgendwann fehlte Schneckchen. Sie tauchte während der Fütterungszeiten nicht mehr auf. Meine Sorge war groß und ich suchte überall. Zwei Wochen später sah ich sie glücklicherweise hinter einem Zaun sitzen, der das brach liegende Gelände von einem Ruderverein trennt. Ich konnte es kaum glauben, denn diese kleine unterdrückte Katze hatte sich ein eigenes Revier geschaffen, ungefähr 300 Meter von ihren Artgenossen entfernt. Wahrscheinlich war sie innerhalb dieser zwei Wochen nachts zum Futterhaus gegangen, denn zum Mäusefangen schien sie kaum noch geeignet, da sie immer kleiner und dünner zu werden schien.

Von da an wurde Schneckchen hinter ihrem Zaun versorgt. Ich ging Mut fassend zum Ruderverein, denn die Idee war gereift, Katzenklos umzubauen und als Schlafplatz anzubieten. Was lange währt, wird irgendwann gut. Heutzutage würde ich mich im Internet informieren und bekäme zig Beispiele genannt. Auch vor Fragen und unerlaubtem Betreten habe ich heute keine Scheu mehr, aber seinerzeit war ich noch nicht soweit.

Der Clubleiter sprach seine Zweifel aus, denn wer käme für eventuelle Schäden auf, wenn Katzen in die Halle laufen und die Boote zerkratzen? Solch ein Achter koste genauso viel, wie ein Mittelklassewagen. Ich war sehr dankbar ob dieser seltenen Information, versprach ihm jedoch, dass speziell diese Katze keine Schäden anrichte und wenn … hier mein Name und Adresse.

Somit war er zufrieden und Schneckchen bekam ein warmes Nest in ihr Reich gestellt. So verging eine weitere Zeit und Schneckchen wurde in ihrem kleinen Gebiet immer zugänglicher. Das erste Mal nahm sie Kontakt auf, indem sie an meinem Finger roch, den ich durch den sicheren Zaun streckte. Die zweite Kontaktaufnahme bestand aus einem vorsichtigen Knabbern am Finger, nach dem Motto: Wie schmeckt Mensch? Danach ging es immer schneller mit ihrer Zutraulichkeit, denn bald kam sie sogar durch das Schlupfloch auf meine Seite und ließ sich  streicheln. Sobald ein ungewohntes Geräusch zu hören war oder man selber eine ungewöhnliche Bewegung machte, sprang sie wie der Wind durch ein Loch im Zaun auf ihre sichere Seite.

So verging erneut Zeit, doch unsere Verbindung wurde immer enger, immer intensiver. Bald konnte ich Schneckchen auf den Arm nehmen und spürte häufig, dass sie bei Kälte zitterte. Ich konnte sie im Winter sogar unter meine Jacke stecken, kurzzeitig aufwärmen. Ihr fehlten sogar einige Zähne und lange sollten wir nicht mehr warten.

Die Überlegung reifte, sie mit nach Hause zu nehmen. Aber wollte sie das? Wie würde eine solch scheue Katze das Leben in einer Wohnung empfinden? Tat man ihr damit einen Gefallen oder eher nicht? Herr L., der die Hafenkatzen an Wochenenden versorgt, meinte, dass man den wilden Tieren keinen Gefallen damit tue. Herr M., der die Hafenkatzen ebenfalls kennt, war ähnlicher Meinung. Viele Meinungen sagten das Gleiche. Ich wartete ab. Schneckchen schien aber auch kaum noch etwas zu hören, denn immer häufiger musste man mit der Gabel am Teller klappern, bis sie aufmerksam wurde und aus ihrem Unterschlupf herauskam. Sie wurde immer winziger und zierlicher, ich beobachtet, wie sie Pipi machen wollte und von einer Stelle zur anderen rannte und das gereichte Wasser gierig trank. Nein, Schneckchen war weder gesund, noch sollte sie länger draußen bleiben müssen. Der Herr des Hauses war sehr misstrauisch, auch wenn ich ihm Schneckchen nahe brachte aufgrund Erzählungen. Damals war auch unsere Hündin Gipsy gegen jede Aufnahme einer Katze. Hin – und Her gerissen verbrachte ich viele Stunden mit Schneckchen draußen und oft in Eiseskälte. Was sollte ich tun?

Eines Abends, es war im November 2009, tauchte Schneckchen trotz ihrer Zuverlässigkeit nicht auf. Ich klapperte am Teller, nachdem die anderen Hafenkatzen versorgt worden waren und kletterte nach einer gewarteten Ewigkeit  panisch über den Zaun des saisonbedingt geschlossenen Rudervereines. Ich musste diese Katze finden, auch wenn ich eine Nacht im Gefängnis verbringen würde! Es war kein Schneckchen zu finden, nicht in ihrem Unterschlupf und auch sonst nirgends. Ich wurde wütend aufgrund all der Schreckensmeldungen, Verbote und Hinweise! Schneckchen gehörte zu mir!!

Ich atmete durch, rief Herrn M. an, der am nächsten Tag frühmorgens die Hafenkatzenrunde fahren würde und bat ihn mir Bescheid zu geben, wenn er Schneckchen gesehen haben würde – oder auch nicht. Herr M. rief wie versprochen am nächsten Morgen um kurz nach 6.00 Uhr an und bestätigte die gesunde Anwesenheit Schneckchens, und ich solle mir nicht soviel Kopf machen.

Puuuuhhh, sogleich ging es mir besser, und, machte ich mir wirklich zuviel Kopf? Ich überlegte weiter, es konnte nicht sein, dass ich mich verrückt machte, wegen dieser einen Katze! War das egoistisch? Teufel und Engel stritten.

Nein, nein, mein Plan stand: Schneckchen musste ein warmes Dach über den Kopf bekommen. Nicht irgendwo, sondern bei mir!

Damals hatte ich nicht einmal eine Transportbox die sich Oben öffnen lässt, das alles kam erst später. Eine scheue Katze lässt sich nun einmal nicht Vorne in eine fremde Box stecken, auch wenn sie Schneckchen heißt. Deshalb musste eine andere Lösung her. Ich nahm einen Karton, der, mit Luftlöchern versehen, fast das gleiche Ergebnis bringt. Zur gewohnten Zeit, am nächsten Tag, war Schneckchen wieder wie gewohnt anwesend. Insgeheim nannte ich sie Zickenweib, die mir schlaflose Nächte bereitete, aber egal. Ich lockte sie mit Futter und nachdem sie den Teller erreicht hatte, packte ich sie und steckte sie von oben in den Karton. Ich war erleichtert, aber auch angespannt. Eine Fahrt im Stau erwartete uns, irgendetwas musste schließlich dazwischen kommen. Zuhause angekommen, bellte Hündin Gipsy plötzlich und ein Blick in die Kastenabteilung des Wagens bestätigte, dass Schneckchen aus dem zugeklebten Karton entwichen war. Gaanz ruhig bleiben, Türen, Fenster geschlossen lassen und keifende Gipsy auf ihrem Beifahrersitz zurückhalten. Ich kletterte innerhalb des Wagens auf die Rückseite, konnte gerade noch die, unter den Fahrersitz flüchten wollende, Katze sehen, griff sie an den Hinterbeinen und ein Zerren begann. Bellende Hündin und flüchten wollende  Katze in einem Auto. Keinesfalls durfte sich Schneckchen unter dem Fahrersitz vergraben, ich würde nie wieder das Auto verlassen können oder man müsste das Innenleben des Wagens  auseinander nehmen, aber all das bei verschlossenen Türen. Lange Rede kurzer Sinn: Es ging gut. Innerhalb schwitzender Zeit ließ sich Schneckchen erneut in den Karton bugsieren und wir gingen allesamt nach oben. Gipsy, Schneckchen und ich.

Die erste Nacht verlief sehr unruhig, da es kam, wie geahnt. Die scheue Katze fühlte sich denkbar unwohl. Schneckchen wurde im ehemaligen Büro und heutigem Katzenzimmer eingeschlossen, doch ich verbrachte die Nacht, folgende Nächte und viel Zeit bei ihr. War sie doch damals die einzige Katze und musste sich mit Feind Hund auseinandersetzen. Letztendlich arrangierten sich die Beiden und Schneckchen verließ das Zimmer, ihr neues Reich, auch bei geöffneter Tür nicht mehr. Hatte sie Heimweh nach mir, dann gab es lautstarken Protest in Form eines Quakens, denn Miauen war ihr fremd. Bei der ersten Tierarztuntersuchung wurde akutes Nierenversagen diagnostiziert und Schneckchen kämpfte sechs Stunden gegen die Narkose an, die injiziert werden musste, aufgrund einer Blutuntersuchung. Schneckchen bekrabbelte sich dennoch, denn jetzt wollte sie Wärme und Prinzessinnendasein erst einmal genießen. Sie lernte zu Spielen, eine Klappermaus an einem Faden war ihr größtes Highlight. Sie mochte das empfohlende Nierenfutter und ich krempelte meinen Tages – und Nachtablauf um, verbrachte die eine Hälfte der wenigen Stunden bei Schneckchen und die andere mit meiner kranken Gipsy. Schneckchen musste einmal pro Woche mit Dexadresol in Spritzenform versorgt werden. Auch das mussten wir lernen, selber Injektionen geben  und sogar der Herr des Hauses lernte  Schneckchen nach kurzer Zeit ebenfalls lieben und respektieren.

Diese ehemals wilde Katze zerstörte nie ein Stückchen Tapete, sie ging vom ersten Tag an aufs Katzenklo, sie lebte noch eine glückliche Zeit hier bei uns. Vierzehn Monate, in der sie sich arrangierte und wir ebenso. In vollstem Vertrauen und mit einer großen Portion Respekt. Zwischenzeitlich kamen die nächsten wilden Katzen hinzu, Emmy und Maxi. Auch sie unterdrückten Schneckchen, obwohl sie so jung waren. Schneckchen ließ es einfach geschehen und es ist ein Wunder, dass sie trotzdem eine alte Dame hat werden können.

Am 27.02.2011 ging es mit Schneckchen bergab. Sie schien nun Schmerzen aushalten zu müssen, die ich ihr nicht zumuten wollte und nicht zumuten konnte. Draußen hätte sie schon längst nicht mehr gelebt, der kleine Hungerhaken, der aufgrund seines Nierenversagens kaum etwas aß und außerdem  Blasenprobleme hatte. Als ich Schneckchen seinerzeit draußen beobachtet, wie sie mit Problemen Urin loswurde, so wurde diese Schwierigkeit zu einer offensichtlichen Tatsache. Ab und an Blut im Urin, das  unter Schmerzen auch auf Decken und Teppich abgesetzt wurde. All das war hier kein Problem, aber Schneckchen sollte ohne Schmerzen leben können und ohne Schmerzen von uns gehen.

Am 28.02.2011 tat sie morgens einen Schrei und sah mich an. Hatte sie neben all ihrer Krankheiten auch noch Probleme mit ihren Augen, die im Inneren rotgerändert waren, wie wenn Adern geplatzt wären. All das seit Jahren und all das hätte komplizierte Operationen gebraucht, aber all das hätte nichts gebracht.

Ihr herzerweichender Blick, mit dem sie mich vertrauensvoll und gleichzeitig mit einer dringenden Bitte ansah. Schneckchen zeigte mir viele Wege, innerhalb unserer Zeit. Durch sie begann ich für all die missachteten Katzen zu kämpfen.

Abends fuhren wir zur Tierärztin, die Bescheid wusste. Schneckchen lag auf meinem Schoß, obwohl die Tierärztin ein Handtuch auf dem Behandlungstisch bereit gelegt hatte. „Nein, wenn es geht, bitte hier bei mir.“ Schneckchen bekam somit die Narkosespritze in bekannter Umgebung, mit sicheren Gerüchen um sich. „Ich lasse dich nie im Stich, Schneckchen. Du bist maßgebend für all Deine Freunde, die noch folgen werden.“ Ich streichelte sie ununterbrochen und anschließend nahmen wir sie mit nach Hause. Ich legte sie in ihre gewohnte Umgebung hier bei uns. Gisela von der Finca Lucendum wusste ebenso Bescheid. Sie rief kurze Zeit später an und fragte, zu welcher Uhrzeit Schneckchen gegangen war. Es war um kurz nach 19.00 Uhr gewesen und auch das war, wenn man es glauben will, ein seltsamer Zufall. Denn um genau diese Zeit zeigte sich ein Regenbogen am Himmel über der Finca Lucendum und somit sollte dieser Regenbogen Schneckchens Wegweiser werden.

Ihre letzte Ruhestätte bekam sie im Grab meiner Eltern und Schneckchen wird nie vergessen werden.

Traurige Tatsachen

Ja, leider wieder einmal, und mir fällt es schwer diese Tatsache zu beschreiben.

Ich hätte lügen und sagen können, dass zwei der vier Neuzugänge vermittelt werden konnten, in ein wunderschönes, artgerechtes Zuhause. Aber dem ist leider nicht so und die Katzenheimat wäre nicht die Katzenheimat, wenn sie lügen würde. Einerseits weil ich die Schuld bei mir suche, andererseits weil es so unglaublich klingt, so dass der ein oder andere tatsächlich sagen mag: „Hey, so etwas kann es nicht geben.“

Vor zwei Wochen kamen vier Neulinge zu uns, über die ich hier berichtete. Auffällig war von Anfang an, dass sie nichts essen wollten. Ich probierte jede Futtersorte aus, da ich an Mäkeleien aufgrund ungewohnten Futters dachte. Alle Vier waren laut Aussage entwurmt, entfloht, hatten einige Wochen in Quarantäne in Form eines Badezimmers verbracht und sie schienen gesund. Ich glaubte  und glaube dieser Aussage  immer noch, denn wir Tierschützer ziehen an einem Strang. Der erste Abend war recht kurzfristig, da die Zeit drängte, ich ins Bett musste, weil ein Freitag mit 5.00 Uhr Weckzeit wartete. Am Freitagabend ließen wir die Bande aus dem Katzenzimmer heraus, woraufhin sich die Beteiligten beobachten ließen. Länger eingesperrt sein wollten sie auf keinen Fall, das jedenfalls äußerten sie lautstark und irgendwo hat man Nachbarn, die sich an ungewöhnlichen Geräuschen gerne stören. Auffällig war ebenso, dass die Neuankömmlige  eine Menge Gras mampften, als Ausgang auf dem Balkon angesagt war und immer noch dachte ich an eine normale Reaktion. Dass hier kein giftiges Gewächs wuchert dürfte allen klar sein, die hier gelesen haben.

Am Montagabend erbrachen die zwei Weißroten und das Tricolormädchen, die augenscheinlich  aus einem Wurf stammten, fast ständig. Was ich nie erleben wollte, was ich dennoch als Tatsache zu sehen bekam, war, dass sich keine Nahrung sondern Spulwürmer in der erbrochenen Flüssigkeit befanden. Zuerst dachte ich an Suppennudeln, da wir Sonntagabend wieder einmal als letzte Möglichkeit ein Hühnersüppchen mit ein paar Suppennudeln gekocht und gereicht hatten. Aber  Suppennudeln bewegen sich nicht …

Am Dienstag packte ich in der Mittagspause sämtlich kränkelnde Vierbeiner ein und fuhr zur Dr. Brinkmann – Block. Sie empfing uns mit den Worten: „Zum Impfen, richtig?“

„Schön wäre es, aber das wird heute nicht klappen“, antwortete ich.

Sie registrierte sofort und untersuchte mit ernstem Gesicht.

Kuhkatzmädel bekam noch einmal eine Cortisongabe wegen ihres Auges, Kuhkatzmännlein wurde als geheilt in die Box zurück gesetzt, das Schildpattmädchen (ohne Anzeichen) mitsamt ihrer drei sehr schwächelnden Kumpel mit Spritzencocktails  und Profender gegen die übelste Art von Würmern versorgt.

Lange Rede kurzer Sinn: Weißroter Kater und Tricolormädchen verstarben am Dienstag und Mittwoch, wenige Stunden nach einem jeweiligen Tierarztbesuch, nach einer Spritzengabe. Es könnte sich somit um eine allergische Reaktion handeln, es könnte sich um Parvovirose handeln – all das ist möglich. Verwunderlich ist und bleibt die Menge der Spulwürmer und ich mag mir nicht ausmalen, wie es im Inneren dieser Tiere aussah.

Tricolormädchen und ihren Bruder begruben wir am Freitag danach, zusammen in einem Karton mit Decken ausgestattet, hier im Wald.

Es tut mir sehr Leid und Ihr Zwei werdet nie vergessen werden!

In Erinnerung an jungen Kater und Tatsachen

Am Donnerstagvormittag rief Frau Q. von der Katzensuche an, ob ich jemanden kenne, der in der Nachbarstadt tote Katzen bergen würde. Nein, kenne ich nicht und begab mich auf den Weg, da Zeit und Nähe es erlaubten.

Eine junge Frau hätte am frühen Morgen eine kurz zuvor überfahrene Katze in einem Grünstreifen abgelegt, der Katzensuche die Angaben mitgeteilt und sei weiter gefahren. Besser funktioniert es oftmals nicht und ich ziehe meinen Hut vor dieser mutigen jungen Frau, die sich trotz eigenem Zeitdruck dennoch diese Mühe machte! Das Tier lebte noch und starb in ihren Armen – kein anderer Mensch von unendlich vielen Berufspendlern nahm Rücksicht!

Ich fuhr somit anhand dieser Angaben zum Fundort, doch konnte ich keine tote Katze entdecken. Es gab deshalb Telefonate zwischen der Katzensuche, der Finderin und mir, weshalb die junge Frau sogar noch einmal zurück kam und die Stelle zeigen wollte. Ich hatte derweil eine Verkäuferin eines Erdbeer /Spargelstandes gefragt, da der tödliche Unfall anhand der Angaben  in ihrer Nähe stattgefunden haben musste.  Sie hatte nichts gesehen und würde daran auch kaputt gehen, wenn sie so etwas sehen müsste.

Ich suchte weiter, bis ich irgendwann eine getigerte Schwanzspitze aus einem Haufen Baumblätter hervorragen sah. Die junge Frau hatte gute Arbeit geleistet, wohl wahr. Als ich das tote und immer noch ausblutende Tier fand, winkte ich zur Erdbeerverkäuferin und obwohl sie es nicht ertragen konnte, rollte sie eine halbe Rolle Küchentücher ab, kam langsam näher und reichte mir das Papier. Sie schaute kurz hin, erkannte das Tier und meinte: „Oh nein, das ist die Katze, die hier vorne immer in der Sonne saß.“

Ich legte das tote Tier in eine mitgenommene Postkiste und trug es zum Auto. Im linken Ohr konnte ich eine Kerbe entdecken, ebenso, dass es sich um einen jungen Kater handelte, was darauf schließen ließ, dass es sich um ein kastriertes „wildes“ Tier handelte. Derweil wurde die Tierschutzwelt wieder zu einer winzig kleinen Welt, da durch Zufall die Katzennothilfe mit der Katzensuche telefonierte. Frau F. kannte die Stelle und hatte dort bereits über zwanzig Katzen kastrieren lassen, da ein Gebrauchtwagenhändler mit bereits erteiltem Hausverbots – gegenüber Frau F.  – allem Anschein nach Kitten züchtet und verkauft… an wen auch immer, gibt es schließlich nicht beweisbare Nachfrage bei einem berühmten Zoohändler…

Definitiv machte er ihre aufgestellten Fallen mehr als einmal unbrauchbar, wobei Frau F. trotzdem reichlich  Kitten frühzeitig einfangen und in kontrollierte Hände vermitteln konnte.

Ich brachte Frau F. den toten Kater, wo sie ihn eindeutig als vor zwei Wochen gefangen und kastriert identifizierte. Das ehemals herbei gerufene Veterinäramt war bereits vor Ort, aber kann oder will nichts ändern!

Somit bleibt all dieser Scheiß an Einzelpersonen hängen, die mit Hausverboten, Hupkonzerten, verbalen und unverständlichen Attacken dennoch und immer wieder durch diesen miesen, gleichgültigen, geldgeilen Dschungel waten, solange sie es schaffen.

Komm` gut an, kleiner Kater, der Du bisher zwar ein entsprechendes Leben lebtest, was aber leider nicht verändert werden konnte. Wie Gisi und ich mittlerweile sagen: Du hast das brutale Leben überstanden. Mach es gut, liebes Tier …

In Erinnerung an Engelchen

Es begann am Mittwochabend plötzlich und unerwartet. Wie immer kamen die drei Zwerge angerannt, als ich mit gefüllten Tellern in der Hand ins Zimmer kam. Alle schienen putzmunter zu essen, doch bei Engelchen stimmte etwas nicht. Hatte sie am Mittag noch mit beiden Vorderpfoten ihren Teller verteidigt, so  mochte sie am Abend nur ein paar Häppchen und wollte anschließend auf den Arm, sich irgendwo verstecken. Immer wieder ermunterte ich sie, aber stattdessen erbrach sie die Häppchen.

Inzwischen war es 24.00 Uhr geworden, ich schickte Babette eine sms und legte Engelchen in ihre Höhle im Kratzbaum, deckte sie mit ihrer Decke zu.

Am Morgen um 5.00 Uhr weckten diesmal nicht die Wecker, ich hatte eh kaum geschlafen. Engelchen war schlapp und wankte, aber ich musste zur Arbeit und versprach ihr, ihr in ein paar Stunden wirklich helfen zu können. Babette meldete sich gegen 5.30 Uhr zurück und konnte auch nur den Rat geben, Engelchen zum Tierarzt zu bringen, denn bisher dachten wir beide an diesen bekannten Magen – Darmvirus, der mit dem richtigen Antibiotikum (meist) in den Griff zu bekommen ist.

Ich beeilte mich und verschob Fahrten auf den Nachmittag, kam gegen 10.00 Uhr nach Hause und schaute nach. Engelchen hatte enorm abgebaut, so dass ich dachte sie sei bereits tot. Aber Engelchen kämpfte und ich beeilte mich weiter, legte sie in eine Box und setzte die anderen beiden Zwerge in eine andere Box. Bei Dr. Brinkmann – Block durften wir sofort in den OP Raum, wo wir dennoch eine Weile warten mussten.

„Mädchen, mach keinen Quatsch, halte durch“, flüsterte ich ihr zu, doch sie lag apathisch und nach Luft ringend in meiner Hand. Nachdem die Tierärztin Zeit hatte, warf sie einen wissenden Blick auf Engelchen. Sie schüttelte den Kopf, begab sich auf meine gekrümmte Haltung herunter und sagte: „Diese Katze hat zu 99% einen genetischen Fehler, das sah ich letzte Woche schon und sie wissen es selbst.“

Ich nickte.

„Es hätte gut gehen können, aber es wäre eines der ewigen Sorgenkinder geblieben.“

Ich nickte erneut und zitterte, hörte nur dieses qualvolle nach Luft schnappen von diesem Winzling, der so sehr kämpfte.

Die Tierärztin gab Engelchen eine Narkose und nahm den nächsten Patienten an die Reihe.

Wieder einmal saß ich auf „meinem“ Stuhl, auf dem bereits Katze Schneckchen in meinen Armen unter Narkose einschlief.

Engelchen schlief ebenfalls ein. Schmerzlos, wie ich nur hoffen kann.

Blöderweise versuche und versuchte  ich mich zu rechtfertigen, im Grunde nichts falsch gemacht zu haben, denn von anderen Seiten hört man, dass Aufbaumilch das A und O sei … und so weiter.

Mach es gut, du kleiner Winzling, Engelchen, und komm` gut an! Du wirst viele Mütter und Freunde im Regenbogenland finden, die sich deiner annehmen. Es war eine sehr schöne und lehrreiche Zeit mit Dir, obwohl sie zu kurz war.

 

 

 

In Erinnerung an Bella

Bella war eine schwarze, wilde und zweijährige Katze. Sie wurde im vergangenen Oktober im Alter von ungefähr einem Jahr gefangen, kastriert, wieder frei gelassen und am 28.10.2011 musste sie sterben, weil ein Mensch ein Mensch ist.

Ich habe lange überlegt, ob ich ihr letztes Foto, was ich aus eigenen Gefühlen heraus machen musste, hier einstellen soll. Zuerst verkleinerte ich und speicherte einen Ausschnitt, aber das bringt nichts, denn es ist eine Tatsache und die Katzenheimat lebt mit Tatsachen, Freud und Leid. Dazu stand ich immer und werde es weiterhin tun. Ich will Niemanden mit diesem Foto schocken, lediglich darstellen, wie das Leben der frei lebenden Katzen aussieht oder aussehen kann. Selbstverständlich kann solch ein Schicksal auch jede Freigängerkatze treffen. Der feine Unterschied ist lediglich, dass Katzen mit einem Zuhause zumindest zwischendurch mit einem Dach über dem Kopf leben konnten/durften.

Über Bella kann ich nur wenig erzählen und dennoch so viel. Sie war eine derer, die ich durch Zufall entdeckte und die bei einer KFZ Werkstatt schon längst bekannt war. Bella lebte dort, huschte scheu hin und her und wurde mit ihrer Anwesenheit akzeptiert. Sie wurde gemeinsam mit ihrem ebenfalls scheuen Bruder oder Kumpel Max nicht gefüttert, denn Nein, weshalb auch? Es gibt schließlich genügend Ratten und Mäuse. Aber egal, Hauptsache sie konnte sich zumindest auf einem Stapel Pappe zusammenrollen und hatte einen Platz.

Seitdem ich wusste, dass sich an beschriebener Stelle zumindest drei Katzen, die inzwischen kastriert werden konnten, aufhalten, richtete ich dort eine Futterstelle ein, die seitdem täglich mit Wasser und Futter versorgt wird. Die Stelle sprach sich schnell herum und nicht nur diese drei Katzen futtern dort. Wie schon oft in der Katzenheimat erwähnt, so hoffe ich einen Überblick zu  behalten oder zumindest irgendwann zu bekommen, denn das ist mehr als schwierig, weil ständig neue Tiere auftauchen.

Es ist die gleiche Unfallstelle, an der auch Tiffy ums Leben kam. Tiffy und ihr Sohn Kimba.  Am Freitag rief mich Herr M. um kurz nach Sieben an und ich wusste sofort, dass es eine schlechte Nachricht sein würde. Herr M. fährt bereits um kurz nach Sechs durch das Hafengebiet, versorgt dort eine der Futterstellen und fährt anschließend zu seiner Firma. Auf dem Weg dorthin sah er Bella auf der Straße liegen, hielt als einziger Mensch in diesem boomenden Industriegebiet an und legte Bella an die Seite. Herr M. kannte Bella nicht, rief mich jedoch an und sagte Bescheid, da mir diese Katze eventuell bekannt sein könnte. Als ich um kurz nach Acht Uhr an der Stelle eintraf, fand ich Bella somit sofort. Sie wäre bis dahin zu einem Stückchen Fell reduziert worden, wenn Herr M. sie nicht beiseite gelegt hätte. Ich sah Spuren, wo LKW Fahrer scheinbar blind über die Katze drüber gefahren waren, nur um auf einen freien Halteplatz gelangen zu können. Die Frage ob Sinn oder Unsinn stelle ich längst nicht mehr. Es kostete nur wenig Überwindung Bella wieder zusammenzusetzen, damit ich zumindest in ihre Ohren sehen und eine inzwischen verblasste Tätowierung erkennen konnte. Und erneut kochte Wut in mir hoch, da weder eine Nummer noch ein Zeichen erkennbar waren. Nach einem Jahr lediglich ein Funken von Farbe, das war es! Mir persönlich reichte das als Erkennung und ihre verbliebenen Zitzen, die sie von Max unterscheiden, aber jede Tätowierung bringt nichts, rein gar nichts, wenn sie nach spätestens einem Jahr nicht mehr identifizierbar ist!

Und ja, ich weiß, es ist entweder Sentimentalität oder macht wirklich Sinn,  jedem auch noch so sehr absichtlich zerfahrenem Tier eine letzte Ruhestätte zu ermöglichen. In diesem Fall war es Sylvia, die mir gestattete in ihrem – seid gestern somit eingeweihten  – Garten einer der übersehenen und regelrecht verfluchten Katzen einen letzten Platz zu gewähren. Danke Sylvia!

Man muss nur daran glauben, auch wenn es schwer fällt. Aber Bella bekam meine tiefsten Wünsche mit auf den Weg: „Komm gut heim und treffe alle wieder, die bereits im Regenbogenland sind und nur auf dich gewartet haben. Mach es gut, liebe Bella, du wirst niemals vergessen sein.“

In Erinnerung an unseren Freund Gador

Leider mussten Gisela und Ralf unseren Freund Gador am Dienstag den 09.08. über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Die Leishmanioseerkrankung, die Gadors Körper zu sehr angegriffen hatte, war stärker. Sie war stärker als unser tapferer Kämpfer und sie war stärker als jede Medizin.

Es war in den letzten Monaten ein Auf und Ab und die Hoffnung ein ständiger Begleiter. Nachdem sich Gador soweit hatte erholen können, dass er wieder selbstständig laufen und sogar Stufen steigen konnte, war es für ihn das Größte, mit seinen Menschen  und all seinen Hundefreunden zusammen im Haus sein zu können.

Gador blühte auf, nachdem ihm sein kleiner Freund Basti, der ausgesetzt an einer Mülltonne gefunden worden war, immer und immer wieder Mut zugewinselt hatte.

Mehrere Ärzte der Tierklinik San Anton steckten ihr Wissen in seine Behandlung, die unter anderem eine Spritzenkur, die zweimal täglich verabreicht werden musste, erforderte. Selbst diese schmerzhafte Prozedur ließ Gador ohne zu murren über sich ergehen.

Als Gador erkannte, dass ihm Liebe entgegengebracht wurde, gab er sie tausendfach zurück, er genoss es, nun ganz nah bei Gisela und Ralf sein zu können und er genoss sein Leben in vollen Zügen. Er vertraute, war dankbar und einer der unverwechselbaren Freunde, speziell für Gisela.

Gador wurde Anfang Mai bewegungsunfähig und ausgehungert gefunden. Was ihm in seinem jungen Leben widerfahren sein muss, erzählten sein Blick, seine unbehandelte Krankheit, seine Wunden am Hals und seine in Verzweiflung abgekauten Zähne. Dennoch war Gador bereits zu Lebzeiten ein Engel, der uns Menschen zeigte, was das Wort Liebe bedeutet.

Trotz aller Mühe bekam Gador am Samstag einen Rückschlag. Er mochte nun nicht mehr essen und nicht mehr trinken, die Kraft zu kämpfen verließ ihn. Es wurde eine weitere Behandlung in Erwägung gezogen, doch am Dienstag lief Blut aus seiner Nase und er konnte erneut nicht mehr aufstehen.

Es war für Gisela und Ralf wieder einmal ein enorm schwerer Schritt, aber Gador zeigte, dass er bereit war und Gisela erfüllte ihm diesen letzten Wunsch. Wie immer blieb sie auch bei Gador, legte sich zusammen mit ihm auf den Boden und sprach ihm Mut zu, begleitete ihn bis zum letzten Moment, damit er den Weg über die Regenbogenbrücke gehen konnte.

Mach es gut, lieber Gador! Oskar, Simon, Rübe, Otto, Mimo, Pepita, Sorry und viele weitere Freunde werden Dich beschützen. Wir werden Dich niemals vergessen, Du tapferer Schatz.

Tina hat eine virtuelle Gedenkstätte errichtet. Wer möchte, kann dort eine Kerze für Gador anzünden: Für Gador