Erlebnisse mit nahmhaften Organisationen

An dieser Stelle möchte ich nichts Falsches sagen, da ich jede der folgend genannten  Organisationen oder städtisch unterstützten Auffangstationen sehr schätze. Aber manchmal muss man sich dennoch wundern und abwägen, niemals blind vertrauen, was eine Mitgliedschaft oder einen Hilferuf anbelangt.

Fall Eins betrifft den NABU. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. dürfte jedem bekannt sein und ich persönlich schätze die Arbeit all der Ehrenamtlichen sehr. Auch hier in der Nähe wird ein Gebiet artgerecht durch den Erhalt von Feuchtwiesen aufrechterhalten, es wird gekämpft und informiert. Selbst eine Auffangstation gibt es, mit angeschlossenem Kräutergarten, Informationen zu artgerechter Tierhaltung, speziell was die Wildtiere oder Insekten oder Fledermäuse anbelangt.

Eines Tages klingelte es bei uns. Es war gegen Mittag und ich nur aufgrund einer verdienten Mittagspause zu Hause.

Per Sprechanlage fragte ich: „Wer da?“

„Der NABU, und hätten sie ein paar Minuten Zeit, in denen ich zu ihnen kommen darf?“

Ich blickte an mir herunter, warf einen Blick ins Wohnzimmer, in dem die Katzen Schweinerennen veranstaltet hatten.  Dachte an Aktenzeichen XY ungelöst und nein, kein Besuch um diese Zeit.

Mittagspause

„Nö, im Moment ist ganz schlecht, tut mir Leid, muss auch gleich wieder los.“

Einige Minuten später musste ich tatsächlich los und fuhr erneut zur Arbeit. Es vergingen Stunden, es war Freitag und abends mussten vier Futterstellen versorgt werden. Gegen 20.30 Uhr kam ich nach Hause, und siehe da, ein fremder Typ stand an der Haustüre. Oh je, das war bestimmt der Nabumann, aber ich schritt mutig zur Tür und … wurde angesprochen.

„Wohnen sie hier?“

„Ja, scheint so.“

„Darf ich sie kurz stören?“

„Ungern, aber was möchten sie?“

„Ich möchte ihnen unsere Arbeit vorstellen und sie bitten uns zu unterstützen.“

„Mir ist der NABU bekannt und seine Arbeit bewundere ich, aber sehen sie, mein Beutel hier ist voller leerer Futterdosen für wilde Katzen, ich habe kaum einen Cent übrig für weitere Unterstützungen.“

Prompt hielt ich diesem Gutaussehenden jungen Mann meine Tasche unter die Nase, die er keines Blickes würdigte. Das war seltsam, er schien wie unter Trance, wollte ein Ziel erreichen, aber interessierte sich Null für aktiven Tier – oder Naturschutz. Dieser Mann schien mir nicht echt, denn unter Tier – oder Naturschützern hätte sich ein angeregtes Gespräch entwickelt. Nein, dieser Mann pochte auf einen Beitritt und schwenkte einen Mitgliedbeitrag hin und her. Das sei wichtig und  es seien lediglich ein paar Cent pro Tag.

Wie bekommt man jemanden von der Backe, ohne ausfallend oder wütend zu werden?

Hatte ich das irgendwann einmal gelernt?

Ich konnte mich nicht erinnern und dachte mir selbst eine Strategie aus.

„Hm, ok, aber ich würde pro Monat nur fünf Euro besteuern können, doch der NABU ist wichtig, aber ich müsste mich mit dem Herrn des Hauses auseinandersetzen, wegen gemeinsamen Konto und so.

Das ist eine miserable Strategie, Sabine, du dumme Nuss!

„Monatlich geht leider gar nicht, da unser Abbuchungsverfahren vierteljährlich, halbjährlich und jährlich vorsieht.“

„Na dann, dann eben nicht“, sagte ich und versuchte den Schlüssel in die Haustüre zu bekommen, um diesem Menschen zu entfliehen.

„Ich könnte mit meinem Chef sprechen, es können auch Ausnahmen gemacht werden!“

„Ich mag keinen vierteljährlichen Beitrag, bitte verstehen sie. Das ist gleich viel Geld, mit dem man in diesem Monat eventuell nicht rechnet.“

„Kein Problem, ich rede mit meinem Chef, hier, das muss nur ausgefüllt werden.“

Erneut wedelte er mit einem bedruckten Papier.

„Ich nehme den Antrag mit und schicke ihn dem NABU zu, ok?“

„Nein, das geht nicht, dann bekomme ich Ärger, ich muss die Anträge ausgefüllt und unterschrieben abgeben.“

Ach, welch eine Mitleidstour. Mir war zum Zuschlagen zumute.

„Gut, ich fülle aus, geben sie mir den Antrag, aber meine Bankdaten habe ich nicht im Kopf, Abbuchungsverfahren mag ich eh nicht, und dazu muss ich in die Wohnung, die Daten suchen und dem NABU das Ding zuschicken“, war mein letzter netter  Versuch.

„Oh, gut, dann komme ich mit, wollte eh ins Haus.“

„Fein, dass sie das sagen, denn jetzt werden sie echt aufdringlich und jetzt können sie mich mal!“ Den Antrag hielt ich in der Hand und ging nach Oben, denn wer weiß, welche Adressen dieses Antrages  man irgendwann einmal gebrauchen kann.

Den netten, Gutaussehenden Mann sah ich am nächsten Tag in einem Leihwagen sitzen und heftig gestikulierend  telefonieren. Schien in dieser Wohngegend nicht nach den Wünschen seines dubiosen Chefs geklappt zu haben.

2 Kommentare zu “Erlebnisse mit nahmhaften Organisationen

  1. Dieses Beispiel passt haargenau, Silke. Eindeutig kam der von solch einer Drückerkolonne und zeigte stolz auf sein nachgemachtes Namensschild War ebenfalls ein Student und hatte nicht wirklich Ahnung. Vorbereitet hätte man ihn mit Fragen bombardieren müssen, so dass er gleich klein beigegeben hätte. Mal sehen, den Antrag samt Ansprechpartner habe ich noch. Danke Dir!

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