Futterstellen

Auch wenn es private Veränderungen hinsichtlich Umzug gibt, werden die frei lebenden Katzen keinen Tag lang vergessen. Eigentlich keine Stunde lang, denn der neue Sorgenfall verbrauchte reichlich Zeit, weil ich stets in Sorge war, ob er heile über die Straße kommt, ob er überhaupt noch anwesend ist und einigermaßen gesund. Ende August wurde eine Kirmes in dieser Stadt aufgebaut und logisch, sie grenzt jedes Jahr aufs Neue direkt an einer der Futterstellen. Man hat ja auch sonst keine Probleme und ist schon froh, wenn es keine schlechten Nachrichten gibt.  Eine fünfte Stelle ist ab 11.00 Uhr gar nicht mehr zu erreichen, wegen Durchfahrverbots. Das heißt für mich jedes Jahr aufs Neue Vertretung an diesen Tagen für Frau N., die in der anliegenden Straße eine Katzenfutterstelle versorgt. Da man nicht den ganzen Tag Zeit hat und nebenher ein bisschen arbeiten muss, heißt es abends ab Feierabend: Durchfahrverbot. Gut, wer Jemanden kennt der ebenfalls Futterstellen versorgt und gleichzeitig berufsmäßig um 7.00 Uhr durch diese Straße muss. Somit ergänzt man sich und kein Tier muss hungern. Innerhalb der vergangenen Jahre durfte ich bereits einige Nerven verlieren, hinsichtlich des Verkehrschaos` und Menschenaufläufe, die dieses Spektakel regelmäßig mit sich bringen. In diesem Jahr gab es als Highlight einen alten, kraftlosen und tauben Kater zusätzlich. Meist lag er pünktlich neben seinem Baum und schlief, durch Futter wurde er geweckt, mampfte sein Fresschen, putzte sich und ging aufs gegenüberliegende Gelände … über die Straße. Bis es soweit war, wartete ich und begleitete ihn quasi über die Straße, schaute links und rechts, was er nicht tat. Wie er jeweils wieder zurückkam? Er muss einen Schutzengel an seiner Seite haben.

Ach, ich vergaß, denn das dritte Problem waren die diesjährigen Temperaturen, die aufgrund der Wärme Wespen und Fliegen zuhauf aufkommen ließen. Das bedeutet Warten, warten auf den Sonnenuntergang bis die Grillen zirpen, denn diese lösen Fliegen und Wespen ab. Ansonsten war ein Hinstellen von Futter auf Dauer undenkbar. Das schob somit auch einen Feierabend nach hinten, der aufgrunddessen inklusive Nachhausefahrt  oftmals erst um 22.00Uhr begann. Summa summarum war es  ein diesjähriger schwieriger Sommer, in dem es kaum regnete – aber gut, dafür gab es auch kaum Schnecken, die durch die Futterschalen krochen.

Aber alles wird gut und nun beginnt es kälter zu werden, was die nächsten Probleme mit sich bringen wird, eben ein Kreislauf mit Voraussicht.

Futterstelle

Futterstelle 1Auch ein spezielles Rudel Lachmöwen weiß das und gibt wieder einmal keine Ruhe, bis es sein Futter bekommen hat:

Futterstelle 2

Neuer Sorgenfall

ist ein eventueller Kater, den ich bereits an verschiedenen Standorten sah und den ich hier schon einmal erwähnte. Er lief extrem weit durch die Gegend und scheint kaum noch etwas hören zu können, denn sein Verhalten gleicht einem alten Tier, das  kaum noch Scheu und zuwenig überlebenswichtige Aufmerksamkeit zeigt. Am vergangenen Dienstag stellte ich gemeinsam mit Ulrike meine Falle auf, doch meine Falle klemmte oder schloß erst gar nicht. Zweimal wäre das Katerchen drin gewesen, aber es sollte nicht so sein. Stattdessen lief er über die Straße und ich machte mir Vorwürfe.

Katerchen kam allerdings zurück und mittlerweile kennt er unser Ritual und er wartet abends auf Futter. Er liebt Katzenmilch, wie ich vor einigen Tagen feststellte. Heute bat ich Ulrike bei ihm vorbeizufahren, um ihn nicht zu enttäuschen, da an Wochenenden Herr L. nur morgens füttert und ich mir den weiten Weg nicht antun möchte, nicht antun muss, da die Futterstellen die ganze Woche über gut versorgt werden.

Aber Katerchen wartet zu seinen nun eingeübten Zeiten und deshalb Danke an Ulrike, für ihre heutige Fahrt und Versorgung des alten Herrn. Wir planen für die kommende Woche einen erneuten Versuch mit anderer Falle, ich bin nur im Zweifel, was mit Katerchen geschehen soll. Ob er eingesperrt leben kann und will? Er schläft viel und legt sich auch ohne Versteck in die Sonne. Ein Verhalten, wie es nur alte Katzen an den Tag legen. Er lebt gefährlich, hat einen siebten Sinn, aber sein Gehörsinn reicht ihm Geräusche weiter, die längst an ihm vorbeigerauscht sind. Futter riecht er und nur mit dem Duft einer gefüllten Schale kann man ihn  wecken. Auf Zurufe reagiert er nicht.

test-kater

Habt alle eine gute Woche!

Liebe Grüße

Sabine

Achter August im Jahre Zweitausendreizehn

Presse-Mitteilung

Internationaler Tag der Katze:
Streunerkatzen in Deutschland leiden

Hattersheim, Hamburg, Pfullingen, 8. August 2013. Über acht Millionen Katzen leben in Deutschlands Haushalten, damit ist die Katze das Haustier Nummer Eins. Doch was viele nicht wissen: Schätzungsweise zwei Millionen Streunerkatzen vegetieren auf unseren Straßen dahin und führen ein erbarmungswürdiges Leben. Anlässlich des Internationalen Tages der Katze am 8. August weist das Bündnis „Pro Katze“, ein Zusammenschluss der drei großen Tierschutzorganisationen TASSO, VIER PFOTEN und Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt), auf das Leid der Streunerkatzen in Deutschland hin.

„Ausgemergelt, schwach und krank streunen sie durch Städte, Gewerbegebiete und Fabrikruinen: Katzen, die kein Zuhause haben, immer auf der Suche nach Futter. Viele gehen qualvoll zu Grunde, verhungern oder erfrieren,“ erklärt Mike Ruckelshaus, tierschutzpolitischer Sprecher von TASSO e. V. „Die Ursache dieses Tierleids sind unkastrierte Hauskatzen. Denn nur wenige Menschen lassen ihre Katze kastrieren; so zeugen Freigänger weiter Nachwuchs mit Streunern, und die Streunerkatzen vermehren sich immer weiter. Die Zahl der Nachkommen von nur einer Katze steigt so nach nur wenigen Jahren in die Tausende!“

Martina Stephany, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN ergänzt: „Tierheime und Tierschutzvereine kastrieren seit Jahren herrenlose Katzen, doch das Problem der unkontrollierten Vermehrung ist nicht in den Griff zu bekommen. Die einzige tierschutzgerechte Möglichkeit, das Problem der Streunerkatzen bundesweit und nachhaltig zu lösen, sind flächendeckende gesetzliche Regelungen zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Hauskatzen mit Zugang ins Freie.“

„Leider hat die Bundesregierung bei der Novellierung des Tierschutzgesetzes keine bundesweiten Regelungen zur Kastrationspflicht aufgenommen, sondern die Verantwortung auf die Länder übertragen. Daher appellieren wir an die Landesregierungen, von der Ermächtigungsgrundlage des § 13b Tierschutzgesetz Gebrauch zu machen und landesweite Verordnungen zur Katzenkastration zu erlassen“, sagt Petra Zipp, Vorsitzende des bmt. „Über 250 Städte und Gemeinden gehen schon jetzt mit gutem Beispiel voran und haben eine Kastrationspflicht erlassen. Wir ermutigen alle Kommunen, selbst aktiv zu werden und nicht auf eine landesweite Kastrationspflicht zu warten!“

Mehr Informationen unter www.tasso.net/Kastration-von-Katzen

© Copyright TASSO e.V.

Ich ging heute mit Hündin Bella und entdeckte einen Suchflyer an einer Laterne: Kater Nick entlaufen. Einjähriger weißer Kater mit grünen Augen, der „normalerweise“ nur drei Tage lang fort bleibt. Er ist nicht gechipt, nicht tätowiert und nicht kastriert. Wer ihn sehe oder finde, solle bitte eine Alexandra anrufen. Mein Gedanke dazu: Jeden Tag steht ein Dummer auf, und solange es eine bombastische Anzahl von Dummen gibt, wird sich das Katzenelend nicht eindämmen lassen.

Mikesch

Einfach nur so: Mikesch

Mikesch

Katze Hermine (Teil 7)

Ich musste selber nachlesen, um die Einfang – Krankheits – Gesundungs und den weiterführenden Werdegang von Hermine wieder aufzurufen. Die Zeit scheint zu rasen und ich kann mir nur noch Sylvester merken, alles andere rauscht im Eiltempo an mir vorbei. Hermine lebt seit April vergangenen Jahres bei uns und es gab Tiefen und Höhen, wie man jederzeit nachlesen kann. Hermine intergrierte sich, konnte nur wenig tierärztlich untersucht werden, aber wurde mir gegenüber inzwischen immer zugänglicher. Wie eine alte Wilde eben, denn auch die draußen lebenden Katzen/Kater zeugen irgendwann von einer Art Gleichgültigkeit. Im schlimmsten Falle setzen sie sich mitten auf eine Straße und warten ab … was passieren wird.

Hermine suchte sich vergangene Woche einen neuen Platz, wie Katzen so sind, denn Abwechslung muss sein. Ganz anders Hunde, die ihr zugewiesenes Körbchen niemals aufgeben würden. Allerdings verkroch sich Hermine im Küchenschrank, der für Katzen von hinten begehbar ist und stets ein Zufluchtsort all der Wilden darstellt. Nur, Hermine ist keine wirklich Wilde mehr und musste Schmerzen oder ein Problem haben. Sie bekam schlecht Luft und ihr rechtes Auge tränte. Sobald ich ihr das Auge säuberte, hatte ich bräunliche Flüssigkeit am Tuch. Somit verabredete ich für vergangenen Donnerstag einen Termin bei Dr. Scherer. Mir war zwar Angst und Bange, denn irgendwie habe ich kaum noch Lust auf all diese Dramen, von wegen Einfangen, Gekeife, Gekratze, Bockigkeit und Verkriechen. 😉

Hermine ließ sich relativ leicht in die Box bugsieren, obwohl ich ihr die gespreitzten Beine einklappen musste. Naja, es ging ihr nicht gut, deshalb reichten sanfte Einklappmaßnahmen.

HermineAuf jeden Fall mussten wir nicht lange warten, und als wir Hermine in der Praxis quasie „Oben ohne“ an die Luft ließen, nutzte sie die Gelegenheit und führte sich wie die angemeldete Wilde aus. Sie sprang vom Tisch, hechtete im Raum herum und musste letztendlich mit einem Kescher eingefangen werden. Ich wiederhole mich: Irgendwie habe ich kaum noch Lust auf all diese Dramen, von wegen Einfangen, Gekeife, Gekratze, Bockigkeit und Verkriechen.

Dr. Scherer untersuchte Hermine somit auf dem Boden und mal ehrlich, das kann man nicht jedem Tierarzt zumuten. Aber sie kam zu einer Lösung und meinte, dass Hermines Zahnfleisch heftig entzündet sei: „Sehen sie, rot und schlimm entzündet!“

In der Tat – und nun?

„Ich muss die Katze in Narkose legen und schauen, in einer Stunde etwa habe ich Zeit … aber Quatsch, jetzt haben wir sie einmal im Griff und jetzt mache ich weiter. Der Hund, der eigentlich dran wäre, kann warten.“

Somit bekam ich eine Dreiviertelstunde Zwangspause  – Pause von allem – . Ich ging in den nebenan liegenden Supermarkt, kaufte einen halben Liter Milch und ein so genanntes Käseblättchen. Voller Rezepte und wertvoller Tipps fürs Leben. Schminktipps, Stylingtipps inklusive Lebensberatung. Alle Achtung, die Kurzgeschichte traf ungefähr 100 Zeilen, war  vorhersehbar  und die Zeit nicht wert, aber was sollte es: Ich hatte Zeit und las die banale Welt.

Um kurz vor Eins klingelte ich und eine putzmuntere Hermine empfing mich, die Kurznarkose hatte ihr nichts ausgemacht, lediglich die Box war nass.

Hermines Schleimhäute wirkten extrem blass, was auf alles mögliche schließen lässt. Dr. Scherer zapfte Blut ab und fragte, ob sie es untersuchen solle. Selbstverständlich, das war eh nötig. Ich fragte, wie viele Zähne sie ziehen musste und sie antwortete: „Keinen einzigen.“ Es war Zahnstein, der wie beim Menschen Parodontitis erzeugt. Aber die hellen Schleimhäute gaben zu denken und ich sollte Meldung bekommen. Am Nachmittag rief sie an und es  geht  weder Gefahr von Nieren – oder Schilddrüsenproblemen aus. Die niedrige Anzahl von roten Blutkörperchen kann eine Resonanz einer/dieser Entzündung sein, oder bedeutet Leukose und all die weiteren Krankheiten. Somit wird Hermines Blut auf Reisen geschickt und nochmals untersucht. Hermine ist nach dieser Behandlung munterer als je zuvor. Machten das sonst die kleinen Pflegemiezen, so muss Müll nun auch wegen Hermine schnellstens entsorgt werden.

Manch ein Tierschützer wird mich für verantwortungslos halten, weil von Hermine eine (Gesundheits)Gefahr ausgehen kann. Dazu sei gesagt, dass ich das von Anfang an wusste. Ich kann allerdings kein Tier auf der Straße sitzen lassen und mich nicht kümmern.

Hermine 1