Urlaub!

Ehrlich gesagt hatte ich inzwischen verlernt, wie sich das anfühlt. Seit drei Jahren ließ ich mir den Urlaub auszahlen, da es die Hafenkatzen waren, die versorgt werden mussten. Lange Zeit dümpelte ich somit im Verborgenen, aber inzwischen durfte ich einen sehr zuverlässigen und in der Nähe wohnenden  Menschen kennen lernen, der sich als Urlaubsvertretung anbot.

Die liebe Jana vertritt mich seit einigen Monaten an den Dienstagen. Sie kennt somit die Prozedere, die Katzen, und die Tiere lernten sie kennen. Sollte Jana keine Zeit haben, da dieser Urlaub recht kurzfristig von oberer Stelle entschieden wurde, bin ich selbstverständlich immer noch da. So wie gestern, als ich zum Hafen fuhr, was von zu Hause aus immerhin um die 40 Kilometer bedeutet. Egal, egal, es ist schwierig zu erklären, wie sehr einem solch eine Aufgabe ans Herz wachsen kann und wie sehr man sich verantwortlich fühlt. Es hört sich eventuell leicht an, Futterstellen zu versorgen und selbst wenn es sich leicht anhört, möchte manch einer für seinen Zeitaufwand vergütet werden. Alles schon erlebt, nachdem ein alter Herr gestorben war, der einige Stellen in dieser Stadt versorgte. Über Jahre hinweg, und niemand mochte sich mit dem Gedanken befassen: Was wird, wenn?

Es konnte eine Annonce in der örtlichen Zeitung geschaltet werden, auf die sich drei Damen meldeten. Zwei der Damen schienen begeistert, eine Tierschutzaufgabe übernehmen zu können. Nur die Wege, zwischen all diesen Stellen und überhaupt: Zu weit weg. Die dritte Dame erzählte viel über sich und dass sie mit ihrer momentanen Tätigkeit unzufrieden sei. Bis ich erkannte, dass sie, und eventuell die zwei vorherigen Anruferinnen ebenso, eine 400 Euro Beschäftigung suchte. Ich fragte erstaunt, wie sie sich das vorstelle, wer ihr Geld zahlen solle und hinzu käme das Futter. Das Gespräch dauerte trotz langem Anfang deshalb nur noch sehr kurz. Ich erinnere mich, dass sich diese Dame nicht einmal mehr verabschiedete. Die erwähnten Futterstellen mussten somit fast alle verwaisen, da auch die Tage der wenigen Aktiven nur aus 24 Stunden bestehen. Nur der Katze Gini konnte wirklich geholfen werden, da  Heike sie aufnahm und Gini heute ein sicheres Leben führen kann. Mitsamt ihrer drei Freundinnen, Trixy, Samira und Sina (Töchter von Samira), kann sie sich tagsüber in einem katzengerechten Zwinger austoben und wird abends mitsamt ihrer Kumpel von Heike ins Katzenzimmer gebracht. Null Gefahr, da Freigang aufgrund diverser Nachbarn gekänzelt werden musste, doch Gini ist äußerst zufrieden damit. Man kann nicht die ganze Welt retten, aber für ein gerettetes Lebewesen bedeutet es die Welt.

Nachdem ich am Dienstag bis 14.00 Uhr geschlafen habe, wo doch sonst jeder Tag um 5.00 Uhr beginnt, musste ich an den darauf folgenden Tagen immer wieder meine Knochen sortieren, die langes Liegen nicht gewohnt scheinen. Ein ungewohntes Verhalten eben und erst heute erwachte ich zum Leben. Einige Tagfotos konnten somit geknipst werden, viele zurückgehaltenen Gedanken gewälzt und Wasser aufgewischt werden, da sich die schwarze Nanni gerne im Unterschrank der Küchenzeile aufhält. Tja, damit rechnet kein Küchenmonteur und erst recht kein Planer. Wenn wilde Katzen sich auf ein Abflussrohr setzen, dann können die Verbindungen diverser Rohre auseinander flutschen. Dann macht es „Platsch“ und die Küche steht unter Wasser. Wie schön, wenn man in diesen Momenten Urlaub genießen darf.

Nanni

Hanni, Nanni und Perlchen

Advertisements

Ein Kommentar zu “Urlaub!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s