Winterzeit

Ja genau, es ist Januar und wir befinden uns in einer Jahreszeit, die sich Winter nennt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich vor 2010, als in unserem Bereich von einem Jahrhundertwinter gesprochen wurde, jemals lange Unterhosen, drei Unterhemden, zwei Pullover und eine dicke Jacke samt Handschuhe getragen habe. Aber auch jetzt scheint es wieder soweit zu sein und ich friere ohne Ende. Lediglich Mützen mag ich nicht, da ich noch in guter Erinnerung habe, wie immens sie am Kopf kratzen können.

Naja, die vergangene Woche ging irgendwie vorbei und heute schneit es erneut wie aus Eimern. Frau Holle scheint gut drauf zu sein, denn sie schüttelt fleißig ihre Betten aus und grinst sich einen.

Für die wilden Katzen kein gutes Zeichen, doch ihr Stoffwechsel  scheint sich anzupassen. In der letzten Woche versuchte ich wie immer möglichst erwärmtes Futter zu reichen, aber die Kälte ließ Dosen selbst nach vierstündiger Fahrt mit voll aufgedrehter Fußheizung nach wenigen Minuten erkalten. Ich hatte sogar Hähnchenherzen und Brühe dabei, zumindest noch lauwarm, aber kaum eine Katze hatte Hunger. Worüber sie bei milden Temperaturen herfallen, riefen die  Minusgrade ein kurzes Schnuppern und die Aufnahme eines  Häppchens hervor. Ich hockte daneben, versuchte immer wieder: „Komm`, nimm noch“, zitterte, die Füße gefroren fast zu Eis und ich war froh, keine kleinen Kinder zu haben, die nach meinem Nachhausekommen eventuell noch Schlittenfahren wollen. Ach ja, ich vergaß die zwei paar Socken, die trotzdem nicht wärmen.

Nein, das ist nicht meine Jahreszeit und ich mag meinen Job zu dieser Zeit ebenfalls nicht, der mich ununterbrochen nach draußen scheucht und mitleiden lässt. Nach Sibirien mit Minusgraden in zweistelligem Bereich möchte ich ebenfalls nicht auswandern und kann die Lebewesen dort nur bewundern.

So gut es ging, versorgte ich innerhalb der Tage und speziell am Freitag mit dem besten Trockenfutter. Der momentane Vorteil besteht im Grunde aus Schnee, denn nur Trockenfutter und Kälte ohne Wasser könnten wiederum fatale Folgen mit sich bringen. Wasser in einer Schale  gefriert nach wenigen Sekunden, aber die Möglichkeit für die Tiere ist somit gegeben, immer noch an Schnee lecken zu können.

Vorrat für`s Wochenende,  bei Dunkelheit geknipst, dehalb unscharf oder nur halbwegs erkennbar:Schnee 2

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Interessant sind für mich die Spuren nach neu gefallenen Flocken. Tagsüber sehe ich keines der  wirklich wilden Tiere, selbst die seinerzeit kastrierten, wie Ruby oder Ronja sehe ich nicht. Für sie ist es auch besser so, denn in der Nacht herrscht kein  Verkehr. Aber all die  Spuren lassen mich hoffen, dass es sie noch gibt. Zumindest lassen sich bei neu gefallenem Schnee  Wege nachvollziehen, da ich keine Ahnung habe, wo sie sich aufhalten. Die große Hütte wird zum Futtern genutzt, das ist logischerweise erkennbar. Dass es sich um mehr Katzen handeln muss, als um die, die ich zu Gesicht bekomme, ist ebenfalls klar. Aber die Pfötchenspuren ließen mich staunen. An jeder Futterstelle gab  es eine Vielzahl von Spuren, die hauptsächlich von Katzen stammten. Nebenbei sind Kaninchenabdrücke zu erkennen, und oftmals könnte man an einen Ringelreigen denken, wenn die Situation nicht so kalt und brenzlich wäre.

Zurzeit regnet es. Nach dicken Flocken kommt urplötzlich der Regen. Auch das wurde vorhergesagt, denn eine Warmfront trifft auf gefrorenen Boden. Ich freue mich auf den morgigen Berufsverkehr und werde Wecker auf 4.00 Uhr vorstellen. Besser ist das. 😉

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Ein Kommentar zu “Winterzeit

  1. Unsere armen Mietzen, muss immerzu an sie denken und hab ganz schlechtes Gewissen :-(. Hoffentlich wird es bald wärmer… aber vielleicht wärmt die Hütte ja doch ein bisschen, wenigstens ist es trocken…. Dir eine schöne Woche, fahr vorsichtig!!!!!

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