In Erinnerung an Camilla

Camilla war auch eine derer, die sich ihr Leben auf der Straße erkämpfen musste.

Ein alter Mann hatte Camilla und viele weitere Katzen an einer selbst gebauten Futterstelle versorgt, tagtäglich, egal bei welchem Wetter. Das war bereits zu einer Zeit, als der Begriff „Sterilisation“ und die Möglichkeit durch helfende Tierschutzvereine noch relativ unbekannt waren, bzw. es Tierschutzvereine wie in heutigen Maßen noch gar nicht gab.
Es müssen seinerzeit eine Menge Katzen gewesen sein, die der alte Mann versorgte, bis ein Tierschutzverein aufmerksam wurde, für die nötige Übersicht sorgte und versuchte dort ein wenig Luft zu schaffen, indem Kitten vermittelt wurden und Muttertiere, Kater kastriert wurden. Somit reduzierte sich die Zahl, aber alten und extrem scheuen Tiere kann man ihrer Freiheit nicht berauben.
Darunter fiel auch das mittlerweile alte Mädchen Camilla.
Der Mann war vor einigen Jahren verstorben und hinterließ etliche, von ihm versorgte, Straßenkatzen, die nun nicht hungern durften, weshalb die Futterstellen irgendwie unter Tierschützern aufgeteilt wurden und ich somit Camilla kennen lernte, die eine Kerbe im Ohr hatte und somit definitiv als kastrierte „wilde“ Katze gekennzeichnet war.

Erst in den letzten Monaten kam Camilla regelmäßig, sie erwartete ihre Versorger geduldig. Das gebaute und regen sichere Futterhäuschen des alten Mannes wurde irgendwann von der Stadt beseitigt, es wurden neue Regeln aufgestellt, denn Katzen füttern ist mittlerweile längst VERBOTEN. All die alten Menschen mit Respekt vor unseren Mitlebewesen scheinen verstorben und die jungen, dynamischen, an die Wirtschaftszukunft denkenden Menschen haben keine Ahnung, was wirklich in den Städten geschieht. Sie verschließen die Augen, obwohl das Tierelend menschengemacht ist und sich nicht verbessert. Futterstellen sind stets auch Anlaufstellen für ausgesetzte Katzen, die nicht wissen, wo sie genügend Nahrung finden sollen, aber man denkt an die Wirtschaft und dass Futterstellen Ratten anlocken. An Futterstellen sind bereits unendlich viele Haustiere entdeckt worden, die entweder nach Hause zurück gebracht oder aber vermittelt werden konnten. Was wirklich Schuld an Rattenplagen hat, das muss man nicht lange erklären, da wilde Müllkippen inzwischen zur Tagesordnung gehören.
Selbstverständlich bekam Camilla eine neue und regen sichere Futterstelle, denn Tierschützer kämpfen, auch wenn es gegen Windmühlenflügel scheint, aber ohne Respekt und Fürsorge geht die Erde zugrunde.

Camilla konnte nur noch wenige Wochen ihr neues Domizil benutzen, denn eine befreundete Tierschützerin rief an, dass Camilla an der Futterstelle liege und tot sei. Sie hatte keine Verletzung, aber sie schien angefahren worden zu sein. Wir begruben sie hier im Garten.

Die neue Futterbox samt Näpfe (Diebstahl) wurde erneut von diversen Windmühlenflügeln entfernt, obwohl es noch gilt eine weiße, neu hinzugekommene Katze zu versorgen, bzw. sich um einen Einfang inklusive Unterbringung zu kümmern.

Liebes Mädchen, Danke, dass ich Dich kennen lernen durfte! Du hast mir neue, zusätzliche Energie und Lebensmut beigebracht . Niemals aufgeben … niemals!
Komm`gut an im Regenbogenland und passe auf Dich auf, mach`es gut, Du lieber Schatz!

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