Balkonien und Co.

Seitdem Hanni und Nanni hier leben ist Ausgangssperre angesagt, was den Balkon betrifft. Ich hatte gleich geahnt, dass Hanni nicht nur brummen sondern auch fliegen kann. Und  ich hatte Recht.

Drei Versuche auf dem halb vernetzten Balkon reichten und meine Nerven lagen blank. Zuerst taten beide Miezen sehr unschuldig und trauten sich nicht nach draußen, aber bereits zwei Abende später flog Hanni ohne jeglichen Entfernungstest auf den Balkontisch, um von dort aus das Katzennetz zu überprüfen. Noch viel schlimmer zeigte sich die scheuere Nanni, die nach der allerersten Erschnupperungstour typisch große Augen bekam: FREIHEIT.

Beide würden sich nicht mal eben so auf den Arm nehmen und in die Wohnung befördern lassen Das würde eine Einfang – oder Hetzattacke, die nicht sein muss und auch nicht sein darf. Hinzu käme, dass aufgrund der Unruhe alle acht Katzen auf und unter Netze springen würden, mein Überblick verloren ginge und all solche Chaosdinge – meine absolute Horrorvorstellung.

Unser Balkon ist eine Terrasse im Dach und ich füttere Vögel, sei es Meisen, ein Ringeltaubenpärchen, Eichelhäher oder Kleiber. Das alles muss irgendwie zusammen passen und bisher funktionierte das auch recht gut, wenn ich bei den jeweiligen Ausflügen Wache schob. Aber diese beiden Wilden sind auf Flucht getrimmt und lachen sich über ein inzwischen wackeliges, halbhoch gespanntes Netz schlapp. Ein großer Unterschied, ob Katzen krank oder trächtig in einen Haushalt kommen oder Wilde unter Zwang. Ich nervte den Herrn des Hauses, denn sein geliebter Kater Charlie wurde unzufrieden. Selbst bei Regen saß Charlie, die Hausgeburt, draußen und genoss Wind und die frische Luft. Aber keine  Chance, seit Hanni und Nanni anwesend sind. Nein, ich muss hart bleiben, auch wenn es mir wirklich Leid tut! Leben geht vor Freude.

Frauen können bekanntlich gut nerven und somit suchte der Herr des Hauses endlich nach wirklich ausbruchssicheren Möglichkeiten, die Katzen und Vögeln gerecht werden könnten. Diese Möglichkeiten müssten aber auch in ein Dach passen, es dürften keine Löcher gebohrt werden müssen, keine bautechnische Maßnahme darstellen, und die liebe Nachbarschaft dürfte sich beim Anblick nicht gestört fühlen. Viele Wünsche auf einmal und ein echtes Problem, wenn man Frage – und Antwortspiele in diversen Foren liest.

Somit bestellte der Herr des Hauses  bei einem (hoffentlich) Spezialisten mehrere Stangen und Streben, die, zur Innenseite gebogen, das vorhandene Netz zu einem viertel Dach werden lassen sollen. Das alles ohne Bohrlöcher und unauffällig für die Außenwelt anzubringen, so verspricht es der Hersteller. Im Grunde genau das, was ich mir von Anfang an vorgestellt hatte. Katzen sind nun einmal keine Affen und können nicht über Kopf klettern – wobei ich Hanni und Nanni auch das noch zutraue.

Die starken Stangen kamen gestern bereits hier an und der Aufbau wird (toi,toi,toi) am Wochenende stattfinden.

Gesamtkosten bisher: 175 Euro. Wenn es hilft  und alle zufrieden gestellt werden können, hat sich diese Investition gelohnt. Ein ausgeglichenes Leben für jeden Katzencharakter, glückliche Sabine, zufriedene Nachbarn inklusive Hausverwaltung und weiterhin pickende Vögel.

Fotos werden folgen und wenn es funktioniert, wird es für den nächsten Problembalkon eventuell gute Tipps geben.

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2 Kommentare zu “Balkonien und Co.

  1. hallöchen,
    wir haben unseren balkon vor jahren mit solchen stangen und netz ausgestattet. die montage war manchmal etwas mühsam. es kommt eben drauf an, wie die gegebenheiten vor ort sind. heute würde ich z.b. eine andere (lockerere) netzart nehmen.
    es ging zwecks besserer stabilität der stangen auch nicht ohne bohrlöcher (in den boden). kabelbinder haben sich an manchen stellen als sehr nützlich erwiesen. da über uns niemand wohnt, haben wir auch oben über die volle länge ein netz gespannt. anfangs sehr ungewohnt (käfigfeeling ;-)).
    wir glauben zwar nicht, dass lucy anstalten macht, auszubrechen, aber sicher ist sicher. und so können wir sie seit fast 5 jahren ohne bedenken und auch ohne aufsicht auf den balkon lassen. sie nutzt ihn sehr gern; gerade im moment sitzt sie in ihrem kleinen holzregal und kuckt auf die pferdeweide. 🙂
    bei warmen temperaturen kann sie tagsüber und auch nachts rein und raus wie sie will. da sie trotz ihrem dichten fell eine frostbeule ist, setzt sie bei kühleren temperaturen kein pfötchen auf den balkon.
    ich wünsche gutes gelingen! 🙂
    lieben gruß

  2. Ja, Danke! Das ist (m)ein Traum, dass ohne Aufsicht draußen gelebt werden kann, auch nachts. Wir werden sehen, das Wochenende ist lang. 😉

    Gruß an Lucy!

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