Tierquälerei?

Man weiß es nicht, bemüht sich selbige zu verhindern und kommt sich dennoch vor, wie ein oben genannter.

Oskar hatte seine Familie längst gefunden. Es war Liebe auf den ersten Blick, wenn ich die erste Zusammenkunft poetisch ausdrücke.

Manuela und Christine sind seine Auserwählten und andersherum. Als Manuela von Oskar schwärmte und von endlich einem roten Kater sprach, dachte ich an dieses übliche Schema, wo Mensch auf Farbe und Form fixiert ist und ausgerechnet auf Rot.

Wir sprachen offen über meine Bedenken und ich wollte abwarten und Männlein/Oskar sollte ein Traumzuhause bekommen. Ich bekam Bedenkzeit, die auf Gegenseitigkeit beruhte. Momentan tut sich nichts, was Katzenadoptionen anbelangt, es melden sich vermeintliche Interessenten und lassen einen Termin ohne Abmeldung platzen. Ein neuer Sport?  Und überhaupt, wie sieht ein Traumzuhause für Katzen aus? Es ist immer dort, wo man sich selber wie zu Hause fühlt.

Ich überlegte hin und her, Manuela kam erneut zu Besuch und „ihr“ Oskar gab sich ihr regelrecht hin, er mochte Manuela eindeutig.

Im Gegenzug hatte ich Hanni und Nanni „an der Backe“, die ich selber am Hafen fing und die mitten in der Nacht dank Jana bei Inga unterkamen. Inga hätte sie gerne behalten und sich als Pflegestelle bereit erklärt, aber sie sollte drei Katzen von Lanzarote bekommen, die hier in Deutschland vermittelt werden sollen. Im tiefsten Moment des Überlegens rief Ulrike an, aus völlig anderem Grund und als ich so vor der Falle hockte, die mitten in Ingas Wohnzimmer stand, fragte Ulrike: „Warum gibst du sie nicht mir? Meine Pflegestelle hat momentan Platz, kein Problem.“

Ich selber wollte/ konnte die zwei Wilden nicht aufnehmen, da Männlein/Oskar immer wieder Anzeichen eines Katzenschnupfens zeigte, somit bat ich um wenig Zeit und überlegte. Hin – und her, her und hin.

Ergebnis war eine Zusage. Die beiden halbwilden Zwerge gingen in die beste PS der Katzennothilfe.

Eine ruhige Woche verging und ein erneuter Anruf warf weitere Pläne über den Haufen: „Deine Katzen pinkelten  leider ins Bett und die Pflegestelle ist nicht bereit … du weißt … ich kann mir diese Stelle nicht vermiesen.“

„Verstehe, kein Problem, ich kümmere mich.“

Ach du Scheiße!! Kein Problem!! Protestpinkler und überhaupt Problemkatzen und kränkelnder Oskar. Alles, alles  Kacke!!

Ich telefonierte und mag meine Handyrechnung diesen Monat nicht sehen. Ich telefonierte mit einer netten Frau und ja, auch kein Problem, sie würde die Kitten aufnehmen, sie müssten nur zu dem Schwung von 21 Not – Kitten passen, die sie am nächsten Tag bekommen würde und die aufgeteilt werden.

„Ok, Danke, ich melde mich.“

Keine Ahnung, ob diese Katzen in den Schwung passen, denn laut bester Pflegestelle war anfangs alles Gut und nach einigen Tagen fing der Protest an, auch seitens der eigenen Tiere. Keiner mochte die Hafenkatzen und ich war verantwortlich für sie.

Derweil dachte ich an Christine und ihr Hilfsangebot: „Christinchen, wie wäre es, wenn ich euch die beiden bringe und Oskar noch eine Weile zum Gesundwerden behalte?“

(Im geheimen sang ich ein beruhigendes „Laa,le,luuu, nur der Mann im Mond schaut zuuuu …“)

„Auch gut, wir sagten, dass du jederzeit auf uns zählen kannst.“

Danke, Danke meine Freunde!

Heute war Umzugstag und Oskar hatte seit Donnerstag wieder einmal einen Rückschlag zu verarbeiten. Seine Augen tränten und das allgemein verpönte Cortison war verarbeitet. Somit brachen eine dubiose Krankheit oder Nachwirkungen einer Allergie erneut aus und ich konnte und wollte nichts mehr ändern. Oskar wurde heute abgeholt und morgen wird er bei seiner neuen Tierärztin vorstellig werden und sozusagen auf den Kopf gestellt. Koste es, was es wolle.

Wir wählten eine ruhige Minute, nachdem er sich noch in der Sonne wälzen konnte

und Hanni und Nanni kamen zu uns, die mitsamt gewohntem Laufstall wieder zu einem neuen Leben finden müssen. Alles nicht einfach und alles nicht einfach zu verstehen, aber wir dachten wirklich lange nach und versuchten eventuelle Ansteckungen zu verhindern. Zuerst sollte die scheue Nanni bei Oskar bleiben, aber dann entschieden Christine und Manuela, dass die Zwei doch nicht getrennt werden sollten und überhaupt, wegen eventueller Ansteckungsgefahr. Seufz …

Momentan sieht es bei Hanni und Nanni recht duster aus, denn sie wissen nicht, was nun wieder  los ist.

Momentan müssen sie sich einfinden, schnuppern und beschnuppert werden. Herauslassen kann ich sie noch nicht, da ich sie unter Umständen nie wieder sehen werde.Sie wissen aber auch  noch nichts von meinem gestrigen Gespräch, in dem sich herausstellte, dass beide zusammen zu Emmy und Maxi  ziehen können – wenn alles gut geht. Derweil müssen sie sich wieder einmal akklimatisieren und eventuell wird ihnen die hiesige Katzengruppe  noch das ein oder andere Lebensmotto mit auf den Weg geben. Wir vertrauen da ganz auf Mama Romina und soziale Gruppe, die bisher zwar fauchend am und auf dem Laufstall entlang laufen, aber wir werden sehen. Somit  positiv denken und weitermachen!

Euch allen eine gute Woche!

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8 Kommentare zu “Tierquälerei?

  1. Sabinchen, auch hier nochmal:
    Hanni und Nanni sind zwei wirklich tolle Katzenmädchen. Es gibt Menschen, die diesen Laufstall vielleicht als „Käfig“ bezeichnen würden, aber ich wüsste ehrlich nicht, was ich in so manchen Situationen ohne ihn gemacht hätte. Ich kann nur sagen: Hanni und Nanni haben sich, auch als sie den ganzen Tag frei herumrennen durften, immer wieder in diesen Laufstall zurückgezogen um darin zu spielen, zu fressen, auf’s Klo zu gehen oder zu schlafen. Ich denke das macht man nicht, wenn man sich irgendwo eingepfercht und unwohl fühlt.
    Mit einem Stück Sicherheit kommen Sie also schon zu Dir, stell Dir mal vor Du würdest auswandern und dabei Dein eigenes Haus mitnehmen können, das ist schonmal eine Erleichterung.
    Ansonsten freue ich mich darauf, dass sie nach den zwei Wochen „Krabbelgruppe“ bei uns nun in Rominas Kindergarten gekommen sind, wo sie viel mehr wichtige Erfahrungen werden machen können und auch Erziehung und Sozialisierung genießen, die Mensch und ein unorganisiertes Hunde-/Katzenrudel ihnen kaum geben kann. Der Grundstein für das Zusammeleben mit Mensch, Hund und auch anderen Katzen ist aber gelegt, wir haben keine frischen Wildpinkel-Stellen mehr gefunden, sie haben sich an den Anblick vom Menschen gewöhnt und spielen ungezwungen in seiner Umgebung, wissen, dass der Mensch Futter und Spielzeug und ein sauberes Katzenklo bringt. Sie wissen, dass man vor einem verärgerten Hund gut auf einen Kratzbaum fliehen kann und auch, dass das mit Artgenossen leider gar nicht klappt.
    Ich bin gespannt, was sie noch alles lernen werden und wo ihr Weg sie letztendlich hinführt. Mir fehlt das Geräusch ihrer Pfötchen, wenn sie Schweinerennen mit sich oder auch den anderen Katzen durch die Wohnung veranstalten. Das Geräusch ihres Raschelkissens, des Balles mit den Glöckchen drin und das Scheppern der Näpfe, wenn sie während der Jagd darüber hinweg hüpfen und das nach gerade mal zwei Wochen.
    Wer auch immer sich später stolz als ihr Halter vorstellen darf, der wird eine große große Freude mit den Beiden haben.
    Danke für die schöne Erfahrung.

  2. Quäl dich nicht mit dieser Frage, du tust das bestmögliche für die Tiere. Und ich kann mich da Christine nur anschliessen, sie haben ein Stück Geborgenheit mitgenommen, das ist fürs Eingewöhnen wichtig.
    Unsere Merli zieht sich nach Schreckenserlebnissen draussen und auch wenn sie krank ist immer in mein Schlafzimmer auf den Schrankschlafplatz zurück, auf dem sie sich die ersten Wochen bei uns versteckt hielt.

    Liebe Grüße von Christina

  3. ja, ja die Pflegekinder – ist mit Katzen- wie mit Menschenkindern , so gut die Stelle auch ist, manchmal passt es – oder etwas einfach nicht zusammen. An die Lebensbedingungen von Emmi und Maxi hatte ich auch gleich gedacht,dass die auch das richtige für diese Katzen wären.

    Tierquälerei – nein, soviel können Katzen längst ab und am Ende haben sie die Erfahrungen gesammelt, dass es etliche Menschen gibt, die ihnen nichts tun, im Gegenteil, für Futter und Klo sorgen und etwas Unterhaltung.
    Sabine-Quälerei schon eher, da die Kitten so spezielle Bedürfnisse haben und man ihnen doch ein ausgefülltes, zufriedenes Dasein wünscht.
    Oskar gefällt mir aber auch sehr, ist eigentlich nicht so meine Katzenrichtung, ich komme von den Grauen irgendwie nicht los, aber wie der das Leben genießt, da steckt das Zugucken schon an.

  4. Hallo Sabine
    Ich denke auch nicht das das Tierquälerei ist, kann diesen Gedanken den du da hast aber durchaus versehen!
    Ich hatte seinerzeit genau das gleiche zwiespältige Gefühl, als ich meine Freigänger Katzen in ein Gehege steckte!
    Aber auch da muste es sein, da wie du ja weißt ich Katzen hassende Nachbarn habe und die Katzen schön öfters mit Wunden zurückkamen, und ein spezieller Nachbar auch das schreddern der Katzen im Hexler androhte!
    Deshalb durften sie von da an nur noch im Gehege laufen!
    Auch ich dachte, das sei Tierquälerei!!!!!!
    Aber nein, alle Katzen fühlen sich sichtlich wohl dadrin ( ist ja auch sehr groß )!
    Und vor allem brauche ich keine Angst ehr um sie haben!
    Vor kurzem habe ich überrings im Tierschutzverteiler gelesen, das es bald ein Neues Gesetz geben soll, das Katzen nicht mehr frei laufen gelassen werden dürfen, und das vermeidlich frei laufende Katzen eingefangen werden dürfen, und wenn sie nicht zugeordnet werden können,- in Versuchslabors gegeben werden dürfen! Schrecklicher Gedanke!

    Also Sabine nein, das ist keine Tiequälerei!!! Das ist ja auch nur als Übergang gedacht, sie müssen halt noch viel lernen!

  5. Echt? Hast Du den noch Heike? Kannst Du mir den mal schicken? Eigentlich geht es ja in dem Gesetzentwurf darum, dass Katzen nicht mehr unkastriert frei laufen dürfen und Katzen wie Hunde gechipt werden müssen – und da es ein Tierschutzgesetz ist, passt das mit dem Versuchslabor irgendwie nicht so, würde ich mir gern mal ansehen.
    Tut mir leid,Heike, dass Du so … unnette Nachbarn hast, ich kann mir vorstellen, wie das an die Nerven geht. Immer in Angst, einem Tier könnte was passieren…

  6. Hallo Bettina
    Ich hatte einen Bericht, wo das klar geschrieben war, das streunende nicht zuzuordnende Tiere bald offiziell an Versuchslabors weiter gegeben werden dürfen. Ist noch nicht lange her, muss mal alle meine Mails nachschecken!
    Sobalt ich was finde, schicke ich es dir!
    LG Heike

  7. ja, bitte, HeiKe – und Christina, vielen Dank dafür schon

    Verbot der Verwendung von streunenden Haustieren – Ansatz der EU-Kommission

    Verwendung von streunenden Haustieren in Ausnahmefällen erlaubt – Ansatz in der verabschiedeten deutschen Richtlinie – krass, man muss sich noch viel mehr mit den Gesetzen beschäftigen

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