Bonnie und Clyde

Wie vor einiger Zeit erwähnt, zogen der Bruno, zwei Garnelen, zwei Welse und zwei Muscheln hier ein. Ich fand, dass der Betta Splendes ziemlich einsam wirkt und somit bekam er Gesellschaft in Form von sechs Mini Neons. Sie vertragen sich gut, denn die Neons geben Bruno keinen Grund zum Angriff und haben trotzdem noch genügend Platz.

Ich gebe zu, dass mir Aquarien viel zu viel Technik bedeuten und erinnere mich an mein erstes 80 Liter Becken. Die schönste Zeit war die Anfangszeit, als lediglich zwei „Putzer“ das Becken beherrschten und die sich mit scheinbarer Freude immer wieder in den Sauerstoff/Wasserstrudel  stürzten und sich vom Sog nach oben treiben ließen. Das machten sie stundenlang und mir persönlich hätte diese Ansicht gereicht. Aber es sollte ein bewohntes Aquarium werden und somit  zogen nach Akklimatisierungszeit Pflanzen und die wohl pflegeleichtesten Guppys und Black Mollys hinzu. Doch ich starb jeweils ein Stück mit, wenn es einem der Fische nicht gut ging und bald darauf entschlief. Somit ließ ich die Finger von Aquarien, da meine Zeit für Vierbeiner drauf geht, die zumindest andeutungsweise zeigen können, wenn ihnen etwas fehlt oder wenn sie Schmerzen haben.

Als Christine und Manuela ihren Betta Splendes inklusive Anhang in gute Hände geben wollten, sagte der Herr des Hauses sofort: „JA!“  Meine Skepsis wurde von Christine und Manuela belustigt aufgenommen, doch hatte sie einen Grund, nämlich das bessere Kennen des Herrn des Hauses. Er würde ein 30 Liter Aquarium hervorragend pflegen können, aber es würde ihm nicht reichen. Womit ich Recht hatte…

Alles andere erspare ich Euch jetzt, zeige aber dennoch sein neuestes Hobby, was nicht nur ein Hobby ist, sondern intensive Nachforschung, das Einholen von Informationen, die Umwandlung des Badezimmers bei Säuberung – und Filterreinigungsaktionen, die Besuche in diversen Zoofachhandlungen und das Austauschen mit Forumsbekanntschaften beinhaltet. Da werden Ableger von Korallen getauscht und Fachgespräche geführt. Oft kommt der Herr des Hauses mit einer Wasser gefüllten Tüte nach Hause, die wieder einmal etwas Besonderes enthält.

Nun denn, solange ich mich nicht um die Technik kümmern muss, finde ich Bonnie, Clyde, ihre Krebse und Korallen sehr anschaulich, fast schon rührend vorbildlich  und sehr interessant. Ein Leben in Meerwasser wohlgemerkt, denn Süßwasser ist langweilig.

Bonnie ist ein Zitronen – Wächtergrundel und Clyde ein Knallkrebs. Was es nicht alles gibt, vor allem in dieser fürsorglichen Intensität, denn Bonnie beschützt diesen Clyde, dafür sorgt dieser Krebs für ständig neue Höhlen. Seine Aufgabe besteht aus dem Bau stets neuer Wohnungen, die er mit Bonnie teilt. Clyde sieht man selten, lediglich seine Berge von Sand, die er immer wieder neu ordnet. Nur mit Kamera (also Technik) oder sehr, sehr viel Zeit, kann man ihn bei seiner fleißigen Arbeit beobachten. Der Zoofachverkäufer war ein wirklicher Fachmann, denn er hätte keinen von beiden alleine verkauft: „Die gehören zusammen, und sie bleiben zusammen!“

Empfehlenswerte Hintergrundmusik von Michael Jackson, die gleichzeitig angeklickt eine Bedeutung zu haben scheint (Sprachlos, entsprechend treffend dargestellt von anderer Quelle):

Hinzu kommen die Einsiedlerkrebse, die neue, absichtlich drapierte Schneckenhäuser ausprobieren, testen,  wirken, wie wenn sie sich im offenen Meer aufhalten würden, dabei leben sie in der Katzenheimat und werden beobachtet:

Haltet mich für verrückt, aber ich kann bei diesen Anblicken diese irrwitzigen Gedanken nicht beseite schieben, die längst verfimt und geschrieben wurden – aber ist es nicht ein Gedanke wert, dass wir alle eventuell auch nur in einem Glaskasten gefangen sind? In dem wir von außen von sehr viel intelligenteren  Wesen beobacht werden? Die uns rund um die Uhr testen, anhand von Reaktionen, wie sinnloser Krieg und Mord aus Habgier , wie Umweltverschmutzung und die Zerstörung eines Planeten? Warum nicht? Hin und wieder wird uns ein Spielball zugeschnippt, der Astronomen den Blutdruck steigen lässt. Auch wenn es verrückt klingt und die Katzenheimat das Ergebnis nicht erleben wird, es ist ein Gedanke wert, und somit sollten wir das Beste aus diesem eventuellen Test machen. Mir persönlich stellt sich oft die Frage, welchen Sinn wir erfüllen sollen. Warum wurden wir geboren? Es kann nicht sein, dass  ein  Kreislauf dahinter steckt, viel mehr steckt eine Aufgabe dahinter, die wir sinnvoll erfüllen müssen. Leider, wie ich das in diesen verrückten Phantasien oft denke, ist ein Scherbenkehren die letztendlich sinnlose Aufgabe, die  viele von uns von einer sinnvollen Aufgabe abhält. Ein Kreislauf, den die intelligenteren, uns beobachtenden Wesen zum Haare raufen bringt.

Advertisements

11 Kommentare zu “Bonnie und Clyde

  1. Es tut mir so unheimlich leid, wenn ich nur gewusst hätte, was wir da lostreten, hätten wir Dich bestimmt viel ernster genommen! Aber Jürgen hat aber auch immer dreingeschaut wie ein unterdrücktes Unschuldslämmlein! Nie hätte ich gedacht, dass er auf einmal zum aquarianischen Wüterich wird!

    Nichtsdestotrotz sind das wirklich schöne Bilder und Videos. Auf jeden Fall scheint sich ein Besuch bei Euch mal dringlich wieder anzubieten. Eintritt zahle ich aber immer noch nicht.
    🙂

    Und:
    Die Welt im Glaskasten; so ähnlich wie bei Men in Black, wo die Erde sich in einem Schließfach befand? Ja, mit sowas bin ich überfordert. Ich begreife schon das Weltall nicht, ich meine, wie soll etwas keine Grenzen haben?

  2. Ach Christine, muss Dir nicht leid tun. Doch Du verstehst nun unter anderem, weshalb ich Eure Anolis nicht, aber wirklich nicht übernehmen wollte. 😉
    Anolis – Echsen – Krokodile…

  3. Das mit der Katze geht in dem Film so….
    „Die Galaxie ist im Band des Orion.“

    Dr. Weaver merkt, dass auf dem Halsband der Katze deren Name steht – „Orion“ – und daran ein geheimnisvoll schimmerndes Amulett hängt.

  4. Ja, eine ganze Galaxie hat Kater Orion dabei und in einem menschlichen Schließfach gibt es auch noch eine Welt wundersamer Wesen, aber irgendwann wird doch auch mal von den Menschen eine Tür geöffnet und die ist dann eigentlich die Tür eines Schließfachs und dahinter liegt eine noch viel größere Welt.

  5. Uh… Men in Black. Einer meiner Lieblingsfilme! Zitat: „NYPD, das bedeutet……“-ne, das gehört jetzt nicht hier hin. Aber dieser kleine, niedliche, gelbe Fisch sieht auch aus wie ein kleiner Alien. :-))

    Ich denke es hatte schon seinen Grund, dass es die Anolis nicht wurden und es die Fische sein mussten. Ihr werdet schon sehen- wie Christine und ich am Freitag miterleben durften, hat alles einen Grund 🙂

    Manuela

  6. Nein, das nicht, obwohl die beiden Damen inzwischen tatsächlich männliche Gesellschaft bekommen haben. Der junge Mann ist allerdings noch zu jung um Nachwuchs zu zeugen, lediglich der Jungferngecko, der dazu nur sich selbst brauch und auch alt genug ist, erwartet derzeit Schlüpflinge.

    Was Manu meinte war die Sache mit Martina und dem Katerchen, die schicksalhafte Begegnung, die alles über den Haufen werfen und sie nach allem doch noch zu einer zweiten Katze führen sollte.

    🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s