Katze Meili

Zuerst möchte ich Euch, die Ihr beim vorletzten Artikel einen aufbauenden Kommentar hinterlassen habt, ganz herzlich danken! Das tut sehr gut, denn manchmal fällt es schwer, den Kopf oben zu halten. Die Facebookkrake ist mir unwichtig, was Christina sagte passt jedoch, denn auch auf Nachfrage und Bemühungen wird nicht reagiert. Leider kann ich mich dadurch auch nicht abmelden, aber egal.

Kommen wir zum tatsächlichen Leben, das Würmer hinterlässt und ängstlich ist, weil es, nun völlig alleine gestellt, Panik hat.
Meili 2

Vergangenen Donnerstag wusste noch niemand, dass es eine winzig kleine Katze gibt, die am Abend in eine Falle ging. Obwohl sie von Ulrike zuerst als Ratte eingeschätzt und bereits vor ein paar Tagen gesehen wurde, ist sie nun hier, die Meili. Denn wohin mit ihr?
Herauslassen kann man sie nicht mehr, da sie erst geschätzte zwölf Wochen jung ist. Sie würde erwachsen werden, sich in einigen Monaten von einem unkastrierten Freigänger decken lassen, Kitten zur Welt bringen und selber verwildern. Ein ewiger Kreislauf. Und entweder beschweren sich Nachbarn oder es ist kein Platz vorhanden und niemand reißt sich um einen kleinen, halbwilden und Durchfall fabrizierenden Katzenwelpen. Die stinken und nachdem sie vom Tierarzt eine Portion Stronghold verabreicht bekamen, kann es passieren, dass Spulwürmer herausgeschwemmt werden, wie es bei Meili der Fall ist. Das Streu der Klos, die Meili benutzte, musste komplett entsorgt, die Toiletten desinfiziert werden.
Katzenwelpen ins Tierheim geben? Wo ebenfalls niemand Zeit hat und sich ständig über Geldmangel beschwert wird? Wo die Gefahr einer Frühkastration und eines Aussetzens besteht, wenn ein Katzenwelpe nicht zahm wird und sich als unvermittelbar herausstellt! Manchmal geht es gut und ich möchte keiner Tierheimleitung zu nahe treten, aber oftmals kotzen mich diese Aussagen an. Man muss ja schon DANKBAR sein, dass wir hier keine offiziellen Tötungen vorfinden. Wir freiwilligen Tierschützer arbeiten hauptberuflich ganz woanders, das hier ist ein unbezahlter Nebenjob, der das hauptberuflich verdiente Geld für diese Nebentätigkeit verschlingt.

Zuerst wurde unser drittes Zimmer umgeräumt um Platz zu schaffen, für den großen Käfig, der eigentlich als Ausheilkäfig für künftige kastrierte und wilde Katzen angeschafft wurde. Er stand mit seinen Maßen 116 x 86 x 77 cm noch eingepackt im Gartenzimmer herum und wie sich aufgebaut herausstellte, ist er ungeeignet für kleine Katzen. Ein großer Spalt zwischen all den Streben lässt Platz, um die Auffangschale heraus – und hinein schieben zu können. Gute Lösung, aber kein Thema für Winzlinge.
Meili musste somit erst einmal in den bewährten Hasenstall ziehen, und der Herr des Hauses musste am Samstag ins Bauhaus. Er kaufte Holz, sägte und baute, damit die unteren Spalten Kleinkatzenausbruchsicher gemacht werden konnten. Währenddessen war mir Meili aus den Händen geflüchtet, und, wie dieser Zahm – oder Wildheitstest zeigte, benötigt sie Zeit. Eine Nacht lang ließen wir sie in Ruhe, sich verstecken in den kleinsten Ecken, schloßen die Tür und schliefen bei geschlossenem Fenster. Meili musste ständig aufs Klo, hinterließ Spuren drinnen und daneben und hatte plötzlich gar keinen Hunger mehr, obwohl sie die Zeit vorher fast 400g schaffte. Das kleine Katzenmädchen ist ängstlich, ihre Angst, aufgrund ihres Alleinseins von Mutter und eventuellen Geschwistern getrennt, kann ihr kein neues Umfeld ersetzen.
Am Sonntag nahm ich sie mit einem Handtuch bewaffnet aus einem winzigen Spalt aus der hintersten Ecke, denn selbst Futter konnte sie nicht in ihren großen Käfig locken. Wir säuberten ihren kotverschmierten Popo indem wir ein Handtuch um sie wickelten, reinigten mit warmen Wasser und trockenem Tuch das Hinterteil samt Hinterbeinchen. Anschließend lag sie ganz weit, im hintersten Eck der Kratzbaumhöhle und erholte sich vom erlebten Stress.
Meili 1
Mittlerweile ist Weihnachten fast herum und Meili wird neugierig. Zumindest konnte sie sich mit ihrem eingeschränkten Umfeld arrangieren, nutzt das Katzenklo und meldet sich, wenn sie hungrig ist.
Meili 3
Da sie hin und wieder immer noch Durchfall hat, werden ihre Mahlzeiten reduziert und auf mehrere Mahlzeiten verteilt. An den Feiertagen klappte das recht gut, aber auch hier hapert es oftmals an Zeit, wegen der hauptberuflichen und nebenberuflichen Arbeiten. Aber die anderen Katzen werden zu einer Hilfe, da Meili sie beobachten kann ohne angegriffen zu werden, was unserer Hausmannschaft allerdings nicht im Traum einfällt. Meili ist jetzt da und somit schauen wir weiter.
Ein junger Kater konnte von der Katzennothilfe ebenfalls gefangen und kastriert werden. Er tat Ulrike sehr leid, da sie ihn nach seiner Ausheilphase an selbiger Stelle herauslassen musste, obwohl er nicht allzu wild wirkte.
Aber auch bei ihm: Wohin? Wäre er nicht gefangen worden, hätte er irgendwann Katze Meili decken können, denn beide stammen von derselben Stelle.
Wilder Kater

Mittendrin kam eine weitere junge Katze hinzu, die bereits am Anfang einer Trächtigkeit stand. Eigentlich fängt man in dieser Jahreszeit keine Katzen wegen ihres anschließend geschorenen Bauchfelles, aber die momentane Witterung lässt es haarscharf zu. Diese ungefähr ein Jahr junge Katze musste kastriert werden, kam ein paar Tage in Frau N´s. Dachzimmer unter, aber dieses Tier wollte wieder heraus, an ihren angestammten Platz.
Wilde

All diese Katzen werden von uns unter meist schwierigen Umständen versorgt, sehr oft wie in einem Wild West Film, wo man sich auf ein Gelände schleichen muss. Die Dunkelheit ist ein wahrer Freund. Auch wenn ständige Gegner argumentieren, dass es sich um Wildtiere handelt und sie alleine klar kommen. So kann das nicht stimmen, da echte Wildtiere von der Natur gegebene Weisheiten mitbekommen, da sie niemals Nachwuchs zeugen, wenn sie wissen, dass die Umstände keine Nahrung zulässt. Bei Katzen ist es leider anders und selbst wenn sie nicht versorgt werden, sie kennen diese Weisheit nicht, da jede hiesige „Wildkatze“ von einer ehemaligen Hauskatze abstammt.
Ein extrem scheuer Kater konnte inzwischen auch wieder am Hafen gefangen und kastriert werden …. aber wie man sieht, er will es nicht anders, nur seine Freiheit.
wilder kater 1

All diese Tiere hinterlassen eine Kerbe im Leben, und es ist immer wieder schön, wenn man sie nach solch einer Aktion gesund wiedersieht. Wenn nicht, muss man handeln, aber auch aus diesem Grund gibt es diese, für viele Menschen verhasste Futterstellen – und unsere ständige Aufopferung.

Habt eine gute Zeit bis zum Jahreswechsel mit lieben Grüßen

Sabine

Kater Freddy und kleine Rückmeldung

Lang, lang ist`s her, dass sich die Katzenheimat gemeldet hat. Aus diversen Gründen. Einerseits aufgrund Veränderungen wegen Umzug und edlicher Umstellungen, aber hauptsächlich weil es einige … wie soll ich sie nennen? Mit sich selber unzufriedene Möchtegerntierliebhaber? Oder angebliche Tierschützer, die einem kurz zuvor kennen gelernten Tierschützer die Butter nicht auf dem Brot gönnen? Ich leide unter Profilneurose, würde alles nur schönreden und solle die Wahrheit preisgeben.
Ach, gibt es eine zweite Wahrheit?
Obwohl mir seit Jahren all diese endlosen und völlig nutzlosen Meinungen am Ärmel vorbeigehen, gebe ich zu, dass es diesmal ein ganz klein wenig zuviel war, sozusagen der Tropfen, der ein Fass zum Überlaufen bringt. Aber was soll es? Die Zeit heilt Wunden und Sonne lässt Wasser verdunsten. Hinzu kommt, dass mein Konto bei Facebook geknackt wurde und mir all das sowas von scheißegal ist!

Der Winter streckt mit Meilenstiefeln voran treibend seine kalten Finger aus, aber den meisten Katzen geht es gut. Kater Micky hingegen hat große Probleme, weil seine Heimat wieder einmal umziehen muss und er sich nur schwerlich umgewöhnen möchte. Er musste sich aufgrund Veränderungen schon oft umgewöhnen, aber er wird nicht jünger und einen alten Baum pfanzt man nicht um, schon gar nicht wenn er nicht mag. Manchmal spielt das Leben einen bösen Streich nach dem anderen. Ich helfe ihm wie es möglich ist, allerdings ist ein Kater, der aufgrund Veränderungen völlig durch den Wind ist, kaum noch händelbar. Geduld ist gefragt und ständige Umsorgung soweit möglich. Immer da sein, wenn Micky Hilfe benötigen sollte.

Kater Freddy hingegen hatte Glück. Großes Glück sogar und wenn sich für ihn nicht andauernd Veränderungen aufgetan hätten, wäre er jetzt eventuell nicht mehr am Leben.
Durch einen befreundeten Tierschutzverein konnte ein Zuhause für ihn gefunden werden. Nicht nur das, denn Freddy entpuppte sich im Laufe der Wochen zu einem besonderen Kater, der extrem viel Aufmerksamkeit und Fürsorge regelrecht fordert. All das steht ihm nach seiner schweren Zeit, in der er augenscheinlich nach etwas Besserem suchte, zu. Er ließ sich seinen Umzug gefallen, tat als wenn nichts gewsen wäre, nachdem man erkennen konnte, dass er kein wilder Kater ist. Freddy wollte vielleicht sogar ein Hund werden, denn er sitzt nun in seinem Innenhof eines ehemaligen Bauernhofes und heult den Vollmond an. Sobald sein Herrchen am Auto schraubt kommt Freddy hinterher, setzt sich neben sein Herrchen und legt ihm die Pfote aufs Knie.
Freddy 3
Seine erste Gabe Flohkur war eine Pipette zuwenig. Familie N. musste Katze Mia und die gesamte Umgebung mit Kur und Flohabwehrspray behandeln, aber dennoch stehen sie zu Kater Freddy und ich bin seiner Familie sehr, sehr dankbar dafür! Seine Untersuchungen ergaben genau das, was vermutet wurde: Freddy ist über zehn Jahre alt und seine Hüfte samt Wirbelsäule sind beschädigt. Sei es durch einen Unfall oder Misshandlung, wobei ich aufgrund seiner Zutraulichkeit auf einen Unfall tippe, wegen seines schlechten Gehörsinnes. Bei diesen Untersuchungen unterstützte uns die Tierhilfe Rhein- Main-Ruhr finanziell und auch dafür danke ich sehr! Freddy scheint aus dem Ausland zu kommen, denn die behandelnde Tierärztin meinte, seine jeweils drei Kerben in beiden Ohren als Kennzeichnung aus dem Auslandstierschutz zu erkennen. Er bekommt Schmerzmittel, die allerdings auf Homöopathische Mittel umgestellt werden.
Freddy 2

Und wie läuft es hier? Ui,ui, da muss ich jetzt aber arg aufpassen, wegen der Profilneurose. Dabei ist ein Blog eine Art Tagebuch und wenn ich mich erinnern möchte, suche auch ich oft nach. All die Neider können sich bei WordPress einen eigenen Blog erstellen und von ihren Pupsen erzählen. Ich muss sie nicht lesen!

Bisher läuft der normale Wahnsinn recht gut und fünf Freigänger rauben Nerven, wegen ständiger Angst, jedoch muss man bei Gelegenheit loslassen und Katzen in relativ sicherer Umgebung herauslassen. 100% tige Sicherheit gibt es nie, Gefahren lauern überall, jedoch kamen bisher noch alle zurück …

Romina auf dem kalten Ziegeldach
Romina auf dem Dach

Perlchen in Startposition
Perlchen

Charlie
Charlie

Kater Mikesch, nachdem er vor Hunden flüchten musste:
Mikesch im Baum

Hermine
Hermine

Romina
Romina

Bella und Hermine
Bella und Hermine

Alles in allem hat sich die Lage entspannen können, da sich Katzen und Kater viel besser aus dem Weg gehen können und ausgeglichener werden. Selbst der gemobbte Mikesch darf jederzeit wieder herein, obwohl ich wegen Romina, der Hausherrin anders dachte. Spannende Luft schnuppern und kleine Mäuse killen ist eine Kategorie höher, als auf einem vernetzten Balkon zu hocken. Es ist leider so, auch wenn die Nerven der Besitzer zerbröseln. Eben alles für die Katz`. 😉

Vielen, vielen Dank!

Jetzt wird es kompliziert, denn die Katzenheimat, bzw. die Tierhilfe Rhein-Main- Ruhr bekam eine überaus großzügige Futterspende von den Hussens in Wiesbaden. Weil ich unter Husse bei Google suchte, bekam ich jede Menge Stuhlüberwürfe zu sehen. Nett anzusehende Teile sind darunter und manchmal fällt einem durch Zufall eine Verschönerung ein. Auf Wortgeflecht und Aphorismen komme ich gedanklich gerade, aber nun denn, es ging definitiv nicht um unwichtigen Stoff, sondern um Trockenfutter für Katzen.
30 Kg gutes Trockenfutter – von Wiesbaden nach NRW, gespendet von DEN Hussens in Wiesbaden!
Ein sehr weiter Weg, wenn es sich nicht um Lebensnot handelt und man gerade so gar keine Zeit hat. Stefan S. löste das Problem und fuhr von Wiesbaden von seinen Eltern aus in seinen Lebensraum, der dennoch über 30 Km entfernt liegt. Anschließend rief er mich, die Begünstigte oder Auserwählte an, die das Futter an die korrekten Stellen verteilen würde. Ich stand bildlich gesehen auf dem Schlauch, da ich viel zu kompliziert an eine liebe Nachbarin dachte, die die Säcke hätte entgegen nehmen können. Es war Freitag um 7.00 Uhr morgens und obwohl ich bereits fitt und bereits eine Stunde am arbeiten war, schien mein Hirn noch zu schlafen. Stefan meinte, dass er in den nächsten Stunden in der Nähe sei, einen Abstecher einplanen könne – „und wohin unterstellen?“
„Am besten gleich vor die neue Adresse, oder?“, sagte Stefan, obwohl er noch nie dort war.
Oh Mann, ja klar, das war die Lösung!
Somit fuhr Stefan zu unserer neuen Behausung, legte 30 KG Hussens Trockenfutter unter die Plane, die dort momentan samt abgerissener Küchenwand vor UNSEREM Eingang liegt, sagte Bescheid und ich freute mich, fuhr in der Pause hin und stellte die Säcke ins Trockene.

Spende 4

Wenn ich Glück habe, liest jeder von Euch meine Freude aus jedem Buchstaben heraus, denn mehr Worte gibt es keine, unser Alphabet hat nur 30 Buchstaben zur Möglichkeit des Ausdrückens von Worten. Die jeweiligen Gefühle muss man versuchen hinein zu interpretieren und das wahrhaft ehrlich. Ich danke der Firma Husse jedenfalls von Herzen und verspreche, dass diese Spende reichlich Katzen zugute kommen wird!
Ganz herzlichen Dank!

Lieben Dank auch an die Tierhilfe – Rhein- Main – Ruhr und an Mitdenker Stefan, der sich enorm viel Mühe gegeben hat!
Danke Euch allen!

Vielen, vielen Dank!!

Es ist viel aufgelaufen in letzter Zeit und bevor ich wegen dazugehörendem Wechsel ab Montag nicht mehr ins Internet komme, muss ich unbedingt einige Dankeschöns loswerden!

Der Reihe nach:
Als erstes bedankt sich die Katzenheimat bei Anke I., die innerhalb der vergangenen Monate zwei Päckchen an uns verschickte. Sie waren ähnlich verpackt wie Katjas Pächskens, jeweils kunterbunt zusammengestellte Überraschungen mit wertvollem Inhalt. Man sieht diesen jeweiligen Päckchen die liebevolle Zusammenstellung an und es macht sehr, sehr glücklich, diese Verbundenheit und eine wirkliche Überzeugung zu sehen. Das sind immer wieder diese Momente in denen ich erkenne, dass ich nicht alleine bin.

Spende
Durch Anke lernte ich sogar einige neue Futtersorten kennen, wie Grananatpet und Catz-Finefood. Speziell Granatapet wird gerne gefuttert, und man sieht dem Inhalt an, dass sich der Hersteller Gedanken über Katzenernährung macht.Ebenso das Trockenfutter von almo nature, das wirklich, wirklich schweineteuer ist, aber gut.
Nebenbei waren Schalen und Spielsachen in den Päckchen und ich kann nur sagen, dass sich sämtliche Katzen darüber gefreut haben und es immer wieder tun, denn speziell die unkaputtbaren Schalen sind für Draußen Gold wert.

Spende 1

Spende 2

Liebe Anke, allerherzlichsten Dank! Ich kann all das nur wieder gut machen, indem ich mich weiterhin um einen kleinen Teil unserer Welt kümmere, ob bei Regen, Schnee oder Hitze bei der Wasser fehlen würde, wenn nicht …, aber das weißt Du und deswegen hilfst Du. Lieben Dank!

Kater Freddy

Der neue Sorgenfall wurde Freddy getauft und ich kann Euch beruhigen, denn Kater Freddy ist erst einmal in Sicherheit.
Freddy 1

Wie im Beitrag Futterstellen erwähnt, hilft man sich gegenseitig, wenn Not am Mann ist. Ich versorgte die unzugängliche Futterstelle von Frau N. und sie kümmerte sich an den vergangenen Wochenenden um den Kater, der die abendlichen Zeiten nun einmal kannte und nicht enttäuscht werden durfte, da die Gefahr bestand, dass er auf der Suche nach Futter wieder weiter wanderte. In seinem Zustand wäre das übel gewesen, denn auch ein Schutzengel kann irgendwann abgelenkt sein. Für mich bedeuten Fahrten von Zuhause zum Hafen 27 Km pro Strecke und Frau N. wohnt etwas näher dran, so dass Katerchen nicht enttäuscht werden musste.

Am Freitag vergangener Woche wirkte er noch recht munter und ich wusste eh keine Lösung, wohin ich ihn hätte nehmen/geben können. Zudem musste er in Quarantäne, da er ohne Untersuchung zu keiner anderen Katze gelassen werden
kann. Vielleicht war er voller Flöhe und überhaupt sah er nicht gut aus. Mehr als auf ihn achten und mit gutem Futter versorgen, war nicht machbar. Er war definitiv taub, was sein Leben umso mehr gefährdete; auch eine Situation von vor Wochen ließ graue Haare wachsen, als Gras auf dem Gelände gemäht wurde, auf das er sich oft zurückzog. Männer rückten mit Rasenmähern und diesen Handmähern an, die ich „Igelkiller“ nenne. Obwohl Betreten des Geländes strengstens untersagt ist, weil es ein RWE Gelände voller Strommasten ist,rannte ich zu einem der Männer und bat ihn vorsichtig zu sein, da eventuell eine gehörlose Katze irgendwo liege. Zum Glück verstand der Mann, obwohl er mich zweifelnd anblickte. Aber diese Reaktionen sind mir schließlich bekannt, da man eh für verrückt gehalten wird. In gewisser Weise stimmt das sogar – was kümmert einen eine fremde, wilde Katze? 😉

Freddy 3

Sonntagabend rief Frau N. an und war der Meinung, dass es dem Kater sehr schlecht gehe. Er hocke auf den stillgelegten Eisenbahnschienen, sei apathisch und würde selbst auf Futter nicht mehr reagieren. Zum Glück hatte sie eine Lösung parat und bot sich an, ihn erst einmal in ihrem Dachzimmer unterzubringen. Sie würde nach Hause fahren, eine Transportbox holen und ihn versuchen damit zu fangen, denn in eine Falle ging er sowieso nicht, wie mehrmals ausprobiert. Ich gebe zu erleichtert gewesen zu sein, auch wenn manch einer der Meinung ist, dass eine wilde Katze nicht eingesperrt werden darf, aber man hatte dieses Tier nun lange genug beobachtet, um zu erahnen, dass der kommende Frost sein letzter werden würde. Er ging weder in die bereit gestellte Schlafbox, noch suchte er anderweitigen Schutz, sondern blieb dort liegen, wo ihn seine Pfoten hingetragen hatten. Einige unter Euch werden das Dachzimmer noch kennen – lang, lang ist`s her …

Somit sagte ich zu und verbrachte erneut ein paar unruhige Minuten, denn wenn der Kater nach Zurückkommen Frau N.`s zwischenzeitlich auf das unzugängliche Gelände gegangen wäre, hätte man wieder von Vorne anfangen müssen. Aber Hätte, Wenn und Aber: Er hockte immer noch an selbiger Stelle, Frau N. schlich von hinten an ihn heran, stülpte ihm das Oberteil der Box über seinen Körper und bekam irgendwie auch den Boden unter seine Beine. Laut ihrer Erzählung ließ er sich diese Aktion wehrlos gefallen, was ihre Entscheidung bestätigte.
Sie nahm Katerchen also mit, ließ ihn in ihrem Dachzimmer frei und im Normalfall springen wilde Katzen gleich ans Fenster, wollen raus. Nicht so Freddy, der das Zimmer inspizierte, um sich anschließend in die Fangbox zu legen.

Nun befindet sich Freddy seit einer Woche in „Gefangenschaft“, in der er die ersten Tage über laut miaute, schließlich wusste er mit seiner Situation nichts anzufangen. Er hat wirklich eine sehr laute Stimme, was daran liegen kann, dass er nichts hört. Zum Glück beschwerte sich kein Nachbar …
Auch gut Fauchen konnte er, aber Akut krank ist er nicht, einfach nur fix und fertig.
Ein Katzenklo schien er nicht zu kennen, sondern machte sein Geschäft neben das Klo und Pipi in eine andere Ecke. Somit trafen Frau N. und ich uns am Dienstag, putzten und saugten, stellten ein zweites Katzenklo auf und Katerchen ließ sich nicht stören. Er mampfte seine gekochte Hühnerbrust auf seinem erwählten Aussichtspunkt und babbelte anschließend wie ein Baby. Es klingt wie: „Mjam,mjam, mjam.“

Freddy
Da keine allseits gepriesene Federangel zur Hand war, ging Frau N. mit einer Küchenrolle auf ihn zu und streichelte mit dieser weichen Rolle über seinen Rücken, über seinen Kopf. Was wir beide nicht vermutet hätten: Freddy gab Köpfchen und schien sichtlich begeistert von diesen Berührungen. Der nächste Schritt war eine Hand, die die Streichelbewegungen der Rolle ablöste, und ab diesem Zeitpunkt kann Kater Freddy gar nicht genug davon bekommen. Man spürt dabei aber auch, wie stumpf sein Fell und wie dürr sein Körper ist. Auch seine zerfetzten Ohren und eine alte Wunde am rechten Bein sprechen Bände. Als ich mit meinem Kopf sehr nahe an ihn heranging, lehnte er sein Köpfchen an meine Stirn …
Das alles erleichterte aber auch den zweiten und wichtigen Schritt, nämlich eine Erstbehandlung mit Floh – und Wurmkur, die ich somit in Form einer Pipette besorgte. Am nächsten Tag bekam er sein Fresschen hingestellt, und eine Erste – Hilfe – Kur in den Nacken geträufelt, was er sich ohne zu Zucken gefallen ließ.

Beide Katzenklos werden nun auch regelmäßig und ordentlich benutzt: Eins für Pipi, eins für Häufchen.
Auf eine Generaluntersuchung ist meine Tierärztin bereits vorbereitet, aber vielleicht wird die gar nicht so dramatisch, wie zuerst angenommen. Wie es weitergeht steht immer noch in den Sternen, aber Schritt für Schritt. Freddy wäre gewiss ein dankbarer Kater bei älteren Menschen, die ihm Zeit und einen Balkon geben. Allerdings wird das ein Traum bleiben, da sich selbst Babykatzen schwerlich vermitteln lassen, und wer reißt sich um ein altes, geschundenes Tier, das nicht einmal hübsch anzusehen ist? Wir werden sehen und wenn wir endlich wieder etwas mehr Ruhe haben … wer weiß?