Katze Hermine (Teil 8)

SPENDENAUFRUF!

Ihr Freunde der Katzenheimat werdet wissen, welche Tiefen und Höhen es mit Hermine gab. Immer wieder erholte sie sich und im Grunde traute ich ihr vor fast zwei Jahren keinen einzigen Tag mehr zu. Sie überraschte mich und lehrte mich eine Menge, speziell was die extrem scheuen und im allgemeinen als „wild“ bezeichneten Katzen anbelangt.
Vor vier Wochen saß Hermine auf dem Wohnzimmertisch und hinterließ zwei Bluttropfen. Ich hatte keine Idee woher dieses Blut stammen könnte, aber dass es von Hermine kommen musste, war die einzige Erklärung. Eine am nächsten Tag erfolgte Untersuchung bei der Tierärztin ergab, dass Hermines Wurzel des rechten Eckzahnes heftig vereitert war und der Zahn gezogen werden musste. Am nächsten Tag war es soweit und eine gleichzeitige Blutuntersuchung aufgrund ihres erhöhten Trinkbedürfnisses folgte. Der gezogene Zahn hatte eine große Lücke hinterlassen und das Loch führt bis zur Nasenwurzel, was aber keine großen Probleme mit sich führen wird, lediglich eine eventuelle Erklärung für die Bluttropfen scheint. Die Ergebnisse der Blutuntersuchung zeigten erhöhte Daten, so dass von einer chronischen Niereninsuffizienz ausgegangen werden kann. Noch vor einem halben Jahr ergab eine Blutuntersuchung keinerlei erhöhte Frequenzen, aber Niereninsuffizienz kommt plötzlich und lässt sich nicht heilen. Ich wurde mit entsprechendem Diätfutter, das keine Katze mag, und dem Medikament „Semintra“ versorgt, und konnte Hermine wieder mit nach Hause nehmen. Das alles kostete exakt 215,30 Euro.
Als wir Zuhause ankamen dachte ich, dass zwei Katzen verwechselt worden seien, denn Hermine zeigte sich munter wie noch nie. Ihr Zahn hatte heftige Schmerzen verursacht, aber ein Indianer kennt bekanntlich keinen Schmerz. Somit zeigte sie sich wie neugeboren ohne Schmerzen.
Hermine 1
Zwei weitere Wochen vergingen und Hermine ging es plötzlich immer schlechter, trotz Gabe des Mittels Semintra. Eigentlich schlechter als je zuvor, schließlich war ich wegen der Bluttropfen zum Tierarzt gegangen. Am Sonntag vor zwei Wochen wollte sie hinaus und sich verkriechen, eben wie ein Indianer. Ich haderte, denn einerseits sollen solche Tiere selber entscheiden können wie sie ihr Leben gestalten, aber andererseits bin ich verpflichtet mich zu kümmern. Wo sind die Grenzen? Und warum kümmere ich mich? Weil es ansonsten niemand tun mag! Die Grenzen liegen definitiv beim Lebenswillen eines Tieres, selbst beim Menschen gibt es die, aber dort ist jegliche Hilfe in Form einer Erlösung beinahe unmöglich und geht mit gesetzlichen Konflikten konform, aber das ist ein ganz anderes Thema…

Am vorletzten Montag fuhr ich mit Hermine zur Tierklinik, da die behandelnde Tierärztin in Urlaub war und Hermine kaum noch laufen konnte. Sie kippte zur Seite, konnte kaum noch auf den Kratzbaum. Die Ärztin der Tierklinik musste Hermine gleich dort behalten und an die Infusion legen, keiner sprach von eventueller Euthanasie, so dass ich einen Hoffnungsschimmer am Horizont sah. Täglich rief die Tierklinik an und ich hoffte auf eine Besserung. Das konnte man nicht genau sagen, aber der Katze ginge es gut, denn sie äße das Nierendiätfutter, würde aufs Klo gehen und viel schlafen. Ja, das klang fast schon normal, denn in einem Tierarztkäfig kann Katze nicht viel anderes anstellen. Ich wartete und hoffte auf eine Genesung. Am Freitag sprach ich mit dem behandelnden Stationsarzt, der mir sagte, dass eine weitere Blutprobe ausgewertet werden müsse und danach würde sich entscheiden, ob Hermine wieder nach Hause könne oder ob sich eine weitere Infusionstherapie lohne. Ok, das sollte noch abgewartet werden und ich rechnete mit ungefähr 300 Euro, die bei Aufnahme veranschlagt worden waren.
Inzwischen waren drei Bluttests, eine Harnuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung getätigt worden, die keine neuen Ergebnisse gebracht hatten, außer Niereninsuffizienz.
Hermine
Am Freitag bekam ich die Info, dass Hermines schlechte Werte um ein Minimum verbessert seien und mehr nicht zu retten sei. Somit holte ich Hermine ab und zahlte 785,78 Euro inklusive dem viel gepriesenem Semintra in Höhe von 29,79 Euro. Die Tierhilfe Rhein-Main-Ruhr streckte die Zahlung dankenswerterweise vor, aber keiner weiß, wie all die Unkosten abgedeckt werden sollen.
Hermine ging es sehr gut, sie freute sich wieder zu Hause zu sein, auch wenn sie von Romina mit einem Fauchen empfangen wurde. Sie roch nun einmal nach angsterregender Klinik und Chemie und überhaupt, die alte Dame ist Romina eh ein Dörnchen im Auge.
Die Tage vergingen, Hermine bekam ihr verschriebenes Diätfutter, Semintra und Ikapitine. Doch leider ging es ihr erneut wieder schlechter, was an der fehlenden Infusion gelegen haben mag, aber ich tippte auf Semintra mit all den beschriebenen Nebenwirkungen, wie unter anderem Erbrechen. Denn das kam auch noch hinzu, dass Hermine selbst Wasser erbrach. Seitdem sie das Mittel bekommen hatte, war es mit Hermine bergab gegangen und zusätzlich ist das Mittel nicht gerade preiswert zu nennen. Über zwanzig Euro, damit es einem Tier schlechter geht. Ich will es nicht beschreien, es kann auch Zufall sein, aber ich setzte das Mittel und selbst das Diätfutter ab. Hermine verweigerte es irgendwann sowieso und ich beschränkte mich auf normales und gutes Futter, inklusive Ikapitine. Aber: Es ist irrsinnig schwer fast 1000 Euro für eine weitere Katze auszugeben, die „lediglich“ von der Straße kommt. Wer Teil Eins bis Sieben gelesen hat oder noch lesen mag …
Hiermit bitte ich Euch ein weiteres Mal einen Spendenaufruf weiterzuleiten. Damit auch in diesem Fall eine Spendenquittung ausgewiesen werden kann, bitte
eine Überweisung auf das Konto der Tierhilfe Rhein-Main-Ruhr tätigen:
Spardabank – Hessen
BLZ: 500 90 500
Kontonummer: 3582434

Ansonsten ist es das Leben. Gegenwart und Zukunft, wie Katze Meili, die noch auf eine Zukunft wartet, sagen würde:
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Hermine und ich danken Euch sehr für Eure Mühen und wünschen Euch eine gute Woche!

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9 Kommentare zu “Katze Hermine (Teil 8)

  1. Meine Güte, das haut rein. 😦
    Sabine, bitte gib vorher Bescheid, falls Hermine nochmals stationär aufgenommen werden muss. Entweder bringen wir sie dann zu einem TA meines Vertrauens, oder ich versuche erst ein Gespräch mit der TK. Diese Rechnung ist echt heftig.
    Hattest Du einen Test auf Felv/ FIP/ etc in Auftrag gegeben?
    Die Urinentnahme mittels Blasenpuntion finde ich auch nicht so doll, besser hätte ich es gefunden Hermine ein leeres Klo hinzustellen und öfter mal zu schauen, ob es benutzt wurde. Das hätte Stress und Geld gespart. Aber egal, es ist jetzt wie es ist.
    Aber ich finde es schon heftig, je Tag etwa 125,-€ für die stationäre Aufnahme inkl. medikamentierung zu nehmen. Puh…
    Ich werde diesen Post bei FB verteilen, vielleicht bringt es was.
    Ganz lieben Gruß und halte den Kopf oben und die Ohren steif!
    Katja

  2. Der Preis ist aber heftig, ich finde das als Abzocke . Da würde ich nicht mehr hingehen. Was war denn da so teuer, hat Hermine Goldimplantate bekommen. Es wurde bestimmt die Niere nur mit Kochsalzlösung gespühlt und die Koste ca 5 Euro. Hammer echt.

  3. Na ja, Ulrike, die Rechnungen zeigen ja was gemacht wurde, bitte erst lesen.
    Aber auch ich finde, dass sie sehr hoch ist, auch wenn die Abrechnung stimmig zu sein scheint. Mehr Absprache mit den Haltern und kostensparendere Abläufe wären auf jeden Fall wünschenswert, sofort von Abzocke zu sprechen finde ich jedoch übertrieben, vor allem, wenn die Rechnung noch nicht einmal richtig angesehen wurde. :-/
    Medikamente, Unterbringung, Untersuchungen kosten nunmal Geld. In einer TK oft noch mehr, als in anderen Praxen, dafür ist diagnostisch so ziemlich alles vor Ort, was veterinärmedizinisch möglich ist. Solche Anschaffungen kosten halt Geld, was erstmal erwirtschaftet werden muss.
    Immerhin waren die Blutuntersuchungen teils günstiger als ich es hier gewohnt bin.
    Man kann natürlich schauen ob man seinem Tier im Notfall hilft indem man es in die geöffnete TK bringt, oder ob man mal eine Woche oder so wartet, bis der eigene TA wieder da ist.
    Insofern hat Sabine das einzig richtige getan, möglicherweise wäre Hermine sonst nicht mehr am leben.
    Sabine, wurde Hermine in der TK das Semintra weiter gegeben? Ist das die aufgeführte „Medikamenteneingabe z. B. Tbl.“? Wenn ja, hat sie es zumindest mit erhöhter Flüssigkeitszufuhr und Medis gegen Übelkeit einigermaßen vertragen. Ich würde dennoch wohl auf einen ACE-Hemmer ausweichen.

  4. Pingback: Katze Hermine (Teil 8) | Hunde in Not

  5. Die alte Dame nicht behandeln zu lassen, käme mir wie Euthanasie vor. Auch ich würde für die mir anvertrauten Tiere in so einem Notfall tierärztlichen Rat und Hilfe suchen – und hätte da die Wahl zwischen unserem Dorftierarzt, wo heikle Fälle mit Antibiotika und einem gewissen Pragmatismus behandelt oder aber weiterverwiesen werden – und einer Tierklinik, die alles tierärztlich Mögliche für angemessen hält und auch voll in Rechnung stellt. Einen Mittelweg scheint es nicht zu geben…
    Den Aufruf für Hermine werde ich morgen weiterverbreiten. Und ich halte deine Entscheidung nach Bauchgefühl für richtig – wichtiger als Nierendiätfutter ist es, dass sie überhaupt etwas fressen mag und auch bei sich behält. Ich habe unserem alten ‚Nierchen‘ Miri damals hochwertiges Futter und zur Phosphatbindung Renalzin gegeben.

    Liebe Grüße von Christina

  6. Pingback: Hilfe für Hermine | Stoppelhops Blog

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