In Erinnerung an Streunermiez

Am vergangenen Donnerstag schrie eine Katze um Hilfe. Manch einen nervte dieses Geschrei, manch einer kannte diese Katze, hatte sie seit Jahren gefüttert – und nur einer handelte.

Diese schwarze Katze lebte seit vielen Jahren an einer Futterstelle, mitten in der Stadt. Es ist ein Wunder, dass sie so lange zurecht kam und überlebte, denn sie war auf beiden Augen blind. Seit wann kann ich nicht sagen, da ich das Tier nicht kannte. Mich hat dieser Fall  wieder erinnert, wie wichtig Aufmerksamkeit und Handeln sind. Es geht nicht nur um einen gefüllten Magen, mit dem sich einige Versorger ein gutes Gewissen bereiten. Es geht um einen Rundumschutz, der auch die unangenehmen Gänge und Taten mit sich bringt. Die Natur erledigt es oft nicht von alleine, dessen Gegenteil  ein viel angewandtes Argument ist, nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn“. Eine Schale mit Futter befüllen und schnell nach Hause gehen, womit bei Vielen der Katzenschutz erreicht ist, langt nicht aus. Zumindest andere Tierschützer aufmerksam machen, um Hilfe bitten, wäre eine gute Maßnahme. Doch leider kommen oftmals Streiterei und Profilierung hinzu. Ich bin kein Richter und manchmal kann ich gewisse Handlungen verstehen und sogar nachvollziehen, da es ältere Menschen eventuell nicht besser wissen und ich habe Hochachtung vor all den älteren Leuten, die sich um all die freilebenden Katzen kümmern.  Es ist eine  schwere Aufgabe, wenn man sich entschieden hat, wilde Katzen zu füttern, keine Frage. Einmal versorgt, bedeutet das zukünftig schlaflose Nächte, falls eine Krankheit verhindert und keine Vertretung in  Sicht ist. Da es viel zu viele wilde Katzen gibt, wird es  eine Aufgabe über noch edlich  kommende Jahre werden, und der Nachwuchs fehlt eindeutig.

In diesem Fall soll es sich jedoch um ein Mitglied des zuständigen Katzenschutzbundes gehandelt haben, die der einzig handelnden Person im Anschluß noch Vorwürfe machte.

Die schwarze Katze wurde von der Katzennothilfe Kitty e.V. eingefangen und zum Tierarzt gebracht. Der Tierarzt legte das Tier in Narkose, entnahm Blut und kämmte das Fell. Das Ergebnis war, dass dieses Tier selbst zu dieser Jahreszeit von Zecken und Flöhen drangsaliert wurde. Es hatte einen Leberschaden, ihm fehlten fast alle Zähne und es litt unter akuter Niereninsuffizienz. Es musste starke Schmerzen haben, sonst hätte es sich nicht lautstark bemerkbar gemacht. Selbstverständlich wurde überlegt, ob man dieser Katze noch helfen kann. Der Tierarzt schätzte zwei bis drei Wochen, die das schwarze Mädchen mit Medikamentengabe noch überleben würde, denn es wog lediglich knapp über einen Kilo, schien sehr alt und war blind.

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Ihren Körperbau hatte bisher verfilztes Fell vertuscht, in Wirklichkeit war es ein Knochengerüst. Ulrike überlegte hin und her,  sie war alleine mit dieser Entscheidung. Sie entschied jedoch diese Katze nicht weiter zu quälen, da das Augenlicht fehlte und man nicht in die Zukunft schauen kann. Selbst wenn man einen Platz für diese Katze finden würde, wie käme sie damit zurecht? Würde sie sich in warme Decken legen wollen oder Panik haben, da sie nichts sah? Wunder gibt es immer wieder, aber das schwarze Mädchen lag nun einmal in Narkose, ihr tat nichts mehr weh. Warum war ihr nicht früher geholfen worden? Warum abwarten, bis ein Tier um Hilfe bettelt? Ulrike ließ die schwarze Katze erlösen und ich denke, dass es der beste Weg war.

Mach`es gut, lieber Schatz, der du für viele andere Kumpel ein Hinweis bist.

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10 Kommentare zu “In Erinnerung an Streunermiez

  1. Vermutlich wäre es für eine wilde, die blind ist, ein Horror gewesen, sie in eine unbekannte Umgebung mit Menschen in nicht ausweichbarer Nähe zu sperren.
    In ihrem Zustand wären das, denke ich, unglaublich schlimme 2 oder 3 Wochen gewesen.
    Es tut mir furchtbar leid für die schwarze Miez, aber ich denke, dass es so die beste Handlungsweise war.
    Hoffentlich gibt es ein trockenes, warmes Plätzchen hinter der RBB für sie.

    Allerdings frage ich mich ernsthaft, welcher merkbefreite Mensch in solch einem Fall dann auch noch Vorwürfe macht. Wurde nicht miteinander gesprochen, warum so und nicht anders vorgegangen wurde? :-/

    Viele Grüße an die mir unbekannte Ulrike – sie soll sich nicht blöd kommen lassen, sie hat (leider) alles richtig gemacht.

    Sabine: Kopf hoch!

    ganz liebe Grüße
    Katja

  2. Danke Katja!
    Es wurde sogar beim Tierarzt angerufen, denn in den nächsten Tagen wäre der Katze angeblich geholfen worden. Selbst der TA musste verhandeln, dass in diesem Fall tierschutzbewusst gehandelt wurde und auch er dazu stehe. Ist überhaupt nicht die Aufgabe eines Arztes, aber da ging es wohl wieder zu, wie unter Kriegerinnen. Unglaublich, aber leider wahr.

    Liebe Grüße
    Sabine

  3. Ich bin Ulrike von der Katzennothilfe Kitty und leider ist das nicht der einzige Fall. Ärger ist wohl nun mein zweiter Vorname. Nur was ich an der ganzen Sache nicht verstehe, dass man Tiere nur füttert und denen aber nicht hilft.
    Sich aber Tierschützerin nennt. Nicht auszudenken wie dieses Tierchen noch gelitten hätte. Gott sei Dank habe ich einen kleinen frechen Hund , nur meiner Queeny ist es zu verdanken, das dieses arme Geschöpf , dass dem Tode näher war als dem Leben, geholfen werden konnte. Jetzt ist sie im Katzenhimmel ( in der Hölle war sie ja schon) und hat keine Schmerzen mehr. Alles Gute kleine Maus.

  4. Hallo Sabine
    Das war Sicher die richtige Entscheidung diese Katze ohne Schmerzen gehen zu lassen!
    Und dieser Bericht von dir trifft das Problem auf dem Punkt!
    Es gibt so viele Streuner Katzen, und so viele sitzen im Tierheim ihr Leben lang!
    Darum verstehe ich auch manchen Auslands Tierschutz nicht! Gut viele Hunde werden aus dem Ausland hier nach Deutschland gebracht, selbst ich stellte mich lange genug als PS Stelle dafür zur verfügung!
    Aber schau alleine mal bei der Streu. Kath. ( du weißt welche Orga. ich meine ) auf deren Homepage unter Erfolge, 6 Seiten Katen die alle nach Deutschland gebracht wurden! Selbst ich habe bei jedem Transport wo ich Hunde abholte immer wieder gesehen, wie viele Katzen hier hergekarrt wurden!
    Wie sollen den noch unsere Katzen hier in Deutschland untergebracht werden???
    Und wenn die neuen Besitzer mit den Tieren nicht klar kommen, landen diese Tiere zusätzlich auf unsere Straßen oder im Tierheim!
    Ich finde das nicht mehr OK!

    LG Heike

  5. @Ulrike:
    Deiner Queeny einen gaaanz dicken Knuddler! Sie ist eine feine Dame mit mehr als nur für 5 Pfennig Anstand. 🙂
    Dir selbst kann ich nur sagen, was ich auch Sabine immer wieder mitgebe: Halte durch! Und natürlich ein großes Danke!

    Ich vermute, es liegt einfach daran, dass es so einfach ist ein paar Futternäpfe zu füllen. Man kann sich danach ganz toll fühlen, weil man ja was getan hat.
    Aber dann auch noch eine wilde Katze einzufangen, die vielleicht auch noch ansteckende Krankheiten hat, Kosten verursacht, schmutzig ist und überhaupt – ins Auto kann man die ja gar nicht tun, dann ist ja auch das Auto dreckig und dann auch noch die Zeit und der Aufwand… Der Miez geht es doch ganz gut und bestimmt ist es gar nicht so schlimm. Sie hat ja gerade Futter hingestellt bekommen.
    Ich denke, so ähnlich sind die Gedankengänge die dazu führen, dass sich solch eine Katze totquälen muss.

    Tierschutz geht nunmal anders, ist unbequem, oft unbefriedigend, schmutzig, kalt, manchmal schmerzhaft und auch kostenintensiv.

  6. Ich habe das Tierschutzleute-Gezänk schon bei Samira nicht verstanden und hier genausowenig. Für das Tierchen war es eine Erlösung vom Leiden und die zumutbarste Behandlung. Da Vorwürfe zu machen ist sowas von fern jeder Realität. Das nervt mich ja so an manchen Tierschützern, dass sie demonstrieren, sie sind der einzig in Sachen Tier allwissende ,dazu edle Mensch auf dieser Welt und andere nur Stümper. Bei manchen scheint mir, deren Tierliebe ist nur verdeckter Geltungsdrang.Als wenn das nicht schlimm genug für die Nerven wäre, zu sehen, wie wirklich schlimm es dem Tier geht und zu entscheiden, ihm mit der Todesspritze helfen zu können, muss die Frau sowas noch ertragen.

  7. ach, da habe ich unwissend etwas geschrieben, was provozierend wirken könnte – war nicht meine Absicht,wenn auch meine Ansicht.
    Vielleicht hat sich da ja manches mit der Zeit relativiert – immerhin schrieb Ulrike Foerster hier in Sabines Forum – hoffe, die Bande jetzt nicht zerstört zu haben. Wäre zu Schade, denn die Energien sollten auf das Machbare im Tierschutz gesetzt werden und nicht mit Gezänk vergeudet. Schon gar nicht durch Anmerkungen einer Dritten aus dem fernen Berlin.
    Leider ist manchmal das Machbare für ein Tier nur ein gnädigeres Sterben wie im geschilderten Fall – meine Hochachtung allen, die das durchmachen und trotzdem immer weitermachen – den Tieren zu Liebe. In dem Fall meine Hochachtung an Ulrike Foerster von der Katzennothilfe Kitty.

  8. @Bettina und Heike: Nein, alles in Ordnung. Ulrike hat sich ein wenig geändert, sah vieles ein, was im Laufe der Jahre immer wieder mal geschehen kann. Aufgrund ihrer oftmals etwas rüden Art war sie allerdings die einzige, die das Kastrationsgesetz in dieser Stadt durchgesetzt hat. Kein anderer TSV schaffte das. Für solche Akltionen braucht es hartes und kluges Durchsetzungsvermögen. Inzwischen weiß ich, dass sie alles für Katzen tut, aber das war eben ein Lernprozess meinerseits. Mittlerweile arbeiten wir miteinander und nicht gegeneinander, das haben wir anscheinend beide verstanden.

  9. Das ist ja auch OK Sabine.
    Aber was ist mit den ganz bösen Beleidigungen, die gegen uns ausgesprochen wurden! Auch z.b. über mich wie ich Figurlich aussehen würde! Ich habe das alles noch! Ich lösche sowas nie!
    Gut es gehört hier nicht hin, und ich werde da auch nichts mehr zu schreiben!
    Aber nach dem was mir ( uns ) da alles an den Kopf geschmissen wurde, und die Intriegen damals mit Samira, ist UF. für mich gestorben!

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