Die drei Fauchis …

… sind im Grunde Furien.

Tja, ich dachte eigentlich, dass sich meine Katzentierärtzin niemals aus der Ruhe bringen lassen würde, aber diese Drei schafften es. Heute, am 19.11., an dem Tag an dem meine Mutter Geburtstag  hat, wenn sie noch leben würde, fingen der Herr des Hauses und ich diese Megabestien im Badezimmer ein. Kratzspuren sind die einzigen Zeugen. Bei Emmy, Maxi und Lisbeth war es vor etwas über einem Jahr das gleiche Spiel. Allgemein fauchen, spucken, beissen (heftig) und wehren sich wilde Tiere und diese drei, die momentan im Bad leben, gehören dazu. Es ist unglaublich, welche Kräfte solch kleine Tiere entwickeln können und wie winzig und hilflos Mensch diesem Willen, dieser überzeugten Wildheit gegenübersteht. Ohne Handschuhe, von Mensch gefertigt, hat Mensch keine Chance. Ich frage mich wieder einmal nach Sinn und Unsinn solcher Aktionen, wobei ich den Sinn darin sehe, dass diese sich ständig vermehrenden Tiere in der zivilisierten Welt einfach keinen Platz mehr finden. Leben und Tod, wobei der Tod früher kommt als nötig.

Aber von Anfang an: Letzte Woche Samstag wurde um Hilfe gebeten, weil drei (niedliche) Babykatzen bei einer Großbäckerei  gesichtet wurden. Ein Mitarbeiter fütterte sie seit einigen Wochen, hielt sie quasi über Wasser und konnte sich ihnen hin und wieder – also je nach Katzenlaune- sogar nähern. In einer Gegend die schnell beschrieben ist: Direkt am Ufer der Wupper, wildes Gebiet, Gebüsch, Ratten und Mäuse.  Der zuständige Katzenschutzbund wurde befragt, dieser äußerte sich nicht und irgendwie stehen mitfühlende, beobachtende Gleichgesinnte oftmals hilflos da.

Da es in diesem Bereich bereits edliche wilde Katzen gibt und Futterstellen seit Jahren eingerichtet sind, mussten es nicht noch drei, beziehungsweise ohne Ende mehr Katzen geben. Somit stellte der nette Mitarbeiter, nachdem geklärt war, dass die Fauchis zu uns ins Badezimmr kommen können, einen Karton auf. Zwei der Drei konnten am vergangenen Sonntag gefangen werden, die dritte ließ auf sich warten. Am Montag kam frühmorgens der Anruf: „Dritte Katze gefangen.“ Der Herr des Hauses fuhr vor der Arbeit los, musste die dritte Katze allerdings wieder frei lassen, weil es sich um die Mutterkatze handelte. Wie ich letzte Woche bereits erwähnte, so ist eine OP wegen Kastration bei jetzigen und kommenden Minustemeraturen nicht zu verantworten!

Fauchi Drei wurde am Dienstag gefangen und hockt seitdem mitsamt Geschwister hinter der Waschmaschine, wenn Mensch gucken kommt, mal zwangsläufig aufs Klo oder duschen muss oder einfach nur mal saubermachen will. Ansonsten, mit technischer Pfiffigkeit durchdacht, gibt es Kameras, die zeigen wie munter die Fauchis miteinander umgehen können, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. In den ersten Tagen war Durchfall, dünn wie Wasser angesagt… überall. Aber seit Donnerstag scheint sich das bessere Futter oder Minderung der Angst bewährt zu haben und Katzenklo wird seitdem von allen dreien mit festen Häufchen bestückt. Eigentlich uninteressant, freut nur die Verstehenden. 😉

Heute war wie gesagt die Wurm  und Flohkur angesagt, denn ansonsten kann man sie leider so gar nicht auf Tier – oder Menschenwelt loslassen. Zwei Augen mussten und müssen mit Salbe behandelt werden, wegen urtypischer „Kletschaugen“, die sich  drinnen oder draußen zwar irgendwann eventuell wieder geben, aber nur vielleicht und  mit Sicherheit ein Manko hinterlassen würden. Hm, viel Spaß uns beim Salbe geben. Wer Pflaster und Verbandsmaterial übrig hat…

Mal sehen, wie sich diese neue Geschichte weiter entwickeln wird.

Mein ganz großer Dank geht an die Tierhilfe Rhein – Main, die für die tierärztlichen Ausgaben geradestehen  und bei „Suche nach Zuhause“ helfen wird. Danke, Gisela, hast uns/mich wieder einmal gerettet!

2 Kommentare zu “Die drei Fauchis …

  1. Wir hatten es ja schon geahnt, dass der Tierarztbesuch kein Zuckerschlecken wird 😕 Es ist wie bei kleinen Kindern, sie wissen halt nicht, dass man ihnen nur helfen will.
    Pflaster und Verbandsmaterial habe ich seit dem Renovieren nicht mehr übrig 😉 aber ich kann euch meine Hilfe bzw. meine Hände anbieten, die sind sowas (nicht zuletzt wegen der Geier) durchaus gewohnt. Ansonsten habe ich Schweißerhandschuhe (auch wegen der Geier), die sind aus stabilem Leder und für den „Haltenden“ ein guter Schutz.
    Liebe Grüße,
    Sylvia

  2. Pingback: Katze Hermine (Teil 2) « Katzen-Heimat-Blog

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