Plädoyer an alle Tierärzte!

Bitte, liebe Tierärzte, scheut Euch nicht, Kerben in die Ohren wilder Katzen zu schneiden! Sie werden durch diese einmalige „Verstümmelung“ ihr restliches Leben vor Missverständnissen bewahrt. Ansonsten laufen sie Gefahr erneut gefangen und aufgeschnitten zu werden! Mittlerweile ist die Anzahl der verwilderten Katzen eher gestiegen als gesunken und an Stellen, wo sich Katzen aus Sicherheitsgründen nur aus der Ferne und in der Nacht sehen lassen, sind sie lediglich anhand von Kerben zu identifizieren. Eine Tätowierung ist  aus der Ferne definitiv nicht zu erkennen!

Mara 3

Eindeutig Katze Mara

Inzwischen nimmt es eine Menge Zeit ein, die ganzen Fotos zu sichten, die die Wildbeobachtungskamera knipst. Neben Fliegen und Elstern knipst sie auch Igel, die eine Futterstelle zu einer Müllkippe samt Klo umfunktionieren. Aber auch dafür gibt es Lösungen, denn da sich Igel  hauptsächlich am feinsten Katzentrockenfutter bedienen, musste eine Keramikschale her, die sie nicht umkippen können. Diese Schale spendete Katja, und als mir die umgekippten Plastikschalen und das vom Regen aufgeweichte Trockenfutter  echt zur Last wurden, probierte ich Katjas Schale aus. Es funktioniert und die Igel benehmen sich gezwungenermaßen etwas gesitterter. Mal schauen, ich werde Igelfutter besorgen und den kleinen nachtaktiven Gesellen seperates Futter reichen müssen, denn sie alle wollen nur (über)leben.

Igel

Eindeutig Igel 😉

Wie gesagt, ist eine Kerbe im Ohr zur Identifizierung wichtig. Bei einer schwarzweißen Katze hatte ich Bedenken, denn sie schien ein Neuzugang zu sein. Aber die  Arbeit muss man sich machen, bis die richtige Einstellung auf all den Fotos gezeigt wird. Eindeutig Kerbe im rechten Ohr:

Somit lasse ich diese Katze auch in Ruhe und erinnere mich an das Jahr 2009, in dem zwei schwarzweiße Katzen gefangen und kastriert wurden. Nach ihrer Freilassung hatte ich sie nie wieder gesehen, aber man trifft sich eben immer zweimal im Leben und ich freue mich, zumindest eine der Beiden nach all den Jahren wieder zu sehen.

Samatha wurde tätowiert und wenn ich sie nicht kennen würde, weil sie sich Gott sei dank häufig sehen lässt, hätten wir ein Problem:

Samatha 1

Nur eine scheint eine Jungkatze und noch unkastriert zu sein:

LuckyDas könnte ein Geschwisterchen von Hanni und Nanni sein und sie oder er wird inzwischen leider zu alt und zu überzeugt vom eigenen Leben sein, so dass eine Umsiedelung fast unmöglich ist …

Während ich das alles für Euch und zur eigenen Erinnerung schreibe, fällt mir eine Begebenheit von vergangenem Donnerstag ein, die sich bis heute hinauszog. Es ging um einen Kater, der laut Dame mit einer Kugel im Kopf auf dem Dach ihrer Garage sitzen würde. Sie rief die Katzennothilfe an und erzählte von zerschmettertem Kiefer, sodass man Alpträume von angeschossenen Tieren hatte, denen man nicht helfen konnte. Sie wollte nicht  die Feuerwehr rufen und dachte, dass eventuell ein Tierschützer sofort parat stehen  und den Kater kostenlos wieder gesund machen würde. Ja, das wäre auch so, wenn Tierschützer Millionäre wären …

Heraus kam, dass es sich im Grunde um ihren eigenen Kater handelte, der zwar ehemals wild von einer Futterstelle stammte, jedoch inzwischen am Fußende ihres Bettes schläft. Ich wünsche jedem streunenden Kater solch ein Glück, aber ich mag keine lügenden Menschen. Die Dame wurde auf Nachfrage nach konkreteren Angaben ziemlich unsicher und schwankte zwischen extrem wild und scheu hin und her. Sie wollte kein Geld investieren, keine Behandlung zahlen, wie im Nachhinein klar zu erkennen war. Sie brachte das Tier gestern abend eigenhändig in die Tierklinik Düsseldorf Münsterstraße, weil sie kostenlos nur hätte zusehen müssen, wie ihr Kater leidet. Mit anderen Worten: Es geht doch! Und jeder Mensch ist für SEIN Tier verantwortlich!

Was die Tierklinik jedoch tat, das ist leider noch ein Absatz wert. Die behandelnde Notartztdoktorin tat nichts. Sie ließ den Kater mit sabberndem und eventuell angeschossenem Kiefer in seiner Transportbox sitzen, telefonierte mit der Katzennothilfe und behauptete, dass die Dame eine Abtretungserklärung unterschrieben habe, woraufhin das Tierheim für den Kater zuständig sei. Die Dame behauptete auf Nachfrage, dass sie diese Erklärung nicht unterschrieben habe und somit gab es ein erneutes Hin und Her, während es lediglich um ein ehemals streunendes Tier ging das endlich Hilfe benötigte. Die Katzennothilfe bat um Herausgabe des Katers, da es allem Anschein nach keine unterschriebene Abtretungserklärung gab, und empfahl der Dame am nächsten Tag mitsamt Kater zu einem Tierarzt ihres Vertrauens in die Notfallpraxis zu gehen. Was die Dame am Donnerstag noch nicht dachte, dass sie so etwas schwieriges leisten könne, umso erstaunter schien sie nach der Enttäuschung mit Tierklinik, wo sie für eine Übernachtung über 35 Euro zahlen durfte. Sie wurde beim normalen Tierarzt vorstellig, der Kater  in Narkose gelegt, untersucht und ein vereiterter Abszess aufgrund einer Bissverletzung behandelt. Keine Spur von dramatisiertem Schuss. Sogar Zahnstein wurde entfernt und Metacam samt Langzeitantibiotikum gespritzt. Die Dame konnte ihren Kater wieder mit nach Hause nehmen und zahlte nun wirklich nicht den Wert eines Kleinwagens. Sie hat es überlebt und Kater Emil ebenso. Beinahe aber nicht, denn allzulange sollte Mensch nicht pokern – erst recht nicht, wenn er die Spielregeln nicht beherrscht.

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