Erlebnisse mit namhaften Organisationen (Teil 2)

Darüber gibt es noch einiges zu schreiben und in meinem Hinterkopf sind diese Fälle gespeichert. Der aktuellste Fall geschah allerdings am vergangenen Freitag und somit schiebe ich dieses Thema heute in den Vordergrund.

Christine rief morgens an, dass sie und Manuela eine flugunfähige Taube gefunden hätten – und ob ich wüsste, was sie tuen sollten.

Wasser ist wichtig und Körner anbieten ist wichtig. Falls die Taube torkelt und umkippt ist eine Stabilisierung in Form von Handtüchern notwendig. Falls die Taube nicht selber trinkt, sollte man ihr als unerfahrene Einzelperson den Schnabel in einen Wassernapf halten, bis sie trinkt. Jedoch immer darauf achten, dass die Nasenlöcher nicht mit dem Wasser in Berührung kommen.

Manuela versuchte all das, die Taube war inzwischen in einer Transportbox untergebracht, aber Manuela konnte nicht erkennen, ob die Taube getrunken hatte. Ich suchte sämtliche Nummern heraus die mir bekannt sind, was verletzte oder hinfällige Vögel anbelangen. Inzwischen sind einige Nummern zusammen gekommen und hiermit auch Danke an Katja und Marina, die zwei weitere Adressen hinzufügten. Anne war  nicht zu erreichen, alle anderen Auffangstationen waren ohne Auto zu weit entfernt, aber es gab ja noch die Stadttiere Düsseldorf e.V. – gleich um die Ecke. Manuela rief dort an und bekam die Antwort: „Für Tauben aus Mettmann sind wir nicht zuständig“.

Ich finde, diese Antwort hat einen Preis verdient. Den zumindest dritten Preis in der Kategorie „Denn wir wissen nicht, was wir tuen„.

Eine Taube die Grenzen überfliegt, die gehört ignoriert. Sie muss unbedingt dort krepieren, wo das Schicksal sie hinwehte.

Im Tierheim Hilden konnte die Taube abgegeben werden, das war sogar die Empfehlung einer Tierärztin, bei der sich Manuela informierte. Die Tierärztin wusste keinen anderen Rat, kennt sich mit Tauben nicht gut aus. Die Taube wäre in einem Käfig mit anderen geschundenen oder erschöpft aufgefundenen Artgenossen aufgenommen worden. Leider war es bis zur offiziellen Öffnungszeit zu spät, da die Taube kurz vorher mit ihrem Kopf im Körnerteller verstarb.

Ganz anders die drei Brieftauben, die ich nur in der vergangenen Woche plattgefahren vom Asphalt holte und in eine Wiese legte. Zwei wurden auf Parkplätzen!!! überfahren, die dritte lag auf einer Straße ohne ständigem Verkehr. Es muss irren Menschen irren Spaß machen, auf erschöpfte Lebewesen zuzurasen! Allerdings lese ich keine Nummern mehr von Ringen ab und mache mir auch keinerlei Mühe mehr die „Besitzer“ zu informieren. Es interessiert manch Taubenzüchter relativ wenig, was mit seiner Taube passiert ist. Einmal und nie wieder! So die Erfahrung.

Völlig anders verhielten sich Frau und Herr D. , die ehrenamtlich eine Wildauffangstation in der Nähe der zwei Jungmöwen betreiben. Ich rief sie Montagabend an, weil ich nicht sicher war, ob es diesen Möwen gut geht und war wirklich perplex, als sich das Ehepaar sogleich auf den Weg machte. Umgebung, Gelände und wo die zwei Möwen seit über einer Woche saßen, hatte ich erklärt und somit fand das Ehepaar die zwei Möwen auf Anhieb. Herr D. rief noch nach 21.00 Uhr an und meinte, dass diese Möwen im Grunde gut aussähen. Problem bei den Jungmöwen sei, dass sie vom Gewicht schwerer als ihre Eltern sind und falls sie einmal zu früh aus dem Nest geflogen seien, nicht mehr hochkommen würden. Wassergabe sei absolut in Ordnung, füttern müsse nicht sein, wenn eindeutig ersichtlich sei, dass die Muttermöwe sich kümmert. Falls es zu Problemen kommen solle, sei die Feuerwehr der beste Ansprechpartner, da diese Leute entsprechende Netze und quasie Mannschaft zur Verfügung stehen hätte. Selbst aus 100 Km Entfernung würden ihnen verletzte Greifvögel und sogar Spatzen gebracht. Ein Feuerwehreinsatz sei in solchen Momenten kostenlos für den Beauftrager, dürfe aber selbstverständlich nicht übertrieben werden.

Ich war einigermaßen beruhigt und werde mich bei Frau und Herrn D. noch bedanken, denn am Mittwoch saß nur noch die kleinere der zwei jungen Silbermöwen am Wassernapf, die größere schien den Aufschwung geschafft zu haben. Weder in der Nähe noch in der Umgebung konnte ich eine überfahrene oder angeschlagene Silbermöwe entdecken. Ab Donnerstag saß auch die kleinere Möwe nicht mehr auf dem Parkplatz und als ich berufsmäßig durch dieses Gewerbegebiet fuhr, sah ich zig Möwen am Himmel schweben und vier Möwen kreisten stets zusammen. Mein Wunsch ist, dass es diese kleine Familie war, wo Mutter und Vater ihren Sprößlingen das Leben und das überlebenswichtige Feinfliegen beibrachten. Mit Sicherheit hat diesen Kleinmöwen das gereichte Wasser geholfen und ab und an mal eine Dose Thunfisch kann nicht geschadet haben.

Habt eine gute Woche, Danke fürs Lesen … und haltet die Augen offen

Sabine

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