Freud und Leid an den Futterstellen

Das ist das eigentliche Motto der Katzenheimat, das trotz des heimatlichen Wirbels nicht zu kurz kommt, denn auch die draußen lebenden, wilden Katzen werden keinen Tag lang vergessen. Fritzchen konnte vor einigen Wochen eingefangen und kastriert werden. Er benahm sich innerhalb der Falle wie ein Fremder, schlimmer als der wildeste Kater und ich zweifelte, ob es sich  überhaupt um Fritzchen handelte.

Aber es war eindeutig Fritzchen, was an seiner Kampfnarbe über der Nase konkret festzustellen ist, mittlerweile auch an der winzigen Kerbe aufgrund Kastration in seinem linken Ohr. Einige Tage nach seiner Wiederfreilassung sah ich ihn und er war wie verwandelt. Eine Schmusebacke ohnegleichen, kein Vergleich zu dieser tobenden Furie in der Falle.

Sehr schade ihn am Hafen herum laufen sehen zu müssen, aber er wäre sehr wahrscheinlich auch kein Stubentiger für eine Wohnung. Er braucht seine Freiheit, obwohl inzwischen auch seine Streicheleinheiten. Ebenso wie Minki, die durch Fritzchen einen neuen Freund oder einen Verwandten an die Seite bekam.

Fritzchen muss auf alle Fälle zulegen, da ein weiterer Winter bevorsteht. Er wird erneut keine Heizung finden und muss Speck auf die Rippchen bekommen, saß er doch im vergangenen Winter zitternd vo einem Napf.

Es nimmt eben kein Ende und je mehr zahm gewordene Katzen zu versorgen sind, desto länger dauert die abendliche Fütterungszeit. Ich stelle nicht nur einfach Futter hin, denn die Zahmen wollen beachtet werden. Ebenso Muckl, der alte Schatz, der sich nach fünfeinhalb Jahren entschied sich anfassen zu lassen.

Nun kann sie gar nicht genug davon bekommen und oftmals muss ich aufgrund Zeitmangels die Streicheleinheiten abbrechen. Sie hat an ihrem rechten Ohr einen Knubbel, der zwar nicht größer wird aber beobachtet werden muss. Was soll ich tun?

Katze Mara benahm sich völlig anders, war sehr ruhig und schien zahm werden zu wollen. Leider musste ich sie wieder frei lassen, das das Gegenteil einkehrte und ich habe sie seitdem auch nicht mehr gesehen. Es war ein Versuch, der leider daneben ging. Mara versteckte sich innerhalb Ingas Küche zwischen Küchenzeile und integrierter Waschmaschine. Sie ging nicht aufs Katzenklo, zerkratzte nachts das PVC vor der Küchentür. Sie wollte definitiv wieder raus und es war ein weiterer schwerer Schritt, denn irgendwie musste Mara möglichst stressfrei zurück zum Hafen. Somit bedeutete das kleinere Übel, dass sie hungern musste und ich brachte Inga die Falle nach Hause.

Inga hatte somit eine schwere große Falle in ihrer kleinen Küche stehen, legte lediglich Wert auf Zugang zum Schrank mit dem Müsli. Ganz lieben Dank an Inga, die die Katzen auf Mallorca fängt, die jeweiligen Verhaltensweisen kennt und dort weitere Vermehrung in Massen verhindern konnte und die sich um Mara kümmern wollte. Wir lernten uns somit kennen, verloren nur wenige Worte und verstanden uns auf Anhieb. Ein fester Händedruck und ein Abwinken was die Unkosten und so weiter anbelangten. Mara ging Donnerstagnachts ausgehungert in die Falle, Inga rief mich wie abgesprochen um 5.00Uhr morgens an, da das eh meine Aufstehzeit ist. Um kurz nach 6.00 Uhr befand sich Mara an gewohnter Stelle, denn es musste frühmorgens oder spät abends geschehen, da ich aufgrund Verkehr und menschlichem Chaos immer sehr unsicher bin, was Freilassungen anbelangt. Mara schaute sich noch einmal nach mir um und verschwand in gewohnter Umgebung.

Monika ist eine große Hilfe, sie stellt sich nun einmal pro Woche spät abends an Maras Stelle und versucht weitere unkastrierte Katzen oder Kater zu fangen. Hört sich leicht an und ist auch leicht, wenn keine Katze zu sehen ist. Am vergangenen Donnerstag rief Monika jedoch abends an. Sie hatte eine definitive Mutterkatze und ein ungefähr sechs Wochen junges schwarz weißes Kitten an der Falle. An der Falle, nicht in. Die Falle klemmte oder das Kitten war noch zu leicht, schwer zu sagen. Jedenfalls brachte ihr Einsatz keinen Erfolg, sie brach ab und versuchte in dieser Woche erneut, aber bekam keine Katze zu sehen. Nun, sagen wir mal so: Das alles ist scheiße und am Hafen laufen kleine Neugeborene herum, aber die Stelle ist im Rahmen, was die Vermehrung anbelangt. Es gibt andere Stellen, wo Katzen scharenweise gefangen werden, da unzählbar vermehrt.

Ich weiß nicht, wo das noch alles hinführen wird. Mir tut es in der Seele weh, und wenn nicht ständig gefangen, untergebracht und vermittelt werden würde, dann sähe ich Szenarien wie aus einem Film, wo sich Katzen unzählbar vermehrt haben. Sie sind nun mal so und deshalb muss jeder Katzenhalter auch ohne Gesetz vernünftig handeln. Es geht nicht um Freude und Spaß, was ein häufiges Argument ist, weshalb ein Freigängerkater nicht kastriert wird. Es geht um die Generationen danach, die auf der Straße leben müssen und weder Nahrung noch Unterschlupf finden!

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