Veränderungen 2

Nun sind zwei Wochen vergangen, seit insgesamt drei Pappeln gefällt wurden. Nicht nur das Fällen der Bäume tat weh, auch die Fläche, die den dort lebenden Katzen genommen wurde.

Wie wir alle wissen, sind speziell wilde Katzen gleich Pferden Fluchtiere. Sie laufen nur in Notfällen über freiliegende Plätze, da sie bei Hungernot (und die gibt es in der Natur nicht selten) selbst von Krähen, Elstern und Möwen angegriffen werden. Zum eh schon schwierigen Leben benötigen sie Versteckmöglichkeiten, aber die gibt es immer weniger in unserer Zivilisation.
Somit auch auf Mickys, Mukl`s und Filous Terrain, wo nach Fällarbeiten ungefähr vierzig Meter Unterschlupfmöglichkeit dem Erdboden gleich gemacht wurden. Wir hatten allerdings eine Menge Glück, da ich vorab informiert wurde und sämtliche Behältnisse beiseite schaffen konnte. Wäre das nicht der Fall gewesen: Noch mehr Pech.

Nun heißt es sich an die Übergangssituation zu gewöhnen und abzuwarten, was anschließend passieren wird. Bauarbeiten, noch mehr Reduzierung? Ich weiß es nicht und kann keine Information erwarten.
Was mich verwunderte war ein Erlebnis in der vergangenen Woche. Ich versuche zwar möglichst unsichtbar zu bleiben, aber das scheint nicht immer zu funktionieren. Jedenfalls fuhr ich durchs Hafengebiet, hielt an, weil mich ein Fahrzeug des Hafenamtes zu verfolgen schien. Da gab es schon einmal einen Mann dieses Amtes, der mir freundlich zunickte und mit dem ich auch ins Gespräch kam. Der Mann interessierte mich nicht, aber ich hoffte im Sinne der Katzen etwas verändern zu können. Leider war der Mann weniger an den Tieren interessiert und somit erledigten sich diese Gespräche. Aber das Hafenamt hielt hinter mir und mein Blutdruck stieg. Ich erwartete negative Meldungen, weil es erfahrungsgemäß keine positiven geben wird.
Ein älterer Herr stieg aus und fragte, was sie mit der großen Holzkiste machen sollen.

„Holzkiste, wo?“
„Nun ja, dort auf dem XY Gelände.“
Ich verneinte, da mir das genannte Gelände fremd war. Aber immer wieder zeigte der Mann in eine Richtung und ich erinnerte mich.
„Ach, da hinten? Auf dem ehemaligen R.M. Gelände? Na so was, die Kiste gibt es noch? (Ich wusste es, aber musste so tun, als ob). Die ist nicht längst entsorgt worden? Stimmt, die ist von mir (gut getippt). „
„Ja“, meinte der ältere Herr, „es werden eine große Anzahl Fahrzeuge auf das Gelände gestellt und diese Kiste müsste weg.“
Wie ein Film lief es vor meinem inneren Auge ab, denn diese Futterkiste war die erste gewesen und ich seinerzeit noch gutgläubig. Dachte, dass eine selbst gefertigte und entsprechend groß gebaute Holzkiste sämtliche Probleme beiseite schaffen könne. Weit gefehlt, da diese Kiste zwar von den Tieren gut angenommen und auch als Witterungsschutz diente, aber aufgrund Veränderungen beiseite geschafft werden musste. Ich handelte seinerzeit mit Erlaubnis und trug das schwere Teil noch bei Sturm an einen anderen Ort, auf besagtes und erlaubtes Gelände, wäre noch beinahe mitsamt Kiste in den Fluss geweht worden, an einen Platz, den keine Katze je betrat.
Fahrzeuge, die abgestellt werden, stimmten mich ein ganz klein wenig optimistisch, zumal ich unüberlegt eine der ersten war, die davon informiert wurde – das gab es noch nie.

Die Fahrten dorthin können Leben kosten, da die Fahrer wie Blind in einer Reihe von einer Stelle zur nächsten rasen. Unangemeldet, wobei eine Erlaubnis sehr wahrscheinlich…. wahrscheinlich vorliegen wird…. Ich kann es trotz Wissen nicht verhindern und keine Katze schützen.
Im Endeffekt sind stillstehende Fahrzeuge ein Glück, denn sie bieten Schutz und Deckung, speziell für Katzen, denen nun eine neue Möglichkeit ihrer Ausschweifungen geboten wird. Wir kennen es, gab es diese Möglichkeit doch schon einmal – allerdings an anderer Stelle.
Nachdem die Eigentumsrechte geklärt waren, bot sich der nette Hafenmann an, den zerfallenden Bretterunterschlupf zu beseitigen, da sie sowieso den Müll entsorgen müssten. Ich war dankbar, doch fiel mir ein, dass Herr M. seinerzeit ein wertvolles Blechdach für dieses Haus konstruiert hatte. Ich rannte bei nächster Gelegenheit auf besagtes Gelände und dachte noch an Kater „Bienchen“, der dort beerdigt ist. Ihn wird man nicht beschädigen, da nur die Oberfläche wichtig ist. Ich lief somit kurz vor Toresschluß, vor Betretungsverbot zur Kiste und entnahm den passenden Deckel, da ich aufgrund dessen eine Idee hatte…

Ein Kommentar zu “Veränderungen 2

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