Unglaubliche Fortschritte

Da wir gerade beim Thema Hunde und Maßnahmen bei  fast schon aufgegebenen Krankheitsvorfällen sind, so darf auch Gador nicht fehlen. Ihr erinnert Euch?

Gador, der trotz seines bisherigen Lebens, in dem er keine gute Erfahrung mit Menschen  gemacht haben kann, stets ein zugänglicher, liebenswerter Vierbeiner geblieben ist. Gador, der aufgrund Kettenhaltung, Liegeschwielen, Ehrlichiose – und Leishmanioseerkrankung, Anämie und was nicht alles, nicht mehr laufen konnte. Gador, der auf der Finca Lucendum aufwändig separat gehalten werden musste und immer wieder Besuch von Freunden bekam, die ihn aufmuntern wollten.

Ja, und Gador, der  täglich zur Klinik San Anton gefahren werden muss, damit eine kosten – und schmerzintensive Spritzenkur ihn zusätzlich unterstützt und eventuell heilt. All das ist ein Versuch, niemand kann in die Zukunft schauen.

An vielen Tagen der Wochen gab es immer wieder Rückschläge, in denen es Gador schlechter ging.  Zeiten, in denen er starke Schmerzen hatte und sich nicht mehr von seiner Decke rührte. Es wurde festgestellt, dass seine Zähne abgekaut sind, durch den eventuellen Versuch (s)eine Kette durchzubeißen. Nur durch seinen unerschütterlichen Willen und auch durch den Willen von Gisela und Ralf, konnte diese bisherige Verbesserung erreicht werden:

Danke, Gisela und Ralf und Danke Gador.

Weiß jemand Hilfe für diese Hündin????

Soeben bekam ich einen Hilferuf von der Finca Lucendum.

In Extremadura wurde diese verletzte Hündin aufgegriffen, die dringend Hilfe benötigt! Es geht nicht darum sie nach Deutschland zu holen, es geht vielmehr darum, ob jemand, der das hier liest, Kontakt zu einer Tierschutzorganisation in der dortigen Nähe hat!

Vicky

Könnt ihr das bitte verbreiten ?
 Eine ältere Hündin, ein Auge verloren, ein gebrochener Fuss, übersät mit Wunden in Extremadura sucht dringend PS oder Endstelle!
Ihre Geschichte erzählen die Bilder.
Wir können einfach nicht, da Gador so viel Pflege braucht und den einzig vernünftigen Zwinger belegt.
Er kann noch nicht ins Haus kommen, da er die 3 Stufen nicht heraufkommt
und sehr sehr viel Ruhe braucht.
Zudem ist sie über 7 Stunden von uns entfernt. Ich denke nicht, dass sie die Fahrt hierher überleben könnte…
Vielleicht weiss ja jemand eine Tuerschutzgruppe in ihrer Nähe, die helfen könnte ? 
 Ich danke Euch!
 Traurige Grüsse
Gisi
Wer eine Ahnung oder eine Idee hat, der wende sich bitte schnellstmöglich an: Lucendum@web.de (Danke!!)

In Erinnerung an Tiffany und Kimba

Tiffany, genannt Tiffy, die pünktliche, getigerte Katze, die immer näher kam und mir geduldig beim Füllen der Futterschalen zusah. Tiffy, die ihrem schwarzen Kumpel stets den Vortritt ließ, die sich nie vordrängelte und einen weisen Blick hatte.

Tiffy wurde am 18. Mai 2011 gegen 8.00 Uhr morgens überfahren.

Ich überlegte in den vergangenen Tagen oft, wie ich diese Tatsache beschreiben soll. Einerseits soll es nicht brutal oder niederschmetternd wirken, andererseits muss und will ich diesen lapidar klingenden Wesensmerkmalen die entsprechende Würde geben. Hinzu kommt, dass ich erklären möchte, wie nahe mir Tiffys Tod geht, ohne sentimental oder hart zu wirken.

Ich einigte mich auf die Wahrheit.

Weil es die Katzenheimat nun einmal gibt und ich nichts verschönere oder mies mache, da es die Wahrheit ist und ich meine wahren Gefühle beschreibe. Es kommt immer darauf an, wie man es beim Lesen empfindet. Wer also meint, die Wahrheit nicht lesen zu wollen, der meint mein Handeln und meine Gefühle nicht zu verstehen oder die Tatsachen nicht ertragen zu können, der höre hier bitte auf.

Für alle anderen möchte ich folgendes schreiben:

Tiffy gehörte zu einer Fangstelle, an der es eine getigerte und zwei schwarze Katzen gibt. Die schwarzen unterscheiden sich lediglich durch ihre Geschlechter voneinander. Die getigerte, von der ich ausging, dass es Tiffy ist, wurde im Oktober von Frau N. gefangen und zum Tierarzt gebracht. Anschließend verbrachte diese getigerte Katze zusammen mit diesen zwei schwarzen Katze/Kater ein paar Tage auf einem Dachboden und wurde wieder frei gelassen. Ich richtete eine Futterstelle an der Fangstelle ein und Tiffy kam seit einigen Monaten regelmäßig. Da ich die getigerte vom Dachboden nur einmal gesehen hatte, knipste ich das Foto kurz vor ihrer „Freilassung“.

Ich verglich das damalige Foto und das von den Säcken mehrmals miteinander, weil ich versuchen wollte sicher zugehen, ob  es diese Tiffy ist oder nicht. Ich kam zu dem Ergebnis, dass es Tiffy ist, weil ich in der weiteren Zeit auch keine zweite getigerte dort sah.

Die Zeit verging und ich beobachtete, dass Tiffy ein wenig zugelegt hatte. Das war nichts ungewöhnliches, da sie ja auch regelmäßig zu futtern bekam. Trotzdem bekam ich den Zweifel nicht aus dem Kopf, und versuchte immer wieder von weitem eine Tätowierung in ihren Ohren zu erkennen. Erneut kam ich zu der Erkenntnis, dass Tätowierungen bei wilden Katzen nichts bewirken, sondern Kerben im Ohr wichtig sind. Manch ein Tierarzt weigert sich eine Kerbe ins Ohr zu knipsen, das ist lieb gemeint, aber hilft den wilden Katzen nicht!

Am Dienstag den 17. Mai, kam mir Tiffy aus dem verwilderten Verbindungsweg, der sich zwischen diesem Hafenbecken befindet und aufgrund dessen ich die Katzen seinerzeit überhaupt entdeckt hatte, entgegen. Sie ging diesen typisch pendelnden Gang, wo das Bauchfell ziemlich locker sitzt und das für kastrierte Katzen ein typisches Zeichen bedeutet. Ich zog mich zurück, sprach leise und Tiffy sprang relativ vertrauensvoll durch die Gitterstäbe, um auf den dahinter liegenden Säcken abzuwarten, bis ich mit unserem Ritual, sprich Futterstelle säubern und versorgen, fertig war.

Als ich wegfuhr, sagte ich wie immer: „Pass bitte auf dich auf.“ Am nächsten Morgen kam ich wie jeden Morgen um kurz nach 8.00Uhr an besagter Stelle vorbei, weil ein Kunde um diese Zeit seine Post verlangt und ich somit eins mit dem anderen verbinde. Ich halte an der Futterstelle, nehme die meist leere Schale vom Vorabend heraus um Fliegeneier zu vermeiden. Falls es regnet oder kälter ist,  stelle ich eine neue Schale mit frischem Futter hinein, was an diesem Tag aufgrund der Wärme aber kein Thema war. Trockenfutter und Wasser sind immer vorhanden, es muss niemand hungern. Ich hielt auf dem rechten Bürgersteig, schaute mich um, ob ich nicht gesehen werde, huschte zur Futterstelle, hievte die Barrikadierungen beiseite, sammelte die Schale ein, baute die Rückseite der Schrankwand wieder davor und ging zurück zum Auto.

Erst dann sah ich Tiffy auf der gegenüberliegenden Seite blutend im Rinnstein liegen. Ich lief zu ihr und konnte nur Tiffy, Tiffy, Tiffy sagen.

Der weitere Ablauf war wie in Watte gewickelt. Ich weiß nicht, ob ein Auto kam und wegen mir anhalten musste. Ich kann mich ebenso wenig an ein Geräusch erinnern. Ich sah nur schemenhaft etwas Helles mitten auf der Straße liegen, aber registrierte es als überfahrenes Kaninchen. Tiffy legte ich ins Auto, sie war noch weich und warm, ihr Kopf war demoliert und erst dann lief Flüssigkeit aus ihr heraus, die den endgültigen Tod anzeigt. Das alles war gerade erst passiert. Tiffy, Tiffy, Tiffy!!!

Immer wieder dasselbe! Die eigenen Innereien schmerzen unkontrollierbar, der Kopf droht zu zerplatzen. Warum tut er es nicht endlich????  Wie soll ich den Schmerz verkraften und wie viel davon noch?

Ich ging wie eine Marionette zu diesem hellen Fell, denn es hatte eine Bedeutung. Ich hockte mich davor und weiß immer noch nicht, ob ein Auto kam. Mit Tiffy nicht genug, denn das helle Fell war ein  Katzenfell. Rotes Katzenfell, dessen Innereien verstreut daneben lagen.

Mit immer noch Watte um meinen Kopf sammelte ich die Überreste auf. Mein verbliebener Verstand meldete: Tiffys Baby, ungefähr vier Wochen alt. Ich legte das Katzenbaby zu Tiffy und erledigte meine weitere Arbeit. Nachdem ich Pause machen konnte, wusste ich nicht, wie ich aus diesem Zustand herauskommen sollte und rief meine Freundin Gisela in Spanien an.

Sie wusste als einzige, wie es mir geht, denn es ging nicht um ein eigenes oder fremdes Tier, sondern um jedes Tier und speziell um die Situation. Ich konnte keine tröstenden Worte gebrauchen, sondern brauchte verstehende, die meinen Kopf klarer werden ließen.

Gisela fragte als erstes, ob Tiffy tot sei. Ich sagte Ja, und sie antwortete:  „Gott sei dank, denn, Sabine, den Tieren geht es jetzt gut! Mutter und Kind sind zusammen, es ging schnell, sie mussten sich nicht quälen. Nie wieder müssen sie frieren oder Angst haben, ihnen geht es jetzt gut! Unser Schmerz ist Selbstmitleid, vergiss das nicht!“

Ja, und sie hat Recht. Sie selber hatte eine angebundene, tote Hündin gefunden, an deren Zitzen noch die toten Babys lagen. Abgesehen davon, dass man dieses Bild niemals in seinem Leben vergessen kann, so  wären diese Welpen niemals von ihrer Mutter davon gelaufen, weil ich mir außerdem Gedanken machte und mache, ob Tiffy weitere Kinder hat. Ich weiß nicht, ob ich sie in meinem benebelten Kopf vielleicht übersehen/überhört  habe. Nun steht jeden Abend eine Falle an der Futterstelle, aber wenn es noch weitere Katzenwelpen gibt, so kennen sie diese Stelle vielleicht nicht und Tiffy wollte sie ihnen erst noch zeigen. Vielleicht in dem Moment, als sie mein Auto hörte… und ich bin Schuld. Ich und der rote Kater. Denn irgendetwas muss Tiffy aufgehalten oder abgelenkt haben, sonst wäre ihr das auf dieser übersichtlichen Straße niemals passiert. Ich weiß, dass es ein Kater war, da ich seine Innereien zusammen gesucht habe. Er heißt Kimba.

Danke an Christine und Manuela, die gestern bis in Dunkelheit ausgeharrt und beobachtet haben und mit deren Hilfe ich erneut jeden Zentimeter im Umfeld durchforsten konnte, ohne Katzenwelpen zu finden.

Tiffy und Kimba liegen jetzt hier im Wald. Sie haben ihren Frieden, sind zusammen, brauchen nie wieder frieren und nie wieder Angst zu haben.

Kleine Tiffy, pass endgültig auf  Dich und Deinen Kimba auf. Den Rest mache ich, wie versprochen. Danke, dass es Dich gibt!

Neuigkeiten von Gador …

… die nicht wirklich gut klingen. Nach zwei Tagen, in denen Gador eigentlich nur schlief und sich nicht von seiner Decke rührte, bekam er Besuch, der ihn ein bisschen aufmuntern sollte.

Gador und Paulinchen

Gador und Basti

Gador war erfreut und seine Lebensgeister  erwachten, doch mussten Gisela und Ralf feststellen, dass dieser  auf erst zwei Jahre geschätzte Labradorrüde seine Hinterläufe nicht bewegen kann.

Ein Besuch in der Tierklinik war somit dringend angesagt und nach einer langwierigen Untersuchung stellte sich heraus, dass die Leishmaniose bereits seine Gelenke angegriffen hat.

Die Frage stand im Raum: Kann er weiterleben oder sollte er erlöst werden? Eine scheiß Frage, die  wieder alles hochkommen lässt, wenn ein Tier bisher gar kein Leben leben durfte! Selbst Gadors Zähne sind kaum noch vorhanden, weil er einen Großteil seines „Lebens“ damit verbracht haben muss, zu versuchen eine Kette durchzubeißen!

Gadors Hinterläufe sind weder gelähmt noch verletzt, er kann sie aufgrund Schmerzen nicht bewegen. Somit gibt es Hoffnung, mit einer kostenintensiven Spritzen – und Medikamentenkur. Die Medikamente gegen Anämie, Ehrlichiose und letzendlich auch Herzwürmer schlugen bereits positiv bei Kämpfer Gador an.

Als er noch einen weiteren Besuch von seiner „Lebensretterin“ bekam, war die Entscheidung bestätigt, da Gador bereits einen viel entspannteren Blick haben soll. Unvergleichbar, zu dem Häufchen Elend, das vor  knapp zehn Tagen mitten in der Pampa gefunden wurde!

Ana und ihre Mutter besuchen Gador

Danke Ana, und Danke Gisi und Ralf!

Nun bekommt er Schonkost, auf ihn eingestellte Medizin und möglichst viel Zuwendung, was schwerfällt, da Gisela und Ralf sich alleine um viele Sorgenhunde kümmern müssen.

Wer in irgendeiner Weise helfen kann und möchte, der darf sich gerne und jederzeit melden. Bei mir: s-rohm@gmx.de oder direkt an die Finca Lucendum: lucendum@web.de

Herzlichen Dank, in  Gadors Namen!

Gador, eine gequälte Seele

Ich weiß wirklich nicht mehr, wo wir hier sind. Ein Terroristenanführer wird erschossen und eine Vielzahl der Menschheit fühlt sich plötzlich berufen, ihr Wissen über Menschenrechte kundgeben zu müssen und jeden an den Pranger zu stellen, der Für oder Gegen das Ausschschalten  Osama Bin Ladens ist. Aber, es ist im Grunde völlig egal, Hauptsache es passiert anderswo und die eigene Haustüre bleibt verschont. Ich hätte ehrlich Lust, jeden dieser Besserwisser vor dieselbe Aufgabe und Verantwortung zu stellen, wie sie in diesem Fall der Präsident und seine Verantwortlichen der USA hatten.  Genauso wird aktuell in Schriften gekramt, wo es heißen soll:  „Liebe deinen Feind“. Ja, gerne, das mag der tun, der es kann. Mit Sicherheit gibt es viele überzeugte Menschen, die mit der rechten und linken Wange kein Problem haben. Und wenn ich schon einmal dabei bin, so gibt es in diesen Schriften auch den Hinweis: „Macht euch die Erde untertan“. Und Tiere gehören allem Anschein nach dazu.

Vielleicht ein hinkender Vergleich, aber mir ist danach, denn wenn ich  wieder einmal, und noch einmal und immer wieder von vorne sehe, dass unendlich viele Menschen Bestien sind, die sich mit Menschenrechten eventuell auskennen und sich die Erde untertan gemacht  haben, weil es ihr Recht scheint, so erkennt man auch immer wieder, dass lediglich die „Untertanen“ tatsächlich verstanden haben!

Labradorrüde Gador kam gestern auf die Finca Lucendum. Lange Zeit muss er  im Freien verbracht haben. Er wurde von Tierschützern gefunden und zur Finca gebracht.

Er kann vor lauter Schwäche nicht laufen und muss getragen werden. Er hat Leishmaniose, Ehrlichiose und Anämie. Sein Körper besteht aus Haut und Knochen und um seinen Hals herum sind  tiefe Eindrücke zu erkennen, die von einem Seil oder zu engem Halsband herrühren.

Aber er kämpft, denn er möchte leben.

Das angezeigte Datum der Kamera ist nicht relevant. Auch Technik kann irren.

Gisela sagt: Ich werde es niemals verstehen können!
Misshandelt, verhungert, verdurstet, geschlagen, keine Kraft mehr – und trotzdem wedelt er ganz leise und schwach mit seinem Schwanz: aus Dankbarkeit!

Tagebuch von Clara und Noire (1)

Heute schlage ich ein weiteres Tagebuch auf, das von Clara und Noire.

Es passt zum Thema Auslandstierschutz und wird von nun an in lockerer Reihenfolge zwei Pflegestellen – Hündinnen auf ihrem Weg in ein Zuhause begleiten. Ob sie jemals ein Zuhause finden werden, es schnell geht oder mit Schwierigkeiten verbunden sein wird, das alles wissen wir an dieser Stelle nicht.

Einerseits möchte ich die Verhaltensmuster dieser beiden Schwestern aufzeigen, andererseits das Beispiel einer Pflegestelle darstellen. In Deutschland wird ein Haustier aus den unterschiedlichsten Gründen in einem örtlichen Tierheim abgegeben oder ausgesetzt aufgegriffen. Das ist schlimm und ich will in keiner Weise sagen , dass solch eine Abgabe in Ordnung ist oder solch eine Tat  bei keinem der Tiere seelische Schäden hinterlässt. Auch hier sind in jedem Tierheim verängstigte, alte, sich aufgebende Tiere eingesperrt, die aufgrund ihres eventuell wenig ansprechenden Aussehens, ihrer Größe oder ihrer bekannten „Macken“ den Rest ihres Lebens dort verbringen müssen. Auch sie sitzen jede Stunde, jeden Tag, jeden Monat trauernd in einem Zwinger. Das darf niemals bagatellisiert werden und jeder sollte bei seinem Vorhaben, sich ein Tier anzuschaffen, den ersten Schritt in ein hiesiges Tierheim  wagen. Auch wenn man glaubt es kaum aushalten zu können, wenn man meint weder traurige Blicke noch Hilfesuchende Gesten ertragen zu können, wobei Fotos anzuschauen doch so viel angenehmer ist. Jeder sollte erst einmal vor „der eigenen Haustüre kehren“, denn das ist im Grunde die Ursache des Problems, weshalb es zum Beispiel in südlichen Nachbarländern schon längst aus dem Ruder gelaufen ist!

Die hiesigen Tierheime sind allerdings keine Tötungsanstalten, wie es in vielen anderen Ländern aufgrund der unüberschaubaren Vielzahl der Katzen und Hunde leider völlig normal ist.  Dort müssen Tiere innerhalb 72 Stunden – nach Fund oder Abgabe – vermittelt /abgeholt werden, sonst werden sie offiziell und ohne Bedenken getötet. Dort gibt es keinen Aufschub!

Somit werden von Tierschutzvereinen, die sich um Zustände vor Ort kümmern, immer wieder Händeringend Pflegestellen gesucht. Ein Vierbeiner muss  innerhalb dieser Stunden raus aus der Hölle und muss unterkommen, bei Tierfreunden mit Zeit, Geduld, Verständnis und Möglichkeiten.

Das ist zum Beispiel eine Alternative, wenn  jemand vielen Tieren helfen  möchte oder der eigene Hund / die eigene Katze  kein Problem mit wechselnden Spielgefährten hat. Ein Pflegetier aufnehmen, bis es ein kontrolliertes und passendes Zuhause gefunden hat. Einer der häufigsten Zweifel: „Ich kann mich bestimmt nie wieder von meinem Pflegetier trennen.“ Klar, das geschieht sogar oft und ist nicht verwerflich, deshalb werden immer  Pflegestellen gesucht.

Aber nun zu  Clara und Noire:

Sie sind seit März ein Jahr alt und stammen ursprünglich aus  Murcia in Spanien, wo sie als Welpen mit ihren 11 Geschwistern gefunden wurden. Allesamt waren in einem Karton verpackt, den irgendwann ein aufmerksamer Mensch mitten auf einer Verkehrsinsel entdeckte. Eine Tierschützerin (Rufi) wurde allarmiert, die die Welpen sofort dort abholte, jedoch keine Möglichkeit fand um sie selber aufzunehmen. 13 Welpen sind nun mal kein Pappenstiel und da ihr eigenes Tierheim überfüllt war, brachte sie die Welpen in eine 100 Km weit entfernte Tierpension. Dort wuchsen Clara und Noire mit ihren Geschwistern und anderen Pensionshunden zwar auf, aber sie waren zwei von vielen. Sozialverhalten innerhalb einer Gruppe kennen sie nur zu gut, alles andere, was die Zivilisation betrifft, in keiner Weise.

Clara und Noires Geschwister konnten bis zum Oktober letzten Jahres vermittelt werden, lediglich die beiden blieben übrig. Somit suchte die Hundehilfe Spanien e.V. nach einer Pflegestelle in Deutschland und Heike erklärte sich bereit, die zwei Hündinnen aufzunehmen. Eines der Probleme bei Auslandsvermittlungen ist leider oft, dass mancher Interessent zurückschreckt,wenn sich ein auserwähltes Tier noch im Ausland befindet. Eventuell dauert es zu lange bis ein Vierbeiner mit Tests und Impfungen ausreisefähig ist oder sich ein Transport organisieren lässt.  Dieser Hund oder diese Katze könnten nur mit Mühe  besucht werden, aber dennoch möchte man sich  erst einmal persönlich kennen lernen!?  Sobald sich ein Vierbeiner bereits in Deutschland auf einer Pflegestelle befindet, kann ohne Verständigungsprobleme mit der jeweiligen Pflegestelle gesprochen oder das Tier nach Absprache besucht werden.

Clara und Noire nahmen am 02. April 2011 Abschied von Spanien und fuhren zusammen mit einigen anderen Hunden, die ebenfalls einen Platz finden konnten, Richtung Deutschland.

Sie kamen am Sonntag den 03.April in der Nähe von Frankfurt an. In solchen Momenten ist großräumiges, sicheres Gelände nötig, da niemand weiß, wie welches Tier reagieren wird. Es liegen Stunden der Ungewissheit und Enge hinter ihnen, die jeder Tierschützer versucht so kurz wie möglich zu halten. Egal, ob es ein zweistündiger Flug in einer Transportbox im Frachtraum eines Flugzeuges ist oder eine 24 Stunden dauernde Fahrt in einem Auto. Es ist purer Stress für die Tiere, doch auf jeden Vierbeiner wartet ein Ansprechpartner, der sich auf das jeweilige Tier vorbereitet hat und es liebevoll in Empfang nimmt.

Heike und Sascha  waren ebenfalls  pünktlich vor Ort, um Clara und Noire abzuholen und einige andere Hunde auf dem Rückweg an  anderer, verabredeter Stelle ihren wartenden Adoptanten zu übergeben. Zwei verschüchterte  Vierbeiner, die Zeit, Geduld und Verständnis benötigen, nahmen sie mit nach Hause.

Clara ist die „gelbe“ Hündin und Noire, wie der Name schon sagt, die dunkel gefärbte. Sie unterscheiden sich am ersten Tag ebenfalls wie Tag und Nacht, da Clara die schüchterne Persönlichkeit darstellt, wobei Noire Neigungen zeigt, in kurzer Zeit neugierig und aufgeschlossen zu werden. Heike und Sascha bauten für solche Fälle eine Art  Zwinger in ihren Garten, der ängstliche Hunde zur Ruhe kommen lassen kann und ihre eigenen Hunde nach und nach mit den Neuankömmlingen vertraut werden lässt.

Fotos hinter Gittern bewirken jedoch bei vielen Abwehr: Wie kann man nur? Sind diese Hunde vom Regen in die Traufe gekommen?

Nun, man kann und sollte so handeln, da es sich hierbei nicht um einen Zustand auf Ewigkeit handelt, und Clara und Noire  das beste Beispiel bieten. Sie gehören zur Sorte „Fluchthunde“, die 1. vor jedem fremden Geräusch Angst haben, 2. körperliche Möglichkeiten nutzen um ihre Beine zu bewegen und 3. lediglich Zutrauen zu Vertrauenspersonen zeigen.

Nach und nach geht es weiter mit Anpassung und Eingewöhnung, wie man hier sehen kann:

Warum Auslandstierschutz?

Heute bekam ich die gute Nachricht, dass Gisela und Ralf von der Finca Lucendum zwei Hunde aus der Tötung herausholen konnten.Vor einigen Tagen war es für zwei andere Hunde „zu spät“ gewesen, obwohl sich auch in jenem Fall einige Tierschützer um diese Vierbeiner tagelang bemüht hatten. Warum sie dennoch ermordet wurden, bleibt eines der wichtigen Geheimnisse der Tötungslager – Betreiber.

Gisela schreibt:

Es war  wirklich „kurz vor 12 „, dass Chispas und Nosu gerettet werden konnten. Verschiedene Tierschützer waren erneut mit enormer Energie beteiligt, dass die beiden leben dürfen:
Anne von Tierhilfsnetzwerk Europa, Elena und Esperanza aus Zaragoza, Manuela, Tina, um nur die wichtigsten zu nennen.
Heute nun sind die beiden Seelen, die dem Tod  buchstäblich im allerletzten Moment entkommen sind, bei uns angekommen.
Nosu , das kleine Mädchen hat Leischmaniose und noch Muttermilch.
(Was mit ihren Babies geschehen ist, wissen wir nicht.)
Chispas, der bis auf die Knochen abgemagert ist und nur aus Angst besteht.
Nosu ist vorne im Bild zu sehen und momentan ein winziges, 30 cm kleines Bündel Entsetzen. Chispas ist mit seinen 50 cm kleiner, als er auf dem Foto wirkt.
Und wie immer kann man es nicht verstehen, dass jemand fähig ist, (s)ein Tier in eine Tötung abzuschieben. Und wie immer kann man nicht verstehen, dass es speziell im entwickelten Europa solche Tötungsanstalten geben darf, obwohl die alternative Lösung so einfach wäre. Selbst in der Nähe von Paris soll es eine geben, was mir persönlich wirklich neu war, als ich es hörte. Nachbarn adoptierten einen reinrassigen „Bretonen„, den sie von einer Tierschutzorganisation bekamen, die Hund Leo in Frankreich aus einer Tötung befreiten.
Es gibt einen Brief, den ein Mitarbeiter mit Gewissen solch einer Tötung geschrieben hat. Er will ungenannt bleiben und das ist sein gutes Recht. Irgendwann stellte ich diesen Brief hier bereits ein, aber Tatsachen, die kaum jemand kennt, können nicht oft genug erwähnt werden.
Bevor Ihr den Brief lest, schaut Euch bitte Nosus Blick an. Er bestätigt genau das, was Ihr anschließend lesen werdet.

Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Ich glaube, unsere Gesellschaft braucht ein Weckruf. Als Leiter einer Perrera ,werde ich was mit Euch teilen … ein Blick von „innen„, wenn Ihr mir erlaubt.
Zunächst an alle Züchter und Verkäufer von Hunden, Ihr solltet zumindest einen Tag in einer Perrera arbeiten.

Wenn Ihr vielleicht den traurigen, verlorenen Blick in den Augen der Hunde seht, würdet Ihr Eure Meinung ändern und nicht an Menschen verkaufen, die ihr gar nicht kennt.Gerade diese Welpen könnten am Ende in meiner Perrera landen, wenn er nicht mehr ein süßes Hundebaby ist.

Wie würdet Ihr euch fühlen, wenn Ihr wüsstet, dass es eine 90%ige Chance besteht, dass dieser Hund nie mehr aus dem Zwinger kommt, wenn er erstmal hier landet?
50% der Hunde, die hier abgegeben werden oder verirrt rum laufen sind reinrassige Tiere.
Hier die häufigsten Ausreden die ich höre, sind:
„Wir sind umgezogen und ich kann unseren Hund / unsere Katze nicht mitnehmen.“
Wirklich? Wohin ziehen Sie denn und warum suchen Sie sich nicht eine Wohnung oder ein Haus in dem sie mit ihrem Tier leben können?

„Der Hund wurde größer, als wir dachten.

Und was dachten Sie denn wie groß ein deutscher Schäferhund wird????

„Ich habe keine Zeit mehr für das Tier“.

Wirklich? Ich arbeite 10 oder 12 Stunden am Tag und ich habe immer noch Zeit für meine 6 Hunde.

„Er zerstört meinen ganzen Garten „

Also, warum haben Sie ihn nicht im Haus mit der Familie?

Dann sagen sie immer: „Wir wollen nicht nerven und darauf beharren, dass Sie ihm ein gutes Zuhause suchen, denn wir wissen, dass sie ihn adoptieren werden, er ist nämlich ein guter Hund.“

Das Traurige daran ist, dass Dein Haustier nicht adoptiert wird und weißt Du, wie stressig es in einem Zwinger ist?

Nun, lass es mich Dir mal erklären:

Dein Tier hat 72 Stunden Zeit eine neue Familie zu finden. Manchmal ein wenig länger, wenn die Zwinger nicht so voll sind und er völlig gesund bleibt. Wenn Dein Tier sich erkältet, stirbt es.

Die Katzen sehen ihrem sicheren Tod entgegen.

Dein Haustier wird in einen kleinen Käfig eingesperrt, umgeben vom lauten Bellen und Schreien von 25 anderen Tieren.

Dein Haustier wird weinen und deprimiert sein und auf seine Familie warten, die ihn verlassen hat. Wenn Dein Tier Glück hat und es genügend Freiwillige gibt, könnte es sein, dass er mal ausgeführt wird. Wenn nicht, wird Dein Haustier keinerlei Aufmerksamkeit erhalten, abgesehen von einem Teller mit Essen welcher unter die Zwingertür geschoben wird und eine Dusche mit Wasser, um die Exkremente raus zu spülen.

Wenn Dein Hund groß, schwarz oder einer Kampfhundrasse (Pit Bull, Dogge …) angehört hast Du ihn in den sicheren Tod geführt in dem Augenblick in dem Du mit ihm durch die Tür gekommen bist. Diese Hunde werden in der Regel nicht angenommen.

Egal wie \“süß\“ oder wie \“trainiert\“ er ist.

Wenn Dein Hund nicht in den 72 Stunden adoptiert wird und die Perrera voll ist wird er sterben.

Wenn die Perrera nicht voll ist und Dein Hund attraktiv und süß ist, kann man möglicherweise seine Hinrichtung verzögern, aber nicht für lange.

Die meisten Hunde werden sofort umgebracht, wenn sie sich aggressiv zeigen, aber selbst der ruhigste Hund kann solch ein Verhalten zeigen, wenn er eingesperrt wird und die Veränderungen seines Umfeldes nicht verträgt.

Wenn Dein Hund sich mit Zwingerhusten infiziert (Canine infektiöse
Tracheobronchitis) oder einer anderen Infektionen der Atemwege, wird er unverzüglich getötet, einfach weil wir keine Ressourcen haben, um Therapien in Höhe von 150,– € zu bezahlen.

Und nun möchte ich Euch was über die Euthanasie schreiben für all die, die noch nie erlebt haben, wie ein vollkommen gesundes Tier umgebracht wird:

Als erstes werden die Hunde mit einer Leine aus ihrem Zwinger geholt, sie denken, dass sie spazieren gehen werden und wedeln mit dem Schwanz.

Bis wir in „den Raum“ kommen, dort bremst jeder Hund ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie den Tod und alle verlorenen Seelen riechen, die dort sterben mussten. Es ist seltsam, aber es passiert mit jedem von ihnen.

Dein Hund oder deine Katze wird von 1-2 Menschen gehalten, je nachdem wie nervös oder groß das Tier ist. Dann wird jemand von der Verwaltung oder ein Tierarzt den Sterbeprozess einleiten. Es wird eine Ader in ihrem Vorderbein gesucht eine Dosis einer „pinken Substanz“ injiziert. Hoffentlich ist Dein Haustier nicht scheu, wenn es von mehreren gehalten wird. Ich habe Hunde gesehen, die sich die Kanüle raus gerissen haben und in ihrem Blut gebadet haben, begleitet von lauten Weinen und Schreien. Viele schlafen nicht einfach ein, sie krampfen und ringen nach Luft und koten sich ein.

Wenn alles fertig ist, wird Dein Tier wie ein Stück Holz gestapelt auf die anderen Hunde, die schon in der Gefriertruhe liegen, um darauf zu warten wie Abfall abgeholt zu werden. Was passiert als nächstes? Wird es eingeäschert oder begraben? Wird es als Tierfutter verarbeitet? Du wirst es nicht erfahren, aber es war ja nur ein Tier und Du kannst Dir ja jederzeit ein Neues holen, richtig?

Ich hoffe, wenn Du bis hierher gelesen hast, dass sich Deine Augen getrübt haben und Dir die Bilder nicht aus dem Kopf gehen, denn ich sehe sie jeden Tag, wenn ich nach Hause komme von der Arbeit.
Ich hasse meinen Job, ich hasse es dass es ihn überhaupt gibt und ich hasse es zu wissen, dass es ihn weiterhin geben wird, wenn ihr Euch nicht ändert.

Zwischen 9 und 11 Millionen Tiere sterben weltweit jeden Tag in den Perreras und nur Du kannst das stoppen. Ich mache alles mögliche, um jedes Leben zu retten, aber die Tierheime sind immer voll und jeden Tag gibt es mehr Tiere die rein kommen als die die raus dürfen.

Bitte züchte oder kaufe nicht, solange Hunde in den Perreras sterben.

Hasse mich, wenn Du möchtest. Die Wahrheit tut immer weh und das ist nun mal die Realität. Ich hoffe nur, dass ich mit diesem Brief die Menschen erreichen kann, die züchten, ihre Tiere aussetzen oder wahllos kaufen.

Ich wünschte, jemand würde zu mir auf die Arbeit kommen und sagen: „Ich habe ihren Brief gelesen und möchte ein Tier adoptieren“. Dann hätte sich alles gelohnt.

Bitte, wenn Du möchtest, dass sich das ändert, verteile meinen Brief großzügig.