The rolling stones

Und nein, das hat nichts mit Mick Jagger zutun, sondern mit Hanni und Nanni, die … ich weiß nicht, wie ich auf diese Überschrift kam, aber die Zwei erinnern mich irgendwie an rollende, hammerharte Steine.

Nun sind sie in und an ihrer vierten Stelle angekommen, obwohl ihre Heimat der Hafen ist. Kleine fauchende Wesen, die entsprechend akzeptiert werden wollen, die knallhart ihre Krallen zeigen und deren Wildheit sich haarscharf an der Grenze befindet. Kleine Pummelchen nenne ich sie und entweder haben Christine und Manuela dafür gesorgt, oder das gute Futter an ihrer Futterstelle tat sein Bestes. Jedenfalls sind das putzmuntere und augenscheinlich kerngesunde Biester, die wir uns hier angetan haben.

Also summa  summarum weitere Problembären katzen. Entweder krank, wild oder trächtig. „Hüstel“, alles selber Schuld, wohl wahr.

Ich kann Christines Berichte nur bestätigen, denn das getigerte Pummelchen Hanni ist der eigentliche Knackpunkt und doch wieder nicht, da sie die aktivere  und aufgeschlossenere Katze ist. Sie ist ein Wolf im Katzenfell und sie ist es  auch, die faucht, spuckt und alles und Jedem an die Gurgel möchte.

Wie jetzt? Ich????

Das wesentlich scheuere Pummelchen Nanni scheint ein nachtaktives Gewächs zu sein, da man sie tagsüber nur selten zu Gesicht bekommt. Gestern dachte ich sie sei entwischt, weil ich keine Spur von einer schwarzen Katze sah. Erst gegen Abend taute sie einigermaßen auf und vergaß kurzfristig ihre Angst.

Sie lebt somit immer noch so – oder wieder – wie sie es von ihrem ursprünglichen Leben her gewohnt ist. Selbst  ich sehe an dieser Hafenstelle tagsüber keine Katze. Das ist gut so und rettet jeweiliges Leben. Erst bei Dämmerung kommen sie aus ihren Verstecken und wenn ich nachzähle, wen ich als kastriert dort kenne, so sind das neun Tiere, die sich aber tagsüber niemals zeigen würden.

Wie Ihr somit erkennen könnt, hielt ich es nicht lange aus mit meiner vermeintlichen „Tierquälerei“. Grund war die Nacht von Sonntag auf Montag, in der selbst ich, die ich ein Erdbeben überschlafen würde, kurz vor dem Weckerklingeln wach wurde, weil lautes Gefauche  zu hören war. Insgeheim tippte ich auf Kater Charlie, der die zwei Gefangenen von außen bearbeitete, aber weit gefehlt. Es waren die Beiden herself, die sich gegenseitig bekämpften und die augenscheinlich keine Lust mehr aufeinander hatten. Wie sagte die erste, beziehungsweise zweite  Pflegestelle: „Die Beiden dürfen niemals  getrennt werden, sie hängen aneinander und wo die eine ist, ist auch die andere.“ Hm, die Zeiten ändern sich.

Wer ist da drin? Kommt raus, ich tue euch nichts!

Beobachtet und beschnüffelt war sich vierundzwanzig Stunden lang und am Montagabend öffnete ich den Laufstall – harrte der Dinge. Aber nichts tat sich, denn nur uns Menschen fehlt Geduld und Zeit. Katzen haben alle Zeit der Welt, das bekommen sie bereits in die Wiege gelegt, wenn es darum geht auf Mäuse oder Kaninchen zu WARTEN. Hanni griff angriffslustig und überlebungswillig alles an, was in ihre Nähe kam. Jeder Neugierige wurde von ihr wie von einem Lama regelrecht bespuckt. Das sind übrigens laute Knallgeräusche, die man eher selten zu hören bekommt, und selbst Forscher wissen bislang noch nicht herauszufinden, wie diese wohltuenden Schnurrgeräusche fabriziert werden. Tja, wir  werden es nicht mehr miterleben, wenn sich mal ein Wissenschaftler mit den Resultaten dieser Angsteinflößenden Knallgeräusche befasst haben sollte. Nanni jedenfalls war nicht zu sehen, sie versteckte sich in ihrer Höhle im Kratzbaum. Sie machte sich erst nachts auf Erkundungstour.

Alles in allem geht es hier weiterhin ohne Stress vonstatten. Sei es seitens Hermine, die mit sämtlichen Kleinen gestern abend Milch trank,

oder seitens Queen Romina, die mittlerweile sehr locker wurde, was Problemfälle anbelangt:

Mir alles sch .. egal

Ich müsste weiterhin eine Falle aufstellen und versuchen, das dritte oder vierte Kitten zu fangen. Aber es ist wieder eine Weile her, das jeweilige Katzenkind  gewachsen und bisher war jeder Versuch  erfolglos. Mein Ergebnis ist, dass ich das dritte oder vierte aufwachsen lassen werde / werden lassen muss. Selbst diese zwei Kitten sind kaum noch zu händeln und Interessenten finden sich selbst für Handzahme  kaum. Ich bleibe logischerweise am Ball, da auch die getigerte Mutterkatze noch kastriert werden muss, aber alles zu seiner Zeit, da ich mich nicht zerteilen kann und leider, leider die tägliche Arbeit immer wieder  zuviel Zeit verbraucht.

Somit ist es erst einmal angenehm zu ertragen, wie sich die Bande arrangiert:

Hermine und Nanni

Kuhkatzkater „Bübchen“, Geierwally und Hanni

Dem kleinen Giftzwerg  traue ich allerdings noch nicht über den Weg, denn wer spuckende Knallgeräusche von sich geben kann, der kann auch fliegen:

Wilde Hafenkatze Hanni

Liebe Grüße an Euch alle und eine weitere gute Woche!

5 Kommentare zu “The rolling stones

  1. Wenn man bei DER Katze sagt sie hat’n Knall, dann stimmt’s! *gg*
    Sie sehen gut aus, die beiden Neuen. Ordentlich im Futter und auch schon hübsch bemuskelt.
    Es ist ja schön zu sehen, wie sie sich alle untereinander verstehen, zumindest soweit, dass alle leben dürfen.
    Dass der Umgang mit solchen echten Halbwilden schwer ist, glaube ich.
    Pass auf Dich auf, halte den Kopf nicht in irgendwelche Flug- oder Spuckbahnen und halte die Ohren steif!

  2. Ich mag den Blick, den Perlchen beim Milchtrinken auf Hanni wirft …
    Ansonsten – habe ich Dir am Telefon schon gesagt, aber man muss ja auch mal öffentlich loben – finde ich die Bilder und den Artikel sehr schön, habe ich äußerst gern gelesen und angeguckt.

  3. Pingback: Balkonien und Co. « Katzen-Heimat-Blog

  4. Pingback: Wildbeobachtung Teil 2 | Katzen-Heimat-Blog

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