Traurige Tatsachen

Ja, leider wieder einmal, und mir fällt es schwer diese Tatsache zu beschreiben.

Ich hätte lügen und sagen können, dass zwei der vier Neuzugänge vermittelt werden konnten, in ein wunderschönes, artgerechtes Zuhause. Aber dem ist leider nicht so und die Katzenheimat wäre nicht die Katzenheimat, wenn sie lügen würde. Einerseits weil ich die Schuld bei mir suche, andererseits weil es so unglaublich klingt, so dass der ein oder andere tatsächlich sagen mag: „Hey, so etwas kann es nicht geben.“

Vor zwei Wochen kamen vier Neulinge zu uns, über die ich hier berichtete. Auffällig war von Anfang an, dass sie nichts essen wollten. Ich probierte jede Futtersorte aus, da ich an Mäkeleien aufgrund ungewohnten Futters dachte. Alle Vier waren laut Aussage entwurmt, entfloht, hatten einige Wochen in Quarantäne in Form eines Badezimmers verbracht und sie schienen gesund. Ich glaubte  und glaube dieser Aussage  immer noch, denn wir Tierschützer ziehen an einem Strang. Der erste Abend war recht kurzfristig, da die Zeit drängte, ich ins Bett musste, weil ein Freitag mit 5.00 Uhr Weckzeit wartete. Am Freitagabend ließen wir die Bande aus dem Katzenzimmer heraus, woraufhin sich die Beteiligten beobachten ließen. Länger eingesperrt sein wollten sie auf keinen Fall, das jedenfalls äußerten sie lautstark und irgendwo hat man Nachbarn, die sich an ungewöhnlichen Geräuschen gerne stören. Auffällig war ebenso, dass die Neuankömmlige  eine Menge Gras mampften, als Ausgang auf dem Balkon angesagt war und immer noch dachte ich an eine normale Reaktion. Dass hier kein giftiges Gewächs wuchert dürfte allen klar sein, die hier gelesen haben.

Am Montagabend erbrachen die zwei Weißroten und das Tricolormädchen, die augenscheinlich  aus einem Wurf stammten, fast ständig. Was ich nie erleben wollte, was ich dennoch als Tatsache zu sehen bekam, war, dass sich keine Nahrung sondern Spulwürmer in der erbrochenen Flüssigkeit befanden. Zuerst dachte ich an Suppennudeln, da wir Sonntagabend wieder einmal als letzte Möglichkeit ein Hühnersüppchen mit ein paar Suppennudeln gekocht und gereicht hatten. Aber  Suppennudeln bewegen sich nicht …

Am Dienstag packte ich in der Mittagspause sämtlich kränkelnde Vierbeiner ein und fuhr zur Dr. Brinkmann – Block. Sie empfing uns mit den Worten: „Zum Impfen, richtig?“

„Schön wäre es, aber das wird heute nicht klappen“, antwortete ich.

Sie registrierte sofort und untersuchte mit ernstem Gesicht.

Kuhkatzmädel bekam noch einmal eine Cortisongabe wegen ihres Auges, Kuhkatzmännlein wurde als geheilt in die Box zurück gesetzt, das Schildpattmädchen (ohne Anzeichen) mitsamt ihrer drei sehr schwächelnden Kumpel mit Spritzencocktails  und Profender gegen die übelste Art von Würmern versorgt.

Lange Rede kurzer Sinn: Weißroter Kater und Tricolormädchen verstarben am Dienstag und Mittwoch, wenige Stunden nach einem jeweiligen Tierarztbesuch, nach einer Spritzengabe. Es könnte sich somit um eine allergische Reaktion handeln, es könnte sich um Parvovirose handeln – all das ist möglich. Verwunderlich ist und bleibt die Menge der Spulwürmer und ich mag mir nicht ausmalen, wie es im Inneren dieser Tiere aussah.

Tricolormädchen und ihren Bruder begruben wir am Freitag danach, zusammen in einem Karton mit Decken ausgestattet, hier im Wald.

Es tut mir sehr Leid und Ihr Zwei werdet nie vergessen werden!

5 Kommentare zu “Traurige Tatsachen

  1. Traurig, Sabine, und traurig, dass Du immer wieder mal trotz allem Einsatz so etwas erleben musst. Ich hoffe, Du reibst Dich nicht auf.Wäre jetzt auch müßig zu sinnieren, woran es lag. Alle Beteiligten haben versucht , den Kätzchen ein schönes Leben zu ermöglichen . Weiß der Teufel, wie verwurmt sie schon waren, bevor sie die Kur bekommen hatten…
    Und leider, nach meiner Erfahrung wird es nicht lange dauern, bis die nächsten obdachlosen Kitten gesund gepflegt werden müssen, jedes mal ein Pokerspiel mit vollem Einsatz.

  2. Liebe Sabine, such nicht die Schuld bei dir, denn du hast gewiss alles getan was getan werden konnte und musste !
    Ich habe letztes Jahr auch 3 meiner kleinen Pflegis verloren und ich kann heute noch nicht ohne Tränen daran zurückdenken 😦
    Es ist einfach nur so traurig, das ein Leben, das kaum begonnen hat, schon enden muss, aber auch das müssen wir in unserer Tierschutzarbeit lernen zu akzeptieren, es muss einfach irgendwie weitergehen !

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und den süßen Sternchen alles Liebe hinter der Regenbogenbrücke – schaut einfach nach einem kleinen zierlichen Kuhkatzenmädel namens Fine, sie ist mein Sternchen und wird euch sicher liebevoll in Empfang nehmen !

    Liebe Grüße

    Kerstin

  3. ach je! Das tut mir so leid. Ich bin mir aber sicher, daß sich die 4 nichts sehnlicher wünschen, als daß die nächsten Pflegekitten wieder zu Dir kommen und deren Plätze einnehmen dürfen.
    LG
    Silke

  4. Pingback: Futter statt Raketen « Katzen-Heimat-Blog

  5. Pingback: Hier ist was los | Katzen-Heimat-Blog

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