Hundetagebuch (1)

Hier möchte ich über die Eingewöhnungszeit meines Hundes aus Spanien erzählen, sozusagen als Fortsetzung von hier und hier und dem Beginn von allem hier

Er ist seit Samstag Abend Berliner. Ich hatte ja großes Glück, dass andere Leute aus Berlin ebenfalls einen spanischen Hund als Hausgenossen auserkoren hatten und so lieb waren, meinen kleinen Wuschel mitzubringen. So hab ich mir eine 1200 km – Autofahrt (Hin-und Zurück ) zur Übergabestelle sparen können. Ich bin den Leuten wirklich unendlich dankbar.

Mein Hundchen wurde also schon viele km bewegt, als ich ihn bekam.  Er wirkte aber nicht mitgenommen, eher etwas aufgekratzt. Ich machte  gleich eine kleine Runde mit ihm und er lief an der Leine, als würden wir uns schon immer kennen, vermutlich ist er nicht sehr wählerisch bei Menschen und hofft bei jedem auf freundlichen Umgang.

Eine halbe Stunde Autofahrt musste ich ihm aber doch noch antun, er wurde auf dem Beifahrersitz festgeschnallt und betrachtete sich von dort aus das abendliche Berlin, schien es geradezu aufzusaugen. Großstadt scheint ihm also nichts auszumachen.

Da die Strecke ampelreich ist, hatte ich schon im Auto Gelegenheit, ihn häufig zu streicheln und bemerkte dabei, wie dünn er ist.  Die Wirbelsäule steht hoch heraus, man sieht es unter seinem weichen lockigem Fell nur nicht so wie bei kurzhaarigen Hunden. Und da man ihn vor Abfahrt nach D frisiert hatte und er jetzt einen Kurzhaarschnitt trägt, kam etwas anders zu tage. Eine weiche Beule am Bauch, genau in der Mitte – ein Nabelbruch oder eine Fettgeschwulst? Außerdem hat er irgendwas am/im Hals, er keucht oder hustet ab und an – kann das Geräusch nicht benennen, als ob er den Hals freimachen wollte .
Nun wollte ich  ihn ja ohnehin gleich einem Arzt vorstellen, jetzt wirds wohl mehr als nur ein Status…

Wir machten noch eine Hofrunde und dann ging es ins Haus. Zuhause angekommen, machte er gleich ein Inspektion der Wohnung, Scheu gehört also nicht zu seinen Charaktereigenschaften.

 

Ich füllte ihm seine Wasserschale und den Futternapf, was ihn mit sichtlicher Freude erfüllte. Sein Futternapf war so schnell leer, wie es dauerte, ihn zu füllen und er sah mich erwartungsvoll an, ob es Nachschlag gäbe. Gabs aber nicht, weil ich Sorge hatte, er würde den Magen überstrapazieren. Eigentlich wollte ich seine Leine wegpacken, aber er zeigte  sichtlicher Freude, die in meiner Hand zu sehen, also zog ich meine Jacke wieder an und wir machten im Regen eine große Runde. Wasserscheu ist er also nicht.

Wieder zu Hause, gab es nochmal eine Portion Futter, die genauso schnell verschwand wie die erste und wieder mit diesem erwartungsvollen Blick endete. Ich bot ihm einen Kaustreifen an, damit wusste er aber nichts anzufangen. Einen Hundekuchen – den fand er genauso nutzlos wie den Kaustreifen. Getrockneten Pansen – naja gut, wenns nichts anderes gibt …

 

Dann gingen wir schlafen, er auf einer Decke neben meinem Bett , in ein Handtuch gekuschelt, da schlief er die ganze Nacht und bewegte sich kaum, und gegen Morgen begann er leicht zu schnarchen. Morgens hatte er keine Meinung aufzustehen, doch als er mitbekam, in der Küche tut sich was, da war er da – seine Futterprotion war… naja, das kennt ihr ja schon.

Als wir frühstückten, beobachtete er das wieder mit seinem hoffnungsvollem Blick, hielt sich aber zurück, da er merkte, dass wir ihn ignorieren. So rollte er sich auf dem ihm zugedachten Platz auf dem Sofa ein und schlief tief und fest, musste geweckt werden damit wir die Morgenrunde machen konnten.

Am Donnerstag wir er getötet

Am Donnerstag wir er getötet.

Habe den Hinweis bei Heike gefunden, es ist für den Hund schon  2 vor 12 – und wäre so Schade um einen gutmütigen Kerl, der seinen Leuten noch ein paar Jahre Freude machen könnte.

Hundetagebuch (0)

oder:

zu früh gejubelt – wenn die Werkstatt pfuscht

Hatte ich gestern doch noch mitgeteilt, dass mein Hundchen morgen in Deutschland sein wird, heute packte ich gerade die Sachen zusammen, mit denen ich den Leuten Danke sagen wollte, die mir den Kleinen dann nach Berlin mitbringen werden und fuhr den PC hoch, da musste ich eine  mail mit diesem Inhalt aufmachen:

 

Ankunft unserer Hunde BANG, ODI, CHAGUE, TOBY, SULTAN, BLACKY, ROXY, INDIO, ONA u. ZAR, PUCA und ROCKY


Liebe Adoptanten und Pflegestellen!! 

Da mir -nach einer am Rechner durchwachten Nacht- angesichts dieser Hiobsbotschaft immer noch die Worte fehlen, leite ich Ihnen zunächst einmal kommentarlos die heute Vormittag erhaltene Mail des mit dem Transport unser, IHRER Tiere beauftragten Unternehmens weiter – noch unsicher, ob wir heulen oder einfach nur maßlos enttäuscht sein sollen!

Wir werden alles Erdenkliche unternehmen, um die Tiere schnellstmöglich nach Deutschland zu holen. Mehr kann und darf ich Ihnen an dieser Stelle einfach nicht versprechen….

Sofern nicht schon von Seiten meiner Vorstandskollegin Dagmar Stegmiller geschehen, werden wir Sie ALLE heute noch auf telefonischem Wege kontaktieren.

Enttäuschte Grüße,

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Cornelia Liebe



Hallo,
habe leider keine guten Nachrichten für alle Beteiligten.
Nachdem die Reparatur der Kupplung schnell erledigt war, haben die Jungs in  der Werkstatt leider etwas
Gepfuscht, als ich heute morgen die ersten 100 km gefahren bin, habe ich bemerkt, dass das Auto langsamer wird und nicht mehr zieht. Ich musste feststellen, dass der Luftfilter und andere Teile nicht Ordnungsgemäß befestigt wurden, frei im Motorraum umher bambelten, dadurch ist eine Dieselleitung beschädigt worden.
An für sich, keine große Sache, nur hier ist heute Nationalfeiertag, bekomme noch nicht einmal einen Mietwagen.
Bin daher leider nicht in der Lage den Transport  an diesem Wochenende durchzuführen.
Desweiteren, ist am kommenden Dienstag ein weiterer Feiertag, weiß also noch nicht, ob ich das Auto am Montag repariert bekomme,
Es tut mir außerordentlich Leid keine positiven Nachrichten zu haben.
Mfg
Mönsch, ich bin traurig, mir tun auch die Frauen leid, die das alles so gut organisiert hatten, aber der Faktor Zufall spielt immer mit und wirft die beste Planung über den Haufen. Schlimm, wenn es Lebewesen betrifft – muss mein kleiner Zottel und die anderen Hunde noch länger in dieser prekären Lage ohne wirkliches Zuhause leben, wenn nicht doch noch ein Wunder geschieht.


Ich muss ja sagen, wenn ich Werkstattinhaber wäre und wegen dem Pfusch aus meiner Werkstatt kann ein Auto so eine Tour nicht fahren, ich würde die Nacht durcharbeiten um das zu beheben, alles andere ist doch einfach nur peinlich …