Weihnachten in der Katzenheimat

Ich danke allen, die an den vielen Spenden beteiligt waren, die uns in den vergangenen Wochen erreichten. Nicht nur erreichten, sondern die auch in der Nähe abgeholt werden konnten, wie zwei große Hütten. Eine der Hütten erwähnte ich bereits und der großartige Spender fühlte sich aufgrund meines Artikels ein wenig auf den Schlips getreten, was mir sehr Leid tut. So war das nicht gemeint und ich entschuldige mich für falsch gewählte Worte!

Futterstelle 7

Doch muss ich zugeben, dass mich die Größe dieser Hütte  ein wenig aus der Bahn warf. Ich betrete unbefugt die jeweiligen Gelände, habe im Laufe der Jahre Betretungsverbote erlebt, bin diese meist umgangen, musste mich mit den betroffenen Katzen sozusagen absprechen und eine jeweilig andere Möglichkeit finden. All mein Zutun muss unauffällig stattfinden, leicht händelbar sein und darf nichts  kosten, da eine Entsorgung oder Zerstörung jederzeit stattfinden kann. Als ich die große Hütte sah, verschlug sie mir den Atem, denn im ersten Moment wusste ich nicht wohin damit. Es sind immer nur kleine Ecken, wo eine wasserdichte Kiste Platz hat, die ich versuche mit gefundenen Sperrmüllbrettern unscheinbar zu machen. Schon morgen kann ein Bagger ein Gelände für einen firmentechnischen Neuanfang herrichten und zerstört eine Futterstelle, zerstört Unterschlüpfe in Form von Styroporkisten oder umgebauter Katzenklos. Es fragt niemand und all das erlebte ich, all das wird immer wieder passieren, nicht nur am Hafen, sondern an sämtlichen Katzenfutterstellen:

Dachser 1

Momentan findet der ruhigste Moment seit Jahren statt und ich hoffe, dass es nicht die  Ruhe vor dem Sturm ist.

Futterstelle 8

Die Stelle, an der Minky, Fritzchen und Emmiken leben, schien die Geeignetste um die große Hütte zu platzieren. Nachdem der Tischler angerufen und gesagt hatte, dass Boden inklusive Styroporeinlage zur Abholung bereit stünden, musste ich weiter handeln. Frage war nur: Wie?

Ich bat einen Kollegen, im Endeffekt den einzigen Kollegen der sich für solch eine Arbeit nicht zu schade ist. Er ist gebürtiger Grieche und half mir schon oft aus der Patsche. Zwar lebt er mit zwei Bypässen in der Brust, aber er kam zur Tischlerei und atmete tief durch. Das Gelände, wo wir hinfahren mussten, ist momentan ohne Besitzer, ohne Pächter. Es gehört momentan dem Hafenamt und bei unserer Ankunft kurvte ein fleißiger Hafenmitarbeiter auf dem Hof herum. Wir warteten. Wir hatten zwar keine Zeit, aber gleich oder nie, denn unser Auto war gefüllt mit Hütte. Irgendwann kam die Gelegenheit und Kollege Antonius fuhr rückwärts an die von mir gezeigte Stelle. Nun aber flugs, da Hafenamt eventuell Mittagspause machte, keine Ahnung, schnell, schnell. Wir schoben und drückten, Toni keuchte. Die Hütte stand schief und brauchte Unterstützung, aber die ließ sich finden, in Form von entsorgtem Holz. Wir stülpten Gestrüpp über die Hütte, damit sie kleiner erschien. Schnell das Gelände verlassen, den Rest würde ich abends und bei Dunkelheit erledigen.

Wenn ich über diese Aktion nachdenke, so hat sie sich zum Besten entwickelt. Für die „Inneneinrichtung“ wird Jana zuständig sein, die den Boden bezahlen wollte, aber der ist bezahlt und gut ist das. Platz im Innenraum ist mächtig vorhanden, da kann man etwas draus machen.

Futterstelle 5

Bisher legte ich Handtücher und Küchentücher hinein, probierte mit wenig Futter, doch die Pfotenabdrücke lassen auf eine Menge Besucher schließen. An einem vergangenen Abend regnete es wieder einmal heftig und die Hütte bewährte sich. Fritzchen kam angerannt, wollte lautstark gestreichelt und bemuttert werden. Ich klappte das Dach auf und stellte die vorgewärmten Schalen in die Hütte, klappte den Deckel zu und Fritzchen rannte, wie selbstverständlich, durch die Eingangsluke hinein. So konnte er im Trockenen futtern und sich anschließend sogar darin aufhalten, wenn er das denn tat. Ich denke, dass diese Hütte niemand freiwillig entsorgen mag und wer weiß, vielleicht darf sie Jahre dort stehen bleiben?

Futterstelle 11

Zumindest werden die Elstern und Krähen nun abgehalten Futter zu stibitzen, weshalb ich im Vorfeld die dollsten Barrikaden versuchte. Kein Vergleich zu einem standfesten Bau mit integriertem Eingang. Vielen, vielen Dank an Olaf!!

Futterstelle 4

Fritzchen 1

Die zweite Hütte kam von Petra und war eine Spende einer Hundehalterin. Ein Scharnier fehlte am Dach, das Petras Mann erneuerte, und dann der typische Torbogen Eingang, der auch ein wenig Kopfzerbrechen bereitete. Aber auch dazu gab es Ideen und der Herr des Hauses besorgte eine Kunstoffplatte, die wir hier zu Hause mit einem Loch versahen. Am nächsten Tag holte ich die Hütte ab, wobei mir Petra dankenswert bei der Übergabe ins Auto half. Anschließend war ich alleine und selbst Toni konnte nicht helfen. Ich fuhr auf das Speditionsgelände, denn diese Hütte war für Micky und oder Filou gedacht. Die Hütte musste an den Zaun, hinter das Brombeergestrüpp, unauffällig verdeckt, aber vorher musste besagter Torbogen verkleinert werden und Akkubohrmaschine und Schrauben konnten helfen. Ich wurde von menschlicher Seite beobachtet, also warte ich und gab Micky, Muckl und Filou ihr Frühstück. Nachdem sich zwei der drei Katzen verzogen hatten, war auch der  Beobachter verschwunden und ich konnte zur Tat schreiten.

Futterstelle 9

Auch wieder: Schnell, schnell, und Scheiße, falsch gebohrt, Schrauben wieder rausgedreht und auf ein Neues. Filou sah die ganze Zeit interessiert zu und ich musste dieses relativ schwere Teil noch an den Zaun schaffen.

Filou

Wie sagte meine Oma: „Sag` nicht stets „das kann ich nicht“, alles kannst du, will`s die Pflicht.“ Ich zog und zerrte, zerriss fast die Jacke, aber egal. Ich denke, dass es Filous Haus geworden ist. Jedenfalls ist auch diese Hütte angenommen worden, ein Versuch mit Trockenfutter zeigt, dass der Teller leer ist und Liegekuhlen im Stroh und Heu klar erkennbar sind.

Hütte

Gerade jetzt, bei dauerhaftem Regen, ist es ein unglaublich gutes Gefühl, dass Möglichkeiten vorhanden sind. Zwar stehen an mehreren Stellen Styroporboxen oder umgebaute Katzenklos bereit, aber die sind nur bedingt wetterfest.

Futterstelle 12

Wie gesagt: Allen Spendern herzlichen Dank, denn ab jetzt es kann nur wieder aufwärts gehen!

3 Kommentare zu “Weihnachten in der Katzenheimat

  1. Inneneinrichtung in Form einer kuschelweichen, türkisfarbenen Mikrofaserdecke ist gekauft, dreht momentan in der Waschmaschine (da sie wirklich etwas chemisch roch) und wird morgen früh in die große Hütte zu Minki, Fritzchen & Emiken gebracht. Wenn die Decke sich bewährt und nicht zu feucht wird, wird auch noch die Hütte von Filou & Co. ausgestattet. Aber ich will erst einmal probieren, ob es sich bewährt! Schöne Weihnachten an die Katzenheimat und an dich, liebe Sabine! Schreib dir gleich noch eine kurze Mail… Liebe Grüße Jana

  2. Hallo Sabine!

    Na das ist doch wahnsinn was Du alleine dieses Jahr wieder auf die Beine gestellt hast – weißt Du noch was ich gesagt habe – klopft Euch mal alle ordentlich auf die Schultern.
    Meinen Respekt hast Du, mach weiter so. Wir brauchen mehr Postives dann ändert sich auch so manches wieder ins Gute.

    Ich wünsche Euch allen ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest und alles alles Gute im Neuen Jahr.

    Ich drück Dich mal ganz fest.

    Moni

  3. Pingback: Die große Hütte « Katzen-Heimat-Blog

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